Bastei im goldenen Herbst: Ein unvergesslicher wind-böiger Naturfotografie-Workshop

Naturfotografie und Landschaftsfotografie in der Sächischen Schweiz, Elbsandsteingebirge. Der Gamrig Vorlage und Motiv Caspar David Friedrich bekanntesten Werk: Der Wanderer über dem Nebelmeer. Bastei, Böhmische Schweiz, Elbsandsteingebirge, Herbst, Sächsische Schweiz, Tyssaer Wände

Ein aufregendes Wochenende liegt hinter mir. Ich bin nicht der Typ, der Wettervorhersagen viel Glauben schenkt, oft ist es ganz anders als vorhergesagt. Als ich letzten Freitag mich in die Sächsische Schweiz zu meinem Naturfotografie-Workshop aufmachte, war ich noch voller Hoffnung, ein wunderbares Herbstwochenende vor mir zu haben. Unterwegs schien die Sonne und das letzte Herbstlaub leuchtete in seiner vollen Pracht. Kaum an der Bastei angekommen, zog es sich zu und es fing an zu regnen. Einen echten Naturfotografen stört das nicht. Was gibt es schöneres als melancholische verregnete Herbstbilder? Unter diesem Motto fotografierten wir Samstag gemeinsam den nicht vorhandenen Sonnenaufgang auf der Bastei. Die blaue Stunde ging in die Graue über und verblieb auch dort den restlichen Tag. Trotz aller Trübnis leuchtete das Elbsandsteingebirge in seinen schönsten Farben. Mein Fotografenherz jubilierte, ich hatte das perfekte Herbstwochenende für meinen Workshop ausgesucht. Schöner konnte es nicht werden. Die warmen Rot, Gelb und Orange-Töne, die zwischen den dunklen Sandsteinfelsen hervorblitzen.

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Auf diesem Workshop ging ein langgehegter Traum von mir in Erfüllung: Statt ganz früh in Grimma aufzustehen und lange anzureisen, fielen wir früh morgens direkt vom Hotelbett auf die Aussichtsplattform der Bastei und konnten die blaue Stunde genießen. Nach dem Fotokurs ging es zu einem frisch angerichteten Frühstück. Die Mitarbeiter des Berghotels öffneten direkt für unsere Fotogruppe das Kaminzimmer, welches einen wunderbaren Blick auf die Felsen bietet. Kann ein Tag schöner beginnen? Normalerweise bin ich der spartanische Ferienwohnungstyp, einmal in einem guten Hotel verwöhnt zu werden, hat mir in der stressigen Zeit gut getan.

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Gegen Mittag fuhren wir in die weniger bekannte Böhmische Schweiz, die direkt an die Sächsische Schweiz anschließt und nur durch eine Landesgrenze geteilt wird. Wir besuchten die Tyssaer Wände, ein Naturschutzgebiet in seiner noch ursprünglichen erhaltenen Form. Während auf der deutschen Seite alles umzäunt und mit Millionen Schildern abgesichert und geschützt ist, findet man dort noch ein Stück unverfälschte Natur. Ein Traum für jeden Naturfotografen. Der nur knapp 4 km lange Rundwanderweg an den Tyssaer Wänden ist relativ leicht zu bewältigen und belohnt am Ende mit weiten Aussichten in die Ebene.

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Wie begeisterte Fotografen so sind, brauchten wir knapp 6 Stunden für den kurzen Weg. Dafür haben wir viel geübt und ausprobiert. Es war eine Freude. Jeder kam auf seine Kosten: Blenden- und Belichtungsübungen, Komposition – ob mit Macro, Tele oder Festbrennweite. Das Gebiet eignet sich dafür, alle technischen Spielarten der Naturfotografie auszuprobieren. Es war aber auch viel Zeit für Philosophische Gespräche über Zen, Wabi-Sabi und Haiku und das Suchen nach passenden Motiven, die diese Philosophien unterstreichen bzw. ausdrücken.

An dieser Stelle habe ich mich sehr über meine Teilnehmer/Innen gefreut, die über meine E-Books und Artikel zu dem Thema vertraut waren und wir darüber interessante Gespräche führen konnten. Leider ging die Zeit viel zu schnell rum, die Dunkelheit holte uns ein, sodass wir uns auf dem Heimweg auf die Bastei machten.

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Nach einem wunderbaren Abendessen im Panorama Restaurant auf der Bastei übten wir uns in der Bildbesprechung. In der Bar fanden wir mit den Laptops ein tolles Plätzchen mit Steckdose, Wein und Knabberzeugs. Bilder wurden besprochen und ein wenig bearbeitet. Ich zeigte in Lightroom, was man aus den Motiven herausholen kann und worauf man bei zukünftigen Fotos achten sollte.

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Der nächste Morgen sollte aufgrund der Zeitumstellung eine Stunde eher beginnen. Um 5 Uhr in der früh jagten schon die ersten Sturmböen über die Bastei, sodass der „Blaue Stunde Fotoausflug“ ausfallen musste. Bis dahin war ich noch guter Dinge, dass der Wind sich legen würde. Doch leider wurde Sturm Herbert noch aggressiver, sodass er nach dem Frühstück viele Bäume auf der Zufahrtsstrasse zur Bastei umstürzen ließ. Während die Feuerwehr die ersten Bäume beseitigte, waren zwei Stunden später wieder neue gefallen, sodass niemand in den Nationalpark raus und reinfahren konnte. In der Zwischenzeit wurden Touristen von der Aussichtsplattform evakuiert. An einen fröhlichen Fotoausflug war nun gar nicht mehr zu denken und ich befand mich innerlich in dem Zwiespalt, einen tollen Fotokurs zu geben und gleichzeitig die Sicherheit meiner Schüler zu gewährleisten.

An dieser Stelle muss ich den Mitarbeitern des Hotels meinen großen Dank aussprechen, die uns die ganze Zeit mit Informationen begleiteten und selbst der Geschäftsführer führte mit uns persönliche Gespräche zur Lage und empfahl uns, so schnell wie möglich, den Nationalpark und die umliegenden Wälder zu verlassen.

Ich entschloss mich für die Sicherheit und wir konnten später alle den Nationalpark sicher verlassen. Dabei war die Fahrt keineswegs lustig, da sich die Bäume bis teilweise auf die Strasse neigten.

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So wird mir mein Workshop zweifelsohne für lange Zeit in Erinnerung bleiben. Ich bin glücklich, dass alle meine Teilnehmer sicher nach Hause gekommen sind. Dank Herbert wurde er zu einem spannungsreichen Erlebnis.

Da ich mich von schlechtem Wetter nicht beeinflussen lassen möchte, habe ich im Hotel für 2018 wieder Zimmer für einen Workshop reserviert. Wenn Du, zu einem unvergesslichen Naturfotografie-Workshop im nächsten Oktober mit mir aufbrechen möchte, bist Du herzlich Willkommen.

Wenn du Fragen hast, ruf mich an. Ich freue mich auf dich!
Herzlichst deine Jana

PS: Im Workshop “Vom Foto zum Gemälde” ist im November noch ein Platz frei. Vielleicht magst Du dabei sein?

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6 Kommentare

  1. Zunächst einmal an dieser Stelle noch ein Herzliches Danke an Dich, liebe Jana, dass du uns an diesen besonderen und magischen Ort geführt hast. Gemeint ist die Bastei in der Sächsischen Schweiz wo wir uns mit einer kleinen Gruppe Fotografen Ende Oktober zu einem Workshop zusammengefunden haben. Allein das Hotel, das unmittelbar über dieser zerklüfteten Felsenwelt thront war schon der Hammer schlechthin. Vom Elbsandsteingebirge hatte ich schon so viel gehört aber nie hatte ich mir die Landschaft so bizarr, vielfältig und weitläufig vorgestellt. Ein Traum!!
    Am Samstag brachen wir auf zu einer Wanderung im tschechischen Teil des Gebirges. Du führtest uns zu einem Rundweg durch die Tyssaer Wände, ein Areal das mir beim Anblick des bizarren Felsenlabyrinths schier den Atem raubte. Es war spannend, mit dir und der Gruppe durch diese Gesteinsformationen zu wandern. Du wurdest nicht müde uns immer wieder auf Motive aufmerksam zu machen, an denen ich vielleicht vorbeimarschiert wäre, sei es das Moos an einer Baumwurzel, das Herbstlaub in einer Pfütze oder eine auffällige Zeichnung im Felsgestein. Keine unserer unzähligen Fragen war dir zu viel und nebenbei hast du uns noch eine Vielfalt von fotografischen Themen nahe gebracht.

    Ich bin sehr glücklich, dass ich dabei sein durfte. Und wenn alles klappt – im nächsten Jahr gerne wieder. Sehr gerne!!!

  2. Seit unserem Fotoworkshop „Naturfotografie-Wochenende in der Sächsischen Schweiz“ Ende Oktober sind zwar schon wieder ein paar Tage Alltag verstrichen, aber ich möchte doch nicht missen die angenehme Erinnerung hier zu teilen.
    Obwohl du diesen Kurs neu entworfen hattest, war der Tagesablauf sehr sorgfältig vorbereitet, aber dann auch flexibel genug gehandhabt, um Wetter und den Wünschen aus der Gruppe Raum zu geben.
    Ich fand auch die Begrenzung auf sechs Teilnehmer sehr komfortabel, sodass all meine Fragen aufgegriffen werden konnten, ob technisch oder auch sehr speziell zu Motivsuche und -gestaltung im Sinne von Wabi-Sabi. Mit deiner authentischen und engagierten Art hast du unsere gemischte Gruppe gut angeleitet und unterhalten. Besonders gefallen hat mir, dass die technischen Tipps immer nur als Mittel zum Zweck dienten, um der Aufnahme die gesuchte Stimmung zu verleihen. Nach der Teilnahme an einem Online-Seminar bei dir vor zwei Jahren hat es mich sehr gefreut, dich so persönlich kennenzulernen.
    Alles in allem eine gelungene Abwechslung zum Alltag mit gutem Lerneffekt und Erholungswert, die die längere Anfahrt wert war. – Vielen Dank, Jana!

  3. Bettina Buschmann

    Elbsandsteingebirge, Sächsische Schweiz, Böhmische Schweiz hatte ich vorher noch nie besucht. Ich komme ja aus dem Ruhrgebiet, und hätte mich Jana nicht mit diesem Workshop “gelockt”, hätte ich diese sehr schönen und interessanten Gesteinsformationen gar nicht kennen lernen können.
    Es war ein sehr gelungener Workshop mit einer wunderbaren Mentorin, die immer wieder und unermüdlich auf die Teilnehmer eingeht. Ich habe mich mich sehr wohl gefühlt und für mich einige Tipps, Anregungen und auch ganz grundlegende Fototechniken mit nach Hause genommen. Das Beste für mich war draußen in der Natur, vor Ort von Jana erklärt zu bekommen, wie man gerade diesen Ausschnitt in Szene setzt, oder doch besser einen Schritt nach rechts macht, um dann das bessere Foto zu machen.
    Ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein. Immer wieder gerne

  4. Hallo Jana, Du hast mich und unsere kleine (!) Gruppe mit viel Liebe, Geduld und Engagement fotografisch gekonnt durch ein (für mich neues) fantastisches Naturreservat, Tyssaer Wände, geführt und Wege über die technische Fotografie hinaus in Bildgestaltung und philosophische Betrachtung gezeigt. Dafür hat sich meine weite Anreise gelohnt-und ich konnte die Autorin der Newsletter und (E-)Bücher kennenlernen.
    Grüße aus dem Süden, Dieter

  5. Am letzten Oktoberwochenende 2017 (genau das mit dem Sturm) war ich mit Jana zu ihrem ersten Fotokurs auf der Bastei in der Sächsischen Schweiz. Auch wenn ich immer noch keine neue Kamera hatte, hat mir der Workshop viel Spaß gemacht. Ich habe es auf jeden Fall genossen aus dem Bett zu fallen und auf der Bastei zu stehen. Grundsätzlich wollten wir den goldenen Oktober und den Sonnenaufgang über der Elbe fotografieren. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit. Die blaue Stunde war eher eine graur und viel am Sonntag dem Sturm ganz zum Opfer. Dafür konnte aber Jana nichts. Wir machten das beste daraus und schöne Fotos können auch an grauen Tagen entstehen.
    Jana holt jeden dort ab, wo er fototechnisch steht; egal mit welcher Ausrüstung er anreist ;-)
    Diesen Kurs kann ich jedem auch aufgrund der Lokalität nur wärmstens ans Herz legen.

  6. Liebe Jana,
    eigentlich wollte ich für Deine Seite nur eine “offizielle” Rückmeldung zum Fotowochenende auf der Bastei geben:
    Es war ein rundum gelungenes stürmisches Wochenende mit vielen neuen Eindrücken. Besonders beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie sich Jana sehr einfühlsam und vor allem fachlich kompetent auf die Interessen und Wünsche der Kursteilnehmer eingegangen ist. Das ist beispielhaft und geht trotz zeitlicher und in diesem Fall die durch den Orkan gegebene natürliche Begrenzung über das sonst Übliche weit hinaus! Sehr hinreißend und absolut überzeugend waren ihre Anregungen u.a. zu eigentlich harmlosen und schnell zu übersehenen “Pfützenfotos”! Jana selbst und andere Teilnehmer werden sofort wissen, was damit gemeint ist…
    Am Ende dieses schönen, dabei zugleich wirklich entspannten Wochenendes weiß ich, was ich nun zu tun habe, bzw. woran ich weiter arbeiten muss. Dabei steht für mich zweifelsfrei fest, dass Jana, gerade in Kenntnis ihrer Techniken und ihres außergewöhnlichen Geschicks für mich der nächste Anlaufpunkt ist. Dabei habe ich erfahren und jetzt auch die Gewissheit mitgenommen, dass sie auch für die sogen. Generation “Dunkelkammer”, zu der ich mich auch zähle, der erste Ansprechpartner ist. In dieser Hinsicht kann ich mich nur den anderen Rezensenten anschließen und Jana unbedingt und uneingeschränkt weiter empfehlen!
    Nochmals vielen Dank für die erste absolut bereichernde Begegnung!
    Thomas

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