Kategorie: Fotografie

5 Tipps zur Fotografie von Frühjahrsblühern mit einem Vintageobjektiv

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Endlich, endlich scheint der Frühling Einzug zu halten. Dieses Jahr schien es länger zu dauern, als all die Jahre zuvor. Obwohl ich im Januar dachte, es kommt gar kein richtiger Winter mehr und dann erwischte es uns im Februar und März in voller Härte.
Doch wenn wir Glück haben, kommt jetzt richtig der Frühling, die nächsten tage soll es über 20° C warm werden und die Frühjahrsblüher werden über Nacht erblühen. Heute am Ostermontag habe ich den freien Tag genutzt, um im Südfriedhof in Leipzig und im Botanischen Garten fotografieren zu gehen. Seit einigen Monaten besitze ich das Vintage-Objektiv Trioplan100 von Meyer Optik Görlitz. Das ist keine Linse, mit der man mal eben schnell Fotos machen kann. Aus diesem Grund habe ich ein paar Tipps für dich zusammen gestellt, wie du mit diesem Objektiv wunderbare Fotos von Frühjahrsblühern und Blüten in der Natur machen kannst

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#1 Eine Besonderheit des Objektives ist, dass du einen Mindestabstand von über einem Meter zum Motiv einhalten muss, um das Objekt scharf zu bekommen. Das ist nicht immer einfach, gerade bei kleinen Frühjahrsblühern wie Krokus oder Sternhyazinthe. Bevor ich mich auf Augenhöhe mit der Blume begebe und mich auf den Boden legen, schätze ich ca einen Meter Abstand. Dann positioniere ich mich so, dass ich noch ein paar Zentimeter vor oder zurückweichen kann. Das Objektiv selber habe ich fest auf den Mindestabstand von ca 1 Meter eingestellt.

#2 Bevor ich das Motiv fotografiere beobachte ich die Umgebung. Gerade Frühjahrsblüher werden auf einem Rasen gerne von altem Laub und Ästen umgeben. Diese werden später auf dem Bild stören, sodass ich vor Ort aufräume und störende Gegenstände entferne.

Blumen, Botanischer Garten, Frühjahrsblüher, Frühling, Krokus, Leipzig, Trioplan 100 f2.8, Vintage-Objektiv, Vintagelense, meyer-optik-goerlitz#3 Jetzt ist es wieder etwas länger hell. Die schönste Zeit zu fotografieren ist am späten Nachmittag. Trotzdem stehen im Frühjahr viele Blumen im Schatten, auch wenn die Bäume und Büsche noch kein Laub haben. Achte auf den fallenden Schatten und woher die Sonne kommt. Möchtest du berühmten Bokehs – die den Objektiv so Eigen sind – im Bild festhalten, dann fotografiere gegen die Sonne und öffne die Blende auf f2.8. Achte auf einen homogenen Hintergrund (z.B. Licht das durch immergrüne Büsche wie Rhododendron fällt), sodass die Bokehs sich nicht von einer Überbelichtung ausfressen lassen und sich gleichmäßig ausprägen.

#4 Versuche dich auf eine Blüte zu konzentrieren, vor allem wenn man einen ganzen Rasen voller Krokusse und Co hat. Gibt es eine Blüte, die dir besonders auffällt? Die Aufgrund ihrer Farbe oder Wuchsform positiv heraus sticht. Wenn du mit dem 100mm Trioplan arbeitest, besitzt es die Eigenschaft eines Teleobjektives, mit dem du bei einer geöffneten Blende von f2.8 die Blüte optisch freistellen kannst. Achte darauf, dass es im Hintergrund keine dunkle Horizontlinie gibt, die dein Foto optisch durchtrennt. Das macht dein Bild unruhig.

Blumen, Botanischer Garten, Frühjahrsblüher, Frühling, Krokus, Leipzig, Trioplan 100 f2.8, Vintage-Objektiv, Vintagelense, meyer-optik-goerlitz#5 Der Fokus ist bei dem Trioplan100 nicht einfach zu finden. Für mich hat sich bewährt, die Blende und die niedrigste Entfernung fest einzustellen und durch den Sucher die richtige Schärfe zu finden. Dabei bewege ich mich leicht nach vorn oder zurück. Anschließend kontrolliere ich im Display, ob die Schärfe dort sitzt, wo ich sie hinhaben möchte. Oft mache ich zur Sicherheit ein zweites Foto, um hinterher am großen Bildschirm die Schärfe neu bewerten zu können. Wenn du lieber mit Stativ arbeitest, kannst du die Schärfe auch direkt über Liveview einstellen.


Probier es mal aus, bei deiner nächsten Fototour. Wenn du direkt von mir lernen möchtest, dann freue ich mich auf deinen Anruf. Gerne biete ich dir einen individuellen Fotokurs in der Natur an.

Meine neue Liebe: Vintage Objektiv Trioplan100

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Wer mich kennen gelernt hat, weiß, dass ich wirklich nicht zu den Objektiv-Sammlerinnen und Objektiv-Pixelzählerinnen gehöre. Viele Jahre habe ich ausschließlich mit 50mm fotografiert und irgendwann kamen ein 20mm und ein 100mm hinzu, meistens dann wenn ich einen entsprechenden Fotoauftrag hatte und die Investition nötig war. Alle drei Objektive haben sich im Laufe der Zeit fest in mein Repertoire eingefügt und ich benutze sie jederzeit sehr gerne. Eigentlich hatte ich kein Bedürfnis nach einem weiteren Objektiv, bis ich für mein neues Fotoprojekt Anfang des Jahres auf das Vintage-Objektiv Trioplan100 von Meyer Optik Görlitz stieß. Vor ein paar Jahren wurde es mithilfe einer Crowdfunding neu aufgelegt. Ich hatte viele Fragen zu dem Objektiv, denn ganz besonders habe ich mich für die Bokehs interessiert. Ich bin ja ein Fan von besonders schönen und ausgefallenen Bokehs und kann mich dafür sehr begeistern. Von Seifenblasenbokehs hatte ich bis dahin noch nie etwas gehört und war vom ersten Moment an angetan. Gleichzeitig hatte ich auch ein wenig Angst vor dem Objektiv: Kein Autofokus. Ich hatte ja schon in einem früheren Artikel über das Problem von Unschärfen geschrieben und nun sollte ich als Brillenträgerin ganz ohne Autofokus arbeiten?

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Ich konnte mir das überhaupt nicht vorstellen. Kurz vor meiner Rügenreise hielt ich es zum ersten Mal in den Händen und ich beschloss, eine Woche lang auf meinem Workshop kein anderes Objektiv zu verwenden. Ich wollte mich der Aufgabe stellen, ganz analog wie früher zu fotografieren. Denn an der Kamera kann ich nur die Belichtungszeit einstellen, während Blende und Entfernung (Fokus) am Objektiv manuell eingestellt werden müssen. Das Objektiv kam mit einem Nikon-Anschluß, sodass ich an meiner Nikon D750 keinen Adapter brauche.

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Und da ich unbedingt Seifenblasenbokehs erzeugen wollte, fotografierte ich überwiegend mit einer geöffneten Blende von f2.8. Das Objektiv ist bei dieser Blendeneinstellung so lichtstark, dass meine minimalste Verschlußzeit von 1/4000s oft kaum ausreichte und ich mir wünschte, eine Kamera mit einer kürzeren Verschlußzeit zu haben (mit ein, zwei Augen schaue ich schon seit einigen Monaten auf die Nikon D850 mit 1/8000s und 153 Meßfeldern). Dank RAW und Lightroom konnte ich aber die Überbelichtung händeln, wobei es an einigen Stellen im Foto von mir auch gewünscht war. Überbelichtung heißt ja nicht, dass ein Foto kaputt oder nicht richtig ist. Über- als auch Unterbelichtung sind für mich Stilmittel um mich auszudrücken, die Welt so zu zeigen, wie ich sie gesehen habe.

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Was für mich anfänglich schwierig/anders war, war der Mindestabstand zum Motiv von über einem Meter. Normalerweise bin ich 30cm gewöhnt und nun mussten es mehr als ein Meter sein, um überhaupt scharf stellen zu können. Da die Kamera auch unter der Mindestentfernung auslöst, war es für mich nicht so einfach, ob die Schärfe wirklich an den Stellen saß, wo ich sie hin haben wollte. Hier musste ich komplett umdenken und anders agieren. Doch am Ende hat es meinen Blick verändert. Ich bin heute dem Objektiv dankbar, dass ich persönlich aus meiner festgefahrenen Blickrichtung herausgezwungen wurde.

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Zehn Jahre 50mm haben mich doch sehr geprägt und der innere Widerstand aus meiner Komfortzone herauszukommen war groß. Der Autofokus saß die letzten Jahre perfekt, ich wusste den Sucher/das Display zu beurteilen und alles war mir in Fleisch und Blut übergegangen.

An meinem ersten Workshoptag auf Rügen war alles anders. In der ersten Stunde fühlte ich mich in meine Anfängerjahre zurückversetzt, mit dem Unterschied, dass ich heute weiß, was ich einstellen muss. Aber das Gefühl mit dem Objektiv zu arbeiten, ist völlig anders. Die Bedienung, die Beurteilung der Schärfe im Sucher und anschließender Begutachtung im Display haben das Arbeiten völlig verändert.Ich wusste vom Hersteller, dass das Objektiv – und es heißt nicht umsonst Vintagelense – zu „spontaner Unschärfe“ neigt – im Laufe der Woche wurde dies zu unserem geflügelten Workshopslogan.

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Die Fotografien sind nicht perfekt scharf, aber sie haben etwas Besonderes. Etwas was man nicht in Photoshop simulieren kann. Und das macht das Arbeiten so intensiv, so spannend. Man weiß nicht, was wirklich dabei herauskommt. Man sieht ein Motiv, beurteilt das Licht und dann entstehen Fotos, die man vorher komplett anders eingeschätzt hat. Das macht das Objektiv so liebenswert, so andersartig. Am Ende waren die Seifenblasenbokehs zweitrangig. Es war für mich nicht mehr wichtig, ob ich sie einfangen kann oder nicht.

Hast Du Fragen zum Objektiv oder hast Du Lust zusammen bei mir einen Naturfotografie-Workshop zum Trioplan100 zu besuchen, dann schreib mir oder ruf mich an.

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Zu Besuch bei Alice im Wunderland

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Heute möchte ich dich in ein ganz besonderes Land entführen, in das Reich von Alice. Auf dem ersten Blick sieht alles aus wie immer. Die Winter-Landschaft ist noch trist und grau, im Hintergrund rauschen die Autos auf der Autobahn vorbei. Doch wenn wir genau hinschauen, entdecken wir eine kleine Tür, die ins Wunderland von Alice führt. Ganz unscheinbar und man muss ganz nah herantreten, um die Geschöpfe des Wunderlandes überhaupt sehen zu können. Nimm eine Sehhilfe mit, wie die Makrofunktion vom Smartphone oder ein richtiges Makroobjektiv. Und dann setze dich und beobachte ganz still und leise. Verhalte dich unauffällig, genieße das Sonnenlicht und tauche immer weiter in die Landschaften von Alices Wunderlandes. Siehst du sie, die kleinen Geschöpfe. Wie sie ihre Häupter im Wind wiegen?

Ursprünglich wollte ich das Video bei Instagram posten, doch ich kann mich nicht auf 15 Sekunden beschränken, sodass ich das Video hier in meinem Artikel eingebunden habe. Leider rauscht der Wind ins Mikrofon und als ich das Video drehte hatte ich noch keinen Namen für die Flechten. Das sind Rotfrüchtige Säulenflechten (Cladonia) und tatsächlich ist der rote Kopf ein Fruchtkörper.

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Wie fotografiert man diese 3-5mm großen Flechten?

Vor Ort hatte ich mein 100mm Makro 2.8 von Tokina dabei. Da die Sonne schien, hatte ich auch mit Iso 100 eine kurze Belichtungszeit, sodass ich die Flechten alle Freihand fotografieren konnte. Die Blende habe ich auf 2.8-3.2 geöffnet, sodass ich eine geringe Tiefenschärfe habe. Dabei habe ich manuell fokussiert. Normalerweise nutze ich gerne den Autofokus, doch bei diesen kleinen Pflanzen hat er Probleme richtig zu fokussieren, zudem kann ich dann nicht richtig komponieren, da ich oft außerhalb des Fokusbereiches im Sucher scharf stellen möchte.

Ein anderer Grund war die Kälte: Der Akku verliert nicht nur schnell an Energie durch das Fokussieren am Makroobjektiv, sondern auch durch die niedrigen Temperaturen. Darum habe ich ihn deaktiviert. damit die Flechten auch scharf werden, muss man bei einer DSLR und dem Makro mindestens 30cm Abstand zum Motiv gewährleisten. Geht man zu nah ran, kann es passieren, das die Kamera trotz Unschärfe auslöst.

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Nachdem die Kamera technisch eingestellt war, ging ich auf die Suche nach Details. Der Baumstamm war groß und an vielen Stellen mit den unterschiedlichsten Flechten überwuchert, sodass ich ihn mehrfach mit der Kamera umrundete. Dabei habe ich auch immer auf die Sonne geachtet, die manchmal von Wolken verdeckt wurde und das Licht sich minütlich änderte. Glücklicherweise war es in Bodennähe windstill, sodass ich hier nicht mit Verwacklungen rechnen musste.Dabei konzentriere ich mich zusätzlich bei der Bildkomposition auf den Hintergrund. Harte Horizontlinien versuche ich zu vermeiden und arbeite lieber mit weichen Verläufen. Dabei muss man oft die Kamera in der Perspektive ein wenig verändern, um ungewünschte Artefakte im Hintergrund zu vermeiden. Einmal hatte ich im Hintergrund meine Kameratasche als dunklen Fleck eingefangen, sodass ich sie erst einmal wegräumen musste.

Wenn ich fotografiere, verfliegt die Zeit wie im Flug. Vor Ort habe ich über eine Stunde fotografiert. Dabei habe ich mich immer wieder hingesetzt und den Baumstamm in all seinen Details beobachtet. Am Ende war ich vom nassen, eisigen Boden völlig durchgefroren, aber glücklich.

 

Hinter den Kulissen – Wie Naturfotografen arbeiten

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Welche Vorstellung hast Du, wenn du Natur- und Landschaftsfotografien von Berufsfotografen siehst? Ich habe mir letztens Gedanken darüber gemacht, als ich in einem Tierfotografieblog die Frage las:

« Wildlife Fotos? Wo haben die schon wieder dieses Tier gefunden? Bei mir sind sie sofort weg, wenn ich mich nähere. Andere Fotografen knipsen auch nur mit der Linse. Ansitzhütten, Tiere angefüttert, Models selbst mitgebracht, Klangatrappen…. oder Glück? Oftmals stundenlanges wandern mit schwerem Equipment. Stundenlanges ausharren in einem Zelt…»

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Ich selber gehörte nicht zu den Naturfotografen, die sich ein Tarnzelt und ein Objektiv in Tarnfarbe zugelegt haben und damit tagelang in der Pampa sitzen und hoffen, dass sich irgendwann mal ein Tier blicken lässt.

Ich gehöre aber auch nicht zu den Fotografen, die sich Guides anmieten und mit denen auf geführte Fotosafaries gehen, wo die Tiere meistens angefüttert werden. Erst letztens habe ich einen Bericht über Naturfotografen an der Müritz gesehen, die einen Guide buchen, der mit ihnen auf den See und bekannte Brutplätze anfährt, um dort Fischadler & Co mit Aalen anzufüttern, sodass die Fotografen zu ihren „Schuß“ kommen. Ich war ehrlich gesagt ziemlich abgetörnt davon, schon alleine die Auslösegeräusche, die sich wie Gewehrfeuer anhörten. Gruselig. Mal davon angesehen, was man mit so vielen ähnlichen Bildern machen soll. Sie sind ja in der Menge und die auf die Art und Weise nichts Besonderes.

Ich muss aber an der Stelle auch sagen, das ich mich nicht auf Tierfotografie spezialisiert habe. Sie entstehen eher zufällig, wenn ich in der Natur unterwegs bin.

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Doch wie gehen berühmte Naturfotografen vor?

In der Netflix Serie „Bildschöne Welt“ werden bekannte National Geographic Fotografen auf ihren Fotoreisen begleitet. Das die Serie in Zusammenarbeit mit National Geographic und Canon entstanden ist, habe ich erst später erfahren. Im Nachhinein wurde mir auch bewusst, warum Canon immer so plakativ ins Bild gehalten wurde. Aber das nur am Rande, denn ohne Sponsoren würden diese Fotoreisen finanziell auch nicht machbar sein.

Das ein Naturfotograf heutzutage nicht mehr als einsamer Wolf durch die Landschaften zieht, ist mir seit Andreas Kieling und seinen Naturreportagen klar. Immer wenn er dramatisch mit hoher Stimme und aufgerissenen Augen in die Kamera die Angst vor dem Grizzly im Hintergrund schürte, hätte man schon fast im Hintergrund die Waffen von seiner Crew durchladen hören.

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Die Netflix Reportage hat mein Bild noch mal verändert. Als Richard l’Anson Schneeleoparden im Himalaya fotografieren wollte, wurde mir erstmals bewusst, was eigentlich dahinter steht. Vor Ort hatte er ein großes Team, die teilweise zu sechst mit einem Spektiv die Berge nach einem Schneeleoparden absuchten und dann dem Fotografen sagten, wohin er seine Kamera ausrichten sollte. „Leider“ war der Schneeleopard schlauer und zeigt sich nur kurz aus weiter Entfernung – so eine große Menschengruppe würde ich auch lieber meiden. Im weiteren Verlauf der Sendung ging es nach Indien zu den Tigern. Als er endlich auf die Großkatzen traf und seine Fotos machte, war ich enttäuscht. Da war fotografisch nichts Besonderes dabei, etwas was mich berührt hätte. Sicherlich ist es ein ganz tolles Erlebnis einen Tiger in der freien Natur zu sehen, welcher Naturfotograf träumt nicht davon? Doch die Fotografien die anschließend als Ergebnis gezeigt wurden, hätte man auch in einem Zoo machen können. Und ich frage mich, ob der Aufwand gerechtfertigt gewesen ist, mal davon abgesehen, dass man die Tiere in ihrem Lebensraum stört und die Flüge dorthin ebenso zur Umweltverschmutzung beitragen. Ich fühle mich gerade an diesem Beispiel zwiegespalten, wenn man als Naturfotograf und seinen Bildern etwas zum Umweltschutz tun will und gleichzeitig dazu beiträgt, dass die Natur zerstört wird.

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Island ist so ein trauriges Beispiel: Eine grandiose Landschaft die in vielen Gegenden durch den Tourismus und vor allem von Fotografen zerstört worden ist. Kerstin Langenberger (sie ist Gastautorin in meinem Buch „Naturfotografie mal ganz anders“) schreibt sehr eindrücklich über ihre Beobachtungen.

Als ich Kerstin damals anschrieb, ob sie nicht einen Gastartikel für mein Buch schreiben möchte, war ich von ihren Landschaftsfotografien aus dem hohen Norden begeistert. Tolle Fotos, die damals kaum einer kannte. Das fand ich immer sehr schade, sie hätten viel mehr Aufmerksamkeit erregen müssen. Die Medienpräsenz kam dann völlig überraschend, zu einem Foto das mir zeigt, wie kaputt unsere Welt ist: Ein fast verhungerter Eisbär. Al Gore wurde auf diese Bild aufmerksam und verwendete dieses Bild in einer Kampagne. Über Nacht wurde Kerstin berühmt: Aber nicht für ihre ursprünglich wahnsinnig guten Landschaftsbilder.

Um auf Netflix und die Fotografen-Serie zurück zu kommen: Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Wenn ich sehe, mit welchem Manpower und Aufwand die Kollegen arbeiten, das hätte ich nicht erwartet. Aus der Modeindustrie weiß ich seit längerem, dass am Set Belichter, Stylisten, Assistenten, Praktikanten etc rumspringen und dem berühmten Fotografen nur noch die voreingestellte Kamera im perfekt eingestellten Licht in die Hand gedrückt wird. Darüber mache ich mich schon des längerem lustig, weil hier das Ureigenste des Fotografen aus der Hand genommen wird. Das würde ich für mich niemals wollen, ich möchte das schon selber alles einstellen und würde mich ungerne auf andere verlassen wollen.

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Aber das mittlerweile auch Naturfotografen mit einer großen Mannschaft durch die Gegend reisen, war mir nicht bewusst. Während ich maximal mit meinem Partner fotografieren gehe, wobei er mich vor Ort meistens alleine lässt, damit ich in Ruhe arbeiten kann und er mich nur begleitet, wenn ich seine Hilfe brauche. So kann ich mich viel besser fokussieren, alles andere würde mich nur ablenken.

Die Netflix-Serie hat einen schalen Beigeschmack bei mir hinterlassen. Einerseits war ich von den Bildern begeistert, andererseits haben mich Aufwand und teilweise die Einstellung der Fotografen zwiegespalten zurückgelassen. Ich hätte mir auch mehr Transparenz zur Partnerschaft mit Canon gewünscht. Im Vorspann hätte diese erwähnt werden müssen. Denn teilweise wurden die Kameras über Gebühr gelobt, was ich als unangenehm empfand.

Kommen wir auf die Anfangsfrage zurück

Ja, die Tierfotos die wir sehen, werden mit einem immensen Aufwand produziert. Ob angefüttert, mit großer Manpower, mit einer aufwändigen Ausrüstung bis hin das die Insekten mit Kältespray angesprüht werden – hier wird alles gemacht, um an die Fotos zu kommen.

Wenn Du dich das nächste Mal fragst, wie andere es machen, dann schau mal in einige Internetseiten von den Naturfotografen die im Verband deutscher Tierfotografen sind oder schau dir gleich die Netflix-Serie an. Und dann musst Du dich entscheiden, wie weit Du gehen möchtest….

Frisch erschienen: C’t Digitale Fotografie – Kreative Foodfotografie-Experimente

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Wieder geht ein Jahr meiner freiberuflichen Tätigkeit zu Ende und damit auch das verflixte 7. Jahr :-) Es geht mit einem für mich ganz persönlichen Highlight zu Ende, mit dem ich im Herbst, noch nicht gerechnet hätte:

Nämlich mit einem super tollen Artikel über meine Foodfotografie mit Trockeneis und Wassersplashes!

Kurz vor meinem Experimentellen Foodfotografie-Workshop im Oktober fragte mich die C’t-Redaktion, ob ich nicht einen Artikel über meinen Workshop schreiben möchte. Ich sagte unter Vorbehalt zu, weil ich mir unsicher war, wie die Ergebnisse werden würden. Im Vorfeld des Workshops lief so einiges schief, vor allem bekam ich nicht die Lebensmittel, die ich haben wollte. Mir war nicht bewusst, dass man manche Dinge, wie meine heiß geliebten Pilze, mindestens 2-3 Wochen im Voraus im Einzelhandel bestellen muss bzw. bestellte Lebensmittel einfach nicht geliefert werden.

Fast wäre ich auch an meinem Trockeneis gescheitert, weil ich dieses nicht an einem Samstag vor Ort kaufen konnte. So musste ich es online bestellen, wobei ich die Nacht vor dem Workshop dermaßen schlecht schlief, aus Sorge es würde niemals ankommen. Schließlich wurde mir das ja vom regionalen Trockeneislieferanten prophezeit.

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Glücklicherweise gehen Vorhersagen nicht immer in Erfüllung und ich bekam am Samstag eine frische Lieferung Trockeneis noch vor Beginn des Workshops direkt vor die Tür geliefert. Halljulia! Aber ich habe daraus gelernt, so einen aufwändigen Workshop mindestens 2-3 Wochen im Voraus zu organisieren.

Der Workshop selber lief bombastisch. Wir waren eine kleine kreative Gruppe und wir hatten bei unseren Experimenten richtig viel Spaß. Dabei durfte ich mich mal wieder in Canon-Kameras „verlieben“, die nicht das machen wie meine Nikon. Und wenn schon das Display völlig anders aussieht.

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Der Workshop fand an einem warmen Altweibersommer-Wochenende statt. Wir konnten draußen auf der Terrasse gemeinsam Mittagessen und es war ein komisches Gefühl, an so einem warmen Wochenende Weihnachtsmotive und Schnee zu fotografieren.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Petra und Thomas bedanken, ohne ihre tatkräftige Hilfe und Unterstützung wären bei diesem Workshop nicht so tolle Motive entstanden.

Wenige Tage später konnte ich meinen Artikel schreiben. Über die Materialiste, den Setaufbau und den technischen Besonderheiten ist ein großer 18-seitiger Artikel entstanden, der den Workshop in seinen Einzelheiten wiedergibt.

So gehe ich erstmalig auf meine neuen LED-Studiolampen ein, die an diesem Wochenende ihre Feuertaufe erhielten. Ich war und bin begeistert von den neuen Studiolampen. Kein Vergleich zu vorher, wenn es im Raum heiß und stickig wurde und es nach Verbrannten roch. Das gehört nun der Vergangenheit an und ich kann die LEDs jederzeit anfassen, drehen und transportieren, ohne Angst zu haben, mich zu verbrennen.

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Das ist für mich an sich schon eine großartige Sache, so meine Erfahrungen für andere schreiben zu dürfen.

Doch mein Redakteur Peter Nonhoff-Arps hatte eine besondere Weihnachtsüberraschung für mich: Zum ersten Mal landet eines meines Bilder auf dem Cover und im Editorial.

Ich war und bin ganz gerührt über so viel Ehre und ich freue mich so sehr darüber.

Wenn Du dich für den Artikel über experimentelle Foodfotografie interessierst, du kannst ihn online kaufen oder Du holst dir das Magazin an deinem Kiosk des Vertrauens (ab dem 22.12.). Hier findest du das Inhaltsverzeichnis


Alle meine bisher veröffentlichen Artikel in der c’t digitale Fotografie findest du hier

Meine Artikel in C’t digitale Fotografie


Hier habe ich noch ein paar Bilder für dich, die im und während des Foodfotografie-Workshop entstanden sind.

 

 

Du möchtest auch an meinem experimentellen Food-Fotografie-Workshop teilnehmen? Aktuell habe ich keine festen Termine für 2018 geplant, mache das aber gerne, wenn du dich meldest. Bedenke, das ich für den Workshop eine Vorlaufzeit von 4 Wochen brauche…

 

 

Bastei im goldenen Herbst: Ein unvergesslicher wind-böiger Naturfotografie-Workshop

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Ein aufregendes Wochenende liegt hinter mir. Ich bin nicht der Typ, der Wettervorhersagen viel Glauben schenkt, oft ist es ganz anders als vorhergesagt. Als ich letzten Freitag mich in die Sächsische Schweiz zu meinem Naturfotografie-Workshop aufmachte, war ich noch voller Hoffnung, ein wunderbares Herbstwochenende vor mir zu haben. Unterwegs schien die Sonne und das letzte Herbstlaub leuchtete in seiner vollen Pracht. Kaum an der Bastei angekommen, zog es sich zu und es fing an zu regnen. Einen echten Naturfotografen stört das nicht. Was gibt es schöneres als melancholische verregnete Herbstbilder? Unter diesem Motto fotografierten wir Samstag gemeinsam den nicht vorhandenen Sonnenaufgang auf der Bastei. Die blaue Stunde ging in die Graue über und verblieb auch dort den restlichen Tag. Trotz aller Trübnis leuchtete das Elbsandsteingebirge in seinen schönsten Farben. Mein Fotografenherz jubilierte, ich hatte das perfekte Herbstwochenende für meinen Workshop ausgesucht. Schöner konnte es nicht werden. Die warmen Rot, Gelb und Orange-Töne, die zwischen den dunklen Sandsteinfelsen hervorblitzen.

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Auf diesem Workshop ging ein langgehegter Traum von mir in Erfüllung: Statt ganz früh in Grimma aufzustehen und lange anzureisen, fielen wir früh morgens direkt vom Hotelbett auf die Aussichtsplattform der Bastei und konnten die blaue Stunde genießen. Nach dem Fotokurs ging es zu einem frisch angerichteten Frühstück. Die Mitarbeiter des Berghotels öffneten direkt für unsere Fotogruppe das Kaminzimmer, welches einen wunderbaren Blick auf die Felsen bietet. Kann ein Tag schöner beginnen? Normalerweise bin ich der spartanische Ferienwohnungstyp, einmal in einem guten Hotel verwöhnt zu werden, hat mir in der stressigen Zeit gut getan.

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Gegen Mittag fuhren wir in die weniger bekannte Böhmische Schweiz, die direkt an die Sächsische Schweiz anschließt und nur durch eine Landesgrenze geteilt wird. Wir besuchten die Tyssaer Wände, ein Naturschutzgebiet in seiner noch ursprünglichen erhaltenen Form. Während auf der deutschen Seite alles umzäunt und mit Millionen Schildern abgesichert und geschützt ist, findet man dort noch ein Stück unverfälschte Natur. Ein Traum für jeden Naturfotografen. Der nur knapp 4 km lange Rundwanderweg an den Tyssaer Wänden ist relativ leicht zu bewältigen und belohnt am Ende mit weiten Aussichten in die Ebene.

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Wie begeisterte Fotografen so sind, brauchten wir knapp 6 Stunden für den kurzen Weg. Dafür haben wir viel geübt und ausprobiert. Es war eine Freude. Jeder kam auf seine Kosten: Blenden- und Belichtungsübungen, Komposition – ob mit Macro, Tele oder Festbrennweite. Das Gebiet eignet sich dafür, alle technischen Spielarten der Naturfotografie auszuprobieren. Es war aber auch viel Zeit für Philosophische Gespräche über Zen, Wabi-Sabi und Haiku und das Suchen nach passenden Motiven, die diese Philosophien unterstreichen bzw. ausdrücken.

An dieser Stelle habe ich mich sehr über meine Teilnehmer/Innen gefreut, die über meine E-Books und Artikel zu dem Thema vertraut waren und wir darüber interessante Gespräche führen konnten. Leider ging die Zeit viel zu schnell rum, die Dunkelheit holte uns ein, sodass wir uns auf dem Heimweg auf die Bastei machten.

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Nach einem wunderbaren Abendessen im Panorama Restaurant auf der Bastei übten wir uns in der Bildbesprechung. In der Bar fanden wir mit den Laptops ein tolles Plätzchen mit Steckdose, Wein und Knabberzeugs. Bilder wurden besprochen und ein wenig bearbeitet. Ich zeigte in Lightroom, was man aus den Motiven herausholen kann und worauf man bei zukünftigen Fotos achten sollte.

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Der nächste Morgen sollte aufgrund der Zeitumstellung eine Stunde eher beginnen. Um 5 Uhr in der früh jagten schon die ersten Sturmböen über die Bastei, sodass der „Blaue Stunde Fotoausflug“ ausfallen musste. Bis dahin war ich noch guter Dinge, dass der Wind sich legen würde. Doch leider wurde Sturm Herbert noch aggressiver, sodass er nach dem Frühstück viele Bäume auf der Zufahrtsstrasse zur Bastei umstürzen ließ. Während die Feuerwehr die ersten Bäume beseitigte, waren zwei Stunden später wieder neue gefallen, sodass niemand in den Nationalpark raus und reinfahren konnte. In der Zwischenzeit wurden Touristen von der Aussichtsplattform evakuiert. An einen fröhlichen Fotoausflug war nun gar nicht mehr zu denken und ich befand mich innerlich in dem Zwiespalt, einen tollen Fotokurs zu geben und gleichzeitig die Sicherheit meiner Schüler zu gewährleisten.

An dieser Stelle muss ich den Mitarbeitern des Hotels meinen großen Dank aussprechen, die uns die ganze Zeit mit Informationen begleiteten und selbst der Geschäftsführer führte mit uns persönliche Gespräche zur Lage und empfahl uns, so schnell wie möglich, den Nationalpark und die umliegenden Wälder zu verlassen.

Ich entschloss mich für die Sicherheit und wir konnten später alle den Nationalpark sicher verlassen. Dabei war die Fahrt keineswegs lustig, da sich die Bäume bis teilweise auf die Strasse neigten.

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So wird mir mein Workshop zweifelsohne für lange Zeit in Erinnerung bleiben. Ich bin glücklich, dass alle meine Teilnehmer sicher nach Hause gekommen sind. Dank Herbert wurde er zu einem spannungsreichen Erlebnis.

Da ich mich von schlechtem Wetter nicht beeinflussen lassen möchte, habe ich im Hotel für 2018 wieder Zimmer für einen Workshop reserviert. Wenn Du, zu einem unvergesslichen Naturfotografie-Workshop im nächsten Oktober mit mir aufbrechen möchte, bist Du herzlich Willkommen.

Wenn du Fragen hast, ruf mich an. Ich freue mich auf dich!
Herzlichst deine Jana

PS: Im Workshop „Vom Foto zum Gemälde“ ist im November noch ein Platz frei. Vielleicht magst Du dabei sein?

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Kannst du dir vorstellen, dass es einige Farben gar nicht gibt?

Onlinekurs: Im Einklang mit der Natur - Naturfotografie mal ganz anders

Hast du dir diese Frage schon einmal gestellt? Und wie wird sie beantwortet? In meinem neuen Onlinekurs „Im Einklang mit der Natur“ erhältst du auf diese Frage und viele andere eine Antwort darauf….

 

Endlich Herbst. Hast Du ebenso wie ich, auf diese Jahreszeit gewartet? Die Laubfärbung hat endlich begonnen. Morgens der Nebel im Muldental. Es riecht modrig nach Laub und Pilzen. Eine wunderbare Jahreszeit. Ein bisschen melancholisch, ein bisschen wehmütig über den vergangenen Sommer. Aus der Sicht eines Fotografen ist der Herbst wahrscheinlich die schönste Jahreszeit. Die Farben, die sich vor dem langen kalten Winter noch mal aufbäumen und in der warmen Herbstsonne ein letztes Mal leuchten. Dabei leuchtet die Natur in vielen Rot, Gelb und Orange-Tönen.

Ich möchte Dich in dieser wunderbaren Herbststimmung zu meinem Onlinekurs „Im Einklang mit der Natur“ ganz herzlich einladen.

Für wen habe ich diesen Kurs gemacht?

Zum einen für begeisterte Naturliebhaber, die wieder neue Kreativität für sich entdecken möchten. Zum anderen für Hobbyfotografen, die weit mehr als nur Übungen zur Kameratechnik absolvieren möchten. Denn in diesem Kurs wird der Umgang mit der Fototechnik vorausgesetzt und nicht erklärt…

Onlinekurs: Im Einklang mit der Natur - Naturfotografie mal ganz anders

Vielleicht bist Du, noch etwas unsicher, weil Du dir nicht vorstellen kannst, was wir inhaltlich machen werden. Wie Du sicherlich schon aus meinem „Naturfotografie mal ganz anders“ Buch weißt, fängt Naturfotografie vor deiner Haustür an. Du brauchst keine hochwertige Fotoausrüstung. Wichtig ist, dass Du gerne fotografierst und dass Du die Natur liebst.

In der heutigen Zeit ist es gar nicht so einfach, in unserer urbanen Welt ein Stück Natur zu finden. Einen Ort, den wir ohne viel fahren zu müssen, einfach und unkompliziert erreichen können. Einen Platz, an dem wir ungestört die Natur beobachten können.

Ich möchte dir zeigen, wie Du diesen Ort in der Natur für dich findest und was das mit Märchen und Legenden, mit Mythen und Zauberwesen zu tun hat. Wann hast Du das letzte Mal eine Karte (nicht Google Map :-) in der Hand gehalten und geschaut, was Dir alte Flurnamen über die Geschichte deiner Region erzählen?

Onlinekurs: Im Einklang mit der Natur - Naturfotografie mal ganz anders

Und wie hast Du Sehen gelernt? Hast Du dich schon mal mit einem Tunnel- oder Weitwinkelblick beschäftigt? Wann gehst Du lieber fotografieren, als Lerche oder Nachteule? Im Übrigen, was hat die Sprache der Vögel mit Fotografie zu tun? Wie kannst Du deine Wahrnehmung in der Natur verändern und warum ist nicht alles so, wie wir es wahrnehmen? Kannst Du dir vorstellen, dass es bestimmte Farben wie die Farbe Blau gar nicht gibt?

Wenn ich Dich jetzt neugierig gemacht habe und Du gerne einen Onlinekurs besuchen möchtest, der sich nicht auf einfache technische Übungen reduziert und „mehr“ von dir möchte, dann bist Du bei mir richtig.

Komm mit mir nächste Woche Montag auf eine kreative 4-wöchige Fotoreise, die direkt vor Deiner Haustür beginnt.

Mit Texten und Übungen biete ich einen inspirierenden Online-Kurs, eine Einladung, die eigene Fotografie durch bewusstes Sehen und Achtsamkeit zu bereichern.

Wenn Du Fragen hast, ruf mich an. Ich freue mich auf Dich!
Herzlichst Deine Jana

Hier kannst Du deinen Onlinekurs buchen:

http://janamaenz.photography/produkt/onlinekurs-naturfotografie-mal-ganz-anders/

 

Vom Wandern über dem Nebelmeer und vom Glück des Alleinseins

Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz

Vor einigen Jahren, als ich mich noch nicht so intensiv mit der Fotografie beschäftigte, war mir nicht bewusst, wie kurz oft der Moment ist, um ein besonderes Foto aufzunehmen. In meiner Vorstellung war das sogar recht einfach, vor allem wenn die Wettervorhersage stimmte und die Sonne schien. Wie trügerisch dieser Gedanke war, merkte ich erst, als ich mich ganz intensiv mit der Landschaftsfotografie auseinander setzte.

Spätestens als ich das fünfte Mal in Folge morgens um 3 Uhr losfuhr, um pünktlich zur blauen Stunde auf der Bastei zu stehen und um einmal den Sonnenaufgang fotografisch festzuhalten, der mir vorschwebte. Doch so einfach ist das nicht, vor allem wenn man nicht mal eben um die Ecke wohnt und man spontan losfahren kann.
So braucht es eine große Portion Glück mit seiner Kamera zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Manchmal gelingt es nie und manchmal erlebt man dieses Glück ganz unverhofft.

Letztes Wochenende wurde ich vom Tourismusverband Sächsische Schweiz zu einem Fotografentreffen nach Bad Schandau eingeladen. Da die Sächsische Schweiz nicht mal eben um die Ecke liegt, bin ich das ganze Wochenende dort geblieben. Ich wollte mit meiner Familie ein bisschen wandern und ausspannen.

Da der August nicht unbedingt zu meinen fotografischen Lieblingsmonaten gehört (das Grün der Bäume und Wälder ist jetzt viel zu dunkel und schmutzig), hatte ich auch keine besonderen fotografischen Ambitionen. Ich mietete mich spontan mithilfe des Buchungsservices der Sächsischen Schweiz zwischen Bad Schandau und Rathen ein (eine große Auswahl gab es nicht, da fast alles belegt war) und da ich im Dunkeln nach meinem Termin anreiste, war ich mir der umliegenden Landschaft nicht wirklich bewusst.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Leider schlafe ich seit vielen Jahren an fremden Orten nicht besonders gut, sodass mich kurz nach Sonnenaufgang nichts mehr in den Federn hielt. Meine Hündin sah das genauso, sodass ich meine DSLR Nikon D750 mit dem leichten 50mm Objektiv schnappte und loszog. Die Unterkunft lag mitten in der Natur und als ich vor die Tür trat, sah ich wie der Nebel überall im Tag aufstieg und in der Morgensonne verdunstete.

Tage zuvor hatte es stark geregt und es war der erste Morgen, an dem die Sonne wieder schien. Wenige hundert Meter weiter sah ich den Felsen Gamrig zwischen den Nebelschwaden in der Landschaft leuchten. Er zog mich magisch an und ich spürte den Wunsch genau jetzt dort oben stehen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, welcher Felsen dort vor mir lag und welche kunstgeschichtliche Bedeutung er hat.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Spontan zog ich los und tatsächlich führte ein schmaler Wanderweg hoch auf das 253 Meter hohe Plateau. Der Waldboden war nach dem langen Regen matschig und rutschig. Im Wald war es noch dunkel und die Bäume schüttelten die letzten Regentropfen von ihren Blättern.

Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz

Um mich Drumherum war es absolut still. Kein Mensch war zu sehen, aber auch kein Vogelgesang war zu hören. Nur das schmatzen meiner Schuhe im Matsch und das hecheln meines Hundes. Gemeinsam bestiegen wir den Gamrig.

Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz

Zwischendurch nahm ich meine Hündin auf den Arm, weil die Treppen schmal und steil wie Himmelsleitern nach oben führten. Kaum traten wir aus dem Wald heraus, umfingen uns wieder die warmen morgendlichen Sonnenstrahlen.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Überall glitzerten im Sonnenlicht die letzten Regentropfen, während im Tal der Nebel aufstieg. Eine Szenerie, die, wenn man sie nicht selber erlebt hat, kaum vorstellbar ist. So stand ich ganz alleine auf dem Gipfel des Gamrig und war überwältigt. Überwältigt, weil ich dieses Naturschauspiel ganz alleine und nur für mich bestaunen durfte. Weil ich nicht reden musste, kein Geräusch mich ablenkte und ich ganz still für mich alleine in der Landschaft versinken durfte.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Welch ein Privileg, denn die ausgetretenen Pfade hoch zum Gamrig zeugen davon, dass dieses Felsmassiv oft bestiegen wird und bei diesem Wetter hätte ich eine Vielzahl von Fotografen erwartet. Ich setzte mich auf einen Felsenvorsprung und genoss die warmen Sonnenstrahlen in meinem Gesicht.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
In diesem Moment wusste ich noch nicht, dass mein Lieblingsmaler Caspar David Friedrich, den Gamrig als ein Motiv in seinem bekannten Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ verwendete, doch ich spürte, dass dieser Berg etwas Einzigartiges ist.

Das ich dieses Nebelmeer nun mit eigenen Augen sehen konnte, hat mich mit großer Freude erfüllt.
Ich kann die Faszination Friedrichs verstehen, diese Naturgewalt so gemalt zu haben. Zumal diese Nebel in dieser Art nicht täglich sind. Wäre ich nur 10 Minuten später gekommen, hätte ich nichts davon wahrnehmen können.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Denn das Glück der aufsteigenden Nebel in der Morgensonne hielt nur einen gefühlten Wimpernschlag an. Nach wenigen Minuten zogen schnell und ganz unbemerkt dunkle Wolken auf, die mich den ganzen Tag weiter begleiteten. Schlagartig verzogen sich die Verdunstungsnebel und alles wirkte wieder trüb und grau. Die blühende Heide hörte auf zu glitzern und es wurde Zeit für den Abstieg.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Mein Erlebnis ist ein paar Tage her, doch ich spüre nach wie vor den Zauber in mir. Ein Erlebnis was mich in seiner Einfachheit überwältigt hat. Ich freue mich darüber, dass ich meine Furcht überwunden habe, dort alleine hochzuklettern. Aber gerade weil ich dort alleine war, keine weiteren Menschen den Zauber des Augenblickes störten, bin ich dankbar für diesen wunderbaren Moment. Er ist so selten geworden und er hat mich über den Tag gerettet, als ich mit vielen anderen Menschen zum Prebisch-Tor gewandert bin. Doch das ist eine andere Geschichte.


Mit meinem Handy habe ich vor Ort ein Mini-Video gedreht. So schön wie die Nebelschwaden in der Morgensonne aufsteigen…

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