Kategorie: Fotoschule

Fotoworkshop auf Rügen: Sinnliche Naturfotografie im Winter

Rügen im Winter ist ein Traum. Vor ein paar Jahren habe ich mir diesen erfüllt, weil ich immer von einem Aufenthalt am Meer geträumt hatte. Ursprünglich dachte ich an die raue Ostsee ganz weit im Osten, doch ich fand keine geeignete Unterkunft für einen längeren Zeitraum, sodass es mich unverhofft nach Rügen verschlug. Ich kannte die Insel nur aus dem Sommer und aus meiner Kindheit in der DDR. Im Winter lernte ich sie nun auf eine völlig andere Art kennen und verliebte mich unsterblich. Seitdem war ich noch ein paar Mal im Winter auf meiner Lieblingsinsel und habe wunderschöne, einsame Orte kennen gelernt. Orte, die im Winter einen ganz speziellen Charme haben, eine Tierwelt die unglaublich ist und eine Natur, die nicht wilder, rauer und gleichzeitig lieblich sein kann. Die Ostsee im Winter ist für jeden Fotografen ein Highlight, vorausgesetzt, er mag Kälte und Einsamkeit. Über meinen Aufenthalt auf Rügen sind neben einem Buch auch verschiedene Fachartikel erschienen. Ich habe sehr viel positive Resonanz bekommen und gleichzeitig den Wunsch, das auch einmal zu erleben. Warum nicht als Fotoreise mit integriertem Foto- und Bildbearbeitungskurs? In einer kleinen Gruppe mit max. 8 Teilnehmern und einem gemeinsamen Ferienhaus, indem wir uns Abends am Kamin über Fotografie austauschen, Bilder besprechen und zusammen Abendessen. Mit gemeinsamen Fotoausflügen zu meinen Lieblingsplätzen auf Rügen, wobei niemand gezwungen wird an allem Teilzunehmen. Die Fotografie steht im Mittelpunkt, aber nicht die Fotoausrüstung. Daher wünsche ich mir, wenn sich die TeilnehmerInnen auf max 2 Objektive beschränken würden, sodass wir mit leichtem Gepäck unterwegs sind. Ich möchte mit meinen KursteilnehmerInnen ebenso kreativ werden: Collagen erstellen, Fotos bearbeiten, Muscheln und Steine sammeln, zusammen kochen. Eine winterliche Reise mit allen Sinnen.

Sieben Tage Naturfotografie pur auf einer der schönsten Inseln Deutschlands. Komm mit mir auf einen ganz besonderen Fotoworkshops, hinein in die Stille. Naturfotografie mal ganz anders!

Hinweis: Im Februar 2018 findet eine neue Fotoreise nach Rügen statt. Hier kannst du dich anmelden… 

Schon lange habe ich davon geträumt, einmal in meinem Leben einen einsamen Winter an der Ostsee zu verbringen. Ich stellte mir das sehr romantisch vor, ein Leben in einem allein stehenden Reetdach Häuschen direkt hinter den Dünen. Ein wärmendes knisterndes Feuer im Kamin und alleine mit dem Heulen des Winterwindes und dem tosenden Brechen der Meereswellen.
Vor einiger Zeit war es dann soweit und ich ließ meinen Traum Realität werden. Im Internet entdeckte ich ein Häuschen, bei dem, neben dem Kamin, sogar der heißbegehrte Internetanschluss vorhanden war. Und so packte ich meine Fotoausrüstung, meinen Laptop und viel dicke Winterkleidung ein und zog für zwei Monate auf die Insel Rügen.
Schon Anfang Dezember machte der Winter seinem Namen alle Ehre und die Insel war mit einer wunderschönen weißen Schneedecke bedeckt. Weite Gebiete des Boddens froren zu
und die Insel verfiel in einen Winterschlaf, der durch das Schreien der Wintervögel untermalt wurde. Und ich war mittendrin. Alleine mit meiner Kamera bin ich stundenlang durch knie tiefen Schnee gewandert, um all die Eindrücke festzuhalten. Dabei habe ich bewusst nicht die typischen touristischen Ziele der Insel besucht. Die Landschaft Rügens ist im Winter einmalig. Die Strände sind menschen leer und die Strandkörbe lagern in ihrem Winterquartier. Die Straßen in den Kurorten, die im Sommer laut und hektisch sind, liegen verwaist da. All die Türen und Fenster der Restaurants sind verschlossen. Es ist nur noch die Stimme der Natur zu hören, das Rauschen des Meeres und das Rufen der Salzwasserschwäne, die auf dem Bodden überwintern. Ein ganz besonderes Highlight sind die leuchtenden Sanddornbüsche, deren Früchte goldorange in der Wintersonne leuchten – besonders sehenswert im Kontrast zum weißen Schnee und dem grünblauen Wintermeer.

Fotoreise - Fotografieworkshop - Rügen, eine Winterreise Sinnli

Ich habe die schneebedeckten Kreidefelsen in der untergehenden Wintersonne gesehen. Das winterliche Naturschauspiel war unbeschreiblich. Und ein anderer Ort wird mir ganz besonders in Erinnerung bleiben: Der zugefrorene Bodden im Südosten der Insel: Kniehoher Schnee bedeckte alle Wege und so suchte ich mir einen Pfad über Wiesen hin bis zum Wasser. Dort angekommen verschlug es mir die Sprache: Tausende von Wasservögeln, die zum Überwintern nach Rügen gekommen waren, sangen eine wunderschöne Wintermelodie. Überall auf der Insel finden sich im Winter solche kleinen, magischen Orte, die zum spazieren und verweilen einladen. Man kann dort überall wunderbar Kraft tanken und sich einfach inspirieren lassen.

Exklusive Fotoreise mit Jana Mänz: Sinnliche Naturfotografie auf der Insel Rügen

In diesem Jahr möchte ich dich an meinen Erlebnissen auf Rügen teilhaben lassen. Möchtest du mit mir im Dezember auf eine Fotoreise und Fotoworkshop auf Rügen mitkommen? Mit einer kleinen Gruppe von max. 8 Teilnehmern möchte ich dir die Schönheit Rügens zeigen und fotografisch festhalten. Dabei geht es auf meiner Fotoreise in erster Linie nicht um die Fototechnik, sondern vielmehr auch um die Kreativität, um das “Sehen lernen”. Mit mir kannst du lernen, mit einer reduzierten Fotoausrüstung bessere Bilder zu machen. Wir werden Bilder besprechen. Du kannst von mir lernen, wie ich meine Bilder bearbeite. Wenn du magst, werden wir Abends gemeinsam kochen und uns dabei kennen lernen.

Du möchtest mehr wissen? Hier gelangst du zu meiner exklusiven Fotoreise “Sinnliche Naturfotografie auf der Insel Rügen”

Zeitraum: 5.12. – 11.12.2016

Behind the Scene: Kinderfotografien mit Lightroom und DeNoise Bilder perfekt entrauschen

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Kinderfotografie ist seit der Geburt meines Sohnes eines meiner Lieblings-Genre in der Fotografie. Einmal im Jahr organisiere ich deshalb ein Kinderfotoshooting nach einem frei gewählten Thema. So sind in den letzten drei Jahren wunderbare Kinderfotos in der Natur entstanden.
In diesem Jahr habe ich mich an ein neues Thema herangewagt. Ein Teil des Fotoshooting entstand in einer großen, liebevoll eingerichteten Landhausküche zum Thema „Gesundes und ungesundes Frühstück“. Ein Traum für mich und meine Familie, soviel Platz und Licht, sodass ich mit meiner Hündin Stella, die farblich mit der Küche harmonierte, am liebsten eingezogen wäre.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft
Für meine Kamera allerdings waren die Lichtverhältnisse leider doch nicht ganz optimal. So musste ich als Fotografin abwägen, wie ich das Fotoshooting mit dem vorhandenen Tageslicht und künstlichem Licht gestalte. Aus Gestaltungs- und Postprocessing-Gründen entschied ich mich gegen zusätzliche Tageslichtlampen. Ich hätte im Raum mehrere Lampenstative aufstellen müssen und der Retuscheaufwand wäre immens gewesen, wenn nicht sogar unmöglich. Da Blitzen nicht meinem Geschmack entspricht (mal davon abgesehen, dass der zusätzliche Blitz die Kamera noch schwerer gemacht hätte), war auch dies keine Option für ein freies Kinderfotoshooting, bei dem es zudem sehr sehr schnell zugehen kann.
Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma
Also blieb nur noch eine Variante: Die Iso zu erhöhen.
Wie immer habe ich mit meinen lichtstärksten 50mm 1.4 und 24-70mm 2.8 Objektiven fotografiert. Um viel Licht zu haben – gerade mit dem 50er Objektiv – habe ich überwiegend eine geöffnete Blende verwendet. Doch auch das reichte nicht, um mit meinen sonst üblichen 100-400er Iso Werten zu arbeiten. Ich musste in der Küche bis Iso 2500 gehen, um verwacklungsfreie Belichtungszeiten zu erhalten. Ein Spagat, der nicht einfach ist, da mit höheren Iso-Werten auch der Autofokus langsamer wird.
Mit meiner letzten Kamera, der Nikon D700, hätte ich diese hohen Iso-Werte niemals verwenden können, da das Bildrauschen nicht retuschierbar gewesen wäre. Mit der neuen D750 konnte ich soweit gehen, allerdings hatte ich leichte Bauchschmerzen dabei. Höher hätte ich nicht gehen können und das Postprozessing war nicht einfach. Ich merkte in der Lightroom-Nachbearbeitung, dass meine bisherigen Einstellungen zur „Rauschreduzierung“ in Kombination mit „Schärfen“ nicht den erwünschten Erfolg brachten.
Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma
So tauchte ich noch einmal tiefer in die Thematik ein und stellte fest, dass ich in meinen Lightroom-Voreinstellungen ein wichtiges Häkchen vergessen hatte. Unter dem Menüpunkt „Vorgaben“ gibt es die Funktion „Standardeinstellungen an den Iso-Wert der Kamera ausrichten“. Ist dieser aktiviert, dann stellt sich die Rauschreduzierung schon beim Hochladen der Bilder automatisch ein (das heißt aber nicht, dass damit das Optimum der Entrauschung erfolgt ist).
Da ich zu diesem Zeitpunkt besagtes Häkchen nicht aktiviert hatte, musste ich die Rauschreduzierung manuell anpassen. Ich musste lange probieren, um die richtige Kombination mit der Schärfe zu finden (je weiter man das Rauschen reduziert, um so mehr verliert das Bild an Schärfe und kann bei Übertreibung auch sehr matschig werden). Wichtig ist, das Bild dabei mindestens auf 100% oder höher zu betrachten. Doch so gut Lightroom das Rauschen bei Bildern bis Iso 800 entfernt, bei Iso 2500 kommt es auch an seine Grenzen.
Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma
Von meiner Bildagentur erhielt ich den Tipp, mit Topaz DeNoise weiter zuarbeiten, nachdem ich mit „DENOISE projects professional“ keine brauchbaren Ergebnisse erzielt habe. Topas DeNoise bewirbt zwar die Software mit einer Schnittstelle zu Lightroom, doch diese ist nicht wirklich komfortabel und kompatibel mit meinem Workflow. So habe ich alle Bilder mit DeNoise als Plugin in Photoshop entrauscht. Das tolle an dieser Software ist, dass sie die Exif-Daten des Bildes ausliest und Entrauschungs-Presets für verschiedene Kameraprofile anbietet. So konnte ich meine Fotografien mit einem Nikon D750-Preset automatisch mit einer eigens angelegten Photoshop-Aktion entrauschen. Dabei habe ich die Funktion aus Lightroom mit dem DeNoise Preset in Photoshop kombiniert. Das Entrauschen von Lightroom war nicht gut genug und die DeNoise-Variante alleine entsprach ebenso nicht meinen Vorstellungen. Erst die Kombination aus beiden war erfolgreich.
Falls du zukünftig auch einmal in die Verlegenheit kommst, mit hohen Iso-Werten arbeiten zu müssen, hoffe ich, dir einen Lösungsweg zur Reduzierung gezeigt zu haben.
Entrauschen mit Lightroom und DeNoise

Iso-Praxistipp:

Vergiss bitte nicht, an deiner Kamera die Funktion „Iso-Automatik“ zu deaktivieren, sodass bei ungünstigen Lichtverhältnissen die Kamera nicht auf zu hohe Iso-Werte umschwenkt. Stelle die Iso lieber per Hand ein.
Oft werde ich auf meinen Fotospaziergängen gefragt, nach welchen Kriterien man die Iso einstellen muss. Hast du sehr schönes Wetter, viel Licht, einen blauen Bilderbuchhimmel, dann reichen 50-200 Iso. Ist es dagegen sehr trübe, dichte Wolken oder du bist in Innenräumen mit wenig oder künstlichem Licht, dann gehe auf ca 400-800 Iso. Die Iso musst du immer dann höher einstellen, wenn bei deiner gewählten Blende die Belichtungszeit so lang werden würde, dass du nicht mehr freihändig fotografieren kannst ohne zu verwackeln (Faustregel: Die Belichtungszeit sollte kürzer als ein 1/80s oder 1/100s sein). Arbeite lieber mit einem Stativ, wenn du die Iso niedrig halten möchtest. Teste deine Kamera darauf, ab welchem Iso-Wert das Rauschen für dich unerträglich wird. Das ist bei jeder Kamera anders. Mache am besten eine Iso-Testreihe von der niedrigsten bis zur höchsten Iso und werte die Bilder anschließend bei 100% Zoom an deinem Bildschirm aus. Dann weißt du in Zukunft, wie weit du gehen kannst … .

7 Tipps zur Hundefotografie

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Hundefotografie – das hört sich so einfach an. Doch das ist es meistens nicht, weil sich der Hund schnell bewegt und der Fotograf sich auf Augenhöhe begeben und ebenfalls schnell beweglich sein muss. Wichtig ist, nicht nur immer wieder zu üben, zu üben und zu üben sondern auch die Technik der Kamera zu beherrschen. Wenn man erst lang an der Blende herumfummeln muss und nicht weiß, wie man diese einstellt, dann ist die schöne Situation meist schon vorüber und das Motiv unwiderruflich verloren. Doch wenn man die Technik beherrscht, dann ist viel Platz für die Kreativität vorhanden und man kann mit dem Hund, dem Licht und der Umgebung spielen. In den nächsten Tagen habe ich dir acht Tipps zusammen gestellt, wie du bessere Hundfotos machen kannst.

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Der wichtigste Tipp gleich zuerst: Gehe mit deinem Liebling auf Augenhöhe. Ähnlich wie in der Kinderfotografie solltest du den Hund nicht von oben fotografieren. Auch wenn das heißt, das du dich ebenfalls in den Dreck legen musst und deine Hose schmutzig wird. Die Fotos die so entstehen, werden all deine Mühe belohnen.
Achte auf einen ruhigen Hintergrund und auf einen geraden Horizont. Am besten aktiviere die Gitterlininenfunktion in deinem Display. Versuche deinen Hund im goldenen Schnitt zu platzieren. Achte darauf wo der Hund hin schaut. Bei einem klassischen Portrait sollte er in die Kamera schauen, bei anderen Fotos kann es spannend sein, wenn der Hund aus dem Bild herausschaut und der Bildbetrachter diesem Blick folgt.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft

Welches Objektiv? Das häng davon ab, was du fotografieren möchtest. Möchtest du den Hund in einer Landschaft zeigen, ist ein Weitwinkel 35mm hilfreich. Für ein klassisches Hundeportrait empfiehlt sich ein 50mm oder auch ein 100mm Objektiv – je nachdem wie nah du den Hund fotografieren willst und wie der Hintergrund aussehen soll. Der Vorteil eines 100mm Objektives ist, dass du aufgrund der Entfernung das Portrait zum Hintergrund gut herausarbeiten kannst. Der Nachteil bei sogenannten Tele- bzw. Makroobjektiven ist, dass diese Bilder schnell unscharf werden, da sie mitunter nicht so schnell fokussieren können. Ein lichtstarkes 50mm Objektiv ist für sich schnell bewegende Tiere oft besser geeignet, vor allem wenn du den Hund in Action fotografieren möchtest.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft

Welche Blende? Möchtest du ein klassisches Hundeportrait mit einem unscharfen, ruhigen Hintergrund fotografieren, dann öffne die Blende je nach Objektiv auf 2.8 oder 3.5. Stelle am besten bei sich schnell bewegenden Hunde den Autofokus ein, sodass die Kamera die Schärfe nachstellst. Fokussiere bei Hundeportraits ähnlich wie bei Menschenportraits immer auf die Augen. Das schönste Hundeportrait ist versaut, wenn die Augen unscharf sind. Der Vorteil von geöffneten Blenden ist das schöne Bokeh im Hintergrund.
Möchtest du den Hund oder mehrere Hunde in ihrer Umgebung zeigen, solltest du die Blende auf Blende 8 – 10 schließen, sodass die Landschaft ebenfalls scharf ist. Beachte aber, dass weniger Licht bei einer geschlossenen Blende einfällt und die Bilder unscharf werden können, weil sich die Belichtungszeit verlängert hat. Hier hilft es dann, entweder die Iso von 100/200 auf 400 oder 800 zu erhöhen. Beachte, je nach Kameramodell ist das Bildrauschen ganz unterschiedlich, bei manchen Modellen verrauschen die Bilder schon ab Iso 800, bei meiner Kamera kann ich unbedenklich bis 2000 gehen. Oder du verwendest ein Stativ, was dann aber dazu führen kann, dass der Hund in seiner Bewegung unscharf wird und die unflexibel in der Bildgestaltung wirst, wenn der Hund durch die Landschaft flitzt. Hunde in der Landschaft würde ich daher möglichst bei guten oder äußergewöhnlichen Lichtverhältnissen fotografieren, während klassische Portraits mit einer geöffneten Blende auch bei Regenwetter oder in der untergehenden Sonne sehr schön zu fotografieren sind.

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Der zu fotografierende Hund ist nicht deiner? Dann mach dich mit dem Hund bekannt. Lass ihn zuerst an deiner Hand schnuppern oder lecken, streichle ihn liebevoll und wenn der Besitzer des Hundes damit einverstanden ist, dann bestich ihn mit ein paar leckeren Hundekeksen. Kein Hund der Welt kann widerstehen und wird dich dafür lieben. Plane genügend Zeit für das Hundeshooting ein. Zwei Stündchen solltest du mindestens Zeit haben, um den Hund aus diversen Perspektiven und Umgebungen fotografieren zu können. Auch solltest du Zeit für Pausen mit Fresschen, Wasser und einem kleinen Hundeschläfchen einplanen. Wusstest du, dass Hunde tagsüber gerne 10-20 Stunden schlafen bzw. dösen?
Arbeite immer mit dem Herrschen des Hundes zusammen: Er hört auf die Kommandos und weiß, was der Hund gerne spielt. Tolle Fotos kannst du so einfangen, wenn das Herrschen/Frauschen beim Fotoshooting mit seinem Hund arbeitet. Möchtest du die Bilder eines fremden Hundes später ins Netz stellen oder sogar verkaufen, dann brauchst du ein Property Release vom Hundebesitzer.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft

Styling: Nicht was du jetzt denkst, du sollst den Hund nicht schminken. Aber es könnte u.U. je nach Rasse hilfreich sein, den Hund vorweg zu bürsten oder die Füße, wenn der Hund zuvor im Dreck gewühlt hat, mit einem Lappen zu säubern. Achte darauf, bei Hunden die von Natur aus gerne sabbern, dass du den Speichel mit einem Lappen wegwischst – vorausgesetzt du möchtest nicht, dass diese Eigenschaft des Hundes portraitiert wird. Achte auf tränende Augen oder saubere Nasen und Ohren.
Verkleide deinen Hund nicht, aber manchmal kann es sehr schön aussehen, wenn der Hund ein farbiges, sauberes Hundegeschirr oder ein schmuckes Halsband trägt. Auch eine optisch schöne Leine kann das Bild sehr aufwerten.
Mache deinen Hund nicht mit Hüten, Brillen und anderen Accessoires lächerlich. Es ist schon erschreckend, welche Bilder von Haustieren ins Internet gestellt werden. Auch wenn das oft lustig aussieht, bezweifle ich, ob es dem Hund immer gefallen hat.

Natürliche Hundefotografie in der Landschaft

Bildmotive: Langweilst du dich auch, wenn du das einemillionste Hundebild in einem Fotografie-Forum siehst? Woran liegt das? Einfach, weil die meisten sich keine Mühe geben, den Hund aus einer außergewöhnlichen Perspektive, einer besonderen Bewegung oder mit einem interessanten Hintergrund und Licht zu fotografieren. Meistens wird von oben herab im Automatikmodus das Tier abgelichtet, oft werden die Tiere noch geblitzt. Was kannst du also besser machen? Überlege dir, wo kannst du den Hund mit einer fotogenen Umgebung ablichten? Möglichst ohne Strassen, Zäune, Pfähle, Autos etc. Wenn du ihn zu Hause ablichtest, achte auf die Umgebung. Was liegt im Zimmer alles herum? Was stört im Bild, wie z.B. ein Fernseher im Hintergrund, Essensreste oder leere Flaschen auf dem Wohnzimmertisch etc.pp? Stimmt das Umgebungslicht? Ist es im Zimmer hell genug? Fotografierst du den Hund draußen im Schatten oder steht der Hund in der prallen Sonne und das Fell wird überstrahlt?
Überlege dir besondere Situationen, die äußerst spannend sind, zum Beispiel wenn dein Hund spielt und dabei in die Luft springt. Wenn er gerade aus dem Wasser kommt und sein Fell ausschüttelt. Geh ganz nah ran und fotografiere nur seine Augen und die Schnauze. Mach ein Detailbild von seinen Füssen oder fotografiere ihn wenn er schläft. Werde kreativ. Was macht deinen Hund aus? Welche Geschichte möchtest du erzählen? Arbeite mit unterschiedlichen Formaten. Ein Hochformat kann in der Hundefotografie das Portrait besonders unterstreichen. Fotografiere im Gegenlicht, achte darauf, das der Hund nicht mittig im Bild sitzt oder die Füße angeschnitten sind.


 

Meine Hündin Stella mit dem Smartphone fotografiert. Meistens bearbeite ich die Fotos mit einem Instagram-Filter und lade die Fotos in der App hoch. Wenn du magst, folge mir dort…

Hunde-Fotografie mit dem Smartphone? Ja, das geht, warum nicht. Der Nachteil von der Smartphonekamera ist, dass du nicht mit der Blende spielen kannst und der Autofokus oft so langsam ist, dass die meisten Hundebilder unscharf werden. Ich mache daher mehrere Fotos hintereinander, ein oder zwei in der Serie werden scharf. Ansonsten musst du bei einem Smartphonebild auf die selben Tipps achten, die ich zuvor geschrieben haben: Besonderes Licht, besonderes Perspektive, besondere Bildidee, dann werden Smartphonebilder genauso gut wie mit einer anderen Kamera auch, nur das du Abstriche an der Bildqualität machen musst und leider nicht mit Unschärfen arbeiten kannst.
Ein Tipp: Arbeite bei einem Hundeporträt mit dem Makromodus und geh ganz dich ran an den Hund, auch dann ist es möglich, mit einem unscharfen Hintergrund zu arbeiten. Wichtig ist nur, dass der Hund stillhält. Werte deine Hundebilder mit einer Bildbearbeitungsapp auf. Ob Instagram, VSCOcam oder Hipstamatic (um nur einige zu nennen), mit den mitgelieferten Filtern (auch Presets genannt) kannst du bestimmte Stimmungen hervorheben.

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Mensch und Hund: Was gibt es schöneres, als den Hund mit seiner Familie zu portraitieren. Oder ein Hund-Kind Foto? Setze den Hund in eine Beziehung. Ob das Kind mit dem Hund spielt oder das Kind den Hund streichelt und lieb hat. Versuche die Beziehung herauszuarbeiten, das ist nicht immer einfach, aber die Mühe zu üben lohnt sich. Wichtig ist dabei, das sich der zu porträtierende Mensch wie der Fotograf auch, auf die Augenhöhe des Hundes begibt. Große Menschen können den Hund auf den Arm nehmen oder sich mit ihm auf die Wiese legen. Die schönsten Foto entstehen, wenn der Hund kleinere Leckerlis bekommt und immer wieder gelobt wird. Arbeite hier mit einer Blende die nicht ganz offen ist, z.B. 4 oder 5. Warum? Wenn Hund und Mensch nicht ganz auf einer Linie/Augenhöhe stehen, werden bei einer Blende von 2.8 oder 3.5 nicht alle Augen scharf. Beispiel: Der Hund sitzt auf dem Schoss seines Herrschen, dann ist der Hund weiter vorne. Wenn du dann auf die Augen des Herrschen fokussiert und die Blende ist ganz weit offen, dann werden die Augen des Hundes unscharf. Daher schließe ein wenig die Blende, auch wenn das bedeutet, das der Hintergrund nicht ganz so verschwimmt wie bei einer weiter geöffneten Blende. Wie weit du schließen musst, das hängt von der Entfernung zum Motiv und dem Objektiv ab. Das musst du vor Ort ausprobieren.

Ich hoffe, du konntest ein paar Tipps für dich und deinen Hund mitnehmen. Achte vor allem immer darauf, dass ihr alle – vor allem der Hund – Spaß an dem Fotoshooting hat. Wenn der Hund an dem Tag keine Lust hat, dann versuche es an einem anderen Tag. In der Kinderfotografie ist es ja ähnlich, auch Kinder kann man nicht zu einem Fotoshooting zwingen. Wenn es mal nicht klappt, schimpfe mit dem Hund nicht. Wie sagt unser Hundetrainer immer so schön “Loben, wenn der Hund alles richtig macht und ignorieren, wenn er etwas nicht gut macht”. Und vergiß das Leckerli nicht!

An dieser Stelle an dickes Dankeschön an meinen Sohn und dem Jack Russel Welpen Eddy und meine Jack-Russel-Mix Hündin Stella, für das tolle Fotoshooting.

Du möchtest mich für ein professionelles Hundefotoshooting buchen? Dann ruf mich  an, ich freue mich auf euch!

18 Tipps für bessere Naturfotos

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

Wie gehst du bei der Naturfotografie vor? Auf meinen Fotospaziergängen und Wanderungen in der Natur habe ich oft die Möglichkeit, Menschen beim fotografieren zu beobachten. Das ist oft ganz interessant, dabei zuzuschauen, wie Fotos entstehen. Meistens kann ich nur verwundert den Kopf schütteln, wenn ganz schnell der Apparat aus der Tasche gezogen wird, das Foto mit einer weit entfernten Armhaltung geschossen und weitergegangen wird. Dabei wird weder nach links und rechts geguckt – noch durch den Sucher, es wird keine Perspektive angeschaut und noch weniger wird sich körperlich bewegt – der Zoom wird es schließlich richten.

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

Auf meinen Fotospaziergängen an der Mulde werde ich deswegen auch oft gefragt, wie ich denn mit einer Festbrennweite überhaupt fotografieren könnte. Ich muss dann oft schmunzeln und sage „ich bewege mich viel“. Lege mich auf den Boden, klettere auf Mauern und vor allem schaue ich genau hin und nehme mir Zeit – spricht ich mache alles um vll. die Perspektive und das Motiv zu finden, das mir vorschwebt.

An dieser Stelle bemerke ich auch immer wieder einen Widerspruch in mir selber. Zum einen behaupte ich, das es egal ist, welche Ausrüstung man besitzt, auch mit einem einfachen Smartphone, einer einfachen Kompaktkamera kann man ein schönes Foto machen, wenn man auf das Motiv, Licht und Komposition achtet. Grundsätzlich ist das auch nicht verkehrt.

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

Aber spätestens dann, wenn ich Übungen zur Blende mache und meinen Teilnehmern die Blende als Gestaltungsmittel erkläre, spielt die Ausrüstung eine wichtige Rolle. Wenn ich an meiner Kamera keine Blende einstellen kann oder nur ganz rudimentär (z.B. Objektive, deren Blende nicht weit zu öffnen gehen), dann kann ich mein Bild nicht so gestalten wie ich es möchte. Dank günstiger Preise auf dem Fotomarkt, ist die Anschaffung einer besseren Technik aber nicht das Problem. Zum Problem werden die fehlenden Technikkenntnisse (und oft auch die Verweigerung sich damit auseinanderzusetzen) und was noch viel entscheidender ist, die innere Haltung zur Fotografie.

Mit 18 einfachen Schritten zum besseren Naturfoto

Ich habe die Tipps zusammen gefasst, die mir im Laufe der Jahre dabei geholfen haben, besser zu werden.

1. Habe deine Kamera, auch wenn die Kamera dein Smartphone ist, täglich dabei und mache ein Foto. Naturfotos kannst du auch mitten in der Stadt machen.

2. Gehe mit offenen Augen durch deine Umgebung, ob mitten in der Natur oder im urbanen Raum. Die schönsten Motive findest du im Verborgenen, im Kleinen, im Unscheinbaren. Schau genau hin.

3. Versuche das „Sehen“ zu lernen. Oft laufen wir durch unsere Umgebung und sehen nur das, was wir erwarten und nicht das was tatsächlich da ist. Schenke dem Motiv deine völlige Achtsamkeit. Verlass dich nicht auf deine Gedanken, die das Motiv bewerten und beurteilen. Lasse dich auf den Moment ein und schau dir das Motiv so an wie es ist.

4. Warte nicht darauf, die schönsten Fotos zu machen, wenn du erst eine neue Kamera hast oder der atemberaubende Urlaub in der Ferne anbricht. Mach heute ein Foto und warte nicht auf den besonderen Moment, der dann nämlich nie eintreten wird.

5. Gehe vor die Tür, auch wenn mieses Wetter ist. Das Wetter kann sich schnell ändern. Oder du arrangierst dich mit dem Nebel, dem Regen, dem Sturm und machst Fotos, die ganz anders sind.

6. Achte auf deine Gedanken beim fotografieren und beim durchsichten. Bewerte nicht und beschimpfe dich nicht selber, wie misslungen die Bilder mal wieder sind. Mache deine Fotos vor dir selber nicht schlecht und vor allem nicht, wenn du deine Bilder Freunden oder deiner Familie zeigst.

7. Vergleiche dich nicht ständig mit anderen. Andere machen Fotos so wie sie es können und du machst deine Fotos so, wie du es kannst.

8. Versuche nicht andere zu kopieren, außer zu Übungszwecken. Suche dir deine Motive und deine Art der Bildbearbeitung, versuche deine eigene Handschrift zu entwickeln.

9. Freue dich über deine Fotos. Freue dich darüber, dass du dir die Zeit für dein liebstes Hobby genommen hast. Genieße die Zeit mit dir.

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

10. Nimm dir Zeit für deine Fotografie. Mach es nicht mal eben schnell. Setz dich mit dem Motiv auseinander und überlege, warum du das Foto machen möchtest, was dir daran gefällt, was es dir persönlich bedeutet.

11. Mach kein Foto für andere oder weil es gerade Mode ist. Mach sie für dich persönlich. Wenn du anfängst, dich ausschließlich nach anderen zu richten, wirst du nie die Fotos machen, die dir etwas bedeuten.

12. Wenn du keine Lust hast zum fotografieren oder dir die Ideen fehlen, dann lege die Kamera in die Ecke. Lies ein Buch, zeichne, schaue einen schönen Film. Oder gehe in den Garten, jäte Unkraut oder genieße die Sonne. Entspann dich und du wirst merken, wie schnell du wieder Lust dazu bekommst Fotos zu machen.

13. Setzte dich mit der Technik deiner Kamera auseinander. Erst wenn man die Technik gut beherrscht, sind die Gedanken frei für die Kreativität. Wenn ich erst überlegen muss, wie ich die Blende einstellen muss, ist u.U. das Motiv schon wieder verschwunden. Wenn ich die Bedienung meiner Kamera im Schlaf beherrsche, kann ich auch schnell agieren und Momentaufnahmen einfangen.

14. Schaue dir jeden Tag Fotos an. Ob in Zeitschriften, auf Fotoplattformen, in Modekatalogen oder Tageszeitungen. Schaue dir wenn du magst Fotoausstellungen in Galerien oder Museen an. Wie sind die Bilder aufgebaut, woher kommt das Licht? Wie sieht die Komposition aus?

15. Beschäftige dich mit Kompositionsregeln, mit Farben und mit dem Licht. Kombiniere diese.

16. Wenn du keine Zeit hast, dann lass es mit dem fotografieren. Entweder du machst es mit Liebe und Muße oder gar nicht.

17. Wenn jemand dein Foto kritisiert, höre es dir an und überlege, was du davon für dich annimmst und was nicht. Kritik kann sehr weh tun, aber wenn sie ehrlich ist, kannst du viel daraus mitnehmen. Unterbrich denjenigen aber nicht, du weißt nicht, was er noch sagen will. Erkläre dich nicht und schon gar nicht dein Foto. Wenn du anfängst mit Begründungen, warum du dies oder jenes nicht gemacht hast und warum, davon wird es auch nicht besser. Speichere die Kritik für dich ab und denke bei der nächsten Umsetzung daran.

18. Gebe nicht auf. Mach weiter. Jeden Tag ein bisschen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen…

Erkennst du dich in manchen Punkten wieder? Wo siehst du deine Schwächen und Stärken? Woran möchtest du arbeiten?

Wenn du mehr über Naturfotografie lernen möchtest, empfehle ich dir mein Buch „Naturfotografie mal ganz anders“ oder ich freue mich, dich in meinem Workshop Naturfotografie oder in einem meiner monatlichen Fotospaziergänge im Muldental begrüßen zu können.

Einfache Tipps für beeindruckende Naturaufnahmen

Einladung “Bilderzeit für mich”

Die Welt ist voller Bilder: schöne Bilder, traurige Bilder, Bilder die mir Freude bereiten und in mir Sehnsüchte hervorrufen und leider eine ganze Menge Bilder, die ich sofort wieder vergessen habe. Vor ein paar Tagen habe ich mein eigenes „Anschau“ Verhalten bei Instagram hinterfragt. Es ist ein netter Zeitvertreib kurz vor dem Aufstehen, zwischendurch beim Frühstück, während der Hunde-Runde, abends im Restaurant und kurz vor dem Schlafen gehen, noch mal schnell die Bilderliste bei Instagram durchzuscrollen. Bilder, die mir gefallen, bekommen ein Herzchen, ganz besondere Bilder auch mal einen Kommentar und alles andere wird einfach auf dem Display weggewischt.

Das Traurige daran ist, dass ich schon nach wenigen Stunden gar nicht mehr weiß, was ich mir angeschaut habe und mich, was noch schlimmer ist, nicht entsinnen kann, wer überhaupt das Bild gemacht hat. Obwohl ich „nur“ 200 Menschen bei Instagram folge, sind mir die Wenigsten als Name geläufig und erkenne anhand der Bildsprache, wer dahinter steckt. Mein Verhalten potenziert mit über 300 Millionen Nutzern und täglich über 55 Millionen hochgeladenen Bildern ist eine nicht besonders schöne Vorstellung. Alleine der Gedanke, dass ein Bild bei Instagram nur für vier Stunden von anderen Usern als „neu“ gesehen wird, nach 24 Stunden schon veraltet ist und aus den Stream ins Archiv verschoben wird, wirkt verstörend auf mich. Vor allem, wenn ich bedenke, dass die Entstehung eines Bildes für mich nicht nur ein kleiner kurzer Druck auf den Auslöser bedeutet, sondern eine Menge an Vorbereitungs-, Durchführungs- und Nachbereitungszeit beinhaltet. Auch sehe ich diese Qualität und Leidenschaft in Bildern anderer Fotografen und weiß, dass diese nicht mal eben entstanden sind.
Vielleicht geht es dir ähnlich, wenn du dein Bild in eines der sozialen Netzwerke hoch lädst. Sicherlich kennst du dann auch das Gefühl der Enttäuschung, dass dein Bild nicht wahrgenommen wird, und nur wenige Herzchen und Likes bekommt.

Ich habe mir persönlich die Frage gestellt, wie ich aus dieser Spirale, „immer mehr Fotos innerhalb kürzester Zeit zu produzieren“ und dem Druck, „gesehen“ zu werden wieder heraus komme? Ein Lösungsansatz ist für mich ist, dass ich nicht mehr als 1-2 Bilder pro Tag hochlade. Weniger ist bekanntlich mehr. Dazu kommt, dass ich diese Fotos bewusst auswähle und einen kurzen Text dazu schreibe. Gleichzeitig versuche ich meine Wertschätzung in Form von Kommentaren bei anderen Fotokünstlern zu zeigen. Zudem lasse ich mir für das Anschauen besonderer Fotos mehr Zeit und genieße die kleine Auszeit aus meinem Alltag.

Es ist schade, dass wir in die schönen Dinge im Leben oft so wenig Zeit investieren. Wie sagte letztens jemand so treffend:

Fünf Wochen für mehr Lebensfreude, Leichtigkeit und Inspiration durch geführte kontemplative PhotoZen-Spaziergänge mit Kamera oder Smartphone und vielen Kreativübungen für alle Sinne. Mit Audios, Texten und vielen schönen Fotografien bieten die Künstlerinnen Jana Mänz und Beatrix Rautenberg einen kontemplativen, inspirierenden Online-Kurs, eine Einladung, das eigene Leben durch bewusstes Sehen und kreatives Spiel zu bereichern. Auch ohne großes technisches Wissen können durch einfache Tipps und Tricks und vor allem durch sowohl bewusstes als auch intuitives Sehen Bilder für die Seele mit der eigenen Kamera (oder dem Smartphone) entstehen. Jede Woche ergänzt ein Sinn den grundsätzlich sehr visuellen Ansatz des PhotoZen-Kurses. Passend dazu gibt es einen thematischen PhotoZen-Spaziergang pro Woche (Zeitpunkt und Länge des Spaziergangs kann frei festgelegt werden). Außerdem gibt inspirierende Fotoslideshows, mit einfachen Mitteln zu gestaltende Foto- und Kreativübungen und einen Sinnesexkurs mit vielen Tipps und Ideen (z.B. herbstliche Kochrezepte für die Geschmacksknospen oder originelle Playlisten für die Ohren). Der kreative Umgang mit Fotografie und das kontemplative Sehen stehen im Vordergrund und werden durch die Verbindung zu den anderen Sinnen erweitert. Es gibt keine festen Regeln, kein Richtig oder Falsch, keine komplizierten Techniken zu erlernen. Es ist eine Einladung, die eigene Kreativität zu wecken und wie ein Kind mit neugierigem Blick die Welt um sich herum zu erleben. Der Kurs findet in einem geschlossenen virtuellen Klassenraum statt und beinhaltet die Begleitung der Teilnehmer durch den Austausch mit den Dozentinnen

PhotoZen – Bilder für die Seele Dein Online-Fotokurs für mehr Leichtigkeit und Freude Fünf Wochen für mehr Lebensfreude, Leichtigkeit und Inspiration durch geführte kontemplative PhotoZen-Spaziergänge mit Kamera oder Smartphone und vielen Kreativübungen für alle Sinne. Mit Audios, Texten und vielen schönen Fotografien bieten die Künstlerinnen Jana Mänz und Beatrix Rautenberg einen kontemplativen, inspirierenden Online-Kurs, eine Einladung, das eigene Leben durch bewusstes Sehen und kreatives Spiel zu bereichern. Auch ohne großes technisches Wissen können durch einfache Tipps und Tricks und vor allem durch sowohl bewusstes als auch intuitives Sehen Bilder für die Seele mit der eigenen Kamera (oder dem Smartphone) entstehen. Jede Woche ergänzt ein Sinn den grundsätzlich sehr visuellen Ansatz des PhotoZen-Kurses. Passend dazu gibt es einen thematischen PhotoZen-Spaziergang pro Woche (Zeitpunkt und Länge des Spaziergangs kann frei festgelegt werden). Außerdem gibt inspirierende Fotoslideshows, mit einfachen Mitteln zu gestaltende Foto- und Kreativübungen und einen Sinnesexkurs mit vielen Tipps und Ideen (z.B. herbstliche Kochrezepte für die Geschmacksknospen oder originelle Playlisten für die Ohren). Der kreative Umgang mit Fotografie und das kontemplative Sehen stehen im Vordergrund und werden durch die Verbindung zu den anderen Sinnen erweitert. Es gibt keine festen Regeln, kein Richtig oder Falsch, keine komplizierten Techniken zu erlernen. Es ist eine Einladung, die eigene Kreativität zu wecken und wie ein Kind mit neugierigem Blick die Welt um sich herum zu erleben. Der Kurs findet in einem geschlossenen virtuellen Klassenraum statt und beinhaltet die Begleitung der Teilnehmer durch den Austausch mit den Dozentinnen

Wir leben in einer komplexen Welt, die uns jeden Tag vor unzählige Entscheidungen stellt. Zusätzlich sind wir in unserer Gesellschaft von einem ständigen “Zuviel” an Informationen, Bildern und Produkten aller Art konfrontiert. Wir sehnen uns nach mehr Einfachheit, Leichtigkeit und Zufriedenheit. Wie schön wäre es, wenn uns unsere Leidenschaft, das Fotografieren, helfen könnte, diese Sehnsucht nach Einfachheit, Leichtigkeit und kreativer Freiheit zu stillen?

Neujahrsbrief 2016

Onlinekurs PhotoZen - Bilder für die Seele

Schon wieder ist ein Jahr vergangen, habe ich nicht erst einen Neujahrsbrief 2015 geschrieben? 2015 war ein Jahr, das mich durch viele Höhen und Tiefen geführt hat. Glücklicherweise vergesse ich schlechte Erlebnisse schneller, sodass ich auf die vielen schönen Erinnerungen zurückblicken kann.

Onlinekurs PhotoZen - Bilder für die Seele

Besonders habe ich mich über die vielen Begegnungen mit meinen Fotoschülern gefreut. Ganz außergewöhnliche Menschen haben mich in meinem Atelier besucht und wir haben wunderbare Gespräche geführt. Meine Schulungen sind sehr erfüllend für mich, da ich nicht nur viel Wissen weitergebe, sondern auch viele neue Eindrücke und Informationen bekomme. Jede einzelne Schulung ist einzigartig und wird durch die Persönlichkeiten meiner Schüler geprägt.

2015 war auch das erste Jahr, in dem ich einmal im Monat an der Mulde einen Fotospaziergang angeboten habe. Ich habe mich sehr darüber gefreut, wie gut dieser Naturfotokurs angenommen wurde. Dabei wurden die Spaziergänge durch außergewöhnliche Wetterphänomene geprägt – von eisiger Kälte, abgefrorene Hände, Sturm bis hin zu einem unglaublichen heißen Sommertag war alles dabei. Ich fand es wunderbar, denn wenn man Naturfotografie wirklich liebt, muss man bei jedem Wetter hinausgehen und schauen, welches Licht, welches Stimmung sich ergibt und einzigartige Fotos vielleicht ermöglicht. In 2016 werde ich mit meinen Fotospaziergängen weiter machen und ich freue mich schon sehr, viele unterschiedliche Menschen kennen zu lernen.

Am kommenden Samstag (17.1.) findet der erste Kurs im neuen Jahr statt. Ich freue mich, wenn du dabei bist!

Im Oktober 2015 ist mein drittes Fotobuch – dieses Mal zum Thema Produktfotografie –  erschienen. Eine wahnsinnige Arbeit und viel Herzblut stecken in ihnen und ich bin selber erstaunt, wohin mich der Weg in meiner Selbstständigkeit geführt hat.

Naturfotografie-Landschaftsfotografie-Kurse-Workshops-Schulungen-Fotografiekurse (3)

Neben den Büchern habe ich im letzten Jahr erstmalig als Autorin für die Fachzeitschrift C’t Digitale Fotografie und für das Magazin “Auszeit” gearbeitet. Aktuell ist in der Auszeit ein Artikel „Winter auf der Insel“ erschienen. Schau mal rein….

Naturfotografie-Landschaftsfotografie-Kurse-Workshops-Schulungen-Fotografiekurse (2)

Ich bin gespannt, was sich in 2016 für mich ergibt. Das schreiben und fotografieren für Zeitschriften und Magazine macht mir sehr viel Spaß, sodass ich mir viele neue Projekte wünsche.

Im letzten Sommer habe ich mir einen lang ersehnten Traum erfüllt: Eine Fotoreise durch die Bretagne. Über AirBnB hatte ich das Glück, ein privates Künstlerhaus mieten zu können, von dem aus ich jeden Tag in eine andere Richtung meine Fototouren starten konnte. Auch wenn das Wetter sehr durchwachsen und nicht sehr fotogen gewesen ist, hat mich die Bretagne sehr erfüllt. Die Natur, die Menschen und das Essen – es war sehr beeindruckend.
Und ich musste mich an meine eigenen Worte aus meinem Buch “Rügen eine Winterreise” erinnern, in dem ich schrieb, das wirklich gute Landschaftsfotos erst dann entstehen können wenn man viel Zeit investiert. 14 Tage waren einfach zu wenig, um die Schönheit der Bretagne in Fotografien zu erfassen, sodass ich mich mit einer Handvoll ausdrucksstarker Bilder zufrieden geben muss. Irgendwann in meinem Leben möchte ich dort gerne einmal eine längere Zeit verbringen und so richtig in dieses Land eintauchen.

Onlinekurs PhotoZen - Bilder für die Seele

Das schöne an meinen Kursen ist, dass sie auch mich persönlich weiter bringen. Gerade in 2015 habe ich viel an meinen Fotoarbeiten gezweifelt und mit mir als freiberufliche Künstlerin gehadert. In den letzten Monaten war ich sehr intensiv auf Instagram unterwegs und habe mir angeschaut, was Fotokünstler auf der ganzen Welt machen. Über Kontinente und Kulturen hinweg habe ich die unglaublichsten Arbeiten gesehen und war davon zutiefst beeindruckt. Gleichzeitig hat mich diese Masse an wunderbaren Fotografien verunsichert, ja teilweise erschlagen. Nicht nur einmal stellte ich mir die Frage, warum ich das mache, wo es doch schon soviele Fotografen auf dieser Welt gibt. Gleichzeitig musste ich schmunzeln, wenn ich Berichte anderer Künstler gelesen habe, denen es ähnlich geht. Von allen künstlerischen Richtungen gibt es unglaublich viele und trotzdem ist jeder für sich einzigartig. Dabei tat es mir gut zu erfahren, dass ich mit meinen Gedanken und Sorgen nicht alleine bin. Das wir alle unseren Platz finden müssen.

Ich erinnerte mich in den letzten Wochen an meine Zeit, als ich Abitur machte. Damals sang ich im Theaterchor, besuchte einen Mal- und Zeichenkurs für angehende Studenten der Burg Giebichenstein und bereitete mich auf die Prüfung für ein Kunststudium vor. Ich war Mitglied in einem Literaturzirkel und machte ein Praktikum bei einem Keramiker. Es interessierte mich alles und probierte mich aus.  Als ich durch die Prüfung für das Kunststudium fiel, schmiss ich alles hin und studierte Geographie – ein Fach das sehr naturwissenschaftlich ist und augenscheinlich wenig mit Kunst zu tun hatte.

Es brachte mich aber zur Fotografie und damals hätte ich mir bei vorstellen können, einmal künstlerisch selbstständig zu werden. Was im Laufe der Jahre verloren ging, war mein Drang, andere Handwerkstechniken auszuprobieren. Die letzten 15 Jahre habe ich mich ausschließlich auf die Fotografie fokussiert und gerade in der Zeit in der ich sehr an mir zweifelte, merkte ich, dass mir die anderen Dinge fehlen.

Und so habe ich mir für 2016 vorgenommen, wieder andere Techniken zu erlernen, mich mit anderen Künstlern zu treffen und selber Kurse zu belegen.

Mit diesem Ausblick auf das neue Jahr möchte ich meinen Neujahrsbrief beenden. Ich habe mir neue Ziele gesetzt, Ziele die erreichbar sind und mich sicherlich künstlerisch weiterbringen werden.
Vielleicht entsteht daraus irgendwann ein neues Buch oder eine andere Art der Fotografie. Ich weiß es nicht, aber ich freue mich auf die vielen neuen Möglichkeiten.

Ich wünsche dir ein wunderbares, gesundes neues Jahr 2016. Vielleicht könnte ich dich in wenig inspirieren, was du im neuen Jahr für dich tun kannst oder lerne ich dich in einem meiner Kurse kennen. Ich freue mich auf Post von dir und vielleicht schreibst du mir, was dich bewegt….

Herzliche Grüße
Jana Mänz

Romantischer Fotospaziergang im Zauberwald

Fotospaziergang im Zauberwald am Hintersee Natur- und Landschaftsfotografie Workshop Inhalt: Natur- und Landschaftsfotografie ist keine Frage der teuersten Fotoausrüstung und einer aufwendigen Fernreise. Viel wichtiger ist das Sehen und Wahrnehmen eines ganz besonderen Motivs. Das kann direkt vor Ihrer Haustür liegen und noch so klein und unscheinbar sein. Mit ein wenig Kreativität und der Anwendung von Komposition, Licht und Blende machst du aus einem langweiligen Bild ein ganz besonderes Foto. Ich möchte dir meine Herangehensweise zur Naturfotografie gerne vermitteln. Dabei gehe ich ganz individuell auf deine fotografischen Vorkenntnisse ein und verrate bei einem gemeinsamen Fotospaziergang Übungen, kreative Bildgestaltung und persönliche Tipps. Dabei geht es nicht nur um die Kameratechnik, sondern auch um das Sehen, Wahrnehmen und die Inspiration, die Sie in der Natur in jeder Jahreszeit finden können. Ich werde dich nicht mit grauer Theorie langweilen, sondern vielmehr vor Ort auf deine Fragen eingehen. Individuell und persönlich. Komm mit mir auf einen Naturfotografie Spaziergang an einem der schönsten Orte im Berchtesgadener Land: Der Zauberwald am Hintersee (Ramsau), laden zu jeder Jahreszeit zu einem Naturfotografie-Workshop ein.

Kennst du mein Buch „Naturfotografie mal ganz anders“? Wenn ja, weißt du sicherlich, dass ich leidenschaftlich gerne im Winter an der Ostsee als auch in den Alpen unterwegs bin. Gegensätzlicher können die Landschaften nicht sein, aber genau das liebe ich. Die raue winterliche See als auch die klaren kalten Tage in den Bergen.
Beide Gegenden haben im Winter eines gemeinsam: Jenseits der touristischen Gebiete kann man stundenlang alleine in der Natur sein. Es ist traumhaft schön, im Berchtesgadener Land durch den Schnee zu wandern, Tierspuren zu entdecken und dann nach einem langen Fotospaziergang sich in einer Hüte am Kamin mit einem Glas Jagertee aufzuwärmen.
Möchtest du mit mir genau so einen Fotospaziergang erleben? Dafür habe ich einen der schönste Orte im Nationalpark Berchtesgadener Land auserkoren: Den Zauberwald am Hintersee (Ramsau).

In den letzten Weihnachtsferien war ich dort und habe bei frühlingshaften Temperaturen auf den Schnee gewartet, der sich erst zögerlich durch Schneeregen ankündigte. Dabei sind wunderschöne Naturbilder entstanden.

Denn egal ob wir am 27.12.2015 Schnee haben werden oder nicht, der Rundwanderweg durch den Zauberwald ist traumhaft schön. Ich möchte dich herzlich dazu einladen, mich am Sonntag um 11 Uhr zu begrüßen.
Eine gute Gelegenheit, sich nach Weihnachten zu bewegen, neue Menschen kennen zu lernen und sich gemeinsam über unsere Leidenschaft der Fotografie auszutauschen. Der Spaziergang dauert zwischen 2-3 Stunden und wer mag, kehren wir gemeinsam auf einen Jagertee und einer Brotzeit anschließend ein.

Wenn du nicht dabei sein kannst, vielleicht magst du meinen Fotospaziergang als Gutschein zum Fest verschenken? Für alle die im Großraum München-Salzburg wohnen, ist der Parkplatz im Nationalpark innerhalb von ein bis zwei Stunden erreichbar.

Hier geht es zur Buchung

PS: Kinder sind herzlich willkommen und können bis zum 12. Lebensjahr kostenlos dabei sein!

Wie fotografiere ich?

Bei dem Wort “Fotoschule” denkt jeder sofort an die technischen Grundelemente, wie Blende, Belichtungs etc. pp, die es zu lernen und zu verinnerlichen gilt. Als ich vor zwei Jahren meine erste Fotoschule im Internet veröffentlichte, folgte ich diesem ausgetretenen Pfad, schien er doch von allen Lehrmeistern der Fotografie als der richtige gepriesen zu sein. Und richtig, die Kenntnisse über die Technik sind zentrale Bestandteile und der sachverständige Umgang mit dieser sind – neben Komposition und einer Portion Kreativität – der Schlüssel zum Erfolg. Doch wie kommt es, dass sehr häufig, obwohl der sichere Umgang mit der Technik vorhanden ist, die Fotografie nicht so wird, wie wir es uns wünschen? Was passiert, wenn ich mein Motiv gefunden habe? Wie verhalte ich mich? Diese Frage stand in unserem letzten virtuellen Meet and Greet im Raum und ich merkte, so einfach wie die Frage war, umso wichtiger empfand ich sie. Habt ihr euch schon einmal die Frage gestellt, wie ihr euch beim Fotografieren verhaltet? Seid ihr eher der Typ, der von einem Motiv 10 minimal unterschiedliche Aufnahmen macht, möglichst schnell hintereinander, auf dem Sprung zum nächsten Motiv, das hinter der nächsten Ecke schon auf euch wartet? Seid ihr der Typ, der erst einmal nur schaut, die Umgebung wahrnimmt und dann erst fotografiert? Seid ihr der Typ, der über das Display der Kamera die Umgebung scannt oder eher jemand, der mit dem Sucher komponiert? Seid ihr der Typ, der am liebsten im Stehen fotografiert und sich dabei möglichst nicht bewegt oder seid ihr eher sportlich veranlagt und liegt auch schon mal mit der guten Hose im Dreck? Reflektiert an dieser Stelle eure Fotografier-Gewohnheiten und versucht beim nächsten Mal, etwas zu verändern. Fragt ihr euch an dieser Stelle, wieso ihr das machen solltet?

Häufig sind die Fotografiergewohnheiten am Anfang auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Leider ist es später sehr schwierig, schlechte Gewohnheiten wieder abzulegen, sobald sie sich eingefahren haben. Ob ihr einer schlechten Gewohnheit nachhängt, kannst du nur selber beurteilen: Machst du viele Fotos, die Ausschuss sind? Bist du unzufrieden mit deinen Fotos? Werden sie so, wie du dir das erhofft hast? Wenn nicht, kann es, trotz intensiven und langjährigen Fotografieren, daran liegen, dass du noch nicht deine Methode zum Fotografieren gefunden hast, sondern in eingefahrenen Wegen festhängt.

Wie oft habe ich in diversen Fotoschulen den kleinen Satz gelesen, dass man Kinder immer auf Augenhöhe fotografieren sollte. Das heißt im Normalfall, dass ich als Erwachsener in die Hocke gehe oder mich hinknie. Doch wie oft habe ich das schon gesehen? Selten. Die allermeisten knippsen von oben herab, bewegen sich keinen Schritt und drehen wie wild an ihrem Zoomobjektiv herum. Und an dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich mich am Anfang meiner Fotografie ähnlich verhalten habe. Teilweise habe ich 100 Bilder von ein und dem selben Motiv in 100 minimalen Varianten geknipst. War es nur Faulheit oder weil ich es nicht besser wusste? Was waren die Gründe für mein Verhalten? Und warum sehe ich mein damaliges Verhalten auf meinen Fotoexkursionen wie einen Spiegel immer wieder bei anderen, meist gepaart mit den teuersten Kameramodellen und größten Zoomobjektiven?

Und warum muss jeder dieses andere Verhalten erst erlernen bzw. reflektieren? Aus eigener Erfahrung kann ich heute sagen, dass ich damals viel bessere Fotos hätte machen können, wenn ich mich bewegt hätte. Wenn ich so neugierig gewesen wäre, um mich auch auf den Boden zu legen und einen anderen Blickwinkel gesucht hätte. Fotografie ist mehr, als nur auf Augenhöhe ein Motiv abzulichten. Fotografie bedeutet zu klettern, zu robben, nass und schmutzig zu werden, zu frieren – und leider nicht umgänglich – von anderen angegafft und blöd angesprochen zu werden. Ich erinnere mich an das letzte Frühjahr, als ich im Schneematsch die ersten Schneeglöckchen liegend wie ein Käfer fotografiert habe und ich von einer älteren Dame sehr skeptisch beobachtet wurde. Es gehört auch dazu, auf Mauern zu klettern und den Mut zu haben, auch mal verbotene Dinge zu machen. Was ich in der Zeit, in der ich nun schon fotografiere, gelernt habe ist der Blick des Suchers. Das Kameraauge sieht anders als unser Auge. Und je mehr ich fotografiere, desto mehr lerne ich, wie die Kamera sieht, was mir hilft, schon vorher zu beurteilen, ob ein Motiv funktioniert oder nicht. Bevor ich heute fotografiere (außer es muss schnell gehen) betrachte ich ohne Kamera das Motiv, bewege mich und suche eine gute Stelle. Und erst wenn ich im Sucher genau das sehe, drücke ich den Auslöser. Während ich früher hektisch und unter selbstauferlegten Zeitdruck wie wild knippste, versuche ich heute zu entschleunigen, runter zu kommen und mir zu überlegen: Was sagt mir das Foto? Wie oft habe ich schon die Kamera wieder zurückgelegt, ohne ein Foto gemacht zu haben. Das was ich schreibe, war ein Prozess von Jahren und es gehört auch Mut dazu, das Foto nicht zu machen oder es, wenn es nichts geworden ist, auch gleich wieder zu löschen.

Es passiert heute immer noch oft, dass mir das Motiv hinterher nicht mehr gefällt oder die Komposition nicht ganz sitzt, doch sind heute nur noch wenige Fotos für den Papierkorb, weil sie technische Fehler aufweisen, weil sie unscharf oder verwackelt oder über-/unterbelichtet sind. Es war ein Prozeß, der in meinen Augen – auch wenn manche das nicht hören mögen – viel mit der Beherrschung der Technik zusammenhängt. Ich fotografiere zu 98% im manuellen Modus und weiß inzwischen einigermaßen, was herauskommt, wenn ich diese oder jene Einstellung wähle. Ich brauche nicht großartig darüber nachzudenken, sondern kann mehr Zeit für die Gestaltung aufwenden. Ich habe mir die Fotografie im manuellen Modus angewöhnt, weil ich es nicht mag, Kontrolle über mein Bild an die Maschine abzugeben, doch das ist eine rein persönliche Entscheidung, mit der ich mich wohl fühle und die für mich die richtige ist.

Die Überbewertung der Technik und die Reduzierung der Fotografie auf die Technik ist, meiner Meinung nach, der Fehler, der häufig hinter den vielen Fotoschulen, die auf dem Markt sind, steckt. Dabei wird übersehen, dass die Technik lediglich das Mittel zum Zweck ist: Sie ist nicht mehr als die Beherrschung eines Werkzeugs. Wir machen Fotos nicht, um eine bestimmte Blende zu verwenden, sondern wir verwenden eine bestimmte Blende, um genau das Foto zu gestalten, das wir im Sinn haben. Ob die Technik sitzt, hängt nicht davon ab, ob ich die Blendenreihe fehlerfrei aufsagen kann oder ob ich weiß, wie ein Objektiv konstruiert ist, sondern allein davon, dass ich weiß, was passiert, wenn ich auf diesen oder jenen Knopf, an diesem oder jenem Rädchen drehe. Das Schwierige an der Fotografie ist nicht die Technik in der Kamera… daher wollen wir heute damit anfangen, dass wir unser Fotoverhalten reflektieren und überdenken, bevor wir weiter in die Materie “Fotoschule” eintauchen. Denn alles fängt damit an, dass wir uns bewußt werden, was wir eigentlich tun.

Hausaufgabe

Ich möchte dir eine  “Hausaufgabe” mit auf den Weg geben. Wenn du genug Zeit hast, dann lass zwischen den beiden Teilen der Aufgabe einen Tag vergehen und vergleiche am Ende die Fotos:

Geh in die Stadt und fotografiere ein Wahrzeichen. Fotografiere es einmal so, wie du es von Postkarten her kennst und wie du sonst auch fotografiert. Denkt gar nicht weiter nach, wie du das anders machen könntest, sondern fotografier so wie immer.

Wenn du fertig bist, dann geht einen anderen Weg und schau dir das Wahrzeichen noch einmal an: Gibt es interessante Details an dem Wahrzeichen? Wie sieht es von unten aus? Versuche andere Perspektiven zu finden. Bewege dich um das Motiv. Probiere dabei verschiedene Blenden aus, bleibe aber bei einem Objektiv. Mach dir bewußt, was du da eigentlich tust. Überlege dir vorher, was genau du zeigen wolltest.

Wichtig: Du darfst nur 10 Fotos mit nach Hause bringen. Vergleiche zu Hause, was hinterher anders ist.