Fotoausstellungen

Romantik und Freiheit

Über die fotografische Serie „Rügen, eine Winterreise” von Jana Mänz

Romantik und Freiheit Über die fotografische Serie „Rügen, eine Winterreise” von Jana Mänz In der Fotokunst steht nichts still. Da wechseln die verschiedenen Strömungen, mal nähern sich die Bilder der Realität, dann entfernen sie sich wieder von ihr. Doch gerade in den vergangenen Jahren fallen viele neue Positionen der Fotografie auf, die sich klassischen Themen widmen: Vor allem die Landschaft ist heute wieder en vogue, in besonderer Weise auch eine solche, die romantisch aufgeladen ist. Solche Orte der Romantik zeigt uns die Fotografin Jana Mänz in ihrer Werkgruppe „Rügen, eine Winterreise”. „Romantik“ ist hier auch im ganz strengen Sinn zu verstehen: Sie fotografiert auf jener Insel, wo Caspar David Friedrich seine bekanntesten Bilder schuf, wie etwa auch sein Gemälde der berühmten Kreidefelsen. Friedrich und seine Künstlerfreunde wie etwa Philipp Otto Runge schufen am Anfang des 19. Jahrhunderts im deutschen Nordosten erstaunliche Bilder einer Natur, die sie nicht ausschließlich als ursprünglich begriffen haben. Sie wussten sehr genau, dass es etwa das besondere Licht ist, welches ihren Kompositionen Form verlieh. Betrachtet man die Serie von Jana Mänz, so fällt vielleicht zuerst ins Auge: Ihre Landschaft kommt ganz ohne den Menschen aus. Und doch scheint der Mensch in ihren Bilder präsent: Sie zeigt uns imaginierte Rückzugsräume, Sehnsuchtsbilder. Die Fotografin zieht ihre Inspiration aus der Natur, doch geht es ihr nicht um eine genaue Abbildung derselben. Unterschiedlich sind die Stimmungen: Wie sehen lichtdurchflutete Meeres-Bilder, dann wieder nebelverhangene Bäume im Wald. Die Natur in ihrer Stille und Einsamkeit – das ist auch ein Topos der Fotografin. Niemandem begegnete Jana Mänz bei ihren Streifzügen. Zumindest sieht man nichts davon in ihren Bildern. Der Fotograf, der durch die Einsamkeit und Stille schreitet und Bilder macht, das gab es schon seit der Erfindung der Fotografie. Denken wir an die Piktoralisten des späten 19. Jahrhunderts: Auch sie wollten kein Abbild der Realität schaffen. Es ging ihnen darum, Bilder von menschlichen Gemütszuständen in der Natur wiederzufinden. In gewisser Weise folgen die Farbfotografien von Jana Mänz dieser Tradition. Glücklicherweise muss sie sich aber nicht mit einem anderen Problem befassen, dass die Piktoralisten noch hatten: Die Fotografie ist inzwischen als Kunstform anerkannt. Was früher in der Dunkelkammer geschah, die intensive Nachbearbeitung, das passiert heute in der digitalen Dunkelkammer. Unschärfen etwa, vermeintlich fehlerhafte Farben, das ist die Freiheit, die sich die Fotografin nimmt. „Freiheit“ ist ein Begriff, der uns wieder zurück zur Romantik führt. Die Fotografin Lillian Bassman hat es einmal so formuliert: „Romantik bedeutet für mich, sich nicht von Konventionen einsperren zu lassen; sie ist unser letztes Stück Freiheit.“ In diesem Sinne erklärt sich auch der romantische Zug im Werk von Jana Mänz, das sich zwischen heller, strahlender Schönheit und düsterer, geheimnisvoller Melancholie nicht entscheiden mag. Caspar David Friedrich, der bekannteste Künstler Vorpommerns und ein Vorfahr der piktoralistischen Idee von Landschaft, hat seine Vision von Kunst einmal so zusammengefasst: „Schließe dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge zuerst siehest dein Bild. Dann fördere zutage, was du im Dunkeln gesehen, dass es zurückwirke auf andere von außen nach innen.“ Auch Fotografie kann so ein Übersetzungsprozess innerer Bilder sein. Damit solche Bilder entstehen, braucht man Ruhe, die Rügen gerade im Winter bietet. Die 2012 und 2013 entstandene Werkgruppe „Rügen, eine Winterreise”, die schon bei verschiedenen Ausstellungen vor allem im Nordosten Deutschlands zu sehen war, zeigt die Insel zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit, nämlich im Winter. Sehnsucht kommt beim Betrachten auf: Sehnsucht nach Stille und Abgeschiedenheit. Den Winterschlaf einer Insel fotografiert Jana Mänz hier, diese so berührende Stille, die nur durch die Rufe der auf Rügen überwinternden Vögel unterbrochen wird. Da gibt es etwa ein ungewöhnlich dynamisches Bild eines Schwarms von Möwen, ein drunter und drüber aus Bewegung und Anmut. Man glaubt, das Flügelschlagen der Tiere zu hören. Auch die Präsentation dieser Bilder ist ungewöhnlich. Aufgezogen sind die Büttenpapier-Abzüge auf Holz, wobei die Oberfläche noch zusätzlich angeschliffen wird. Allein mit der Kamera sein. Lange Wanderungen durch den Schnee. Der bleierne Winterhimmel, das Türkis-Grau des Meeres, die tiefstehende Wintersonne, die leuchtenden Sanddornbüsche. „Ich habe die Natur so angenommen, wie ich sie vorfand“ sagt Jana Mänz. Und doch versteht es die Fotokünstlerin, die Natur in ihrem Sinne zu gestalten. Durch ihre Motivwahl, ihre Farben, die besondere Handschrift ihrer Fotografien. Sie versteht es, der Realität ein Schnippchen zu schlagen – und die Welt mit dem romantischen, dem geistigen Auge zu betrachten.In der Fotokunst steht nichts still. Da wechseln die verschiedenen Strömungen, mal nähern sich die Bilder der Realität, dann entfernen sie sich wieder von ihr. Doch gerade in den vergangenen Jahren fallen viele neue Positionen der Fotografie auf, die sich klassischen Themen widmen: Vor allem die Landschaft ist heute wieder en vogue, in besonderer Weise auch eine solche, die romantisch aufgeladen ist.
Solche Orte der Romantik zeigt uns die Fotografin Jana Mänz in ihrer Werkgruppe „Rügen, eine Winterreise”. „Romantik“ ist hier auch im ganz strengen Sinn zu verstehen: Sie fotografiert auf jener Insel, wo Caspar David Friedrich seine bekanntesten Bilder schuf, wie etwa auch sein Gemälde der berühmten Kreidefelsen.
Friedrich und seine Künstlerfreunde wie etwa Philipp Otto Runge schufen am Anfang des 19. Jahrhunderts im deutschen Nordosten erstaunliche Bilder einer Natur, die sie nicht ausschließlich als ursprünglich begriffen haben. Sie wussten sehr genau, dass es etwa das besondere Licht ist, welches ihren Kompositionen Form verlieh.
Betrachtet man die Serie von Jana Mänz, so fällt vielleicht zuerst ins Auge: Ihre Landschaft kommt ganz ohne den Menschen aus. Und doch scheint der Mensch in ihren Bilder präsent: Sie zeigt uns imaginierte Rückzugsräume, Sehnsuchtsbilder.
Die Fotografin zieht ihre Inspiration aus der Natur, doch geht es ihr nicht um eine genaue Abbildung derselben. Unterschiedlich sind die Stimmungen: Wie sehen lichtdurchflutete Meeres-Bilder, dann wieder nebelverhangene Bäume im Wald. Die Natur in ihrer Stille und Einsamkeit – das ist auch ein Topos der Fotografin.
Niemandem begegnete Jana Mänz bei ihren Streifzügen. Zumindest sieht man nichts davon in ihren Bildern. Der Fotograf, der durch die Einsamkeit und Stille schreitet und Bilder macht, das gab es schon seit der Erfindung der Fotografie. Denken wir an die Piktoralisten des späten 19. Jahrhunderts: Auch sie wollten kein Abbild der Realität schaffen. Es ging ihnen darum, Bilder von menschlichen Gemütszuständen in der Natur wiederzufinden.
In gewisser Weise folgen die Farbfotografien von Jana Mänz dieser Tradition. Glücklicherweise muss sie sich aber nicht mit einem anderen Problem befassen, dass die Piktoralisten noch hatten: Die Fotografie ist inzwischen als Kunstform anerkannt. Was früher in der Dunkelkammer geschah, die intensive Nachbearbeitung, das passiert heute in der digitalen Dunkelkammer. Unschärfen etwa, vermeintlich fehlerhafte Farben, das ist die Freiheit, die sich die Fotografin nimmt.
Freiheit“ ist ein Begriff, der uns wieder zurück zur Romantik führt. Die Fotografin Lillian Bassman hat es einmal so formuliert: „Romantik bedeutet für mich, sich nicht von Konventionen einsperren zu lassen; sie ist unser letztes Stück Freiheit.“ In diesem Sinne erklärt sich auch der romantische Zug im Werk von Jana Mänz, das sich zwischen heller, strahlender Schönheit und düsterer, geheimnisvoller Melancholie nicht entscheiden mag.
Caspar David Friedrich, der bekannteste Künstler Vorpommerns und ein Vorfahr der piktoralistischen Idee von Landschaft, hat seine Vision von Kunst einmal so zusammengefasst: „Schließe dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge zuerst siehest dein Bild. Dann fördere zutage, was du im Dunkeln gesehen, dass es zurückwirke auf andere von außen nach innen.
Auch Fotografie kann so ein Übersetzungsprozess innerer Bilder sein. Damit solche Bilder entstehen, braucht man Ruhe, die Rügen gerade im Winter bietet. Die 2012 und 2013 entstandene Werkgruppe „Rügen, eine Winterreise”, die schon bei verschiedenen Ausstellungen vor allem im Nordosten Deutschlands zu sehen war, zeigt die Insel zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit, nämlich im Winter. Sehnsucht kommt beim Betrachten auf: Sehnsucht nach Stille und Abgeschiedenheit. Den Winterschlaf einer Insel fotografiert Jana Mänz hier, diese so berührende Stille, die nur durch die Rufe der auf Rügen überwinternden Vögel unterbrochen wird.
Da gibt es etwa ein ungewöhnlich dynamisches Bild eines Schwarms von Möwen, ein drunter und drüber aus Bewegung und Anmut. Man glaubt, das Flügelschlagen der Tiere zu hören. Auch die Präsentation dieser Bilder ist ungewöhnlich. Aufgezogen sind die Büttenpapier-Abzüge auf Holz, wobei die Oberfläche noch zusätzlich angeschliffen wird.
Allein mit der Kamera sein. Lange Wanderungen durch den Schnee. Der bleierne Winterhimmel, das Türkis-Grau des Meeres, die tiefstehende Wintersonne, die leuchtenden Sanddornbüsche. „Ich habe die Natur so angenommen, wie ich sie vorfand“ sagt Jana Mänz. Und doch versteht es die Fotokünstlerin, die Natur in ihrem Sinne zu gestalten. Durch ihre Motivwahl, ihre Farben, die besondere Handschrift ihrer Fotografien. Sie versteht es, der Realität ein Schnippchen zu schlagen – und die Welt mit dem romantischen, dem geistigen Auge zu betrachten.

Marc Peschke

01.08.2017 – 30.09.2017

Naturerbe Zentrum RÜGEN
Forsthaus Prora 1
18609 Ostseebad Binz / Ortsteil Prora

http://www.nezr.de

 

15.11.2014 – 15.03.2015

Nationalparkzentrum Königsstuhl
Stubbenkammer 2
18546 Sassnitz

http://www.koenigsstuhl.com

 

1.03.2014 – 30.04.2014

Galerie Lichtblick
Haus des Gastes / Kurverwaltung Ostseebad Binz
Heinrich Heine Str. 7
Ostseebad Binz, Rügen

http://www.ostseebad-binz.de


Fotoausstellung
MAGISCHE MOMENTE
– Muldental –

MAGISCHE MOMENTE– Muldental –Grimma. Für Jana Mänz, Fotodesignerin und Autorin, ist es die erste öffentliche Präsentation ihres Werkes “Magische Momente – Muldental”. Die Ausstellung zeigt Landschaften im Muldental, die größtenteils außerhalb der touristischen Zentren liegen. Ihre Intention war es, das Muldental aus einer anderen Perspektive im jahreszeitlichen Kontext zu zeigen. Dabei spielt die malerische Darstellung der Natur, inspiriert durch Klassiker aus der Romantik, eine zentrale Rolle. Unwesentliche, störende Bildelemente wurden verfremdet, um die Schönheit der Landschaft in den Mittelpunkt zu stellen. Gleichzeitig verändern Texturen das Gesamtbild und erwecken im Betrachter ein Gefühl der Sehnsucht. Die Einbindung von Elementen aus Erneuerbaren Energien soll zeigen, dass diese sich in unsere Kulturlandschaft integrieren und gleichzeitig für den Erhalt dieser Landschaften zukunftsweisend sind. Unterstützt wird diese Ästhetik durch die Verwendung von Büttenpapierdrucken, die auf natürliches Holz aufgezogen und individuell per Hand bearbeitet wurden. So ist aus jedem Druck ein individuelles Kunstwerk entstanden.

Die Ausstellung wird durch weitere fotografische Arbeiten von Andreas Kiebler aus Naunhof komplettiert und fügen sich in das Gesamtwerk “Magische Momente – Muldental” ein.

10.10.2013 – 31.01.2014

Ristorante da Vito
Nonnenstr. 11b
04229 Leipzig

1.02.2013 – 15.04.2013

Gasthof Lindenklause
Lindhardt Wasserweg 1
04683 Naunhof