Kategorie: Landschaftsfotografie

Wie ich im Frühjahr zur Sturmjägerin wurde

Eindrucksvolle Gewitter- und Unwetterfront über Sachsen in Deutschland

Heftige Sturmfronten und Gewitter sieht man meistens eigentlich nur im Fernsehen. Im Frühjahr hatte ich auf dem Weg nach Hause das Glück, mitten in eine aufziehende Sturmfront hinein zu fahren. Wie immer in diesen Momenten muss ich einfach anhalten und Fotos machen – auch wenn die Familie im Hintergrund Zeter und Mordio schreit. Einfach nur weiterfahren, dass wäre ein Frevel gewesen.

Eindrucksvolle Gewitter- und Unwetterfront über Sachsen in Deutschland

Besonders spannend waren für mich nicht nur die Wolkenformationen am Himmel sondern auch das durchbrechende Licht. Das hat der Landschaft etwas magisches gegeben. Die aufsteigenden Nebel stammten dabei aber nicht von der Sturmfront, sondern von den vielen Osterfeuern, die an diesem Samstagabend entzündet wurden.

Eindrucksvolle Gewitter- und Unwetterfront über Sachsen in Deutschland

Wie fotografiert man Sturmlandschaften mit Sonneneffekten?

Fotografiert habe ich die Landschaftsbilder mit einer weit geschlossenen Blende (f8-16) und meinem 50mm Objektiv. Ich wollte nicht nur eine hohe Tiefenschärfe erreichen, sondern auch die durchbrechenden Sonnenstrahlen als Sternchen fotografieren. Dadurch wurden die Bilder gleichzeitig sehr dunkel und mystisch, was zur Stimmung des Moments sehr gut passte. Um diesen Effekt zu betonen, habe ich noch eine ganze Blende unterbelichtet.

Wenn du ebenfalls mit einer weit geschlossenen Blende arbeiten willst, dann achte auf die Belichtungszeit. Ist sie zu lang, können die Bilder verwackeln. Das kannst du entweder mit einem Stativ oder einer höheren ISO verhindern.

Als ungefähre Faustregel gilt: Verschlußzeiten unter 1/80Sek sind kaum verwacklungsfrei zu halten. Besser ist eine kürzere Belichtungszeit.

Eindrucksvolle Gewitter- und Unwetterfront über Sachsen in Deutschland

Zwischen den einzelnen Motiven bin ich auf Landstrassen und der A14 entlang der Sturmfront gefahren. Sie zog sich vor mir her, sodass ich das Geschehen am Himmel aus der Ferne beobachten konnte. Das Licht änderte sich minütlich. Ein grandioses Naturschauspiel, was ich nicht oft in dieser Dramatik zu sehen bekomme…

Eindrucksvolle Gewitter- und Unwetterfront über Sachsen in Deutschland

Wenn du mit mir einen Workshop zur Natur- und Landschaftsfotografie machen möchtest, dann kannst du mich ganz persönlich buchen! Ich freue mich auf dich…

2-tägiger Workshop: Sinnliche, kreative Landschafts- und Naturfotografie

Vom Wandern über dem Nebelmeer und vom Glück des Alleinseins

Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz

Vor einigen Jahren, als ich mich noch nicht so intensiv mit der Fotografie beschäftigte, war mir nicht bewusst, wie kurz oft der Moment ist, um ein besonderes Foto aufzunehmen. In meiner Vorstellung war das sogar recht einfach, vor allem wenn die Wettervorhersage stimmte und die Sonne schien. Wie trügerisch dieser Gedanke war, merkte ich erst, als ich mich ganz intensiv mit der Landschaftsfotografie auseinander setzte.

Spätestens als ich das fünfte Mal in Folge morgens um 3 Uhr losfuhr, um pünktlich zur blauen Stunde auf der Bastei zu stehen und um einmal den Sonnenaufgang fotografisch festzuhalten, der mir vorschwebte. Doch so einfach ist das nicht, vor allem wenn man nicht mal eben um die Ecke wohnt und man spontan losfahren kann.
So braucht es eine große Portion Glück mit seiner Kamera zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Manchmal gelingt es nie und manchmal erlebt man dieses Glück ganz unverhofft.

Letztes Wochenende wurde ich vom Tourismusverband Sächsische Schweiz zu einem Fotografentreffen nach Bad Schandau eingeladen. Da die Sächsische Schweiz nicht mal eben um die Ecke liegt, bin ich das ganze Wochenende dort geblieben. Ich wollte mit meiner Familie ein bisschen wandern und ausspannen.

Da der August nicht unbedingt zu meinen fotografischen Lieblingsmonaten gehört (das Grün der Bäume und Wälder ist jetzt viel zu dunkel und schmutzig), hatte ich auch keine besonderen fotografischen Ambitionen. Ich mietete mich spontan mithilfe des Buchungsservices der Sächsischen Schweiz zwischen Bad Schandau und Rathen ein (eine große Auswahl gab es nicht, da fast alles belegt war) und da ich im Dunkeln nach meinem Termin anreiste, war ich mir der umliegenden Landschaft nicht wirklich bewusst.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Leider schlafe ich seit vielen Jahren an fremden Orten nicht besonders gut, sodass mich kurz nach Sonnenaufgang nichts mehr in den Federn hielt. Meine Hündin sah das genauso, sodass ich meine DSLR Nikon D750 mit dem leichten 50mm Objektiv schnappte und loszog. Die Unterkunft lag mitten in der Natur und als ich vor die Tür trat, sah ich wie der Nebel überall im Tag aufstieg und in der Morgensonne verdunstete.

Tage zuvor hatte es stark geregt und es war der erste Morgen, an dem die Sonne wieder schien. Wenige hundert Meter weiter sah ich den Felsen Gamrig zwischen den Nebelschwaden in der Landschaft leuchten. Er zog mich magisch an und ich spürte den Wunsch genau jetzt dort oben stehen zu wollen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, welcher Felsen dort vor mir lag und welche kunstgeschichtliche Bedeutung er hat.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Spontan zog ich los und tatsächlich führte ein schmaler Wanderweg hoch auf das 253 Meter hohe Plateau. Der Waldboden war nach dem langen Regen matschig und rutschig. Im Wald war es noch dunkel und die Bäume schüttelten die letzten Regentropfen von ihren Blättern.

Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz

Um mich Drumherum war es absolut still. Kein Mensch war zu sehen, aber auch kein Vogelgesang war zu hören. Nur das schmatzen meiner Schuhe im Matsch und das hecheln meines Hundes. Gemeinsam bestiegen wir den Gamrig.

Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz

Zwischendurch nahm ich meine Hündin auf den Arm, weil die Treppen schmal und steil wie Himmelsleitern nach oben führten. Kaum traten wir aus dem Wald heraus, umfingen uns wieder die warmen morgendlichen Sonnenstrahlen.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Überall glitzerten im Sonnenlicht die letzten Regentropfen, während im Tal der Nebel aufstieg. Eine Szenerie, die, wenn man sie nicht selber erlebt hat, kaum vorstellbar ist. So stand ich ganz alleine auf dem Gipfel des Gamrig und war überwältigt. Überwältigt, weil ich dieses Naturschauspiel ganz alleine und nur für mich bestaunen durfte. Weil ich nicht reden musste, kein Geräusch mich ablenkte und ich ganz still für mich alleine in der Landschaft versinken durfte.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Welch ein Privileg, denn die ausgetretenen Pfade hoch zum Gamrig zeugen davon, dass dieses Felsmassiv oft bestiegen wird und bei diesem Wetter hätte ich eine Vielzahl von Fotografen erwartet. Ich setzte mich auf einen Felsenvorsprung und genoss die warmen Sonnenstrahlen in meinem Gesicht.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
In diesem Moment wusste ich noch nicht, dass mein Lieblingsmaler Caspar David Friedrich, den Gamrig als ein Motiv in seinem bekannten Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ verwendete, doch ich spürte, dass dieser Berg etwas Einzigartiges ist.

Das ich dieses Nebelmeer nun mit eigenen Augen sehen konnte, hat mich mit großer Freude erfüllt.
Ich kann die Faszination Friedrichs verstehen, diese Naturgewalt so gemalt zu haben. Zumal diese Nebel in dieser Art nicht täglich sind. Wäre ich nur 10 Minuten später gekommen, hätte ich nichts davon wahrnehmen können.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Denn das Glück der aufsteigenden Nebel in der Morgensonne hielt nur einen gefühlten Wimpernschlag an. Nach wenigen Minuten zogen schnell und ganz unbemerkt dunkle Wolken auf, die mich den ganzen Tag weiter begleiteten. Schlagartig verzogen sich die Verdunstungsnebel und alles wirkte wieder trüb und grau. Die blühende Heide hörte auf zu glitzern und es wurde Zeit für den Abstieg.
Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz
Mein Erlebnis ist ein paar Tage her, doch ich spüre nach wie vor den Zauber in mir. Ein Erlebnis was mich in seiner Einfachheit überwältigt hat. Ich freue mich darüber, dass ich meine Furcht überwunden habe, dort alleine hochzuklettern. Aber gerade weil ich dort alleine war, keine weiteren Menschen den Zauber des Augenblickes störten, bin ich dankbar für diesen wunderbaren Moment. Er ist so selten geworden und er hat mich über den Tag gerettet, als ich mit vielen anderen Menschen zum Prebisch-Tor gewandert bin. Doch das ist eine andere Geschichte.


Mit meinem Handy habe ich vor Ort ein Mini-Video gedreht. So schön wie die Nebelschwaden in der Morgensonne aufsteigen…

Ein Wintertag im Zauberwald – Workshop Sinnliche Naturfotografie

Fotospaziergang im Zauberwald am Hintersee Natur- und Landschaftsfotografie Workshop Inhalt: Natur- und Landschaftsfotografie ist keine Frage der teuersten Fotoausrüstung und einer aufwendigen Fernreise. Viel wichtiger ist das Sehen und Wahrnehmen eines ganz besonderen Motivs. Das kann direkt vor Ihrer Haustür liegen und noch so klein und unscheinbar sein. Mit ein wenig Kreativität und der Anwendung von Komposition, Licht und Blende machst du aus einem langweiligen Bild ein ganz besonderes Foto. Ich möchte dir meine Herangehensweise zur Naturfotografie gerne vermitteln. Dabei gehe ich ganz individuell auf deine fotografischen Vorkenntnisse ein und verrate bei einem gemeinsamen Fotospaziergang Übungen, kreative Bildgestaltung und persönliche Tipps. Dabei geht es nicht nur um die Kameratechnik, sondern auch um das Sehen, Wahrnehmen und die Inspiration, die Sie in der Natur in jeder Jahreszeit finden können. Ich werde dich nicht mit grauer Theorie langweilen, sondern vielmehr vor Ort auf deine Fragen eingehen. Individuell und persönlich. Komm mit mir auf einen Naturfotografie Spaziergang an einem der schönsten Orte im Berchtesgadener Land: Der Zauberwald am Hintersee (Ramsau), laden zu jeder Jahreszeit zu einem Naturfotografie-Workshop ein.

Kennst du mein Buch „Naturfotografie mal ganz anders“? Wenn ja, weißt du sicherlich, dass ich leidenschaftlich gerne im Winter an der Ostsee als auch in den Alpen unterwegs bin. Gegensätzlicher können die Landschaften nicht sein, aber genau das liebe ich. Die raue winterliche See als auch die klaren kalten Tage in den Bergen.
Beide Gegenden haben im Winter eines gemeinsam: Jenseits der touristischen Gebiete kann man stundenlang alleine in der Natur sein. Es ist traumhaft schön, im Berchtesgadener Land durch den Schnee zu wandern, Tierspuren zu entdecken und dann nach einem langen Fotospaziergang sich in einer Hüte am Kamin mit einem Glas Jagertee aufzuwärmen.
Möchtest du mit mir genau so einen Fotospaziergang erleben? Dafür habe ich einen der schönste Orte im Nationalpark Berchtesgadener Land auserkoren: Den Zauberwald am Hintersee (Ramsau).

In den letzten Weihnachtsferien war ich dort und habe bei frühlingshaften Temperaturen auf den Schnee gewartet, der sich erst zögerlich durch Schneeregen ankündigte. Dabei sind wunderschöne Naturbilder entstanden.

Denn egal ob wir am 27.12.2017 Schnee haben werden oder nicht, der Rundwanderweg durch den Zauberwald ist traumhaft schön. Ich möchte dich herzlich dazu einladen.

Eine gute Gelegenheit, sich nach Weihnachten zu bewegen, neue Menschen kennen zu lernen und sich gemeinsam über unsere Leidenschaft der Fotografie auszutauschen. Der Spaziergang startet um 10 Uhr am Parkplatz Hintersee und dauert ca 6 Stunden und wer mag, kehren wir gemeinsam auf einen Jagertee und einer Brotzeit anschließend ein.

Wenn du nicht dabei sein kannst, vielleicht magst du meinen Fotospaziergang als Gutschein zum Fest verschenken? Für alle die im Großraum München-Salzburg wohnen, ist der Parkplatz im Nationalpark innerhalb von ein bis zwei Stunden erreichbar.

Hier geht es zur Buchung

PS: Kinder sind herzlich willkommen und können bis zum 12. Lebensjahr kostenlos dabei sein!

Erinnerungen: Ein Sommertag am Meer

Middelhagen, Mönchgut, Ostsee, Rügen

Sommerferien 2017 ade. Wie unglücklich waren wir am letzten Wochenende, als wir von Rügen durch einen kilometerlangen Stau nach Hause fuhren und wussten, dass die Sommerferien schon wieder vorbei sind und mein Sommertag am Meer nur noch Erinnerungen auf Papier sind.

Ich möchte dir gerne von Rügen erzählen. Anfangs hatte ich ein wenig Bedenken, mitten in der Hochsaison auf die Insel zu fahren. Zuletzt war ich in den 1990er Jahren im Sommer auf Rügen gewesen und die letzten Jahre kannte ich die Insel nur im Winter. Nun, was das Verkehrschaos im Sommer auf der Insel betrifft, hat es meine Vorstellungen noch übertroffen. Es ist unglaublich, welche Staus sich bilden. Wer noch nie auf Rügen war: Es gibt verkehrstechnisch so gut wie keine Ausweichmöglichkeiten, sodass sich alles auf wenigen Strassen bewegt.

An unserem Anreisetag war ich schon nachmittags auf der Insel und ich wurde mit einer grandiosen malerischen Gewitterlandschaft begrüßt. Die ersten Bilder sind entstanden und wie schrieb ich bei Instagram „Caspar David Friedrich hätte es nicht schöner malen können“. Die Farben haben mich einfach überwältigt. Ich fühlte mich sofort heimisch.

Wettertechnisch ging es die eine Woche durcheinander zu. Von reinstem Badewetter bis hin zum kalten Regentag war alles dabei.

Instagram
So war ich zufrieden, als am Tag meiner Ausstellungseröffnung es nicht besonders schön war und viele Besucher im Naturerbezentrum waren. Auch diesen Ort kenne ich nur im Winter und ich war geflasht, was dort im Sommer los ist. Nach vielen Stunden hingen meine Bilder und ich habe mich sehr über meine Besucher gefreut und das wir so tolle Gespräche vor Ort hatten.

Ostsee, Rügen, Sommer, Strand

In den Tagen zwischen Ausstellungseröffnung und Workshoptag verbrachten wir unsere Zeit am Strand, auf Wanderungen im Mönchgut und ich besuchte im Nationalpark Jasmund Sabine und Thomas, die im September die Sommerakademie ausrichten. Es war toll die beiden persönlich zu treffen und zu schauen, wie es vor Ort aussieht.

Die beiden wohnen direkt in der Nachbarschaft zum Nationalpark und haben einen ganz zauberhaften Ort mitten in der Natur geschaffen. Jetzt freue ich mich umso mehr, dass ich im September die Fotografiegruppe anleiten darf, schon alleine bei den beiden im Garten gibt es Millionen Fotomotive. Es gibt noch einen freien Platz in einer wunderbaren künstlerischen Gemeinschaft.

Wenn du dir spontan Urlaub nehmen kannst, dann komm mit. Informationen zum Rahmenprogramm findest du unter www.sommerakademie-ruegen.de

Leider ging die Woche schneller vorbei als ich schauen konnte und schon war der Workshoptag am Freitag angebrochen. Wir haben uns vormittags am ältesten Gasthofs Rügen getroffen und von dort ging zu Fuß in das Naturschutzgebiet Mönchgut. Das liegt ganz im Südosten Rügens, etwas abseits des Touristenstroms und einzigartig in seiner Flora und Fauna.

Als wir das Naturschutzgebiet betraten, stoppte ich die Gruppe und sagte „Ab hier beginnt das Paradies“. Tage zuvor hatte ich es schon bewandert und wusste, was uns erwartete: Alice im Wunderland hätte es nicht schön gedeihen lassen. Meterhoch wächst die wilde Möhre und bildet einen mystischen Miniwald. Über all blüht es: Blumenwiesen in allen Farben. Und alleine der Ausblick auf die wunderbare Ostsee, wenn sie in ihren blauen, grünen und türkisen Farben leuchtet.

Aufgrund des starken Windes konnten wir keine Seeadler beobachten. Ebenso waren die vielen Blumen und Blüten aufgrund des Windes schwierig zu fotografieren, sodass aus der Not eine Tugend gemacht wurde und verwischte Blumenwiesen aufgenommen wurden.

* Super Gadget Tipp für grelles Licht *
Dank Mirko, der als echter Insulaner meinen Workshop begleitete, hatten wir bei dem grellen Licht einen Viewfinder dabei. Ich kannte bisher dieses wirklich sinnvolle Gadget nicht. Wie oft habe ich meine Kamera unter meine Jacke gehalten, um bei grellem Licht etwas auf dem Display sehen zu können. Mit der Sucherlupe ist das nun Geschichte :-)

Die vielen Wassersportler auf dem Bodden waren begeistert. Es war eine Freude den Kitesurfern bei ihren meterhohen Sprüngen zuzuschauen und zum ersten Mal in meinem Leben dachte ich, dass ich das auch unbedingt mal machen möchte, so hoch über den Meer zu fliegen.
Nach der Wanderung im Mönchgut gab es die Gelegenheit für ein frisch gefangenes Fischbrötchen und einem richtig guten Kaffee und selbstgemachten Kuchen.

Middelhagen, Mönchgut, Ostsee, Rügen, Workshop

In der zweiten Hälfte des Workshops fuhren wir eine kurze Strecke nach „Klein Zicker“, das am südöstlichsten Ende Rügens liegt. Während der Vormittag sonnig und windig war (inkl. Sonnenbrand), zogen am späten Nachmittag Regenwolken auf, die sich mit Sonne und Wolken minütlich abwechselten. Eine grandiose Ostseekulisse erwartete uns bei diesen Lichtverhältnissen, sodass die Landschaftsfotografie nun richtig zum Einsatz kam. Wellengang, Gischt, Gegenlicht, dunkle Wolken – die Ostsee machte uns fotografisch glücklich.

Rot

Ich habe mich seit langem mal wieder glücklich und entspannt gefühlt, weil nicht nur das Wetter und die Landschaft meine Vorstellungen für den Workshoptag übertroffen waren, sondern auch weil ich so nette Workshopteilnehmer dabei hatte und wir viel Spaß zusammen hatten. Leider ging der Tag viel zu schnell vorbei und seitdem hat mich auch der Alltag wieder.

Geblieben sind viele, viele Fotos, die ich sichten und aussortieren muss. Um sehr mehr freue ich mich auf die Sommerakademie im September. Mein Programm für die 10 Tage steht und ich habe neue Fotoorte mit aufgenommen. Auch ich stelle immer wieder fest, dass ich nicht alles auf Rügen kenne und das immer wieder eine Überraschung auf mich wartet.

Sommer – Ferien – Spaß und ganz viel kreative Freiheit

Sommerbilder – dein Onlinekurs für kreative Fotoideen Tipps und Ideen für den perfekten Fotosommer

Endlich, die Sommerferien stehen vor der Tür. In zwei Wochen beginnen in Sachsen schon die Schulferien. Das Schuljahr war lang und wir freuen uns alle darauf. Nach wie vor ist es aber für mich sehr ungewohnt, das die Ferien so früh beginnen und noch viel früher, nämlich in der 1. Augustwoche enden. Seit meiner Kindheit, in der wir den ganzen Juli und August Sommerferien hatten, stehen diese zwei Monate für mich als Sommer pur. Letztens habe ich eine spannende Reportage gesehen, in der erklärt wurde, warum wir welchen Monat mit dem Sommer verbinden. Und warum im Süden Deutschlands die Menschen einen anderen Monat haben, als die im Norden. Geprägt hat uns unsere Kindheit und natürlich, wann wir Ferien hatten. Ich wünschte, ich könnte meinem Sohn auch den ganzen Juli und August als Sommerferienzeit schenken und er müsste nicht wieder so früh in die Schule zurück. Glücklicherweise kennt er es nicht anders und damit ihm der Einstieg in die Schule nicht so schwer fällt, nehme ich ihn eine Woche auf meine Lieblingsinsel nach Rügen mit.

Vielleicht möchtest du auch mitkommen?
Am 1. August werde ich im Naturerbe-Zentrum Prora/Binz, direkt im Besucherzentrum am Baumwipfelpfad meine Fotoausstellung „Rügen, eine Winterreise eröffnen“ und wenn du magst, können wir uns dort verabreden.

Wenn du gerne mit mir fotografieren gehen möchtest, dann habe ich einen ganz besonderen Termin für dich:

Ein Tag am Meer Workshop Sinnliche Naturfotografie Ruegen

Am Freitag den 4.8.2017 werde ich einen ganztägigen Landschafts- und Naturfotografie Workshop organisieren und dir zeigen, wie meine Fotos mit dem 50mm Objektiv entstehen, wie ich Motive sehe und worauf ich achte.
Hast du Lust dabei zu sein? Wenn du magst, bring deine Familie mit. Kinder bis 12 Jahre dürfen kostenfrei dabei sein und ich werde für die Kinder, die Spaß an der Fotografie haben, kleine Aufgaben dabei haben.

Denkst du jetzt: „Schade, ich kann nicht dabei sein?“, entweder weil du arbeiten musst oder Rügen zu weit weg ist?

Ich kann das verstehen und darum habe ich mir gedacht, dass ich diesen Sommer gerne einen Kreativ-Sommer-Onlinekurs organisieren möchte. Unter dem Motto:

Bildersommer – dein Onlinekurs für kreative Fotoideen
Tipps und Ideen für den perfekten Fotosommer

Sommerbilder – dein Onlinekurs für kreative Fotoideen Tipps und Ideen für den perfekten Fotosommer

möchte ich dich 4 Wochen lang mit kreativen Anregungen und Aufgaben unterstützen.
Am Ende des Sommers hältst du eine Erinnerung in den Händen, die dich noch später an eine wunderbare Zeit erinnern wird. Und egal ob du im Urlaub bist oder arbeiten musst, du bekommst sie jeden morgen in deinen virtuellen Briefkasten geschickt. Du kannst die Ideen sowohl an deinem Urlaubsort als auch zu Hause umsetzten. Und wenn du diesen Sommer keinen Urlaub hast, dann ist dieser Kurs die perfekte kleine Auszeit nach deiner Arbeit.

Dieser Sommerkurs ist keine strenge Fotoschule sondern eine entspannte Kreativitätsschmiede. Es geht um deine Sommergeschichte, deine Erinnerungen und das du sie mit der Kamera aufnimmst. Der Onlinekurs ist auch kein reiner Landschafts- und Naturfotografiekurs sondern eine spannende Mischung aus Natur, Leben, Familie, Kinder, Reisen, Sommer und ganz viel Freude.

Wenn du magst, kannst du deine Erlebnisse und Bilder im geschützten Kreativraum posten und dich mit anderen Teilnehmer/Innen austauschen. Das Besondere an dem Onlinekurs ist, dass du mich als ganz persönlichen Coach dazu buchen kannst. Dann bin ich für dich und deine Fragen individuell da und kann dich unterstützten.

Der Onlinekurs  beinhaltet fakultativ einen  Workshop am 29.7.2017 bei mir in Grimma. An diesem Tag werde ich dir die schönsten Plätze im Muldental zeigen und dir mit Rat und Tat bei deiner Fotografie zur Seite stehen. Ich werde dir bei Fragen zu deiner Kamera helfen. Am Ende des Tages werden wir zusammen grillen und uns dabei über Fotografie austauschen können.

Was meinst du, möchtest du diesen Sommer dabei sein? Ob Online, per Skype oder direkt vor Ort in Grimma oder auf Rügen – ich bin gerne für dich da!

Oder möchtest du, dass ich im kommenden Jahr deine Region komme? Dann schreibe mir eine E-Mail mit deinen Wunschorten und Landschaften, an denen wir einen Kurs zusammen machen können.

Ein Tag am Meer – Workshop Sinnliche Naturfotografie Rügen

Ein Tag am Meer - Workshop Sinnliche Naturfotografie Rügen

Im 1. August 2017 werde ich im Naturerbezentrum Binz/Prora, im Besucherzentrum am Baumwipfelpfad meine Fotoausstellung “Rügen, eine Winterreise” eröffnen.

Bei uns im Sachsen beginnt in der ersten Augustwoche die letzte Ferienwoche und daher werde ich mit meiner Familie ein paar Tage an der See genießen. Ich freue mich schon darauf, eine Sommerwoche an der Ostsee zu verbringen und viele neue Motive mit nach Hause zu bringen. Die letzten Jahre war ich immer nur im Winter dort. Ich kenne die Insel gut und vielleicht hast du Lust und Zeit am Freitag den 4. August 2017 , mit mir einen Fototag am Meer zu verbringen?

Ein Tag am Meer Workshop Sinnliche Naturfotografie Ruegen

Gemeinsam werden wir uns mit Natur- und Landschaftsfotografie beschäftigen. Ich möchte dir zeigen, wie meine Fotos entstehen, worauf ich achte. Bildgestaltung und Licht sind dabei meine wichtigsten Kriterien. Die Fotografie steht dabei im Mittelpunkt, aber nicht die Fotoausrüstung. Daher wäre es sinnvoll, dass du dich auf max. 2 Objektive beschränkst, sodass du mit leichtem Gepäck unterwegs bist.

Ein Tag am Meer - Workshop Sinnliche Naturfotografie Rügen

Der Workshop geht den ganzen Tag. Unterwegs werden wir Mittags eine Kleinigkeit wie ein Fischbrötchen, Kaffee etc. kaufen. Bitte bringe Getränke und eine kleine Wegzehrung mit. Den Workshop können wir gemeinsam bei einem Abendessen nach 19:00 Uhr ausklingen lassen.

Selbstverständlich sind Kinder  gerne willkommen und können bis 12 Jahre kostenlos am Workshop teilnehmen. Für Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren kostet er nur 49,- Eur und ich werde gerne  kindgerechte Foto-Aufgaben für einfache digitale Kameras/Smartphones mitbringen.

Ein Tag am Meer – Workshop Sinnliche Naturfotografie Rügen

Bildbearbeitungsworkshop: Fotografien wie gemalt

Vom Foto zum GemäldeBildbearbeitungsworkshop mit TexturenWie finde ich meinen eigenen Look?

Oft werde ich gefragt: “Jana, wie geht das mit den Texturen, sodass die Fotos aussehen wie gemalt? Wie arbeitet man mit Ebenen und wie geht das in Photoshop (Elements)?”

Texturen Workshop: Vom Foto zum Gemälde

Auf meinen Fotoreisen ist nicht immer soviel Zeit, intensiv in den Bildbearbeitungsprozess einzutauchen. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, dass ich in diesem Jahr zwei Intensiv-Workshopwochenenden zum Thema “Bildbearbeitung mit Texturen in Photoshop (Elements)” anbieten möchte. Der erste Kurs findet im Mai, der zweite im November statt. In einer kleinen Gruppe von max. 3 Teilnehmern kann ich ganz individuell auf deine Vorkenntnisse eingehen und mit dir die verschiedenen Funktionen üben. Neben der Computer-Arbeit gehen wir auch raus und suchen nach Texturen und Motiven, die wir später verschmelzen lassen.

Acrylfarbe, Holz, Kreativübung, TransferdruckEbenso drucken wir die drei schönsten Fotos auf Büttenpapier aus und ich zeige dir, wie ein Fineart-Print gemacht wird. Anschließend ziehen wir die Fotos auf, sodass du eine wunderbare Erinnerung an unseren Workshop in Grimma mit nach Hause nehmen kannst.

Neben den vielen Gesprächen rund um die Fotografie und Bildbearbeitung essen wir gemeinsam zu Mittag. Kalte und warme Getränke stelle ich selbstverständlich zur Verfügung und sind ebenso wie das Mittagessen im Preis inbegriffen.

Was musst du mitbringen? Deine Kamera, deinen Laptop mit den Bildbearbeitungsprogrammen Lightroom, Photoshop (Elements). Die Version der Programme ist egal, du solltest aber schon ein paar wenige Grundkenntnisse mitbringen. Ebenso Maus oder Grafiktablet, Stromkabel und Übertragunskabel. W-LAN ist im Atelier vorhanden.

Hast du Lust auf ein kreatives Inspirationswochenende mit Gleichgesinnten, guter Musik, schmackhaften Essen und spannenden Gesprächen?

Ich freue mich auf dich! Weitere Infos findest du hier:

Workshop: Vom Foto zum Gemälde

 

Fotografieren wie Caspar David Friedrich?

Fotoworkshop Landschaftsfotografie Elbsandsteingebirge Sachsen, Bastei im Sonnenaufgang

Nach einer längeren Blog-Pause möchte ich mich mit einer guten Nachricht zurückmelden. Besonders freue ich mich über die Nachricht, dass mein Fotografie-Workshop in der Sommerakademie auf Rügen im September 2017 ausgebucht ist. Aber es gibt noch Plätze in den anderen Kursen wie z.B. Bildhauerei, Malerei – vielleicht interessierst du dich oder deine Familie/Freunde für einen anderen Workshop, dann besuche die Sommerakademie Webseite und wir lernen uns persönlich auf einer Abendveranstaltung kennen.

Sabine und Thomas, die beiden Veranstalter, haben nämlich ein ganz besonderes Rahmenprogramm erarbeitet. Neben viel Musik wird es unter anderem eine Führung auf den Spuren Caspar David Friedrichs in den Nationalpark geben und einen ganz besonderen Vortrag über den berühmten Maler der Romantik. Darauf freue ich mich ganz besonders, da auch meine Fotografie bzw. meine Fotoausstellung, die zum gleichen Zeitpunkt auf Rügen gezeigt wird, unter dem Thema „Romantik und Freiheit“ steht. Ich freue mich, wenn wir gemeinsam zum Naturerbezentrum Prora fahren und uns die Ausstellung anschauen.

Fotoworkshop Landschaftsfotografie Elbsandsteingebirge Sachsen, Bastei im Sonnenaufgang

Ich weiß, für viele meiner Leserinnen und Leser – und vielleicht auch für dich, ist der Weg nach Rügen sehr weit. Für all diejenigen, die gerne zu mir in einen Natur- und Landschaftsfotografiekurs kommen möchten, habe ich einen ganz besonderen Workshop im Herbst 2017 ausgeschrieben.

Fotoworkshop Landschaftsfotografie Elbsandsteingebirge Sachsen, Bastei im Sonnenaufgang

Wir bleiben auf den Spuren Caspar David Friedrich und besuchen gemeinsam im goldenen Oktober die Sächsische Schweiz. Im Berghotel auf der Bastei habe ich für max. 6 Teilnehmer/innen bis zum 28.4.2017 Zimmer reserviert. In diesem Panoramahotel wollte ich schon immer mal übernachten. Es liegt direkt auf der Bastei und man kann in aller früh – wenn alle anderen noch schlafen – den Sonnenaufgang über dem Elbsandsteingebirge fotografieren. Vorausgesetzt der Wettergott spielt mit.

Fotoworkshop Landschaftsfotografie Elbsandsteingebirge Sachsen, Bastei im Sonnenaufgang

Aber ich bin für die Wettervorhersagen positiv eingestellt, denn im Oktober gibt es diese wunderbaren Invasionswetterlagen, die dafür sorgen, das im Tal der Elbe die Nebel aufsteigen und darüber ein wunderbarer Sonnenaufgang zu sehen ist. Ich bin persönlich schon mehrfach frühmorgens um 3 Uhr aufgestanden, um pünktlich zwischen 5 und 6 Uhr auf der Bastei zur blauen Stunde zu stehen. Glücklicherweise gibt es grandiose Webseiten wie den Dämmerungsrechner, indem man sich exakt für jeden Ort auf der Welt den Sonnenuntergang und aufgang anzeigen lassen kann. Auf der Bastei kann man nur den Sonnenaufgang fotografieren, der aber in seiner landschaftlichen Einzigartigkeit jeden Morgen etwas ganz besonderes ist.

Fotoworkshop Landschaftsfotografie Tyssaer Wände Böhmische Schweiz

Neben dem Sonnenaufgang auf der Bastei und dem Ort an dem Caspar David Friedrich eines seiner berühmtesten Bilder gemalt hat, habe ich zwei ganz besondere Fotowanderungen für meine Teilnehmer/Innen herausgesucht. Zum einen werden wir zu den Tyssaer Wänden in der Böhmischen Schweiz fahren und zum anderen in ein natürliches Elbsandstein-Labyrinth.

Fotoworkshop Landschaftsfotografie Elbsandsteingebirge Sachsen, Labyrinth Langenhennersdorf

Letzteres hat seinen Namen ehrlich verdient: Erst am letzten Wochenende waren Freunde, meine Familie und ich zum wandern dort. Wir hatten unsere Kinder mit, die tatsächlich darin verloren gingen und wir Erwachsenen lange nach ihnen suchen mussten. Wir hatten zwischenzeitlich viele andere Besucher nach unseren Kindern befragt bis wir sie am Eingang des Labyrinthes spielend wieder fanden. Ein wunderbarer mystischer Ort, an dem man noch glauben mag, das es Zwerge, Trolle und Elfen gibt, die dort leben. Möchtest du dabei sein, dann schau hier nach…

Fotoworkshop Landschaftsfotografie Tyssaer Wände Böhmische Schweiz

In den letzten Winterwochen ist bei mir sehr viel passiert. Manche Tage dachte ich, dieser dunkle Winter geht nie zu Ende. In dieser Zeit habe ich dieses wunderbare Buch gelesen: „Vom Mann, der auszog, um den Frühling zu suchen: Eine Reise zur Leichtigkeit“. Es hat mich sehr beeindruckt und ich gebe es dir gerne als Lesetipp weiter. Doch jetzt wird es wirklichFrühling und es gibt weitere positive Nachrichten. In den nächsten Wochen wird bei mir sehr viel passieren und ich freue mich, wenn ich dir erzählen kann, was ich erlebe.

Frühlingshafte Grüße aus Grimma,
Herzlichst deine Jana

Mein Monatskalender 2018 ist unperfekt, bescheiden und natürlich

Wabi-Sabi 侘寂 - Die Schönheit des Unvollkommenen, Monatskalender

Unglaublich, die Tage ist schon mein dritter Monatskalender aus der Druckerei gekommen. Mein Kalender 2018 steht unter dem Thema Wabi-Sabi – die unvollkommene Schönheit der Fotografie.

Als ich 2012 auf meiner Rügenreise beschloss, ein E-Book über dieses bis dahin für mich unbekannte Thema zu schreiben, ahnte ich nicht, wie viel Einfluss es seitdem auf meine eigene Fotografie und dessen philosophische Betrachtung ausgeübt hat. Ich spüre dabei, das ich nicht alleine mit dem Thema bin. Nicht nur weil andere Fotografen seitdem über das Thema Wabi-Sabi publiziert haben, sondern auch die Menschen, die ich kennen lernen durfte und die anders an ihre Fotografie herangehen möchten.

Dabei finde ich es manchmal schade, dass Wabi-Sabi nur als ein Trend-Thema unsere Zeit betrachtet wird. Achtsamkeit, Entschleunigung “Slow-Fotografie”, Entspannung, Meditation, Rückbesinnung, “Zurück zur Natur” sind die Schlagwörter unserer Zeit – die so wie ich lernen durfte – unter dem dänischen Lifestyle-Begriff “hygge” zusammengefasst werden (schau mal in die Amazon Buchtitelliste).

Wabi-Sabi 侘寂 - Die Schönheit des Unvollkommenen, Monatskalender

An sich fühlt sich das gut an, diesen Lifestyle zu spüren und in “Vollendung” in den eigenen Alltag zu integrieren. Gleichzeitig beobachte ich eine Absurdität, vor allem wenn ich in meine beschauliche Kindheit zurückblicke, in der es normal im Winter war, bei einem guten Buch, einer heißen Tasse Tee und einer einfachen weißen Haushaltskerze gemütlich an einer knisternden Gasaußenwandheizung zu sitzen und dabei dem fallenden Schnee  am Fenster zu zuschauen. Früher viel dann auch die Schule oder die Arbeit aus, wenn der Winter mit viel Schnee übers Land zog. Dann zog man sich zurück in die gute Stube und wartete das Wetter ab.

Das war  in einer anderen Realität leben, in einer unsicheren Zeit, wurde mir vor ein paar Wochen wieder sehr deutlich. Über Nacht schneite es wie schon lange nicht mehr. Fast ein halber Meter Schnee bedeckte die Landschaft und überforderte damit auch den Winterdienst, der bei uns hier draußen erst gegen Mittag ankam. Doch bis dahin war das Desaster schon passiert: mein Partner rutsche früh morgens mit seinem Auto in einen Schneegraben. Während er versuchte, sich daraus zu befreien, rief ich in der Zwischenzeit in seiner Firma an und erzählte von dem Unglück. Ich war froh, das ihm und meinem Sohn außer dem Schrecken nichts passiert war. Ohne Empathie und Mitgefühl wurde ich nun am Telefon von seiner Firma gefragt, bis wann er denn in der Firma sein könnte. Ich war leicht schockiert. Er arbeitete an diesem Tag von zu Hause, während in den Nachrichten von einem besonders heftigen Schnee-Unfalltag für viele Autofahrer berichtet wurde. Ich sagte die Schule ab und machte – nachdem wir im Schnee völlig durchgefroren waren – ein Feuer im Kachelofen an und bereitete ein einfaches warmes Frühstück. Unter der Woche waren wir nun alle zusammen zu Hause und ich genoss die Winter-Stimmung. Das Gefühl, das nichts schlimmes passiert war, die Wärme am Ofen, die Aufregung die meinem Sohn noch mit roten Wangen ins Gesicht geschrieben stand, machte diesen Tag, der unglücklich anfing zu einem Tag voller guter Erinnerungen.

Wabi-Sabi 侘寂 - Die Schönheit des Unvollkommenen, Monatskalender

Doch ich hätte diesen Tag nie fotografieren können. Jedenfalls nicht so, wie heute Achtsamkeit, Entschleunigung, Virtualität usw. bildhaft dargestellt werden. Aufgeräumte Wohnungen, gestaltet mit Designer Möbeln und arrangierten Dekorationen. Menschen in Gemeinschaft, die perfekt aussehen: jung, schön, gesund, gut angezogen. Die dabei ihren Salat, bio und vegan aus nachhaltiger biologischer Landwirtschaft für Instagram mit dem neusten iPhone perfekt in Scene setzen. Viele dieser Bilder sehe ich täglich auf Instagram, extra für diese Plattform arrangiert. Diese Fotografien sprechen viele Menschen an, auch ich fühle mich von ihnen teilweise angezogen. In eine Welt voller Träume, die leicht, hell, freundlich, glücklich, unbeschwert auf mich wirkt, aber so nicht wirklich existiert.

Ich denke, das ist der Grund warum ich mich so sehr für Wabi-Sabi seit vielen Jahren interessiere. Wabi-Sabi ist das Bescheidene, das Stille und Leere, das Reduzierte, das nicht in Szene gesetzte, inszenierte. Wabi-Sabi ist das Unperfekte, eine Schönheit voller Fehler – ein Gegenentwurf zu unserer inszenierten, konsumorientierten Gesellschaft. Vielleicht auch, weil ich mich als “Sensibelchen” oft überfordert fühle. Vieles ist für mich zu laut, zu grell, zu voll, zu viel von Allem. Oft habe das Gefühl, dass ich im Gegensatz zu anderen Menschen viel mehr Freiraum, Ruhe, Pausen und vor allem Harmonie brauche.

Vielleicht hast du ähnliche Empfindungen und suchst nach einem Weg für dich, damit umzugehen. In meinem Kalender 2018 schreibe ich über Wabi-Sabi und verbinde damit ein neues erfülltes Jahr mit einer Ästhetik, die dich vielleicht auf eine andere Art besonders anspricht.

Mein Monatskalender 2018 ist ab sofort erhältlich.

Über die Leichtigkeit in der Fotografie

Über die Leichtigkeit in der Fotografie

Auf meinen Fotospaziergängen werde ich oft gefragt, wie ich es schaffe, das meine Fotos so leicht wirken. Das ist eine gute Frage und nicht so einfach zu beantworten. Denn wie interpretieren wir „leicht sein“ bzw. Leichtigkeit? Was macht das aus? Und empfindet nicht jeder Leichtigkeit anders?

Wenn ich in mich hinein schaue, dann habe ich das Gefühl, das ich schon mein ganzes Leben lang nach der Leichtigkeit suche. Viele Dinge die passieren und die ich nicht beeinflussen kann, fühlen sich unglaublich schwer an und ich brauche viel Kraft im Alltag, diese zu bewältigen. Sicherlich liegt die Schwere darin, dass ich über vieles zu sehr nachdenke und später feststelle, das sich auch viele Probleme von ganz alleine lösen. Aber es ist immer leichter gesagt als getan und es ist gar nicht so einfach, aus seiner Haut zu schlüpfen.
Das schöne an der Fotografie ist, dass sie für mich ein Mittel im Alltag geworden ist, diesen schweren Gedanken entfliehen zu können. Wenn ich mit meiner Kamera unterwegs bin, kann ich meine Sorgen vergessen und wenn ich wieder nach Hause komme, fühle ich mich freier und habe manchmal unterwegs einen Lösungsweg gefunden.
Über die Leichtigkeit in der Fotografie

Diese Suche nach Leichtigkeit ist deswegen auch ein Thema in meiner Fotografie. Leichtigkeit hat etwas mit Loslassen, mit Reduzierung zu tun. Und ist ein Sinnbild für helles Licht, Transparenz und dem Leerraum. Gerade der Leerraum – dem sogenannten „negative Space“ – wird oft als vergeudet betrachtet. Dabei ist es genau umgekehrt, denn dieser lässt die positiven Elemente erst hervortreten. Während kein vorhandener Leerraum das Bild überladen wirken lässt und der Betrachter gar nicht weiß, was wichtig ist und wohin er gucken soll. Die Ästhetik des Bildes steigert sich, wenn man bewusst mit leeren Flächen arbeitet.

Soll die Fotografie leichter wirken, dann arbeite mit Leeräumen. Reduziere die Bildelemente und arbeite mit hellem Licht. Leerräume erzielst du, wenn du dein Element optisch freistellst. Das kann ein einfarbiger Hintergrund (z.B. weiße Wand, blauer Himmel etc.) sein. Sollte der nicht vorhanden sein, kannst du den Leerraum durch das Freistellen des Objektes mit einer geöffneten Blende bzw. mit der Verwendung eines Teleobjektives erreichen. Es gibt verschiedene Methoden, negativen Raum abzubilden. Manchmal muss man nur die Perspektive ändern, um eine optische Freistellung zu erreichen.
Über die Leichtigkeit in der Fotografie

Habe keine Angst davor, wenig zu zeigen, zu reduzieren. Ein Anschnitt, Unschärfe oder das Spiel mit Seitenlicht bzw. Nebel sorgen dafür, dass der Betrachter träumen oder interpretieren kann. Das er sich selber etwas vorstellt. Es geht nicht immer darum, die Wirklichkeit zu zeigen.

Du möchtest mehr von mir lernen?
Komm mit mir eine Woche im Dezember nach Rügen oder besuche meinen Naturfotografie Onlinekurs im Oktober.
Ich freue mich auf dich!

Über die Leichtigkeit in der Fotografie