Fotobuch-Workflow für Profis mit Lightroom & Blurb

Als ich vor ein paar Monaten mein Lightroom von der Version von 3 auf 4 geupdatet habe, war ich von der neuen Funktion “Buch” sehr überrascht. Wenige Tage später probierte ich die Funktion auch gleich aus und stellte fest, wie nützlich diese Funktion für mich als professionelle Fotografin ist. Bisher habe ich die Fotobücher für meine Kunden immer in InDesign gesetzt. Viele werden den aufwändigen Workflow kennen, wenn man mit Lightroom, Photoshop und InDesign ein Fotobuch erstellt. Fotos müssen als 300dpi gespeichert werden, in InDesign importiert und gesetzt werden, usw. Das ist manchmal schon sehr mühselig gewesen. Natürlich hätte ich auch eine Fotobuchsoftware benutzen können, doch ist es mehr als nur ärgerlich, nach der Installation festzustellen, dass wieder eine Funktion oder Schriftart fehlt. Daher blieb ich lieber bei InDesign, auch wenn es für mich mehr Arbeit bedeutete. Zumal ich nicht gerne auf meinen Rechner eine weitere unbekannte Software installiere und mein Betriebssystem verändere. Inzwischen aber bin ich von der neuen Funktion in Lightroom 4 voll und ganz überzeugt, da ich dadurch erheblich Zeit bei der Erstellung eines Fotobuchs einsparen kann.

lightroom-buchfunktion

Was ist das nützliche an der Buchfunktion?

  1. Ich muss keine Bilder in ein anderes Format umwandeln.
  2. Ich kann, direkt aus dem Buch heraus, das Bild nochmal bearbeiten.
  3. Mit der Sammlungsfunktion kann ich alle Bilder für das Buch zusammenfassen und einfügen.
  4. Es stehen ganz viele Layoutvorlagen zur Verfügung und wenn ich mag, kann ich alle Bilder per Zufall einfügen lassen.
  5. Das Buch kann als PDF oder JPG gespeichert werden.
  6. Das Buch kann direkt aus Lightroom heraus zu Blurb zum Druck geschickt werden.

Da mich der 6. Punkt ganz besonders interessiert hat (aus Erfahrung weiß ich, das Blurb.com neben Saal-Digital.de und Fotobuch.de eine sehr gute Fotobuchqualität, sprich Druckbild, Papierart und Bindung, anbietet) habe ich das für mein persönliches Fotografenportfolio ausprobiert. Ich habe für das Testing das Format “Standardquerformat” ausgewählt, das etwas schmaler als das normale A4 Format ist. Für mein Fotobuch habe ich einen schlichten schwarzen Hintergrund gewählt. Natürlich ist es auch möglich, eigene Hintergründe einzubinden. Nachdem ich alle Seiten gestaltet habe, habe ich mit meinem Blurb-Login das Buch hochgeladen. Aufgrund der hohen Bildqualität und der daraus resultierenden großen Dateigröße hat das natürlich ein wenig gedauert.

An dieser Stelle sollte man sich als Profifotograf einen einheitlichen Workflow in Lightroom erarbeiten, sodass die Fotobücher für den Endkunden relativ schnell und einfach zu erstellen sind.
Nach wenigen Tagen wurde das Buch ordentlich verpackt geschickt und ich wurde von der Druckqualität des Buches nicht enttäuscht.

Das Highlight – die besondere Dienstleistung für ihre Kunden

Doch das war noch nicht alles. Interessant ist die neue Funktion bei Blurb, bei der man aus allen Büchern, die man drucken läßt (das ist die Bedingung) auch ein e-Book (Beispiel) für das iPad, iPhone oder iPad touch erstellen kann. Aus der Druckdatei erstellt Blurb automatisch eine e-Pub-Datei, die man als Fotograf nachträglich im Browser bearbeiten kann. Diese Funktion ist immens wichtig, wenn sich Texte aufgrund veränderter Schriftschnitte verschieben. Aus Erfahrung weiß ich nun, das man jede  Seite noch einmal kontrollieren sollte, um Fehlumwandlungen zu beheben. Laufen Bilder oder Texte über den Rahmen hinaus, werden diese von dem Programm als Fehler markiert. Nach der Speicherung verschickt Blurb eine e-Mail mit dem Downloadlink, über den man sich das e-Book direkt auf das iPad laden kann.

Blurb-iPad-eBook-bearbeiten

Dadurch ergibt sich für Hochzeitsfotografen (als Beispiel, das gilt natürlich auch für andere Eventfotografen) die Gelegenheit, seinen Kunden eine ganz besondere Dienstleistung anbieten zu können: das eigene Hochzeitsbuch für das iPad oder iPhone – die vor allem für Fotografen ohne Mac interessant ist. (Für alle Nicht-Apple-User arbeitet Blurb auch an anderen Varianten).

Wichtig für den Profi ist, dass man bei diesem Workflow die Preise für den Endkunden gut kalkulieren kann. Gleichzeitig kann man für seine Kunden das Buch als e-Book und als gedrucktes Buch in den Verkaufsraum stellen, sodass sich auch die Gäste ein Buch bestellen können. Bezahlung und Versand übernimmt Blurb, sodass hier keine weiteren Kosten oder Zeitaufwand für den Fotografen entstehen. Man muss an dieser Stelle nur entscheiden, ob die Gäste sich das Buch kostenlos herunterladen dürfen und die Kosten vorab vom Brautpaar übernommen werden oder ob man diese Dienstleistung extra honorieren lässt. Diesen Punkt sollte man auf alle Fälle in das Kundenvorgespräch mit aufnehmen.

Natürlich ist die Buchfunktion auch für alle Hobbyfotografen interessant, die aus ihren eigenen Bildern ein Fotobuch erstellen möchten und dem Umweg über einen weiteren Anbieter gerne einsparen möchte. Sicherlich bietet Lightroom keine Hintergrundsammlung oder Cliparts an, aber wer gerne so wie ich ein Fotobuch ohne diesen SchnickSchnack erstellt, wird diese Elemente sicherlich nicht vermissen.

Probiert die Funktion mal aus!

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