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Wenn Fotos manipulieren. Was ist Realität?

Alpen, Berchtesgaden, Berchtesgadener Land, Deutschland, Dezember, Schnee, Winter

Ich hoffe, du hast ein ganz wunderbares besinnliches Weihnachtsfest im Kreis deiner Familie und Freunden. Ich denke oft an Menschen, die nicht das Glück haben, das Fest mit wirklichen Freunden und wunderbaren Menschen zu verbringen, die einsam und alleine sind.

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Schon vor vielen Jahren haben mein Partner und ich beschlossen, Weihnachten in aller Ruhe und ohne Kommerzstress zu verbringen. Daher verbringen wir oft die Feiertage ganz besinnlich im Berchtesgadener Land. In einer einfachen Ferienwohnung, dessen schlichter Christkindlschmuck aus Tannengrün und roten Kerzen besteht. Das Grün haben wir am Heiligenabend aus dem Wald geholt, sodass es ganz frisch nach Tanne duftet.

Wie es hier in der Region Tradition ist, weht ein orientalischer Weihrauchgeruch durch die Räume. Auf jedem Christkindlmarkt kann man ihn kaufen, wobei ich den traditionellen Weihrauch ohne Beigabe von künstlichen Duftstoffen liebe. Vor ein paar Jahren hatte ich mir aus Liebe zu diesem Duft in einer Sonderverkaufsausstellung im Botanischen Garten einen Miniatur-Weihrauchbaum gekauft. Nur leider mochte er wohl unser Klima nicht und steht seitdem als knorriger Minibaum zwischen meinen Sukkulenten.

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Seitdem wir Weihnachten im südlichsten Zipfel Deutschlands, direkt in den Alpen verbringen, hat sich ebenso unsere Tradition der Hiesigen angepasst. Am schönsten finde ich das traditionelle Christkindl-Schießen, mit der die Geister und die kalte Jahreszeit vertrieben werden sollen. Es ist wirklich ein wunderbares Spektakel, welches wir nicht mehr missen möchten. Zumal die Landschaft, der Schnee und die Gemeinschaft mit Stolle und Glühwein eine ganz besondere Atmosphäre schaffen, sodass besonders ich mich als „Preisn“ richtig wohl fühle.

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Dieses Jahr Weihnachten haben wir wettertechnisch sehr viel Glück. Es liegt Schnee und wir haben einen wunderbaren blauen Winterhimmel. Nachdem meine Kamera wochenlang schon fast Staub ansetzte (von meinen beruflichen Fotoaufträgen abgesehen) habe ich bei dieser Landschaft und Wetter wieder richtig viel Lust bekommen, fotografieren zu gehen. Einfach nur für mich unterwegs sein, abschalten und auf Motivsuche begeben. Ohne Zeit- und Erfolgsdruck – schon lange habe ich mich nicht mehr so wohl gefühlt. Natürlich gibt es immer noch Ausflugsziele im Berchtesgadener Land, die ich noch nicht gesehen habe. Da wir meistens nur ein paar Tage hier sind, bleibt noch viel zu sehen.

So hatte ich mir heute die Wallfahrtskirche Maria Gern auserkoren. Schon im Sommer hatte ich Bilder gesehen, die mich neugierig machten.

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Vor Ort angekommen, wusste ich sofort, dass ich darüber schreiben möchte. Nicht weil die Kirche so immens spektakulär ist oder weil ich dort etwas Besonderes erlebt habe. Es geht vielmehr um das Thema Realität. Um die reale Abbildung, um die Darstellung von Wirklichkeit. Maria Gern ist ein Beispiel, an der ich zeigen kann, dass nichts ist wie es scheint. Das die Fotografie nur einen ganz kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit zeigt. Anhand der Fotos im Internet dachte ich, dass die Kirche frei in der Landschaft steht. Im Hintergrund das Watzmann-Massiv und ganz viel Natur.

Im ersten Moment hatte ich stattdessen erst einmal Orientierungsschwierigkeiten, von wo die bekannten Fotos aufgenommen wurden. Denn die Kirche steht keinesfalls in der „unberührten Natur“ und ist eher Zentrum eines kleinen Ortes. Den Bildausschnitt zu finden, der die enge Bebauung im Umkreis der Kirche ausblendet, war schwierig.

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Ich konnte es nicht wirklich umsetzten, da ich mich ansonsten strafbar gemacht und privaten Grund und Boden betreten hätten müssen. Die Eigentümer des beliebten Viewpoints werden wohl mit den Touristen ihre liebe Müh und Not haben, sodass das Gelände mit Eisenketten und Hinweisschildern umgeben ist. Doch scheinbar schreckt das viele nicht ab, wenn ich die Vielfalt der Fotos im Netz sehe. Die Absperrketten sind leicht zu überwinden und wer sportlich aktiv ist, kann auch über die Fahrbahn-Böschung das Gelände erklimmen.

Mit Blick auf die Kirche habe ich mir immer wieder ein Beispielbild auf meinem Smartphone angeschaut und meine Gedanken schweiften zu Gesprächen in meinen Kursen, in dem es um die reale Abbildung der Landschaft, der Natur ging. Selbst ein „unbearbeitetes“ Foto ist keine reale Abbildung, wenn es nur einen kleinen Ausschnitt zeigt. Es hat gar nichts mit der digitalen Nachbearbeitung zu tun, ob ein Foto die erlebte Wirklichkeit zeigt. Schon vor Ort manipulieren wir, indem wir einen Ausschnitt, eine Brennweite verändern und für uns störende Elemente ausblenden.

In meinem Naturfotografiebuch schrieb ich über die große Enttäuschung von meinen Aufenthalten an den Niagarafällen und den Pyramiden Ägyptens. Während die Niagarafälle wassertechnisch beschnitten und von Casinos und Hotels eng umgeben sind, grenzen Slums bis an die Pyramiden. Die Romantik, die ich an beiden Orten aufgrund bekannter Fotos erwartet hatte, wich der Realität und ich habe von beiden keine Fotos mitgebracht, die mehr als nur ein Erinnerungsfoto waren.

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Auch heute war ich ein wenig enttäuscht und mir wurde wieder bewusst, wie sehr Fotos manipulieren, vor allem dann, wenn mit diesen Fotos ein kommerzieller Erfolg erstrebt wird. In diesem Fall der örtliche Tourismus, der von diesen romantischen Landschaftsbildern lebt. Nun, verdenken kann ich es nicht, schließlich lebe ich als Naturfotografin auch von dieser Art Fotos. Man sollte sich aber von dem Gedanken verabschieden, realistische Fotos zu machen. Sie zeigen immer nur einen ganz kleinen Ausschnitt, der von der Person festgelegt wird, die das Foto macht. Jeder Mensch sieht anders, jeder hat andere Gründe, warum und wie er das Bild aufnimmt. Die Absicht die dahinter steht, verändert die Realität, die es nicht gibt. Es gibt keine einzige Realität und wir können mit den persönlichen Enttäuschungen vor Ort nur so damit umgehen, dass wir keine Erwartungen an etwas besonders Schönes oder Romantisches haben sollten.

Gehen wir unvoreingenommen und offen an die Orte, die wir gerne besichtigen möchten. Lassen wir uns nicht von Fotos anderer beeinflussen. Selbst wenn der Ort der Begierde so schön ist, wie er auf Fotos gezeigt wird, kann schlechtes Wetter die Aussicht vermiesen. Vielleicht haben wir aber auch an diesem Tag selber keine gute Laune, weil wir Ärger oder Sorgen haben. Schon zeigen die gemachten Fotos eine andere Realität, die von unseren Gedanken beeinflusst wurden.

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Ich persönlich habe den kurzen Weihnachts-Ausflug nach Maria Gern schnell abgehakt. Stattdessen bin ich mit meiner Familie in ein hiesiges Lokal gegangen und habe draußen im Schnee und in der Sonne eine gute Tasse Kaffee getrunken.
Anschließend waren wir im Nationalpark spazieren. Dort habe ich die Ruhe und die winterliche Landschaft einfach genossen. Hier konnte ich abschalten und den Weihnachtsfeiertag in vollen Zügen genießen. Oft braucht man nicht mehr, um glücklich zu sein.

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Ich wünsche dir ein wunderbares, gesundes neues Jahr. Ganz viel Kreativität und Freude an deiner Fotografie. Vielleicht lernen wir uns auf einen meiner Workshops oder Fotoreisen persönlich kennen!

Ein Wintertag im Zauberwald – Workshop Sinnliche Naturfotografie

Fotospaziergang im Zauberwald am Hintersee Natur- und Landschaftsfotografie Workshop Inhalt: Natur- und Landschaftsfotografie ist keine Frage der teuersten Fotoausrüstung und einer aufwendigen Fernreise. Viel wichtiger ist das Sehen und Wahrnehmen eines ganz besonderen Motivs. Das kann direkt vor Ihrer Haustür liegen und noch so klein und unscheinbar sein. Mit ein wenig Kreativität und der Anwendung von Komposition, Licht und Blende machst du aus einem langweiligen Bild ein ganz besonderes Foto. Ich möchte dir meine Herangehensweise zur Naturfotografie gerne vermitteln. Dabei gehe ich ganz individuell auf deine fotografischen Vorkenntnisse ein und verrate bei einem gemeinsamen Fotospaziergang Übungen, kreative Bildgestaltung und persönliche Tipps. Dabei geht es nicht nur um die Kameratechnik, sondern auch um das Sehen, Wahrnehmen und die Inspiration, die Sie in der Natur in jeder Jahreszeit finden können. Ich werde dich nicht mit grauer Theorie langweilen, sondern vielmehr vor Ort auf deine Fragen eingehen. Individuell und persönlich. Komm mit mir auf einen Naturfotografie Spaziergang an einem der schönsten Orte im Berchtesgadener Land: Der Zauberwald am Hintersee (Ramsau), laden zu jeder Jahreszeit zu einem Naturfotografie-Workshop ein.

Kennst du mein Buch „Naturfotografie mal ganz anders“? Wenn ja, weißt du sicherlich, dass ich leidenschaftlich gerne im Winter an der Ostsee als auch in den Alpen unterwegs bin. Gegensätzlicher können die Landschaften nicht sein, aber genau das liebe ich. Die raue winterliche See als auch die klaren kalten Tage in den Bergen.
Beide Gegenden haben im Winter eines gemeinsam: Jenseits der touristischen Gebiete kann man stundenlang alleine in der Natur sein. Es ist traumhaft schön, im Berchtesgadener Land durch den Schnee zu wandern, Tierspuren zu entdecken und dann nach einem langen Fotospaziergang sich in einer Hüte am Kamin mit einem Glas Jagertee aufzuwärmen.
Möchtest du mit mir genau so einen Fotospaziergang erleben? Dafür habe ich einen der schönste Orte im Nationalpark Berchtesgadener Land auserkoren: Den Zauberwald am Hintersee (Ramsau).

In den letzten Weihnachtsferien war ich dort und habe bei frühlingshaften Temperaturen auf den Schnee gewartet, der sich erst zögerlich durch Schneeregen ankündigte. Dabei sind wunderschöne Naturbilder entstanden.

Denn egal ob wir am 27.12.2017 Schnee haben werden oder nicht, der Rundwanderweg durch den Zauberwald ist traumhaft schön. Ich möchte dich herzlich dazu einladen.

Eine gute Gelegenheit, sich nach Weihnachten zu bewegen, neue Menschen kennen zu lernen und sich gemeinsam über unsere Leidenschaft der Fotografie auszutauschen. Der Spaziergang startet um 10 Uhr am Parkplatz Hintersee und dauert ca 6 Stunden und wer mag, kehren wir gemeinsam auf einen Jagertee und einer Brotzeit anschließend ein.

Wenn du nicht dabei sein kannst, vielleicht magst du meinen Fotospaziergang als Gutschein zum Fest verschenken? Für alle die im Großraum München-Salzburg wohnen, ist der Parkplatz im Nationalpark innerhalb von ein bis zwei Stunden erreichbar.

Hier geht es zur Buchung

PS: Kinder sind herzlich willkommen und können bis zum 12. Lebensjahr kostenlos dabei sein!

Natur- und Landschaftsfotografie im Berchtesgadener Land

Fotospaziergang im Zauberwald am Hintersee Natur- und Landschaftsfotografie Workshop Inhalt: Natur- und Landschaftsfotografie ist keine Frage der teuersten Fotoausrüstung und einer aufwendigen Fernreise. Viel wichtiger ist das Sehen und Wahrnehmen eines ganz besonderen Motivs. Das kann direkt vor Ihrer Haustür liegen und noch so klein und unscheinbar sein. Mit ein wenig Kreativität und der Anwendung von Komposition, Licht und Blende machst du aus einem langweiligen Bild ein ganz besonderes Foto. Ich möchte dir meine Herangehensweise zur Naturfotografie gerne vermitteln. Dabei gehe ich ganz individuell auf deine fotografischen Vorkenntnisse ein und verrate bei einem gemeinsamen Fotospaziergang Übungen, kreative Bildgestaltung und persönliche Tipps. Dabei geht es nicht nur um die Kameratechnik, sondern auch um das Sehen, Wahrnehmen und die Inspiration, die Sie in der Natur in jeder Jahreszeit finden können. Ich werde dich nicht mit grauer Theorie langweilen, sondern vielmehr vor Ort auf deine Fragen eingehen. Individuell und persönlich. Komm mit mir auf einen Naturfotografie Spaziergang an einem der schönsten Orte im Berchtesgadener Land: Der Zauberwald am Hintersee (Ramsau), laden zu jeder Jahreszeit zu einem Naturfotografie-Workshop ein.

Das Berchtesgadener Land gehört neben Rügen zu meinen Lieblingsorten, zu denen es mich immer wieder hin zieht. Das letzte Mal war ich 2006 im Winter in Berchtesgaden und es hat 8 Jahre gedauert, bis ich wieder den Schnee in den Alpen genießen konnte. Über Weihnachten habe ich eine wunderschöne Woche in den Bergen verbracht. Der Anfang war gar nicht so vielversprechend, es war wärmer als bei uns im Sachsen und von Schnee keine Spur. Erst Heiligabend wurde es richtig kalt, begleitet von einem winterblauen Himmel und viel Sonne. Der 1. Weihnachtstag war von Dunkelheit und Schneeregen geprägt, bei dem aber im Zauberwald am Hintersee (Ramsau) wunderbare Bilder entstanden sind. Am 2. Weihnachtsfeiertag war es dann endlich soweit. Als ich morgens aufgewacht bin, lagen mehrere Zentimeter Schnee und es schneite ununterbrochen. Ein Eldorado für mich als Naturfotografin. Es sind wunderbare Bilder entstanden und ich habe die Zeit im Schnee sehr genossen.

Die Bilder sind wie gehabt bei Westend61 erhältlich oder Sie fragen mich direkt an.

Raffaels Engel aus dem Gemälde der Sixtinischen Madonna

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Wer kennt sie nicht, die beiden süßen Engel aus dem Gemälde der Sixtinischen Madonna. Bislang war aber unbekannt, dass die beiden von einem unbekannten Maler nachträglich in das Bild gemalt wurden. Röntgenuntersuchungen haben dies ans Tageslicht gebracht. Dabei sind sie es, die das Gemälde so berühmt gemacht haben.

Auf einem meiner letzten Shootings haben wir spontan die Szene nachgestellt. Meine beiden Modells waren dabei wunderbar. Es hat soviel Spaß gemacht, mit Ihnen zu fotografieren.

Behind the Scene

Auf Wunsch bringe ich ein transportables Hintergrundset mit. Wir haben die Fotos Ende Oktober im Freien gemacht, ein wunderschöner warmer goldener Herbsttag. Es ist natürlich immer komisch, an so einem warmen Tag Schneebilder zu machen. Auf der 3x3m großen Hintergrundwand  konnten sich die Kinder frei bewegen und wir hatten so viel Spaß miteinander.  Die Hauskatze, die sehr neugierig war, machte spontan bei unserem Shooting mit, natürlich nicht ohne eine leckere Belohnung.
"Behind the scne" kinderfotografie

Sie möchten für sich und Ihre Familie auch einmal so ein spannendes Familienshooting erleben?
Sprechen Sie mich an…

Inspiration Winter

Ich warte so sehr auf den Winter. Auf den richtigen Winter, mit viel Schnee, Frost, winterblauen Himmel und gleißenden Schneelicht. Während  in Nordamerika der strengste Winter seit Jahren herrscht, ist hier Frühling. Schneeschieber und Streusalz stehen massenhaft im Baumarkt herum und Primeln haben Hochkonjunktur. So kann es nicht weitergehen, aber nicht das der Winter wie 2013 auf die Idee kommt, noch im April aktiv zu werden. Bis dahin habe ich ein Winter Inspirations Moodboard zusammengestellt. Laß dich inspirieren….

Hast du einen Account bei Spotify? Dort gibt es sehr schöne Themen-Song-Zusammenstellungen. Passend zu den Bildern gehe zu „Musik stöbern -> Stimmung -> Verschiedenes -> „Sweet Winter Songs“. So macht gucken noch viel mehr Spaß!

PS: Wenn du mehr über Winterfotografie lesen möchtest, ich habe im letzten Monat einen schönen Artikel  in der Fotoespresso „Die Schönheit des Winters“ S. 17 veröffentlicht.

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Kreativübung : Vacuité – die große Leere des Winters

Fotospaziergang im Zauberwald am Hintersee Natur- und Landschaftsfotografie Workshop Inhalt: Natur- und Landschaftsfotografie ist keine Frage der teuersten Fotoausrüstung und einer aufwendigen Fernreise. Viel wichtiger ist das Sehen und Wahrnehmen eines ganz besonderen Motivs. Das kann direkt vor Ihrer Haustür liegen und noch so klein und unscheinbar sein. Mit ein wenig Kreativität und der Anwendung von Komposition, Licht und Blende machst du aus einem langweiligen Bild ein ganz besonderes Foto. Ich möchte dir meine Herangehensweise zur Naturfotografie gerne vermitteln. Dabei gehe ich ganz individuell auf deine fotografischen Vorkenntnisse ein und verrate bei einem gemeinsamen Fotospaziergang Übungen, kreative Bildgestaltung und persönliche Tipps. Dabei geht es nicht nur um die Kameratechnik, sondern auch um das Sehen, Wahrnehmen und die Inspiration, die Sie in der Natur in jeder Jahreszeit finden können. Ich werde dich nicht mit grauer Theorie langweilen, sondern vielmehr vor Ort auf deine Fragen eingehen. Individuell und persönlich. Komm mit mir auf einen Naturfotografie Spaziergang an einem der schönsten Orte im Berchtesgadener Land: Der Zauberwald am Hintersee (Ramsau), laden zu jeder Jahreszeit zu einem Naturfotografie-Workshop ein.

Ich genieße die Winter-Zeit, vor allem die, die ich draußen mit der Kamera verbringe. Natürlich friere ich in den ersten Momenten, ich will rein, meine Finger und Füße sind eiskalt, doch ist das schnell vergessen, sobald ich die Kamera in die Hand nehme. Es ist wie Magie, in der die Außenwelt plötzlich weniger wichtig ist, in der ich die Kälte nicht mehr wahrnehme und nur noch der Apparat in meinen Händen Bedeutung hat. Die Melancholie des Winters liegt mir näher als das aufgeregte Wachstum des Sommers. Das Licht im Winter kann wundervoll sein, es ist weich und schmeichelnd, kann entweder extreme Klarheit zeigen oder aber Konturen verschwimmen lassen. Auch trübes Grau und Schneefall kann seine Reize haben, da sie für mich den Kern der Landschaft herausarbeiten. Was ich damit meine? Die puren Konturen und Linien, reine Schwarz-Weiß-Kontraste ohne Ablenkung durch Farbe.

Gestern war es wieder einmal so weit. Ich brauchte frische Luft und bin in die Landschaft gefahren und habe Fotos gemacht. Es war verschneit, trübe, grau. Und dabei ist mir eine kreative Übung eingefallen, für die die verschneite Landschaft sich ideal eignet. Normalerweise versuchen wir ja, Landschaften in ihrer ganzen Pracht einzufangen. Wir suchen Motive, die wir in Szene setzen. Daher ist die Fotografie im Schnee auch für viele eher reizlos, da die Landschaft trübe und leblos wirkt. Es sind keine Farben vorhanden, die werden von dem alles umhüllenden Schnee aufgesaugt. Aber genau das ist es, was so ideal ist für unsere Übung:

Die Leere in der Landschaft

Versucht einmal, nicht Motive zu suchen, sondern den euch umgebenden Raum in Szene zu setzen. Gerade im Schnee gibt es wenig Ablenkung von den puren Formen der Landschaft, Landschaft erscheint im Winter ungemein reduziert. Nun reduziert ihr sie noch mehr, versucht einfach, so wenig wie möglich auf dem Foto einzufangen und dafür den Raum zu zeigen, den sogenannten Negativen Raum, wie er in der Fachsprache genannt wird. Das ist schwieriger als ihr vielleicht denkt, denn viel leerer Raum im Foto kann unglaublich langweilig wirken. Er kann aber auch ungemein spannend wirken, sofern es euch gelingt, ihn in Szene zu setzen. Natürlich könnt ihr die Übung auch ganz ohne Schnee machen, doch erleichtert der Schnee euch die Arbeit.

Wichtig bei dieser Art der Fotografie ist es, eine große Blendenzahl zu verwenden, sodass die Bilder mit ihrer Struktur eine Tiefe bekommen. Im Schnee verwende ich gerne Blenden zwischen 10 und 14. Um den Weißabgleich kümmere ich mich erst bei der RAW-Bearbeitung. Ich verwende dazu Lightroom und die Funktion “Weißabgleich”. Mit einem Klick der “Weißabgleichs-Pipette” suche ich mir einen grauen Ton (meistens ein Baum).
Ist es sehr nebelig, verwende ich auch eine höhere ISO, die dann zwischen 400 und 1000 liegt, je nachdem wie sich die Lichtverhältnisse gestalten. Damit die wenigen Konturen wirklich scharf werden, arbeite ich am liebsten mit meiner 50mm Festbrennweite.

 

Mein Webtipp!

Wenn ihr Inspiration braucht: Schaut euch mal bei dem Fotografen Nadav Kander um, gerade die Landschaftsfotos (God’s Country, Colour Fields) zeigen einen zum Teil extremen Minimalismus, der jedoch ebenso faszinierend sein kann wie ein üppig gefülltes Foto.