Wenn Lightroom und Photoshop ständig abstürzen

Bildbearbeitung und Hardware-Optimierung: Wenn Lightroom und Photoshop ständig abstürzen

Wenn man viel mit Lightroom, Photoshop und Indesign arbeitet (und das auch noch gleichzeitig, während man nebenher mit Spotify Musik hört) und dabei regelmäßig die aktuellsten Versionen installiert, kommt man im Laufe der Zeit nicht drumherum, die Hardware-Anforderungen zu steigern und zu optimieren.

Glücklicherweise habe ich einen Partner, der sich sehr für Hardware interessiert und alle Rechner bei uns zusammenbaut. So merkt er auch schnell, wenn nach einem Adobe Update es mal wieder hardware-technisch klemmt und ich unter Einfrierungen und Abstürzen zu leiden habe. Ich muss dabei zugeben, dass ich nicht zimperlich bin, die Hardware mit all meinen Adobe-Programmen (spielen tue ich nämlich nicht) auszureizen und bis an seine Grenzen zu führen.

Meine Bearbeitungs-Workflow

Gerne habe ich dabei alle Programme offen, da ich die Schnittstellen zwischen der Software gerne nutze. So korrigiere ich ein Bild in Lightroom, bearbeite es weiter in Photoshop, wandle es dort für den Druck um und binde es darüber in Indesign ein. Oder ich bearbeite das Bild über Indesign heraus in Photoshop, um es dann in meiner Lightroom-Bibliothek abzulegen. Der Workflow hat sich bewährt und es macht Spaß, wie gut diese Programme verzahnt sind. Das hat nur leider den Nachteil, das es bei großen, aufwändigen Retuschen oft zu Instabilitäten kommt und Photoshop oder Lightroom (Lightroom gerne im Entwickeln-Modus mit der Bereichsreparatur) gerne einfrieren oder ganz abstürzen. Dabei arbeite ich mit 32 GB Arbeitsspeicher.

Doch das Problem schien, gerade in Lightroom, immer wieder die Grafikkarte zu sein. So wechselten wir eine drei Jahre alte NVIDIA Grafikkarte mit 2GB Arbeitsspeicher aus und bestückten den Rechner Anfang des Jahres mit einer 6GB NVIDIA (GTX 1660 Super) Grafikkarte. Diese wurde auch von Adobe empfohlen und mit Einbau der neuen Karte änderte sich auch in den Voreinstellungen unter Grafikkarte das Camera RAW Menü. Hier konnte ich nun die volle Grafikkartenbeschleunigung aktivieren.

Bildbearbeitung und Hardware-Optimierung: Wenn Lightroom und Photoshop ständig abstürzen

Wo die Grafkkartenbeschleunigung nicht funktioniert

Beim Bearbeiten meiner RAW-Dateien hat sich das auch sehr bemerkbar gemacht. Leider wirkt sich diese Grafikkartenbeschleunigung leider noch nicht auf folgende Funktionen aus:

  • Panorama Funktion
  • Schnellentwicklung in der Bibliothek
  • Export von Bildern
  • HDR Funktion
  • Korrekturpinsel
  • Bereichsreparatur
  • Bibliotheks- und Karten-Modul
  • zweiter Bildschirm

Gerade die Bereichsreparatur und der Korrekturpinsel sind der Casus knacksus – denn das sind meine am häufigsten gebrauchten Funktionen. Und es kann sehr nervraubend werden, wenn man für einen Auftrag viele Fotos fertig machen muss und Lightroom sich gerne mal wie ein toter Käfer auf den Rücken schmeißt und nicht mehr will.

Der Fehler im System

Nun, mit der neuen 6GB Grafikkarte sollte alles besser werden und so schien es auch zeitweilig. Doch dann kamen immer wieder neue Einfrierungen, die sich nicht wirklich erklären ließen. Wir gingen auf die Suche nach dem Fehler im System. Da mein Partner meinen Rechner auch gerne mal zum spielen für „Wolcen“, „Diablo3“ oder „Drakensang“ benutzt, hatte er die Grafikkarte für seine Spiele optimiert. Und hier lag auch der Fehler im System.

Mein Partner hat dazu einen kleinen Artikel geschrieben:

Creator Ready vs. Game Ready Treiber bei NVIDIA Grafikkarten

Gaming-Grafikkarten eigenen sich nicht nur sehr gut für Computer Spiele, sondern auch für Programme wie Photoshop, Lightroom oder Premiere Pro, nicht zuletzt auch deswegen, weil Adobe die Hardware-Unterstützung durch Grafikkarten beispielsweise für seine Bildbearbeitungsprogramme seit einiger Zeit fest etabliert hat.

Seit 2019 hat NVIDIA zwei neue Treiber Varianten, den Game Ready- und den Creator Ready-Treiber, eingeführt. Wer also eine Grafikkarte von NVIDIA hat, der kann zwischen zwei Treibern wählen.

1. Der Creator Ready Treiber

ist eher auf eine stabile Performance ausgelegt und legt den Focus auf verbesserte Leistung in etablierten Adobe Bildbearbeitungs- und Videoprogrammen (z.B. Premiere, Indesign, After Effects, Cinema 4D, ….) Vorher wurden diese speziellen Treiber lediglich im Workstation Bereich für die dortige Grafikkarten Hardware bereitgestellt (z.B. Quadro Serie), nun profitieren alle Inhaber einer moderneren NVIDIA Grafikkarte ab der 10er Reihe (z.B. GTX 1050 bis1080 Ti, GTX 1660 bis1660 Ti und Varianten der RTX sowie TITAN – Serien) davon.

NVIDIA verspricht, dass jeder dieser Treiber gründlich bezüglich der Kompatibilität mit „Anwendungen für Kreative“ in Form von typischen Arbeitsszenarien getestet werden. Zielgruppen sind unter anderem Fotografen, Grafikdesigner, Video-Produzenten, 3D-Designer, YouTuber, Streamer,…. .

Creator Ready Treiber – Standard- oder DCH-Version?

Für Windows 10 gibt es die Treiber wiederum in zwei Varianten, als Standard- oder DCH-Version. Für Aktualisierungen sollte immer die neueste Version derselben Variante installiert werden, um Probleme zu vermeiden. DCH-Treiber unterstützen Microsofts neues Treiber-Paket „Declarative Componentized Hardware – supported Apps“. Die jeweilige Version des eigenen Systems kann im NVIDIA Control Panel nachgesehen werden, das mit einem Rechtsklick auf den Windows Desktop aufgerufen werden kann. Dann musst du im Control Panel an der unteren linken Seite „Systeminformationen“ aufrufen.

2. Der Game Ready Treiber

Den Game Ready Treiber gab es auch vorher schon für die „Allgemeinheit“. Dieser enthält immer die Optimierungen für alle aktuellen Spiele. Dadurch werden sie in kurzen Phasen aktualisiert, um die neusten Spiele zu unterstützen. Das kann allerdings zu Instabilitäten bei Programmen wie Photoshop oder Lightroom bis hin zu deren Absturz führen.

Fazit:

Wenn du hauptsächlich kreative Programme wie Photoshop, Lightroom, Premiere Pro und After Effects verwendest, dabei nur gelegentlich ein Spielchen spielst oder mit Stabilitätsproblemen deiner „Kreativ-Software“ kämpfst sowie eine aktuellere NVIDIA – Grafikkarte dein Eigen nennst, dann solltest du gegebenenfalls einmal den Creator Ready Treiber von NVIDIA testen. Dieser verspricht neben mehr Leistung auch mehr Stabilität.

Beide Treiber können direkt von der NVIDIA Webseite oder durch Auswählen auf der Oberfläche des mit den Treibern mitgelieferten Begleit-Tools „GeForce Experience“ heruntergeladen werden.


Bildbearbeitung und Hardware-Optimierung: Wenn Lightroom und Photoshop ständig abstürzen

Ich hoffe nun, dass wir dir eventuell mit deinen Absturz-Problemen bei Photoshop und Lightroom weiterhelfen konnten.

Und noch ein wichtiger Hinweis am Rand: Bitte lösche regelmäßig deine Fotodateien, räume deinen Lightroom-Katalog auf und verwende die „Katalog optimieren“ Funktion – am besten nach dem aufräumen und löschen!

Lösche auch regelmäßig deinen Lightroom Cache und optimiere deinen Rechner mit dem CC-Cleaner. Doch putze nicht nur innerlich. Systemabstürze können auch durch das Überhitzen der Hardware kommen – vor allem wenn sich dein Lüfter völlig mit Staub zugesetzt hat. Putze auch diesen ab und an mit einem weichen Pinsel (bei einem Laptop den man nicht öffnen kann, kann man auch vorsichtig mit einem Staubsauger putzen). Auch ein Rechner muss gepflegt und gewartet werden, so hast du viele Jahre Freude an deinem System.

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