Kreativübung : Vacuité – die große Leere des Winters

Fotospaziergang im Zauberwald am Hintersee Natur- und Landschaftsfotografie Workshop Inhalt: Natur- und Landschaftsfotografie ist keine Frage der teuersten Fotoausrüstung und einer aufwendigen Fernreise. Viel wichtiger ist das Sehen und Wahrnehmen eines ganz besonderen Motivs. Das kann direkt vor Ihrer Haustür liegen und noch so klein und unscheinbar sein. Mit ein wenig Kreativität und der Anwendung von Komposition, Licht und Blende machst du aus einem langweiligen Bild ein ganz besonderes Foto. Ich möchte dir meine Herangehensweise zur Naturfotografie gerne vermitteln. Dabei gehe ich ganz individuell auf deine fotografischen Vorkenntnisse ein und verrate bei einem gemeinsamen Fotospaziergang Übungen, kreative Bildgestaltung und persönliche Tipps. Dabei geht es nicht nur um die Kameratechnik, sondern auch um das Sehen, Wahrnehmen und die Inspiration, die Sie in der Natur in jeder Jahreszeit finden können. Ich werde dich nicht mit grauer Theorie langweilen, sondern vielmehr vor Ort auf deine Fragen eingehen. Individuell und persönlich. Komm mit mir auf einen Naturfotografie Spaziergang an einem der schönsten Orte im Berchtesgadener Land: Der Zauberwald am Hintersee (Ramsau), laden zu jeder Jahreszeit zu einem Naturfotografie-Workshop ein.

Ich genieße die Winter-Zeit, vor allem die, die ich draußen mit der Kamera verbringe. Natürlich friere ich in den ersten Momenten, ich will rein, meine Finger und Füße sind eiskalt, doch ist das schnell vergessen, sobald ich die Kamera in die Hand nehme. Es ist wie Magie, in der die Außenwelt plötzlich weniger wichtig ist, in der ich die Kälte nicht mehr wahrnehme und nur noch der Apparat in meinen Händen Bedeutung hat. Die Melancholie des Winters liegt mir näher als das aufgeregte Wachstum des Sommers. Das Licht im Winter kann wundervoll sein, es ist weich und schmeichelnd, kann entweder extreme Klarheit zeigen oder aber Konturen verschwimmen lassen. Auch trübes Grau und Schneefall kann seine Reize haben, da sie für mich den Kern der Landschaft herausarbeiten. Was ich damit meine? Die puren Konturen und Linien, reine Schwarz-Weiß-Kontraste ohne Ablenkung durch Farbe.

Gestern war es wieder einmal so weit. Ich brauchte frische Luft und bin in die Landschaft gefahren und habe Fotos gemacht. Es war verschneit, trübe, grau. Und dabei ist mir eine kreative Übung eingefallen, für die die verschneite Landschaft sich ideal eignet. Normalerweise versuchen wir ja, Landschaften in ihrer ganzen Pracht einzufangen. Wir suchen Motive, die wir in Szene setzen. Daher ist die Fotografie im Schnee auch für viele eher reizlos, da die Landschaft trübe und leblos wirkt. Es sind keine Farben vorhanden, die werden von dem alles umhüllenden Schnee aufgesaugt. Aber genau das ist es, was so ideal ist für unsere Übung:

Die Leere in der Landschaft

Versucht einmal, nicht Motive zu suchen, sondern den euch umgebenden Raum in Szene zu setzen. Gerade im Schnee gibt es wenig Ablenkung von den puren Formen der Landschaft, Landschaft erscheint im Winter ungemein reduziert. Nun reduziert ihr sie noch mehr, versucht einfach, so wenig wie möglich auf dem Foto einzufangen und dafür den Raum zu zeigen, den sogenannten Negativen Raum, wie er in der Fachsprache genannt wird. Das ist schwieriger als ihr vielleicht denkt, denn viel leerer Raum im Foto kann unglaublich langweilig wirken. Er kann aber auch ungemein spannend wirken, sofern es euch gelingt, ihn in Szene zu setzen. Natürlich könnt ihr die Übung auch ganz ohne Schnee machen, doch erleichtert der Schnee euch die Arbeit.

Wichtig bei dieser Art der Fotografie ist es, eine große Blendenzahl zu verwenden, sodass die Bilder mit ihrer Struktur eine Tiefe bekommen. Im Schnee verwende ich gerne Blenden zwischen 10 und 14. Um den Weißabgleich kümmere ich mich erst bei der RAW-Bearbeitung. Ich verwende dazu Lightroom und die Funktion “Weißabgleich”. Mit einem Klick der “Weißabgleichs-Pipette” suche ich mir einen grauen Ton (meistens ein Baum).
Ist es sehr nebelig, verwende ich auch eine höhere ISO, die dann zwischen 400 und 1000 liegt, je nachdem wie sich die Lichtverhältnisse gestalten. Damit die wenigen Konturen wirklich scharf werden, arbeite ich am liebsten mit meiner 50mm Festbrennweite.

 

Mein Webtipp!

Wenn ihr Inspiration braucht: Schaut euch mal bei dem Fotografen Nadav Kander um, gerade die Landschaftsfotos (God’s Country, Colour Fields) zeigen einen zum Teil extremen Minimalismus, der jedoch ebenso faszinierend sein kann wie ein üppig gefülltes Foto.

 

5 Kommentare

  1. Pingback: Wintergrau | Heidis Internetseite

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  3. Die Bilder gefallen mir. Das ist wirklich eine Art von Fotografie, an der ich mich noch nie versucht habe. Leider gibt es bei uns grad keinen Schnee mehr, aber der wird wieder kommen. Dann will ich das mal ausprobieren.
    Herzliche Grüße
    Elke

    • Liebe Elke, du brauchst für diese Art der Fotografie nicht unbedingt Schnee. Eine Nebellandschaft oder eine leere Landschaf (Ackerfläche, Wiese etc.) eignet sich dafür auach. Probier es mal aus. Zudem entwickelt man auch ein Auge dafür, diese Leere überhaupt wahrzunehmen.

      • Da hast du natürlich recht. Wenn es mal irgendwann wieder aufhört mit dem Dauerregen, dann zieh ich los. Ich weiß auch schon wohin. Und sag jetzt nur nicht, dass man auch bei Regen fotografieren kann ;-)
        LG – Elke ( ich konnte noch nie gut rechnen *grummel*)

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