Kategorie: Fotografie

Digitales Fotozeitalter: Welche Fotos sollten für die Nachwelt erhalten bleiben?

Fotos aufräumen, löschen, sortieren-DIE BESTEN-BILDVERWALTUNGSPROGRAMME

Weiß du, wie viele Bilder du auf deinem Rechner hast? Oder wo deine Fotodateien liegen? Auf der internen Festplatte, auf dem Kameraspeicherchip, in der Cloud, auf einer mobilen Festplatte, auf dem USB-Stick oder brennst du sogar noch CDs mit Bilddaten?

Bei den meisten von uns herrscht ein heilloses Durcheinander, wenn es darum geht, digitale Bilder zu speichern und zu sichern. Ich nehme mich davon nicht aus, besser gesagt, ich versuche täglich gegen den inneren Schweinehund zu kämpfen, die Bilder mal eben schnell irgendwo auf die Festplatte zu speichern.

Für meine RAW-Daten und für die Bilder vom Smartphone habe ich mir einen festgelegten Workflow und einen festen Speicherplatz erarbeitet. Und ich übe mich in Disziplin, mich immer daran zu halten. Bisher klappt das auch ganz gut und dank meiner Bilddatenbank-Verwaltungssoftware, bekomme ich das auch ganz gut hin. Letztens fragte mich jemand, ob ich denn genau wüsste, wie viele Bilder ich gespeichert habe und ich konnte recht genau sagen, dass es 97.400 Bilddateien sind. Doch das sind nur meine digitalen Bilder, die ich seit 2003 nach Aufnahmejahr ablege. Leider liegen in meinem Atelier noch ganz viele Fotos-CDs aus den 90er Jahren rum und es gibt einen großen Karton mit Negativen. Selbstverständlich alles unsortiert, Hauptsache gut in den Schränken und vor meinen Blicken versteckt. So nach dem Motto: Aus dem Auge aus dem Sinn.

Was ist an dem Thema eigentlich so schwer?
Warum schafft man es nicht so einfach aufzuräumen, wie einen Bücher- oder Schuhschrank. In den letzen Monaten, kurz vor unserem Umzug habe ich Tage investiert, um in meinem Haushalt aufzuräumen, wegzuschmeißen und auszusortieren. Es hat mir richtig Freude bereitet und als ich dreimal hintereinander zum Sperrmüll fuhr, fühlte ich mich wie befreit. Aber warum kann ich meine vielen Bilder nicht einfach zum Sperrmüll fahren?

Fotos aufräumen, löschen, sortieren-DIE BESTEN-BILDVERWALTUNGSPROGRAMME

Warum eine Bildverwaltungssoftware nützlich ist

Doch bei meinen Fotodateien sieht das anders aus. Manchmal sitze ich gedankenschwer vor meiner Bilderbibliothek und denke, mehr als die Hälfte von den 97.400 Bilddateien könnten weg. Dabei bin ich die letzen drei Jahre sehr fleißig gewesen. Nach jedem Fotoshooting habe ich kräftig gelöscht. Erst letztens habe ich aus einem Tausend-Bilder Familienfotoshooting die Einhundert Besten herausgesucht und alles andere von der Festplatte entfernt. Doch alles was älter ist, fällt mir unglaublich schwer. Dabei verwende ich schon seit vielen Jahren Lightroom als Bildverwaltungssoftware. Löschen, sortieren usw. geht so einfach darin, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, ohne eine Verwaltungssoftware zu arbeiten.

Mittlerweile gibt es viele Programme auf dem Markt und mir ist klar, dass die Nachfrage nach einer guten Bibliothekssoftware mit steigenden Bilddateien immens sein muss. Manchmal werde ich gefragt, welche die Beste davon ist, welche ich empfehlen würde. Nun, da ich nur mit Lightroom arbeite, kann ich das nicht beurteilen. Ich habe mich gut in Lightroom eingearbeitet und kann mir persönlich keine andere Software vorstellen. Glücklicherweise gibt es unabhängige Plattformen, die verschiedene Bildverwaltungsprogramme getestet haben. Wie man sieht, liegen die Bewertungsnoten alle sehr dicht bei einander, sodass man die Qual der Wahl nicht bei den Funktionen sondern beim Handling haben wird.

Fotos aufräumen, löschen, sortieren-DIE BESTEN-BILDVERWALTUNGSPROGRAMME

Unsere Psyche: Warum aufräumen mental schwierig ist

In meinen Lightroom-Schulungen steht überwiegend das Handling, das Erarbeiten des Workflows im Vordergrund. Die Funktionen an sich, sind schnell gelernt. Aber sich einen Workflow erarbeiten, wie man Bilder bewertet, aussortiert und löscht, das ist schwieriger. Löschen ist eine mental schwierige Aufgabe. Schnell ermüdet man dabei. Löschen schmerzt manchmal regelrecht, sodass man am liebsten alles in einem Ruck ohne hinzusehen entfernen möchte. Aber nicht nur das, man muss Entscheidungs- und Entschlussfreudig und ein gutes Bauchgefühl besitzen. Gerade wenn man ähnliche Bilder löschen muss. Oder Bilder, die einem viel bedeuten, aber fotografisch misslungen sind. Schnell verschiebt man das Löschen auf einen anderen Zeitpunkt und widmet sich anderen Dingen.

Wie du lesen kannst, ich schreibe aus eigenen Erfahrungen. Darum sind meine Bilder aus dem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts immer noch nicht gesichtet und gelöscht. Es sind vor allem die Babybilder meines Sohnes. Bilder, die ich täglich wie im Serienbildrausch von ihm gemacht habe. Wo wirklich kein Bild fotografisch gut ist, ich sie aber trotzdem sehr liebe.

Dabei mache ich mir auch Gedanken, was mal passiert, sollte wie im Frühjahr mein NAS durch eine rausgeflogene Sicherung kaputt gehen und ich keine zusätzliche Datensicherung mehr haben.

Im Moment habe ich keine weitere Sicherung, weil wir es durch den Umzug immer noch nicht geschafft haben, das NAS zu reparieren. Und ich erwische mich manchmal dabei, mir lieber nicht vorzustellen, alle meine Fotos und Texte wären verschwunden (meine Buchhaltung dann auch, doch das wäre weniger schmerzlich :-) )

Und ich denke darüber hinaus. Mache mir Gedanken über unser digitales Zeitalter, in dem wir unsere Gedächtnisse auf Festplatten, Server und digitale Clouds auslagern. Wenn Morgen auf der Welt der Strom komplett ausfällt, was bleibt von unseren Errungenschaften, unseren Erkenntnissen, unserem Wissen übrig – und was bleibt von meinen Daten, von meinem bisherigen Lebenswerk, übrig? Nicht viel, eine Handvoll ausgedruckter Fotos, die alle nicht auf dem aktuellen Stand sind.

Ich denke, wir sollten den Gedanken ums aufräumen und löschen von Fotos umfassender betrachten und uns die Frage stellen, welche Fotos sind es wert ausgedruckt werden. Welche Fotos möchte ich zur Erinnerung in den Händen halten, welche Fotos sollten wir für Nachkommende Generationen erhalten, wenn kein PC der Welt mehr funktioniert.

Wir müssen aber wohl mit dem Wissen leben, dass nichts für die Ewigkeit ist. Keine Festplatte, keine Cloud, aber auch kein Foto. Sie unterliegen alle der Vergänglichkeit und meine Hoffnung steigt, das sich das Aufräumen irgendwann von alleine löst…

Von Wildschweinplagen, Bienensterben und Helene Fischer

Ein langes Pfingstwochenende liegt hinter uns. Mir ist bewusst geworden, dass schon wieder das Jahr zur Hälfte rum ist. Dabei gehört der Mai und der Juni zu den schönsten Monaten im Jahr, wenn es lange hell ist und die Schwalben laut stark um die Häuser fliegen. Ich versuche die warmen Sommerabende auf unserer Terrasse zu genießen. Doch in letzter Zeit fällt mir das sehr schwer, ich habe schon länger nicht mehr das Gefühl, dass die politischen Ereignisse nichts mehr mit meinem Leben zu tun haben oder mich in irgendeiner Form betreffen könnten. Doch das tun sie, gewaltig sogar. Denn wenn man künstlerisch tätig ist, ist man in wirtschaftlich schweren Zeiten die letzte, deren Arbeit gebraucht wird bzw. für die am Ende noch etwas Geld übrig ist. Aber das geht mir nicht alleine so, viele andere Berufe sind ebenso betroffen. Berufe, die abhängig sind von wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Staaten und die – um ein Beispiel zu nennen – seit den Sanktionen gegenüber Russland keine Arbeit mehr haben. Berufe, die abhängig sind vom Erdöl und seit dem Fallen der Rohölpreise keine Jobs mehr bekommen. Es fällt mir schwer, die Bedingungen, Beziehungen und Verflechtungen zu verstehen und zu erkennen.

Spannend finde ich es, dass mir in diesen Momenten Bücher in die Hände fallen, dir mir in anderen Zeiten sicherlich nicht aufgefallen wären. So stand ich unlängst vor unserem kleinen Lotto-Toto Laden in Grimma, der eine erstaunlich große Vielfalt an Zeitschriften verkauft, was man in einem kleinen Ort nicht vermuten würde. So entdeckte ich zwischen all den neuen Garten- und Wohnzeitschriften eine neue Geo-Zeitschrift-Reihe, die den sehr markanten Namen eines gleichnamiges Buches von Henry Thoreau trägt: Walden.
Da ich das Buch gerne gelesen hatte, war ich sehr neugierig und kaufte ungesehen ein Exemplar. Ich weiß nicht, ob Thoreau (der sich Mitte des 19. Jahrhunderts in die Wälder Massachusetts zurückzog und sich auf das Wesentliche beschränken wollte) diese Zeitschrift gut heißen würde, strotzt sie doch nur von Werbung über Outdoor-Ausrüstungen und verkauft ein kariert tragendes, bebartetes Männerbild, das wahrscheinlich nur in urbanen Großstädten gedeihen kann. Es erinnert mich ein wenig an die Marlboro-Werbung der 90er Jahre, nur das heute die Zigarette durch ein Smartphone und das Pferd durch ein Kanu ersetzt wird, während man in den Sonnenuntergang reitet … äh paddelt.

Man muss den Redakteuren aber eins lassen, sie haben mich aus einem Artikel heraus dazu verleitet, ein Buch mit dem Titel „Deutschland ab vom Wege: Eine Reise durch das Hinterland“ zu kaufen. Die Buchbesprechung hatte es mir sehr angetan und ich wurde nicht enttäuscht. Ich war gefesselt von der Lektüre und musste es in einem Rutsch lesen. Der Autor Henning Sußebach, ein Redakteur der Zeit, hat in einer ganz wunderbaren Sprache seine Wanderung quer durch Deutschland – Vom Darß bis zur Zugspitze, in der er Straßen und Wege meiden musste – beschrieben. Ohne Pathos stellt er seine Erlebnisse dar und ich habe angefangen zu verstehen, warum es so viele „Afd Günthers“ in Deutschland gibt.
Er schreibt: Wir haben die Toleranz erfunden und definieren sie auch. Herausgekommen ist die unantastbare Herrschaft des Richtigen, die unsere Herrschaft ist. Die Klassen haben wir damit nicht abgeschafft, sondern uns nur an die Spitze der Klassengesellschaft gesetzt. Damit sind wir oben. Unten sind die anderen, die Übergewichtigen, die Helene-Fischer-Fans, die Menschen, die „als“ und „wie“ verwechseln und keine Vegetarier sind, sondern riesige Schnitzel zersäbeln.
Beim Lesen fühlte ich mich unangenehm berührt, denn schon immer verwechsle ich „als“ und „wie“ und eine Vegetarierin bin ich auch nicht. Ich habe noch nicht einmal eine Laktose- oder Gluten-Intoleranz, um hipp zu sein. Ich fühlte mich erinnert an ein Telefongespräch vor knapp einem Jahr, als ich dachte, ich müsste mit einer Berliner Art Direktorin zusammen arbeiten, damit meine Fotos moderner würden. Das Gespräch mit der Art Direktorin verlief so gar nicht nach meinen Vorstellungen, denn innerhalb von 3 Minuten wurde ich mit einem hippen Berliner Dialekt abgekanzelt und verstand nur, dass ich es als Fotografin aus der „Provinz Gallien“ nicht wert bin, sich dorthin zu bemühen, um mit mir zusammen zu arbeiten. Zudem ließen es die allzu wichtigen Termine in New York auch so gar nicht zu.
Ich kam also gar nicht mehr dazu zu sagen, dass ich doch gar kein Helene Fischer Fan bin .., da war das Gespräch auch schon beendet und ich fühlte mich schal und leer zurückgelassen.

Nach der Lektüre von Herrn Sußebach weiß ich, obwohl mir dies als Geographin eigentlich schon lange unbewusst bewusst ist, dass die gesellschaftliche Trennung Deutschlands nicht nur von Ost nach West verläuft, sondern durch Stadt und Land. In einem Interview sagte er so treffend:
„Ich habe gemerkt, dass politische Entscheidungen, die in der Stadt gefällt werden, sich insbesondere auf dem Land manifestieren. Nehmen wir die Energiewende. Für mich als Städter war die Energiewende damit erledigt, dass ich den Stromanbieter gewechselt habe. Auf dem Land werden zahllose Biogas-Anlagen gebaut – und mit Mais betrieben. Unterwegs bin ich in ein Dorf geraten, da hat der letzte Bauer die Viehhaltung eingestellt und die Mitarbeiter rausgeschmissen, weil Mais jetzt profitabler ist. Durch diese Monokultur erkennen auch viele Leute ihre Heimat nicht wieder. Und wegen des Maises gibt es eine riesige Wildschweinplage. All das heißt nicht, dass ich die Energiewende schlecht finde, aber sie hat auf dem Land Folgen, von denen ich wenig wusste. Das hat mich demütig werden lassen.“ Quelle

Die Wildschweinplage und der Mais ist nur das eine, Monokulturen aus Raps mit Pestizidnutzung und das Bienensterben ein weiteres von vielen Auswirkungen. Erst gestern bin ich durch das Muldental gefahren. Überall Raps soweit das Auge reicht und wann habe ich zuletzt Mohn- und Kornblumenfelder gesehen? In diesem Jahr waren es gerade mal zwei oder drei verkümmerte Mohnblumen am Feldesrand. Und kein Insekt weit und breit, von Bienen ganz zu schweigen.
Dabei beschäftigen mich die Bienen schon länger. Nicht nur fotografisch. Umso mehr hatte ich mich gefreut, dass im letzten Winter auf meiner Rügenreise auch ein Imkermeister dabei gewesen ist (An dieser Stelle einen lieben Gruß an Norbert, ich weiß, dass Du mitliest) und einen ganz wundervollen spontanen Diavortrag über seine Arbeit als Imker gehalten hat. Vor ein paar Tagen sah ich ihn wieder in einer Fernseh-Reportage und da wir uns seit unserer Fotoreise nicht mehr gesprochen hatte, nahm ich es zum Anlass, ihm eine „Wie geht es Dir und Deinen Bienen-Nachricht“ zu schreiben.
Er schrieb zurück, dass es seinen Bienen gut geht und sie gut über den Winter gekommen sind. Aber auch: „Gerade habe ich 5 meiner Völker nach Angermünde gefahren. Hier in Brandenburg haben die Imker im Durchschnitt 40% ihrer Bienen in letzten Winter verloren. Das ist echt bitter.“

Das ist wirklich bitter und das Bienensterben nimmt kein Ende. Im Gegenteil. Seit den 1980er Jahren gibt es Gebiete in China, in denen die Honigbiene komplett ausgestorben ist und Millionen von Wanderarbeiter Obstbaumblüten per Hand bestäuben. Schon länger beschäftigt mich das Thema Honigbiene, aktuell seit dem ich das Buch „Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde gelesen habe. Ein Roman, der drei miteinander verbundene Geschichten erzählt, die in der Vergangenheit des 19. Jahrhunderts in England, in der Gegenwart in den USA und in der Zukunft des Jahres 2096 in China, spielen. Besonders der Erzählstrang, der in China spielt, hat mich, vor allem als Mutter, sehr berührt hat. Dort wird eine Zeit beschrieben, in der es keine bestäubenden Insekten und dementsprechend es auch kein Obst und Gemüse mehr gibt und die Menschen verhungern. Hinter der Kulisse verlassener Städte herrscht dort eine Landwirtschaft vor, die von größtenteils zwangsumgesiedelten Menschen, wie in Straflagern organisiert, bewirtschaftet wird. Selbst 8-jährige Kinder müssen täglich 12 Stunden am Tag, in den Bäumen Blüten bestäuben. An manchen Stellen im Buch wurde ich an George Orwell “1984” erinnert, dessen Überwachungsstaat-Utopie seit Pegida, IS und Wikileads an Aktualität nicht verloren hat.

Aber am meisten bedrückt mich, dass das dort beschriebene massenhafte Bienensterben (CCD Colony Collapse Disorder) schon lange keine Utopie mehr ist, sondern heute bereits allgegenwärtig stattfindet.
Das es ohne die Honigbiene keinen Honig mehr gibt, ist das eine. Aber die Auswirkungen auf die Natur, auf unsere Ernährung sind unvorstellbar. Während ich das schreibe, fühle ich mich wirklich hilflos. In einer Zeit, in der ein einzelner Mann aus Amerika ganze Abkommen kündigen kann, nur weil er es kann und damit Macht demonstriert. In einer Zeit, in der viele Menschen in meiner Umgebung denken, dass sie nichts mit den Problemen zu tun haben und sie sogar verleugnen. Die, die auf die Grünen mit ihrer blöden Umweltpolitik, auf die Schwarzen mit ihrer Flüchtlingspolitik und auf die Roten mit ihrer Einkommensverteilungspolitik schimpfen. Immer wieder bekomme ich zu hören „ich kann doch nichts ändern, es sind die da oben, die anderen. … Und wer bin dann ich … die, die „als“ und „wie“ verwechselt?

Vielleicht hast Du, Zeit und Lust nächste Woche in meinem experimentellen Food-Workshop dabei zu sein?
Wenn du Fragen hast, ruf mich an. Ich freue mich auf dich!
Herzlichst deine Jana

Nächste Termine

>> Der nächste Fotospaziergang findet am 17.06.2017 um 18:00 Uhr statt. Treffpunkt: Schiffsmühle Grimma
>> Das nächste Foto-Cafe findet in meinem Atelier am 20.6.2017 um 19:00 Uhr statt.

Spaziergang im Wald

Im Einklang mit der Natur: Mit kreativen Motiven zu mehr Ruhe un

Heute Morgen war ich schon früh im Wald mit meiner Hündin unterwegs. Es sollte wieder ein heißer Tag werden und da sind die Morgen- und Abendstunden mir die liebsten, unterwegs zu sein. Überall glitzerte es im frühen Morgenlicht und die Sonnenstrahlen brachen durch das dichte Laub. Ein bisschen Herbstgeruch liegt schon in der Luft. Die Birken sind an einigen Stellen schon richtig gelb und im Wald wachsen die Pilze und verströmen ihren eigenen erdigen Pilzgeruch.

Im Einklang mit der Natur: Mit kreativen Motiven zu mehr Ruhe un

Eine wunderbare Zeit. Ich begegne so gut wie keinen Menschen und im gleichmäßigen Rhythmus des Gehens kommen und gehen viele Gedanken und Ideen. Manchmal bin ich so sehr versunken, dass ich gar nicht bemerke, wie weit ich schon gelaufen bin. In den letzten Tagen hatte ich wieder sehr viel Sehnsucht nach der ruhigen Zeit aus meiner Kindheit. Wenn am Wochenende meine Oma beim klassischen Sonntagskonzert im Radio Nudelteig ausrollte und diesen anschließend in den Garten auf einem alten Holzbrett zum trocknen stellte. Es war so friedlich, so ruhig. Wir lebten in den Tag hinein und im Sommer lag ich stundenlang leicht schaukelnd in der Hollywoodschaukel und habe den Bewegungen von Licht und Schatten, die bei der leichten Bewegung entstanden, zugeschaut. Das flirren in der Luft, die Sonnenstrahlen die in mein Gesicht fielen.  Es gab kein Handy, kein Telefon und Radio oder Fernseher waren die meiste Zeit ausgeschaltet.  Einen Computer kannte ich noch nicht, trotzdem war mir nie langweilig.

Im Einklang mit der Natur: Mit kreativen Motiven zu mehr Ruhe un

Heute bin ich erschrocken über die Menschen, die Armbänder tragen, die ihnen vorschreiben, was sie essen und trinken, wie viel Blutdruck sie haben und wie viele Bewegung sie noch machen müssen. Ginge es nach den Krankenkassen, würden diese Daten übertragen werden und entsprechende Boni bei Wohlverhalten ausgeschüttet werden. Eine gruselige Vorstellung, die sicherlich schon bald Realität wird. Und es wird noch absurder, wenn im Radio gebracht wird, dass die Kirchen verbieten, dass auf Friedhöfen und Kirchen kein Pokemon gespielt werden darf, weil Kindergräber bei der Suche geschändet wurden. Letztens stand ich in der Schlange vor einer Reihe Einkaufswagen, weil die Frau in vorderster Reihe einige Whatsapp schreiben musste und nicht bemerkte, das mittlerweile viele Leute hinter ihr standen und auch einen Wagen nehmen wollten.

Im Einklang mit der Natur: Mit kreativen Motiven zu mehr Ruhe un

Während die einen mitten auf der Autobahn wenden, um einen Pokemon zu fangen, geschehen in Belgien, Frankreich und sicherlich auch in Deutschland Dinge, die mich ängstigen. Eltern, die ihre Kinder verlieren, weil diese sich entschließen, als Kämpfer nach Syrien zu gehen. Eltern, die von Staat und Gesellschaft keine Unterstützung erfahren, wenn sie ihre Kinder aufhalten möchten, stattdessen als Schuldige angesehen werden. Die Gesellschaft bricht immer mehr auseinander und Informationen erhält man nur, wenn man nachts um 2 Uhr auf Nischensendern durch Zufall eine Reportage zu dem Thema sieht. Als Mutter frage ich mich, wie kann ich mein Kind davor schützen, wie kann ich es verhindern, dass es in die Fänge solcher Menschen gerät, dass es ein Opfer von verschiedenen Machtinteressen wird.

Im Einklang mit der Natur: Mit kreativen Motiven zu mehr Ruhe un

Das sind die Momente in denen ich mich nach der Küche meiner Oma sehne. In der leise klassische Musik in der Ecke dudelte, auf dem Herd die Kartoffeln vor sich blubberten, während auf der Fensterbank in der Sonne ein einfacher Hefeteig wuchs und dabei sein unnachahmlichen Geruch verströmte. Ich saß dabei am Küchentisch und entsteinte mit dem alten Holzmesser Pflaumen. Die süßesten Hälften wanderten in meinen Mund. Das Licht brach sich in der Gardine und ich sah den Staubflusen beim tanzen in den Sonnenstrahlen zu.

Im Einklang mit der Natur: Mit kreativen Motiven zu mehr Ruhe un

Das flirrende Licht heute Morgen im Wald hat mich auf diese Gedanken gebracht. Es sieht nicht anders aus als bei meiner Oma in der Küche, nur das es nicht nach Hefeteig und Pflaumen roch, sondern ganz erdig und moosig nach Wald. Die Luft war noch kühl und die Sonne verfing sich in den vielen Spinnennetzen am Wegesrand. Heute morgen hatte ich seit langem mal wieder meine Kamera dabei. Seitdem ich eine Joggingleine habe, kann ich einen Hundespaziergang auch wieder mit Fotografie verbinden, ohne Angst zu haben, dass mein Jack-Russel seinem Jagdtrieb fröhnt und mir dabei die Kamera aus der Hand reißt oder das Bild verwackelt.

Im Einklang mit der Natur: Mit kreativen Motiven zu mehr Ruhe un

Am Wochenende soll es weiterhin so heiß bleiben. Vielleicht nutzt du die ganz frühen Stunden, um in die Natur zu gehen? Eine halbe Stunde vor der Arbeit kann kleine Wunder vollbringen. Also schnapp dir deine Kamera und wenn es nur die Handykamera ist und geh spazieren. Du wirst sehen, wie leicht sich der Arbeitsbeginn anfühlen wird….

Möchtest du auch auf einen kontemplativen Fotospaziergang in die Natur mitkommen? Im Oktober beginnt mein neuer Fotografie Onlinekurs: Im Einklang mit der Natur. Ich freue mich auf dich.

Junge Unternehmerinnen im Portrait

Business Portraits - Unternehmerinnen in ihrer Arbeitsumgebung

Vor einiger Zeit habe ich mein Fotografie-Buch zur Produktfotografie veröffentlicht. Im Rahmen des Buchprojektes habe ich junge Unternehmerinnen aufgesucht, die in Handarbeit Produkte herstellen und im überwiegenden Fall im Internet – zum Beispiel bei Etsy oder Dawanda – verkaufen. Für mich war es spannend, diese Künstler, Handwerker und Freiberufler in ihrem Atelier, Büro, Werkstatt oder Ladengeschäft zu besuchen.

Dabei sind die unterschiedlichsten Portraits entstanden. Viel Wert habe ich auf natürliches Licht gelegt. Was die Porträtierten herstellen und wie man die Produkte perfekt in Szene setzt, kannst du in meinem Buch “Produktfotografie: Bilder die verkaufen ” nachlesen.

Du möchtest ein aussagekräftiges Portrait von dir in der Arbeitsumgebung haben? Ich komme gerne bei dir vorbei. Ebenso fotografiere ich für dich deine Produkte oder mache Making-Offs-Fotos von deiner Arbeit.

Last but not least kannst du einen Fotokurs zur Produkt- und Schmuckfotografie bei mir buchen. Ich unterrichte dich, sodass du deine Produkte kreativ und individuell fotografieren kannst.

Eine Dankeschön geht an Melanie Werth, Myriam Kemper, Andrea Fischer, Melanie Redlich, Ann Schilling und Erika Antrilli.

Naturfotokurs mal ganz anders: Pinscher meets Jack-Russel

Hundefotografie-naturfotografiekurs (2)

In den letzten zwei Jahren habe ich in meinen Kursen ganz besondere Menschen kennen gelernt. Da ich mich auf Einzelkurse spezialisiert habe, ist jeder Kurs intim und je nach Teilnehmer auch ganz unterschiedlich und spannend für mich. Jeder kommt mit anderen Wünschen und Themen und ich habe die Chance, auf meine Schüler besonders einzugehen und mit Ihnen zu reden.

Ich habe früher, in meiner Zeit als Redakteurin und Projektmanagerin, ganz andere Kurse geleitet und auch selber besucht. Dabei war ich nie wirklich glücklich, da ich nicht das Gefühl hatte, auf die persönlichen Fragen eingehen zu können. Ich mag sehr gerne den Menschen in seiner Persönlichkeit kennen lernen, mit seinen Meinungen, Vorstellungen und Eigenheiten. Und ich finde es so schön, wenn sich meine Schüler nach einer kurzen Aufwärmphase öffnen, darüber sprechen, was ihnen wichtig ist, was sie bewegt und berührt. Gerade in den letzten Monaten hatte ich diesbezüglich wunderbare Kurse: Fremde Menschen kommen und gehen wieder in Freundschaft.

Hundefotografie-naturfotografiekurs (4)

In der letzten Woche hatte ich einen ganz besonderen Kurs: Andrea von Newspinscher hat mich mit ihrer Hündin Linda besucht. Für mich war es das erste Mal, dass mich eine Fotoschülerin mit Hündin besucht hat. Am Anfang war ich natürlich neugierig, wie meine Hündin Stella reagiert. Ich weiß, das sie sehr eifersüchtig werden kann, vor allem wenn ich einen fremden Hund streichle.

Hundefotografie-naturfotografiekurs (5)Um so erfreuter war ich, wie nach einer kurzen Kennenlernenphase beide Hündinnen friedlich und ganz entspannt miteinander agierten. Stella hat wie gehabt die Kuscheldecke von Linda okkupiert, sodass Linda in Stellas Körbchen musste.

Wir haben zusammen lange Spaziergänge und dabei viele praktische Fotoübungen gemacht. Im Gegensatz zu meiner Hündin läßt sich Linda sehr gern fotografieren und hatte sehr viel Muße, sich in Position zu setzen.

DSC_9133Stella läßt sich dagegen gerne in ihrer Jack-Russel-Manier von ihrem Jagdtrieb leiten und nölt, wenn es ihr zu langsam und langweilig wird. Da wird auch mal vor Frust das Blümchen kaputt gebissen, welches ich gerade fotografieren wollte.

Wir hatten Glück, dass das Wetter wunderbar mitspielte und unsere Fotospaziergänge ganz entspannt und harmonisch verliefen. Linda fing sich unterwegs einen kleinen Maus-Snack während ich in meinen letzten Blogartikel über die Natur im Muldental nicht zu viel versprach und wir auf dem Rückweg einer meiner Lieblings-Blindschleichen “Guten Tag” sagen konnten.

Der Naturfotografie-Workshop verging wie im Fluge. Zwei Tage voll gepackt mit vielen Gesprächen, Übungen und Bildbearbeitungen am PC. Ich fand es toll, das Andrea den langen Weg von Karlsruhe ins Muldental auf sich genommen hat und wir zusammen einen tollen Workshop hatten.

Wenn du auch gerne zu mir kommen möchtest, dann melde dich einfach bei mir. Natürlich darfst du auch gerne mit deinem Hund kommen. Im Hotel “Kloster Nimbschen”, indem auch Andrea übernachtet hat, sind selbstverständlich Vierbeiner gerne gesehen. Und auch bei mir steht immer ein Körbchen und ein leckerer Keks für deinen besten Freund bereit. Und wenn du magst, üben wir zusammen Hundefotografie – mal ganz anders. Mit vielen wertvollen Gesprächen und in einer entspannten Atmosphäre. Ich freue mich auf euch!

Hundefotografie-naturfotografiekurs (3)

 

[Smartphone-] Fotokurs für Kids – Kindergeburtstag mal ganz anders!

Smartphone Fotospaziergang mit vielen Tipps & Tricks für besser

Du möchtest einen Kindergeburtstag mal ganz anders gestalten?

Smartphone Fotospaziergang mit vielen Tipps & Tricks für bessere Fotos

Ich biete Smartphone-Fotospaziergänge bis max. 5 Kinder/Jugendliche an. Die Spaziergänge dauern ca 2 Stunden. Treffpunkt ist normalerweise die Schiffsmühle bei Grimma, ich komme aber auch gerne im Muldental an einen Ort deiner Wahl. Die Kinder sollten mindestens 10 Jahre alt sein und ein eigenes Smartphone/Kamera besitzen und gerne damit fotografieren.

Kosten: 100 Eur inkl. 19% MwSt zzgl. Fahrtkosten (Dauer: 2 Stunden, max. 5 Kinder)

Letztens war ich mit fünf coolen Mädchen an der Mulde unterwegs und wir hatten richtig viel Spaß zusammen. Du kannst meinen Kurs als Gutschein zur Kommunion oder zum Geburtstag verschenken.

In meinen Smartphonekursen gehe ich nicht nur auf die Fotografie und Bearbeitung mit Apps sein, sondern kläre auch gerne über Risiken über die Veröffentlichung von Fotos in den sozialen Netzen auf.

Melde dich einfach bei mir, wenn du einen Smartphonekurs für dich, deine Familie oder Kinder buchen möchtest. Gerne auch unter der Woche, am Wochenende und an einem Ort der Wahl.

Ich freue mich auf dich und deine Kinder!

Hinweis: Die Smartphone-Spaziergänge finden regulär in der Natur bei jedem Wetter statt. Bei ganz schlechtem Wetter müssen sie auf einen anderen Termin verschoben werden.

Smartphone-Fotografie für Kids-Kindergeburtstag mal ganz anders!

 

 

In eigener Sache: Wohnung/Haus & Atelier gesucht!

Wir, eine junge berufstätige künstlerische Familie mit kleinem Hund, suchen dringend wegen Eigenbedarfskündigung eine große helle freundliche Wohnung zur Miete bzw. ein altes Haus zur Miete/Kauf, in der ich als Künstlerin mir ein Atelier und Büro einrichten kann. Das kann gerne ein altes Haus sein, ein Fachwerkhaus, Bauernhaus, auch Denkmalgeschützt. Mit ganz viel Charme. Wichtig ist, das wir einziehen können. Gerne auf dem Land mit viel Natur und Garten. Als Landschaftsfotografin liebe ich die Natur und lebe gerne ruhig. Wir hätten gerne eine große Wohnküche und sind offen für kreativen Wohnraum. Wir suchen südlich im Leipziger Land, um Grimma, Bad Lausick, Trebsen, Nerchau, Naunhof, Großbuch, Großbardau, Waldbardau, Parthenstein, Döben, Golzern, Kössern, Förstgen, Kaditzsch etc.

Wir, eine junge berufstätige künstlerische Familie mit kleinem Hund, suchen dringend wegen Eigenbedarfskündigung eine große helle freundliche Wohnung zur Miete bzw. ein altes Haus zur Miete/Kauf, in der ich als Künstlerin mir ein Atelier und Büro einrichten kann. Das kann gerne ein altes Haus sein, ein Fachwerkhaus, Bauernhaus, auch Denkmalgeschützt. Mit ganz viel Charme. Wichtig ist, das wir einziehen können.

Gerne auf dem Land mit viel Natur und Garten. Als Landschaftsfotografin liebe ich die Natur und lebe gerne ruhig. Wir hätten gerne eine große Wohnküche und sind offen für kreativen Wohnraum.

Wir suchen südlich im Leipziger Land, um Grimma, Bad Lausick, Trebsen, Nerchau, Naunhof, Großbuch, Großbardau, Waldbardau, Parthenstein, Döben, Golzern, Kössern, Förstgen, Kaditzsch etc.

Oder ganz wo anders?

Bitte melde dich, wenn du jemanden kennst, der vermietet / verkauft.

Kreativität – Das Kind der Freiheit

Kreativität - Das Kind der Freiheit

„widewidewitt ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt“.

am 1. Juni 2016, am internationalen Kindertag, musste ich an Pipi Langstrumpf denken, an ihre unkonventionelle, freche Art, die Welt zu betrachten. Wie frei, offen und ohne Vorurteile wäre doch die Welt, wenn wir Erwachsenen unsere kindliche Neugier und ungezwungene Kreativität im Laufe des Erwachsenenwerdens nicht verlieren würden.
Gerade für mich als Künstlerin, ist die Kreativität der Ursprung von alledem, was mich ausmacht. Ich versuche mich weiter zu entwickeln und das geht nicht ohne Kreativität. Ich habe versucht, dem Wesen der Kreativität auf den Grund zu gehen, herauszufinden, was mir daran manchmal so schwer fällt, mich im gleichen Augenblick aber wieder leicht und freudvoll werden lässt. Ich weiß immer noch nicht so richtig, wonach ich eigentlich genau gesucht habe, aber nach dem Lesen sämtlicher Literatur war ich irgendwie ernüchtert.

Das gerade erst neu erschienene Sonder-Magazin vom Spiegel „Kreativität“ war das berühmte Tüpfelchen auf dem „i“. In dem ganzen Heft ging es leider nur oberflächlich und ansatzweise um das Thema Kreativität, nämlich als einem Motor, der dazu dient, das neue Produkte entwickelt werden, die sich noch dann noch besser verkaufen sollen. Die Kreativität wird dazu missbraucht, um noch mehr zu verdienen, um noch mehr Gewinne zu erzielen.

Ich nehme mich hiervon, wenn ich ehrlich bin, nicht aus. Wann war ich eigentlich das letzte Mal kreativ, ohne abschließend eine Absicht im monetären Sinne zu verfolgen. Nur einfach so, um ein tolles Gefühl, welches Kreativität erzeugen kann, zu erleben. Einfach um ihrer Selbst willen. In meiner Kindheit? Ich kann mich nicht erinnern.

Aber ich weiß genau, wann ich anfing, Kreativität bewusst zu nutzen, um etwas zu erreichen. Da ging es im Studium um meine Diplomarbeit, spätere dann um kreative Bewerbungen in meinem Job als Produktmanagerin, als ich mir tagelang in meinem Büro die kreativsten Projekte ausgedacht habe. Immer werde ich unwahrscheinlich kreativ, wenn ich mir Arbeit ersparen will, wenn ich etwas schneller erreichen möchte. Seit fünf Jahren bin ich nun selbstständig und ich muss mich ständig neu erfinden. Immer der Zeit voraus, immer wieder der Versuch, vorhandene Dinge neu zu denken. Denn letztendlich, das weiß jeder von uns, gibt es nichts, was es nicht schon gibt. Die Frage ist, wie man es besser und anders machen kann.

Fotoreise - Fotografieworkshop - Rügen, eine WinterreiseSinnli

Ich habe an mir persönlich festgestellt, dass ich viel kreativer bin, wenn mich eine andere Person fragt, frei nach dem Motto „Jana, ich habe eine Idee, was meinst du dazu?“ Dann sprudle ich über, bin eine wahrhaftige Ideenmaschine.

Aber warum ist das so, warum fällt es mir für andere viel leichter, kreativ zu sein? Ich denke, es ist eigentlich ganz einfach. Nämlich weil ich dann vorbehaltlos, spontan und uneigennützig an die Sache gehe. Ich muss mit den Ideen nichts erzielen, ich bin frei in meinem Denken. Und nicht nur das, Kreativität lebt von der Seele. In allen Artikeln, die ich bisher gelesen habe, geht es in der Kreativität um Dinge, die materiell umgesetzt werden sollen. Aber das Essentielle, das, was die Kreativität so einzigartig und universell macht, das bleibt auf der Strecke. Das derjenige, der die Kreativität in sich spürt und sie dann nach außen umsetzt, von seiner Seele genährt wird. Die Kreativität sollte die liebevolle Hinwendung zu etwas sein. Kreativität ist ein Kind der Freiheit, des freien Fließen, das uns mit Energie auflädt und uns nährt.

Kreativität - Das Kind der Freiheit

Das habe ich begriffen, als ich einen Kurs zur intuitiven Malerei besucht habe. Egal, wie wir uns ausdrücken, ob mit der Kamera, mit Hammer und Meißel, mit dem Pinsel oder Bleistift – genährt werden wir von unserer Seele. So stand ich vor einem leeren Blatt Papier und habe angefangen, mit meiner linken ungebräuchlichen Hand Linien zu ziehen. Die rechte Hand lag still auf meinem Herzen. Während ich malte und viel Zeit mit mir selber hatte, fühlte ich tief in mich hinein. Auf einmal wurden mir Wege klar und deutlich, für die ich in letzter Zeit das Gefühl verloren hatte. Ich war unglaublich kreativ gewesen, mir Dinge zu überlegen, die ich beruflich machen könnte. Aber ich habe mich dabei zu sehr von anderen Dingen und Konventionen leiten lassen, als von denen, die meine Seele berühren. Ich spürte schon, dass sie sich nicht richtig anfühlten, aber ich war doch so kreativ gewesen, dass ich sie nicht loslassen wollte. Denn diese Kreativität hat mich viel Kraft, Zeit und Arbeit gekostet. Doch genau das sollte sie nicht. Kreativität darf nicht mühevoll und schwer sein. Sie muss von der Seele getragen werden. Das Mal-Wochenende hat mir sehr viel gezeigt und ich bin dankbar, dass ich wieder ein Stück zu mir gefunden habe und Dinge losgelassen habe, die mich nicht nähren. Gleichzeitig war es ungemein befreiend für mich, einmal wieder frei mit Farben zu malen, ohne dass es schöne Bilder werden mussten. Farbe an den Händen zu spüren und damit über das Papier zu streichen. Einfach nur fühlen ohne dabei zu denken. Es war unglaublich, was dieser einfache Prozess in mir ausgelöst hat.

Und das ist das, was ich dir heute weiter geben möchte. Nimm einfach einmal wieder ein paar Farben in die Hand, ein Blatt Papier und male wild drauf los. Ohne die Absicht, besonders kreativ sein zu müssen und ohne den Gedanken im Kopf „Ich kann doch gar nicht malen“. Es geht nicht darum, schön zu malen und der nächste van Gogh zu werden. Nein, lass los. Nimm dir die Zeit und lass die Gedanken fließen. Du wirst dann merken, wie wunderbar sich dieser Prozess auf deine Fotografie auswirkt und welche kreativen Ideen du entwickeln wirst, die deine Seele berühren. Das Bild dient als Tor zur Seele.

In diesem Sinn wünsche ich dir eine wunderbare Woche.

Behind the Scene: Kinderfotografien mit Lightroom und DeNoise Bilder perfekt entrauschen

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Kinderfotografie ist seit der Geburt meines Sohnes eines meiner Lieblings-Genre in der Fotografie. Einmal im Jahr organisiere ich deshalb ein Kinderfotoshooting nach einem frei gewählten Thema. So sind in den letzten drei Jahren wunderbare Kinderfotos in der Natur entstanden.
In diesem Jahr habe ich mich an ein neues Thema herangewagt. Ein Teil des Fotoshooting entstand in einer großen, liebevoll eingerichteten Landhausküche zum Thema „Gesundes und ungesundes Frühstück“. Ein Traum für mich und meine Familie, soviel Platz und Licht, sodass ich mit meiner Hündin Stella, die farblich mit der Küche harmonierte, am liebsten eingezogen wäre.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft
Für meine Kamera allerdings waren die Lichtverhältnisse leider doch nicht ganz optimal. So musste ich als Fotografin abwägen, wie ich das Fotoshooting mit dem vorhandenen Tageslicht und künstlichem Licht gestalte. Aus Gestaltungs- und Postprocessing-Gründen entschied ich mich gegen zusätzliche Tageslichtlampen. Ich hätte im Raum mehrere Lampenstative aufstellen müssen und der Retuscheaufwand wäre immens gewesen, wenn nicht sogar unmöglich. Da Blitzen nicht meinem Geschmack entspricht (mal davon abgesehen, dass der zusätzliche Blitz die Kamera noch schwerer gemacht hätte), war auch dies keine Option für ein freies Kinderfotoshooting, bei dem es zudem sehr sehr schnell zugehen kann.
Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma
Also blieb nur noch eine Variante: Die Iso zu erhöhen.
Wie immer habe ich mit meinen lichtstärksten 50mm 1.4 und 24-70mm 2.8 Objektiven fotografiert. Um viel Licht zu haben – gerade mit dem 50er Objektiv – habe ich überwiegend eine geöffnete Blende verwendet. Doch auch das reichte nicht, um mit meinen sonst üblichen 100-400er Iso Werten zu arbeiten. Ich musste in der Küche bis Iso 2500 gehen, um verwacklungsfreie Belichtungszeiten zu erhalten. Ein Spagat, der nicht einfach ist, da mit höheren Iso-Werten auch der Autofokus langsamer wird.
Mit meiner letzten Kamera, der Nikon D700, hätte ich diese hohen Iso-Werte niemals verwenden können, da das Bildrauschen nicht retuschierbar gewesen wäre. Mit der neuen D750 konnte ich soweit gehen, allerdings hatte ich leichte Bauchschmerzen dabei. Höher hätte ich nicht gehen können und das Postprozessing war nicht einfach. Ich merkte in der Lightroom-Nachbearbeitung, dass meine bisherigen Einstellungen zur „Rauschreduzierung“ in Kombination mit „Schärfen“ nicht den erwünschten Erfolg brachten.
Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma
So tauchte ich noch einmal tiefer in die Thematik ein und stellte fest, dass ich in meinen Lightroom-Voreinstellungen ein wichtiges Häkchen vergessen hatte. Unter dem Menüpunkt „Vorgaben“ gibt es die Funktion „Standardeinstellungen an den Iso-Wert der Kamera ausrichten“. Ist dieser aktiviert, dann stellt sich die Rauschreduzierung schon beim Hochladen der Bilder automatisch ein (das heißt aber nicht, dass damit das Optimum der Entrauschung erfolgt ist).
Da ich zu diesem Zeitpunkt besagtes Häkchen nicht aktiviert hatte, musste ich die Rauschreduzierung manuell anpassen. Ich musste lange probieren, um die richtige Kombination mit der Schärfe zu finden (je weiter man das Rauschen reduziert, um so mehr verliert das Bild an Schärfe und kann bei Übertreibung auch sehr matschig werden). Wichtig ist, das Bild dabei mindestens auf 100% oder höher zu betrachten. Doch so gut Lightroom das Rauschen bei Bildern bis Iso 800 entfernt, bei Iso 2500 kommt es auch an seine Grenzen.
Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma
Von meiner Bildagentur erhielt ich den Tipp, mit Topaz DeNoise weiter zuarbeiten, nachdem ich mit „DENOISE projects professional“ keine brauchbaren Ergebnisse erzielt habe. Topas DeNoise bewirbt zwar die Software mit einer Schnittstelle zu Lightroom, doch diese ist nicht wirklich komfortabel und kompatibel mit meinem Workflow. So habe ich alle Bilder mit DeNoise als Plugin in Photoshop entrauscht. Das tolle an dieser Software ist, dass sie die Exif-Daten des Bildes ausliest und Entrauschungs-Presets für verschiedene Kameraprofile anbietet. So konnte ich meine Fotografien mit einem Nikon D750-Preset automatisch mit einer eigens angelegten Photoshop-Aktion entrauschen. Dabei habe ich die Funktion aus Lightroom mit dem DeNoise Preset in Photoshop kombiniert. Das Entrauschen von Lightroom war nicht gut genug und die DeNoise-Variante alleine entsprach ebenso nicht meinen Vorstellungen. Erst die Kombination aus beiden war erfolgreich.
Falls du zukünftig auch einmal in die Verlegenheit kommst, mit hohen Iso-Werten arbeiten zu müssen, hoffe ich, dir einen Lösungsweg zur Reduzierung gezeigt zu haben.
Entrauschen mit Lightroom und DeNoise

Iso-Praxistipp:

Vergiss bitte nicht, an deiner Kamera die Funktion „Iso-Automatik“ zu deaktivieren, sodass bei ungünstigen Lichtverhältnissen die Kamera nicht auf zu hohe Iso-Werte umschwenkt. Stelle die Iso lieber per Hand ein.
Oft werde ich auf meinen Fotospaziergängen gefragt, nach welchen Kriterien man die Iso einstellen muss. Hast du sehr schönes Wetter, viel Licht, einen blauen Bilderbuchhimmel, dann reichen 50-200 Iso. Ist es dagegen sehr trübe, dichte Wolken oder du bist in Innenräumen mit wenig oder künstlichem Licht, dann gehe auf ca 400-800 Iso. Die Iso musst du immer dann höher einstellen, wenn bei deiner gewählten Blende die Belichtungszeit so lang werden würde, dass du nicht mehr freihändig fotografieren kannst ohne zu verwackeln (Faustregel: Die Belichtungszeit sollte kürzer als ein 1/80s oder 1/100s sein). Arbeite lieber mit einem Stativ, wenn du die Iso niedrig halten möchtest. Teste deine Kamera darauf, ab welchem Iso-Wert das Rauschen für dich unerträglich wird. Das ist bei jeder Kamera anders. Mache am besten eine Iso-Testreihe von der niedrigsten bis zur höchsten Iso und werte die Bilder anschließend bei 100% Zoom an deinem Bildschirm aus. Dann weißt du in Zukunft, wie weit du gehen kannst … .

18 Tipps für bessere Naturfotos

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

Wie gehst du bei der Naturfotografie vor? Auf meinen Fotospaziergängen und Wanderungen in der Natur habe ich oft die Möglichkeit, Menschen beim fotografieren zu beobachten. Das ist oft ganz interessant, dabei zuzuschauen, wie Fotos entstehen. Meistens kann ich nur verwundert den Kopf schütteln, wenn ganz schnell der Apparat aus der Tasche gezogen wird, das Foto mit einer weit entfernten Armhaltung geschossen und weitergegangen wird. Dabei wird weder nach links und rechts geguckt – noch durch den Sucher, es wird keine Perspektive angeschaut und noch weniger wird sich körperlich bewegt – der Zoom wird es schließlich richten.

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

Auf meinen Fotospaziergängen an der Mulde werde ich deswegen auch oft gefragt, wie ich denn mit einer Festbrennweite überhaupt fotografieren könnte. Ich muss dann oft schmunzeln und sage „ich bewege mich viel“. Lege mich auf den Boden, klettere auf Mauern und vor allem schaue ich genau hin und nehme mir Zeit – spricht ich mache alles um vll. die Perspektive und das Motiv zu finden, das mir vorschwebt.

An dieser Stelle bemerke ich auch immer wieder einen Widerspruch in mir selber. Zum einen behaupte ich, das es egal ist, welche Ausrüstung man besitzt, auch mit einem einfachen Smartphone, einer einfachen Kompaktkamera kann man ein schönes Foto machen, wenn man auf das Motiv, Licht und Komposition achtet. Grundsätzlich ist das auch nicht verkehrt.

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

Aber spätestens dann, wenn ich Übungen zur Blende mache und meinen Teilnehmern die Blende als Gestaltungsmittel erkläre, spielt die Ausrüstung eine wichtige Rolle. Wenn ich an meiner Kamera keine Blende einstellen kann oder nur ganz rudimentär (z.B. Objektive, deren Blende nicht weit zu öffnen gehen), dann kann ich mein Bild nicht so gestalten wie ich es möchte. Dank günstiger Preise auf dem Fotomarkt, ist die Anschaffung einer besseren Technik aber nicht das Problem. Zum Problem werden die fehlenden Technikkenntnisse (und oft auch die Verweigerung sich damit auseinanderzusetzen) und was noch viel entscheidender ist, die innere Haltung zur Fotografie.

Mit 18 einfachen Schritten zum besseren Naturfoto

Ich habe die Tipps zusammen gefasst, die mir im Laufe der Jahre dabei geholfen haben, besser zu werden.

1. Habe deine Kamera, auch wenn die Kamera dein Smartphone ist, täglich dabei und mache ein Foto. Naturfotos kannst du auch mitten in der Stadt machen.

2. Gehe mit offenen Augen durch deine Umgebung, ob mitten in der Natur oder im urbanen Raum. Die schönsten Motive findest du im Verborgenen, im Kleinen, im Unscheinbaren. Schau genau hin.

3. Versuche das „Sehen“ zu lernen. Oft laufen wir durch unsere Umgebung und sehen nur das, was wir erwarten und nicht das was tatsächlich da ist. Schenke dem Motiv deine völlige Achtsamkeit. Verlass dich nicht auf deine Gedanken, die das Motiv bewerten und beurteilen. Lasse dich auf den Moment ein und schau dir das Motiv so an wie es ist.

4. Warte nicht darauf, die schönsten Fotos zu machen, wenn du erst eine neue Kamera hast oder der atemberaubende Urlaub in der Ferne anbricht. Mach heute ein Foto und warte nicht auf den besonderen Moment, der dann nämlich nie eintreten wird.

5. Gehe vor die Tür, auch wenn mieses Wetter ist. Das Wetter kann sich schnell ändern. Oder du arrangierst dich mit dem Nebel, dem Regen, dem Sturm und machst Fotos, die ganz anders sind.

6. Achte auf deine Gedanken beim fotografieren und beim durchsichten. Bewerte nicht und beschimpfe dich nicht selber, wie misslungen die Bilder mal wieder sind. Mache deine Fotos vor dir selber nicht schlecht und vor allem nicht, wenn du deine Bilder Freunden oder deiner Familie zeigst.

7. Vergleiche dich nicht ständig mit anderen. Andere machen Fotos so wie sie es können und du machst deine Fotos so, wie du es kannst.

8. Versuche nicht andere zu kopieren, außer zu Übungszwecken. Suche dir deine Motive und deine Art der Bildbearbeitung, versuche deine eigene Handschrift zu entwickeln.

9. Freue dich über deine Fotos. Freue dich darüber, dass du dir die Zeit für dein liebstes Hobby genommen hast. Genieße die Zeit mit dir.

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

10. Nimm dir Zeit für deine Fotografie. Mach es nicht mal eben schnell. Setz dich mit dem Motiv auseinander und überlege, warum du das Foto machen möchtest, was dir daran gefällt, was es dir persönlich bedeutet.

11. Mach kein Foto für andere oder weil es gerade Mode ist. Mach sie für dich persönlich. Wenn du anfängst, dich ausschließlich nach anderen zu richten, wirst du nie die Fotos machen, die dir etwas bedeuten.

12. Wenn du keine Lust hast zum fotografieren oder dir die Ideen fehlen, dann lege die Kamera in die Ecke. Lies ein Buch, zeichne, schaue einen schönen Film. Oder gehe in den Garten, jäte Unkraut oder genieße die Sonne. Entspann dich und du wirst merken, wie schnell du wieder Lust dazu bekommst Fotos zu machen.

13. Setzte dich mit der Technik deiner Kamera auseinander. Erst wenn man die Technik gut beherrscht, sind die Gedanken frei für die Kreativität. Wenn ich erst überlegen muss, wie ich die Blende einstellen muss, ist u.U. das Motiv schon wieder verschwunden. Wenn ich die Bedienung meiner Kamera im Schlaf beherrsche, kann ich auch schnell agieren und Momentaufnahmen einfangen.

14. Schaue dir jeden Tag Fotos an. Ob in Zeitschriften, auf Fotoplattformen, in Modekatalogen oder Tageszeitungen. Schaue dir wenn du magst Fotoausstellungen in Galerien oder Museen an. Wie sind die Bilder aufgebaut, woher kommt das Licht? Wie sieht die Komposition aus?

15. Beschäftige dich mit Kompositionsregeln, mit Farben und mit dem Licht. Kombiniere diese.

16. Wenn du keine Zeit hast, dann lass es mit dem fotografieren. Entweder du machst es mit Liebe und Muße oder gar nicht.

17. Wenn jemand dein Foto kritisiert, höre es dir an und überlege, was du davon für dich annimmst und was nicht. Kritik kann sehr weh tun, aber wenn sie ehrlich ist, kannst du viel daraus mitnehmen. Unterbrich denjenigen aber nicht, du weißt nicht, was er noch sagen will. Erkläre dich nicht und schon gar nicht dein Foto. Wenn du anfängst mit Begründungen, warum du dies oder jenes nicht gemacht hast und warum, davon wird es auch nicht besser. Speichere die Kritik für dich ab und denke bei der nächsten Umsetzung daran.

18. Gebe nicht auf. Mach weiter. Jeden Tag ein bisschen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen…

Erkennst du dich in manchen Punkten wieder? Wo siehst du deine Schwächen und Stärken? Woran möchtest du arbeiten?

Wenn du mehr über Naturfotografie lernen möchtest, empfehle ich dir mein Buch „Naturfotografie mal ganz anders“ oder ich freue mich, dich in meinem Workshop Naturfotografie oder in einem meiner monatlichen Fotospaziergänge im Muldental begrüßen zu können.

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen