Kategorie: Tutorial

Das Spiel mit der Wassersprühflasche

Als ich im letzten Herbst mein Buch zur Naturfotografie schrieb und recherchierte, fand ich die schönen Naturbilder von Olivia. Umso mehr freute ich mich, dass Sie einen kleinen Gastbeitrag „Das Spiel mit der Wassersprühflasche“ für mein Buch schrieb.

Bisher kam ich gar nicht auf die Idee, diesen kleinen Trick in der Natur auszuprobieren. Damit kann man wunderschöne Lichtspiegelungen, Wasserreflexe und Bokehs erzeugen und als besonderen Effekt in die Bildgestaltung einbinden. Ich habe heute den Wassersprühflascheneffekt einfach mal im Garten ausprobiert. Dafür habe ich eine Fensterreinigungsflasche zweckentfremdet und Wasser eingefüllt. Ich musste eine ganze Weile sprühen, bis der Wassertropfeneffekt auf den Bildern sichtbar wurde. Aber es hat so viel Spaß gemacht und ich konnte gleich meinen Sohn gewinnen, mir zu assistieren. Fotografiert habe ich mit meinem Tokina 100mm Makroobjektiv, ein sehr schönes Objektiv für die Makrofotografie.

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Mit der Sprühflasche kann man zusätzlich auch Regen und Regentropfen erzeugen. Gegen die Sonne fotografiert ergibt das einen wunderschönen Effekt.

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Texturenspielerei

Auch mit Smartphone-Bildern kann man schön mit Texturen spielen. Ob mit der App Cymera oder mit der App Photoshop Touch. Erstere App liefert Texturen mit, während man in der Photoshop App mit Ebenen arbeiten  und dementsprechend eigene Texturen verwenden kann. Das Bild vollendet habe ich mit meiner Lieblings-App: VSCOcam. Ich liebe die Presets, mit denen die Bilder das „perfekte finish“ bekommen.

Processed with VSCOcam with c3 preset

Suchanfrage: Mit welcher Belichtungszeit kann ich Palmen im Sonnenuntergang fotografieren?

Ich dachte, ich mache eine neue Rubrik auf, indem ich auf die Fragen antworte, mit denen Leser auf meine Seite kommen, aber sicherlich keine Antwort gefunden haben.

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Sonnenblumen im Sonnenuntergang 100er Makro f36 1/60s Iso 200 – belichtet auf die Blüte

In dieser Woche wurde gefragt, mit welcher Belichtungszeit Palmen im Sonnenuntergang fotografiert werden können. Die Frage ich nicht so einfach zu beantworten, da ich nicht weiß, welches Endergebnis derjenige sehen möchte. Möchte er schwarze Palmen wie eine Art Scherenschnitt vor orange-roten Himmel fotografieren oder soll das Bild so aussehen, das die Palmen bzw. der Vordergrund belichtet sind?  Von entscheidender Bedeutung ist, worauf fokussiert und gleichzeitig die Belichtungszeit ermittelt  und welche Blende genommen wird.

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Sonnenblumen im Sonnenuntergang 100er Makro f3.5 1/8000s Iso 200

Soll das Bild mit einer kleineren Blende und Tiefenschärfe aufgenommen werden, ist ein Stativ nötig, denn die Belichtungszeit wird sich so verlängern, dass es Freihand sicherlich verwackelt. Dieses Sonnenuntergangsbild mit Palmen wurde mit einer Blende 8 und 1/25 sek belichtet, während dieses Silhouettenfoto „Strand mit Palmen“ mit einer 11er Blende und 1/200sek. belichtet wurde. Die gleiche Belichtungszeit aber eine größere Blende von 5 (ISO 200) belichtet dafür das Bild in allen Details. Hat man dagegen kein Stativ zur Hand und muss Freihand belichten, dann kann es helfen, die Iso von 200 auf 800 oder höher zu stellen. Die Belichtungszeit verringert sich dadurch deutlich, aber Achtung, je nach Kameratyp und Rauschverhalten kann man sich das Bild mit höheren Iso-Werten mit einem unschönen Rauschen versauen. Da hilft u.U. auch kein Bildbearbeitungsprogramm mehr, um das Rauschen so zu entfernen, sodass das Bild nicht zermatscht. Ebenso ist es wichtig zu beachten, welches Objektiv du benutzt. Die Lichtempfindlichkeit spielt dabei ein wichtige Rolle.

Mein Fazit: Eine Belichtungszeit auf die Komastelle genau anzugeben, ist schier unmöglich. Aber man kann in den Fotocommunitys sich die Exifdateien anschauen und  die Werte aufschreiben. Vor Ort kann man dann experimentieren und die Werte den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen. Und wer sich unsicher ist, sollte sich den internen Belichtungsmesser in der Kamera anschauen. Je nach Geschmack, kann man sich daran orientieren und ggf. die Werte nach oben oder nach unten anpassen.

An dieser Stelle keine Palmen im Sonnenuntergang sondern Sonnenblumen. Aber das Prinzip bleibt das gleiche :-)

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Sonnenblumen mit Blendensternchen  100er Makro f36 1/100s Iso 200 

Du siehst an meinem Sonnenblumenbeispiel, wie ein und die selbe Blüte vom selben Standpunkt aus mit unterschiedlichem Fokus, Belichtungszeit und Blende ganz unterschiedlich aussehen. So macht doch das experimentieren Spaß und ich finde, es gibt kein richtig oder falsch, alle Fotos sind auf ihre Art gelungen bzw. welches dir besser gefällt ist Geschmackssache.

 

 

Quick & Easy: In drei Schritten Sensorflecken mit Lightroom entfernen

Erinnerst du dich an das letzte Tutorial zum Thema Sensorfleckentfernung mit Lightroom4? Hier mussten wir noch ein aufwändiges Preset herstellen, um diese Biester an Flecken überhaupt sehen zu können. Wenn wir damals schon geahnt hätten, wie einfach das nun in Lightroom5 geworden ist. Aber was solls, es muss ja schließlich neue Gründe geben, auf die neuste Version umzusteigen.
Dann will ich mal in wenigen Schritten erklären, wie einfach es nun ist, Sensorflecken zu finden und zu entfernen.

Das ist mein Ausgangsbild. Die Flecken sind nicht wirklich sichtbar, aber sie sind da, wetten?
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1. Schritt: Öffne Lightroom und gehe zum Punkt „Entwickeln“. Klicke dort auf die Funktion „Bereichsreparatur“.
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2. Schritt: Stelle unten in der Menüleiste die Werkzeugüberlagung „Auto“ ein. Klicke nun auf „Bereiche anzeigen“. So richtig sind die Flecken noch nicht zu sehen, nicht wahr?
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3. Schritt: Jetzt kommt der Clou: Regle einfach den Regler auf 100%. Ist das nicht genial?
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4. Schritt: Jetzt musst du sie nur alle entfernen. Kontrolliere ab und zu das Ergebnis, nicht das du aus versehen etwas anderes retuschierst. Deaktiviere einfach nur „Bereiche anzeigen“, Häkchen an, Häkchen aus…
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Voila, fertig ist es. Dafür brauchst du keine 5 Minuten mehr. Einfach, schnell und unkompliziert. Dafür liebe ich Lightroom und die Upgradekosten habe ich schon alleine dafür gerne bezahlt.
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Fotoaquarianertipps

Familienfotografie Kinderfotografie by Jana Mänz, Grimma

Habe ich schon erzählt, das ich Aquarien liebe? Am liebsten hätte ich ja eins zu Hause, aber wie das immer so ist mit den vielen Wünschen. Ich bin mit Aquarien aufgewachsen. Mein Vater hatte auf dem Dachboden verschieden Größen mit verschieden Fischarten und er hatte die Zeitung für Aqarianer abonniert, die zu DDR Zeit leider nur auf dem Cover schöne farbige Unterwasserfotos zeigte und Innen mit  s/w Zeichnungen ausgestattet war.

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Ich könnte mich stundenlang vor ein Aquarium setzen und einfach nur zuschauen. Die Bewegungen der Fische und das Blubbern des Wassers haben eine sehr meditative Auswirkung auf mich. Einfach nur zuschauen und gucken, was die Fische machen. Früher waren die sogenannten „Scheibenknutscher“ meine Lieblingsfische. Das sind Welse, die sich an der Glasscheibe des Aquariums festsaugen und die Scheibe von den Algen befreien. Jedenfalls ist wohl meine Kindheit daran schuld, das ich heute jede Gelegenheit ergreife und die großen Aquarien der Welt besuche. Zuletzt war ich wieder im Meeresmuseum und Ozeaneum in Stralsund. Aber auch der Zoo in Leipzig hat wunderschöne Aquarien (besonders habe ich es geliebt, als in der MDR Sendung „Elefant, Tiger und Co“ der pfiffige Grappa, ein Tintenfisch, gezeigt wurde. Schade, dass diese klugen Tiere nicht so alt werden).

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Jedenfalls liebe ich es, Aquarien zu fotografieren. Im Meeresmuseum und im Ozeaneum Stralsund kann man sich für einen Euro eine private Fotolizenz kaufen. Aber auch wenn man eine Fotolizenz kauft, ist es nicht ganz einfach hier zu fotografieren. Zum einen ist es meistens nicht möglich, ein Stativ zu verwenden und zum anderen ist das Blitzen verboten (Blitzen würde ja auch nichts nützen, da die Scheibe den Blitz unschön reflektieren würde). Was kann man also tun, um trotzdem schöne Fotos zu erhalten?

Das ist eigentlich gar nicht so schwer, wenn du eine ruhige Hand hast.

Mein Tipp: Stell eine große Blende ein, sodass sich die Belichtungszeit verringert. Eine Festbrennweite wie mein 50mm 1.4 mit einer sehr hohen Lichtstärke ist prädestiniert dafür. Zum anderen habe ich die Iso erhöht. Hier arbeite ich zwischen Iso 800 und 2000. Ich gehe aber nie über eine Iso von 2000, da ich das Rauschen dann nicht mehr vernünftig entfernen kann ohne dass mein Bild davon negativ beeinflusst wird.

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Achte beim Fotografieren durch die Glasscheiben auf die Reflexionen. Sie werden immer da sein, aber du kannst sie als Gestaltungsmittel in das Bild einbauen bzw. durch die Verwendung einer offenen Blende reduzieren.

Ein letzter Tipp ist, Serienbildaufnahmen zu machen. Das widerspricht zwar meiner Philosophie, so wenig wie möglich Bilder zu machen, aber manchmal umgehe ich meiner persönlichen Auflage, um ein gutes Ergebnis zu erhalten.

Ich hoffe, meine Tipps helfen dir das nächste Mal, wenn du ein Aquarium besuchst. Vielleicht hast du aber auch eins zu Hause, dann kannst du wunderbar üben und vielleicht magst du mir ein Bild im Kommentar posten? Und da die Sommerferien vor der Tür stehen, findest du hier ein Liste der zehn schönsten Aquarien in Deutschland.

Wie erstelle ich ein Foto wie aus Großmutters Zeiten?

Fotos-mit-Buettenschnitt

Im April 2013 haben wir ein  Tutorial im Commag zum Thema „Wie erstelle ich mithilfe von Lightroom und Photoshop Bilder, die aussehen wie vor 100 Jahren“ veröffentlicht. Die oben gezeigten Aufnahmen, einmal in schwarz-weiß und einmal Sepia stammen aus meinem Familien-Nachlass und sind schon richtig alt. Sie wurden beide um 1932 aufgenommen. Sie zeigen meine Ahnen, die ich nie kennen gelernt habe und trotzdem ein Teil meiner Familiengeschichte sind. Leider gibt es diese Art der Fotos heute nicht mehr und ich fand es schön, diesen alten Look digital nachzuempfinden. Das nächste mal drucke ich sie mir aus und nehme eine Büttenschnittschere (die gibt es in Bastelläden zu kaufen, mit denen schneidet man eigentlich Glückwunschkarten) und schneide mir einen alten Rand.

Schau doch mal ins Commag, dort erklären wir, wie man mithilfe von Lightroom Presets einen alten Farbton auf die Bilder anwenden kann und wie man einen virtuellen Büttenschnitt erstellt. Das dort angewendete Preset im Magazin kannst du bei uns kostenlos herunterladen.

Hier eine kleine Vorschau, was dich im Commag Magazin erwartet:

Buettenschnitt-Bilder-aus-Grossmutters-zeiten

 

Grunge Textur mit Photoshop & Lightroom

Ich möchte euch heute zeigen, wie man mit einer einfachen Textur mit Lightroom und Photoshop einen Grunge-Look in seine Bilder zaubert.  Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, Lithografiewerkzeuge zu fotografieren. Wer diese Werkzeuge schon einmal gesehen hat, weiß, das diese von schwarzer chinesischer Tusche eine wunderschöne alte Patina bekommen. Diese Mischung aus altem Handwerk und schwarzer Tusche wollte ich in den Fotos verdeutlichen.

Alle Fotos habe ich an diesem Tag mit einer großen Blende (2.5) fotografiert, da ich eine sehr große Unschärfe im Hintergrund mit schönen Bokehs erzielen wollte. Vorab habe ich das Foto in Lightroom bearbeitet.

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Wie man am Vorher-Nachher Screen sehr schön sehen kann, habe ich vor allem die dunklen Töne erhöht und die Sättigung verringert. Je nach Ausgangsbasis muss man hier ein wenig die Regler hin und her schieben, bis ein ähnlich gewünschtes Ergebnis erzielt wird.

Dieselbe Bearbeitung habe ich auch mit der Texturen-Datei ausgeführt. Ich hatte nämlich im selben Raum die alten Tischoberflächen als Textur fotografiert, die ich jetzt in den Bildern weiterverarbeiten konnte.

Daher mein Tipp: Wenn es sich ergibt, dann fotografiert am besten direkt an Ort und Stelle eures Motivs die passende Textur gleich mit, sodass das Ergebnis am Ende sehr stimmig ist.

Hinweis: Diese Art der Lightroom Bearbeitung haben wir als Preset gespeichert und gehört zum kostenlosen Download unseres Texturen-eBooks.

Im zweiten Schritt habe ich das Bild und die Textur exportiert. Das geht aus Lightroom heraus ganz einfach, indem man beide Dateien per Maus markiert und dann die rechte Maustaste drückt und den Befehl „Bearbeiten in“ ->“In Photoshop als Ebenen öffnen“ anklickt. Jetzt öffnen sich beide Fotografien in einer Ebenen-Datei in Photoshop.

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In Photoshop sind nur noch wenige Bearbeitungsschritte nötig. Zum einen muss die Textur-Datei über der Bilddatei liegen. Jetzt stellt man die Füllmethode der Texturen-Datei ein. Bei meiner Textur habe ich „weiches Licht“ gewählt; hauptsächlich deswegen, weil mir „Ineinanderkopieren“ als zu hart erschien und die Bilddatei mit zu kräftigen Strukturen eher zerstört hat.  In einem weiteren Schritt habe ich noch das Bildformat geändert, da ich eine quadratische Bildreihe aus den Lithografienbildern erstellen wollte.

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Fertig ist die Bearbeitung. Ihr seht, mit ganz wenigen Schritten kann man einen wundervollen Grunge-Effekt in seinen Bildern erzielen.

Viel Spaß beim nachvollziehen.

 

Kreativübung : Vacuité – die große Leere des Winters

Fotospaziergang im Zauberwald am Hintersee Natur- und Landschaftsfotografie Workshop Inhalt: Natur- und Landschaftsfotografie ist keine Frage der teuersten Fotoausrüstung und einer aufwendigen Fernreise. Viel wichtiger ist das Sehen und Wahrnehmen eines ganz besonderen Motivs. Das kann direkt vor Ihrer Haustür liegen und noch so klein und unscheinbar sein. Mit ein wenig Kreativität und der Anwendung von Komposition, Licht und Blende machst du aus einem langweiligen Bild ein ganz besonderes Foto. Ich möchte dir meine Herangehensweise zur Naturfotografie gerne vermitteln. Dabei gehe ich ganz individuell auf deine fotografischen Vorkenntnisse ein und verrate bei einem gemeinsamen Fotospaziergang Übungen, kreative Bildgestaltung und persönliche Tipps. Dabei geht es nicht nur um die Kameratechnik, sondern auch um das Sehen, Wahrnehmen und die Inspiration, die Sie in der Natur in jeder Jahreszeit finden können. Ich werde dich nicht mit grauer Theorie langweilen, sondern vielmehr vor Ort auf deine Fragen eingehen. Individuell und persönlich. Komm mit mir auf einen Naturfotografie Spaziergang an einem der schönsten Orte im Berchtesgadener Land: Der Zauberwald am Hintersee (Ramsau), laden zu jeder Jahreszeit zu einem Naturfotografie-Workshop ein.

Ich genieße die Winter-Zeit, vor allem die, die ich draußen mit der Kamera verbringe. Natürlich friere ich in den ersten Momenten, ich will rein, meine Finger und Füße sind eiskalt, doch ist das schnell vergessen, sobald ich die Kamera in die Hand nehme. Es ist wie Magie, in der die Außenwelt plötzlich weniger wichtig ist, in der ich die Kälte nicht mehr wahrnehme und nur noch der Apparat in meinen Händen Bedeutung hat. Die Melancholie des Winters liegt mir näher als das aufgeregte Wachstum des Sommers. Das Licht im Winter kann wundervoll sein, es ist weich und schmeichelnd, kann entweder extreme Klarheit zeigen oder aber Konturen verschwimmen lassen. Auch trübes Grau und Schneefall kann seine Reize haben, da sie für mich den Kern der Landschaft herausarbeiten. Was ich damit meine? Die puren Konturen und Linien, reine Schwarz-Weiß-Kontraste ohne Ablenkung durch Farbe.

Gestern war es wieder einmal so weit. Ich brauchte frische Luft und bin in die Landschaft gefahren und habe Fotos gemacht. Es war verschneit, trübe, grau. Und dabei ist mir eine kreative Übung eingefallen, für die die verschneite Landschaft sich ideal eignet. Normalerweise versuchen wir ja, Landschaften in ihrer ganzen Pracht einzufangen. Wir suchen Motive, die wir in Szene setzen. Daher ist die Fotografie im Schnee auch für viele eher reizlos, da die Landschaft trübe und leblos wirkt. Es sind keine Farben vorhanden, die werden von dem alles umhüllenden Schnee aufgesaugt. Aber genau das ist es, was so ideal ist für unsere Übung:

Die Leere in der Landschaft

Versucht einmal, nicht Motive zu suchen, sondern den euch umgebenden Raum in Szene zu setzen. Gerade im Schnee gibt es wenig Ablenkung von den puren Formen der Landschaft, Landschaft erscheint im Winter ungemein reduziert. Nun reduziert ihr sie noch mehr, versucht einfach, so wenig wie möglich auf dem Foto einzufangen und dafür den Raum zu zeigen, den sogenannten Negativen Raum, wie er in der Fachsprache genannt wird. Das ist schwieriger als ihr vielleicht denkt, denn viel leerer Raum im Foto kann unglaublich langweilig wirken. Er kann aber auch ungemein spannend wirken, sofern es euch gelingt, ihn in Szene zu setzen. Natürlich könnt ihr die Übung auch ganz ohne Schnee machen, doch erleichtert der Schnee euch die Arbeit.

Wichtig bei dieser Art der Fotografie ist es, eine große Blendenzahl zu verwenden, sodass die Bilder mit ihrer Struktur eine Tiefe bekommen. Im Schnee verwende ich gerne Blenden zwischen 10 und 14. Um den Weißabgleich kümmere ich mich erst bei der RAW-Bearbeitung. Ich verwende dazu Lightroom und die Funktion “Weißabgleich”. Mit einem Klick der “Weißabgleichs-Pipette” suche ich mir einen grauen Ton (meistens ein Baum).
Ist es sehr nebelig, verwende ich auch eine höhere ISO, die dann zwischen 400 und 1000 liegt, je nachdem wie sich die Lichtverhältnisse gestalten. Damit die wenigen Konturen wirklich scharf werden, arbeite ich am liebsten mit meiner 50mm Festbrennweite.

 

Mein Webtipp!

Wenn ihr Inspiration braucht: Schaut euch mal bei dem Fotografen Nadav Kander um, gerade die Landschaftsfotos (God’s Country, Colour Fields) zeigen einen zum Teil extremen Minimalismus, der jedoch ebenso faszinierend sein kann wie ein üppig gefülltes Foto.

 

Fotografie Tutorial: Worauf muss ich bei der Fotografie von Wald- und Wiesenpilzen achten?

Fotografin, Buchautorin & Mentorin aus Leidenschaft

Herbstzeit ist Pilzzeit, sagt man. Das ist zwar richtig, aber Pilze gibt es eigentlich das ganze Jahr über. Auch Essbare. Erst letztens habe ich gelernt, das es Pilze gibt, die ein eingebautes Frostschutzmittel besitzen und daher auch in der kalten Jahreszeit bei Frost und Schnee standhaft ihren Pilz stehen. Sie wachsen erst wieder, wenn der Schnee geschmolzen ist bzw. es wärmer geworden ist. Diese Pilze werden mit Vorliebe an den Weihnachtsfeiertagen gesammelt.  Ich schweife aber vom Thema ab. Ich persönlich kann gerade mal einen Champignon von einem Fliegenpilz und einem Pfifferling unterscheiden und ich würde meine gesammelten Pilze eher nicht essen wollen. Stattdessen sammle ich sie mit meiner Kamera, denn Pilze sind wunderschöne Motive, zumal sie nicht weglaufen. Aber im letzteren liegt auch das fotografische Problem, warum die meisten Pilzbilder misslingen.

   Fotografie-Tutorial Wie fotografiere ich Pilze im Wald richtig (3)

Worauf sollte man achten, wenn man Pilze fotografiert?

Pilze solltest du nicht von oben fotografieren. Das ist wie bei kleinen Kindern und der Portraitfotografie. Der Fotograf sollte sich auf Augenhöhe mit den Pilzen begeben, auch wenn das heißt, auf feuchten Waldböden zu liegen und vom Mücken oder Zecken geplagt zu werden.

Pilze blitzt man nicht. Sorry, aber das sieht unmöglich aus. Der Pilzhut bekommt hässliche weiße ausgerissene Flecken und im Hintergrund haben wir harte Schatten. Hier hilft nur eine höhere Iso, eine große Blende oder ein Stativ. Letzteres habe ich beim wandern nie dabei, ich gebe es zu, aber dann suche ich mir einen Ast, Stein oder nehme meinen Rucksack / Waldboden als stabile Unterlage.

Viele machen den Fehler und verwenden eine geschlossene Blende, sodass viel zu viel vom Hintergrund zu sehen ist. Eine Offenblende ist für Pilze viel schmeichelhafter, zumal du hier mit Unschärfen und Bokehs im Hintergrund spielen kannst.

Fotografie-Tutorial Wie fotografiere ich Pilze im Wald richtig (4)Rück ihm auf den Hut! Pilze solltest du so nah wie möglich fotografieren. Ich benutze am liebsten mein 50mm Objektiv oder mein 60mm Makro. Solltest du aus den verschiedensten Gründen wie Brennnesseln, unwegbares Gelände, Schlamm etc. nicht so nah ran kommen, dann hilft ein Zoom-Objektiv. Doch hier wirst du unter Umständen wieder ein Stativ benötigen, ohne verwackeln die Bilder garantiert.

Achte auf die Beleuchtung. Oftmals fotografiere ich im dunklen Rotkäppchenwald die Pilze erst gar nicht, weil es viel zu dunkel ist. Ich suche mir am liebsten die Pilze am Waldesrand oder auf offenen Gelände. Pilze wie Fliegenpilze mögen auch die Sonne, diese findest du entlang der Wanderwege. Wenn die Sonne direkt auf den Hut scheint, achte auf Schatten. Vielleicht nimmst du einen faltbaren Reflektor mit auf Wanderschaft, um diese Schatten zu vermeiden bzw. den Pilz von der anderen Seite aufzuhellen?

Konzentriere dich beim Fotografieren auf die Umgebung. Hängen vielleicht Gräser ins Bild, ist der Hut richtig zu sehen? Stören Blätter oder Äste? Ich befreie an dieser Stelle ganz vorsichtig die Pilze von den störenden Bildelementen. Aber vorsichtig, nicht das der Pilz zu Schaden kommt. Ein bisschen schummeln ist hier erlaubt, schließlich wollen wir den Pilz so richtig in Szene setzten.

Wichtig: Der Bildschnitt. Pilze niemals mittig fotografieren (ok, Ausnahmen bestätigen die Regel).

Absolutes No-Go: Pilze mit dem Fuß umkippen, Pilze mit Myzel herausreißen (wenn dann schneidet man Pilze über den Boden ab) und achtlos wegschmeißen, nicht einmal für ein Foto! Pilze sind die Polizei des Waldes und es gibt viele Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Wenn du sie fotografierst, dann lass sie stehen wo sie sind. Nutze die Gegebenheiten vor Ort und wenn es nicht klappt, dann muss du auch kein Foto machen.

Fotografie-Tutorial Wie fotografiere ich Pilze im Wald richtig (1)
Das waren meine Hinweise zur Pilzfotografie. Vielleicht gehst du in den nächsten Tagen ein wenig in den Wald und versuchst, ein paar schöne Exemplare vor die Kamera zu bekommen. Ich würde mich freuen, wenn du ein paar deiner Aufnahmen mit mir teilen würdest.

Wasserbokehs & Glitzer

Fotografie Tutorial Wie entstehen Blendensterne

Wie es scheint, hat sich der Sommer nun endgültig dem Ende zugeneigt. Von Tag zu Tag geht es immer mehr auf den Herbst zu.  Auf der einen Seite bedaure ich das Ende des Sommers. Auf der anderen Seite hingegen bietet der Herbst fotografisch mehr Möglichkeiten als der Sommer. Das Licht wird weicher und das Grün des Sommers weicht dem berauschenden Farbenfeuerwerk des Herbstes. Besonders das weichere Licht lockt fotografisch: Es lässt das Wasser verführerisch glitzern. Natürlich glitzert es im Sommer auch, doch ist das Licht irgendwie greller, härter. Ich konnte nicht wiederstehen und habe versucht, das Herbstglitzern des Wassers auf meine Speicherkarte zu bannen.

Was ist das Geheimnis, glitzernde Wasserflächen fotografisch festzuhalten?
Die Schwierigkeit liegt darin,  gegen die Sonne zu fotografieren und trotzdem keine weißen, ausgebrannten Flecken auf dem Bild zu haben. Weniger eine Schwierigkeit, aber unbedingt nötig ist die Verwendung des richtigen Objektivs. Mit einem Standard 24-50mm Zoom-Objektiv habe ich Schwierigkeiten, die Bildqualität zu erreichen, die ich mir wünsche. Ich verwende daher für diese Art auf der Aufnahmen ausschließlich mein 50mm 1.4D Festbrennweite.

Mit einer kleinen Blende, in diesem Beispiel Blende 8, kann ich das Glitzern der Wasseroberfläche sehr schön einfangen. Jeder kleine Lichtbrechung auf dem Wasser wird als kleines Sternchen dargestellt.
Fotografie Tutorial Wie entstehen Blendensterne

Diese Sternchen haben sogar einen Fachbegriff: Man nennt sie Blendensterne. Sie entstehen durch eine ungleichmäßige Brechung des Lichts im Objektiv bei relativ geschlossener Blende. Die Anzahl der Strahlen hängt wiederum von der Anzahl der Lamellen in dem verwendeten Objektiv ab. Das hier verwendete 50mm Objektiv besitzt 7 Lamellen. Da das eine ungerade Zahl, werden sie doppelt dargestellt, sprich 14 Strahlen (Objektive mit einer geraden Anzahl an Lamellen z.B. 8, zeigen auch nur 8-armige Sterne) Damit die Sterne schön gleichmäßig dargestellt werden bedarf es einer punktförmigen Lichtquelle. Leider kann man nicht mit jedem Objektiv diese Art der Sterne erzielen. Die Ursache hierfür ist, dass neuere Objektive zugunsten weicherer und runderer Bokehs abgerundete Lamellen haben. Erst wenn die Lamellen spitz sind, entstehen auch schöne spitze Strahlen.  Natürlich kann man diesen Effekt auch mit Sternenfiltern erzielen, aber ich persönlich finde die überflüssig.

Kleiner Tipp: Auch wenn es lästig ist, ist es in diesem Falle nützlich, ein Stativ zu verwenden, da sich durch die kleine Blende die Belichtungszeiten verlängern und die Gefahr des Verwackelns immer größer wird.

Ich wollte mit dem Glitzerlicht ein wenig spielen und dachte, dass es sich sicherlich auch wunderbar als Bokeh eignen würde. Dafür musste ich mir einen Vordergrund suchen, den ich in den Gräsern am Ufer fand.
Um das Bild so einzufangen, wie ich es mir gewünscht habe, musste ich mich ins Gras legen und mit der Blende spielen. Ich habe dabei die Blende immer weiter geöffnet.

Mit Blende 3.5 habe ich diese Wasserbokehs erzielt:
Fotografie Tutorial Wie entstehen Blendensterne

Mit einer weiteren Öffnung der Blende verändern sich die Bokehs noch einmal. Hier Blende 2.5
Fotografie Tutorial Wie entstehen Blendensterne

Jetzt verschwimmen die Bokehs regelrecht ineinander.
Eine ganz einfach Übung zum nachmachen. Vielleicht magst du uns deine Fotos zu dem Thema schicken? Welche Erfahrungen hast du gemacht, auf welche Schwierigkeiten bist du gestoßen?