Schlagwort: Blumenfotografie

Von verschwommenen Wildblumen & meditativer Vergänglichkeit

Blumenfotografie mit dem Smartphone von Maja Zenz

Was macht deine Sommerferienplanung? Vielleicht hast du eine besondere Reise vor. Aktuell habe ich ein wunderbares Buch über den japanischen Jakobsweg gelesen. Lena Schnabl erzählt, dass sie am Anfang eine DSLR mit 50mm Objektiv dabei hatte und diese in einem Sandsturm am Strand kaputt ging. Im Laufe der über Tausend Kilometer langen Reise fotografierte sie auf dem buddhistischen Shikoku-Pilgerweg ausschließlich mit ihrem Smartphone.
Leider wurden in dem Buch nur wenige Bilder abgedruckt, aber ich möchte dir heute eine wunderbare Künstlerin vorstellen, die mit ihrem Smartphone einzigartige Blumenportraits fotografiert: Maja Zenz
Lass dich überraschen, wozu Folien in der Smartphone-Fotografie verwenden kann. Ohne zusätzliche Bearbeitung in diversen Apps, versprochen!

Liebe Maja, stell dich bitte kurz vor.

Ich heiße Maja, bin 44 Jahre alt, komme ursprünglich aus Ludwigshafen am Rhein und wohne nun seit fast zwei Jahren im wunderschönen Zürich. Beruflich bin ich als Biologin im Bereich Krebsforschung tätig. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten mit Fotografie, Kunst und Pferden.

Wie würdest du die Philosophie deiner Fotografie beschreiben? Was bedeutet Fotografie dich persönlich?

Ich fotografiere eigentlich immer und überall. Ausschließlich mit meiner Smartphone-Kamera, die ich meistens dabei habe und die praktisch zu handhaben ist.
Ich sehe fast überall spannende Motive und versuche diese im Moment einzufangen, so wie ich sie gerade sehe und wahrnehme.
Zudem ist die Fotografie auch nur der Ausgangspunkt für meine Kunst. Ich bearbeite die Fotos weiter, in dem ich sie auf Papier ausdrucke, falte und auf Leinwand collagiere und anschließend mit Acrylfarben, Ölkreiden und Graffiti überarbeite. Dadurch entfremden und verschwimmen die Motive und aus einer digitalen, realistischen Momentaufnahme entsteht etwas Haptisches und unwirkliches.

Ich habe das innere Bedürfnis meine Fotos weiter zu bearbeiten und auch zu verändern. Sie nur auf dem Bildschirm zu betrachten reicht mir nicht aus. Durch das Zuschneiden, Falten, Kleistern und Arbeiten mit Farben beschäftige ich mich nochmals auf einer ganz anderen Weise mit den Fotos. Zudem mag ich große Bildformate. Durch das collagieren auf ein bis zu zwei Meter große Leinwände, entfalten die Motive noch mal eine ganze andere Wirkung. Dieses künstlerische Werken mit meinen Händen entspannt mich und hilft mir meinen Kopf zu leeren.

Du hast eine wunderbare Blumenserie unter dem Titel “Blurred” veröffentlicht. Vor einiger Zeit habe ich sie bei Instagram entdeckt und mich sofort verliebt. Sie haben eine ganz wunderbare Ausstrahlung. Auch wenn ich von den Möglichkeiten der Smartphonekamera weiß, war ich überrascht, dass du ausschließlich mit dem Smartphone fotografierst.

Du schreibst, dass du sie unscharf fotografierst. Für mich haben sie eine einzigartige Magie, als wenn du sie durch eine verblichene alte Fensterglasscheibe hindurch fotografiert hast. Wie bist du darauf gekommen, was macht für dich den Reiz aus? Ist der Effekt fotografisch oder mithilfe von Bildbearbeitung entstanden?

Bei vielen meiner Motive stehen die Vergänglichkeit und das Augenblickliche im Vordergrund. So fasziniert mich zum Beispiel der allmähliche Zerfall vergessener Bauwerke (LOST PLACES). Hier hat es mir vor allem der abblätternde Putz von alten Wänden angetan. Das Farbenspiel und die Struktur der sich lösenden Farbschichten finde ich einfach wunderschön.

Auch bei meiner Blumenfotografie geht es viel um Vergänglichkeit und den Übergang von Perfektion zu Imperfektion.
Ich habe lange gebraucht, um Blüten und Blumen für mich ansprechend darzustellen. Die Schönheit der Blumen erscheint mir oft zu perfekt und dadurch irgendwie auch langweilig, wie ein Kunstdruck aus dem Kaufhaus. In meiner Serie TRANSIENCE habe ich dann einen Weg gefunden. Ich fotografiere hier verwelkte Blütenblätter auf Asphalt. Die zufälligen Muster der Blüten, z.B. nach einem Gewittersturm auf der Strasse, haben für mich etwas Malerisches. Oft sammele ich auch Blütenblätter und arrangiere diese zu „Blütenpuzzles“. Das hat dann fast etwas Meditatives für mich: die Blüten immer wieder aufzunehmen und fallen zu lassen, bis sich für mich eine schöne An- oder Unordnung ergibt.

Seitdem ich in der Schweiz – mit ihren wunderschönen Landschaften und traumhafter Natur – lebe, habe ich mich in Wildblumen verliebt. Ihre Grazilität ist einfach bezaubernd, lieblich und so leicht. Aber auch hier erscheint mir die bloße Fotografie dieser kleinen Naturkunstwerke zu langweilig. Zudem ist meine Smartphone-Kamera hier mit dem Detail einfach überfordert. Irgendwann habe ich dann – inspiriert durch den Bokeh-Effekt – angefangen durch Folien (manchmal in mehreren Schichten) zu fotografieren. Dadurch verschwimmen die Blumen im Hintergrund, während die Blumen ganz nah an der Folie sich fast aus dem Bild herauszulösen scheinen und schweben. Alles erscheint ganz weich und verschwommen, fast wie eine Blumenunterwasserwelt. Diese Fotoserie heißt daher auch BLURRED (englisch für verschwommen). Diese unscharfe und abstrahierte Darstellung finde ich faszinierend. Beim Betrachten der Fotos kann man sich in den verschiedenen Ebenen und Auflösungen fast ein bisschen verlieren. Anders als bei meinen anderen Motiven und Serien steht bei BLURRED für mich die Fotografie viel mehr im Vordergrund. Ich spiele hier lange mit den Folien, Blumen und Lichtverhältnissen. So entstehen manchmal Serien von 50-100 Bildern vom gleichen Motiv. 

Blumenfotografie mit dem Smartphone von Maja Zenz
© Maja Zenz www.instagram.com/majazenz/ | www.majazenz.com

Wie würdest du anderen beschreiben, wie du deine Motive siehst bzw. findest?

Seitdem ich fotografiere habe ich einen sehr starken Blick für das Detail entwickelt. So finde ich eigentlich überall Motive, die ich spannend finde: ein Blümchen am Wegrand, ein kleines Streetart-Motiv oder Spruch in der Stadt oder das Farbspiel von abblätterndem Putz einer alten Mauer. Manchmal muss ich mich fast darauf konzentrieren auch mal das ganze, große Bild einer Landschaft und meiner Umgebung wahrzunehmen. Momentan bin ich sehr inspiriert durch meine Blumenfotografie, so dass ich in meiner Umgebung fast nur noch Blumen sehe, wo ich gehe und stehe sozusagen- das ist doch irgendwie schön. Zum Glück ist Zürich eine wunderbar grüne Stadt und bietet viele Motive.

Blumenfotografie mit dem Smartphone von Maja Zenz
© Maja Zenz www.instagram.com/majazenz/ | www.majazenz.com

Was machst du, wenn du ein kreatives Loch hast?

Tatsächlich passiert mir dies recht selten. Außerdem ist es ja auch gut, wenn sich die Kreativität mal eine Pause nimmt. Dann gehe ich viel im Wald reiten, in den Garten oder wandern. Gerade kürzlich habe ich das Arbeiten mit Ton für mich entdeckt. Ich komme gerade aus einer Keramikwoche im Tessin zurück. Eine Woche in einem romantischen Bergdorf, abseits von allem, Vasen aus der Hand formen und nach der Raku Methode glasieren uns brennen, einmalig schön und kreativ.

Zudem entwickelt sich das Fotografieren von Pferden – ihrer Eleganz und Schönheit, der Kraft ihrer Bewegungen und ihrer anmutigen Ausstrahlung – sich gerade als eine neue Leidenschaft von mir. Hier kommt meine Smartphone-Kamera wirklich nicht mehr mit, so dass ich mich gerade nach einer Fotoausrüstung und Kursen umschaue. Und Siebdruck lernen will ich auch……(m)ein kreatives Loch ist also erst mal nicht zusehen.


Ich hoffe, dir hat der kleine Einblick in Majas Smartphone-Fotografie gefallen. Vielleicht magst du ihr bei Instagram folgen und dich von ihren Fotos inspirieren lassen.

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Vintage Objektiv meets Kreative Foto-App

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Endlich Wonnemonat Mai und alles steht in voller Blüte (den Schneefall von gestern vergessen wir mal schnell…). Für jeden Natur- insbesondere Blümchenfotografen das Eldorado des Jahres. Jetzt ist noch alles frisch und so lebendig und man spürt wie die Natur zum Leben erwacht. Ich denke, egal wie alt man im Leben wird – den Frühling im jeden Jahr neu erleben zu dürfen ist etwas ganz Besonderes.  Und es gibt Fotograf*innen, die dieses Erlebnis auf eine einzigartige Art und Weise in ihren Bildern festhalten können. Ich muss gestehen, dass ich – fotografisch gesehen – dank Internet schon fast alles gesehen habe. Vieles kann mich nicht mehr überraschen oder begeistern. Dabei weiß ich, wie viel Zeit und Mühe in vielen Bildern steckt und trotzdem berühren sie mich nicht mehr. Das war vor vielen Jahren noch ganz anders, doch jetzt hat mich die Bilderflut so sehr gesättigt, dass ich selber an meinen eigenen Bildern verzweifeln möchte bzw. immer öfter keine Lust mehr habe, fotografieren zu gehen. Dabei gibt es auch heute noch, die Möglichkeit, zu überraschen. Es anders zu machen.

Aus diesem Grund möchte ich dir eine Fotografin vorstellen, die ich schon vor einiger Zeit über den Hashtag Vintageobjektive kennen gelernt habe. Ihre Blumenfotografie hat mich begeistert, aber auch zum grübeln veranlasst: Sind sie so fotografiert? Kann das analoge Pentacon 50mm oder das Minolta Rokkor 50mm diese Art von Bilder machen? In einem war ich mir sicher: Mein Trioplan100 kann es leider nicht. Ich recherchierte weiter. Kam auf ähnliche Effekte, bei denen die hintere mit der vorderen Linse im Objektiv getauscht werden. Aber da technisches Basteln nicht zu meinen Vorlieben gehört, legte ich diese wunderbare Idee wieder zu meinen unrealisierbaren Akten.

 Wochenlang grübelte ich, schaute mir die Fotos genau an, versuchte herauszufinden, was diese Bilder so anders machen. Mein Neugierde war geweckt und ich weiß noch, vor ein paar Nächten kurz vorm Einschlafen passierte es: Bei einem Bild hatte ein Merkmal gesehen, dass ich von einem meiner „Little Planet“ Fotos kannte. Und das brachte mich auf die Idee, in Photoshop rumzuspielen und zu schauen, ob ich mit einem Filter einen ähnlichen Effekt erzeugen konnte. Aber ich war nicht zufrieden und löschte missmutig alle Ergebnisse.

Das ich der Wahrheit schon ganz nah dran war, erfuhr ich, als ich mit Katja Kontakt aufnahm: Eine einfache Smartphone-App.

Und ich dachte: „Wie genial ist das denn: analoges Vintageobjektiv trifft eine kreative Bildbearbeitungs-App“. Nun wollte ich wissen, wie Katja ihre Fotografie sieht, was ihre Philosophie ist, wie sie auf die Idee gekommen ist, diese App für ihre kreative Fotografie anderweitig zu verwenden und herausgekommen ist ein ganz persönliches Interview: 

© Katja Huchel https://fotografie-augenblick.jimdo.com/ | https://www.instagram.com/katjas.fotogalerie/ 

Liebe Katja, wie würdest du die Philosophie deiner Naturfotografie beschreiben?

Fotografie ist für mich absoluter Seelenbalsam. Es bringt Ruhe in meine Gedanken und in meinen Alltag und hinterlässt ein Gefühl der inneren Zufriedenheit in mir. Ich verschmelze mit meiner direkten Umgebung, gebe mich dem Augenblick des Tuns völlig hin und in mir entsteht fast automatisch ein Gefühl von Freiheit. Vermeintlich banale Momente/Motive/Situationen lerne ich als kleine Wunder der Natur schätzen und ich lerne Achtsamkeit mit mir und der Natur.

Was bedeutet Fotografie für dich persönlich?

Fotografie ist für mich ein kreatives Ausdrucksmittel, bei der ich versuche meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Vor allem dann, wenn ich Momente sehe, spüre und fühle, die ich nicht mit Worten ausdrücken kann und will. Ich entdecke Dinge, die andere nicht sehen und wahrnehmen und kann so auf sie aufmerksam machen, da sie in unserer Schnelllebigkeit und Hektik des Alltags viel zu oft unter gehen. Beim Fotografieren kann ich mich meinen Gedanken hingeben, ich erwarte nichts und möchte einfach nur in diesem Moment sein, um zu spüren, was meine Augen sehen und mein Herz fühlt.

© Katja Huchel https://fotografie-augenblick.jimdo.com/ | https://www.instagram.com/katjas.fotogalerie

Was fasziniert dich an der Fotografie mit den Vintage-Objektiven, was macht für dich den Reiz aus?

Jedes alte Objektiv hat seinen ganz eigenen speziellen Charakter. Es sind Objektive mit Charme, nicht perfekt und was früher als Abbildungsfehler galt, wird heute als Stilmittel und künstlerische Freiheit angesehen. Weit ab vom Mainstream heben sich alte Objektive vom Einheitsbrei moderner Objektive ab. Heute scheint die ganze Welt zu fotografieren und viele Fotos haben mehr oder weniger den gleichen Look. Das war mit ein Grund, warum ich unbedingt analoge Objektive an meiner digitalen Kamera ausprobieren wollte. Ich wollte zurück zur eigentlichen Fotografie, nicht mehr einfach nur drauf los knipsen, sondern ich wollte Zeit. Zeit die Situation zu erfassen, Zeit die richtigen Einstellungen an der Kamera und am Objektiv vorzunehmen, um bewusster und überlegter zu fotografieren. Ich hatte einfach das Bedürfnis mich mit meinen Fotos von der breiten Masse abzuheben.

Wie bist du darauf gekommen, Fotos die mit Vintage- Objektiven aufgenommen wurden mit einer Smartphone-App zu bearbeiten?

Ein Fotofreund zeigte in einer Werkschau Fotos die mit einer Smartphone-App bearbeitet wurden. Ein einziges Landschaftsfoto diente ihm als Basis. Von diesem Foto präsentierte er insgesamt sieben verschiedene Versionen seiner Bearbeitung mit der Smartphone-App „Little Planet“. Ich war von dieser Bearbeitungsidee sofort begeistert. Da ich aber in meinem Archiv nur sehr wenige Landschaftsfotos hatte, die sich dafür eigneten, dachte ich mir, warum nicht mit floralen Motiven ausprobieren? Meine ganz persönliche Idee war geboren. Denn ich liebe es Bilder zu kreieren, bei denen die Grenze zwischen Realität und Fantasie verschwimmt.

„In der Natur erschafft das Licht die Farben.
Auf Bildern erschaffen die Farben das Licht.“

Hans Hoffmann
© Katja Huchel https://fotografie-augenblick.jimdo.com/ | https://www.instagram.com/katjas.fotogalerie

Was machst du, wenn du ein kreatives Loch hast?

Die Antwort fällt mir mittlerweile leicht. Nicht viel! Ich versuche entspannt zu bleiben. Zumindest heute kann ich es so einfach beantworten. Früher hätte mich so ein „kreatives Loch“ schlicht nervös gemacht. Aber im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass so eine, nennen wir es mal „kreative Pause“, absolut notwendig ist. Für mich ist dies ein positiver und natürlicher Prozess, denn es ist gut und hilfreich seinen eigenen Gedanken, Wünschen und vor allem Erwartungen an sich selbst mal ruhen zu lassen. Wie alles in der Natur braucht es die Balance zwischen kreativem Hoch und absolutem Nichtstun. Da ich von der Fotografie nicht leben muss, sehe ich solche Pausen als reinen Luxus. In solchen Phasen versuche ich nicht an Fotografie zu denken, lasse den Alltag einfach geschehen,  gebe der „Langeweile“ Raum, hören Musik und lasse mich von meinem Mitmenschen und der Natur um mich herum inspirieren. Sich ohne Druck Zeit lassen im Denken und Handeln, ist im Nachhinein gesehen ein sehr kreativer Prozess und lässt auf wundersame Weise neue Ideen entstehen. 


Jetzt, wo ich weiß, mit welcher App die Bilder bearbeitet werden, bin ich unglücklich darüber, dass ich „Circular“ nicht auf meinem Android-Smartphone ausprobieren kann.
Eine ähnliche App habe ich für Android noch nicht gefunden, aber die Suche danach, hat mich viele andere wundervolle Apps finden lassen, die ich in einem aktuellen Artikel veröffentlicht habe (hier für Android und ios).
Aber vielleicht ist das auch gut so, denn so muss ich meinen Weg auf einer anderen Art und Weise weitergehen und werde weiterhin Katjas Bilder bewundern. Vielleicht magst du ihr bei Instagram folgen und dich von ihren Fotos inspirieren lassen.

Ich wünsche dir eine wunderbare, kreative Woche!

5 Tipps zur Fotografie von Frühjahrsblühern mit einem Vintageobjektiv

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Endlich, endlich scheint der Frühling Einzug zu halten. Dieses Jahr schien es länger zu dauern, als all die Jahre zuvor. Obwohl ich im Januar dachte, es kommt gar kein richtiger Winter mehr und dann erwischte es uns im Februar und März in voller Härte.
Doch wenn wir Glück haben, kommt jetzt richtig der Frühling, die nächsten tage soll es über 20° C warm werden und die Frühjahrsblüher werden über Nacht erblühen. Heute am Ostermontag habe ich den freien Tag genutzt, um im Südfriedhof in Leipzig und im Botanischen Garten fotografieren zu gehen. Seit einigen Monaten besitze ich das Vintage-Objektiv Trioplan100 von Meyer Optik Görlitz. Das ist keine Linse, mit der man mal eben schnell Fotos machen kann. Aus diesem Grund habe ich ein paar Tipps für dich zusammen gestellt, wie du mit diesem Objektiv wunderbare Fotos von Frühjahrsblühern und Blüten in der Natur machen kannst

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#1 Eine Besonderheit des Objektives ist, dass du einen Mindestabstand von über einem Meter zum Motiv einhalten muss, um das Objekt scharf zu bekommen. Das ist nicht immer einfach, gerade bei kleinen Frühjahrsblühern wie Krokus oder Sternhyazinthe. Bevor ich mich auf Augenhöhe mit der Blume begebe und mich auf den Boden legen, schätze ich ca einen Meter Abstand. Dann positioniere ich mich so, dass ich noch ein paar Zentimeter vor oder zurückweichen kann. Das Objektiv selber habe ich fest auf den Mindestabstand von ca 1 Meter eingestellt.

#2 Bevor ich das Motiv fotografiere beobachte ich die Umgebung. Gerade Frühjahrsblüher werden auf einem Rasen gerne von altem Laub und Ästen umgeben. Diese werden später auf dem Bild stören, sodass ich vor Ort aufräume und störende Gegenstände entferne.

Blumen, Botanischer Garten, Frühjahrsblüher, Frühling, Krokus, Leipzig, Trioplan 100 f2.8, Vintage-Objektiv, Vintagelense, meyer-optik-goerlitz#3 Jetzt ist es wieder etwas länger hell. Die schönste Zeit zu fotografieren ist am späten Nachmittag. Trotzdem stehen im Frühjahr viele Blumen im Schatten, auch wenn die Bäume und Büsche noch kein Laub haben. Achte auf den fallenden Schatten und woher die Sonne kommt. Möchtest du berühmten Bokehs – die den Objektiv so Eigen sind – im Bild festhalten, dann fotografiere gegen die Sonne und öffne die Blende auf f2.8. Achte auf einen homogenen Hintergrund (z.B. Licht das durch immergrüne Büsche wie Rhododendron fällt), sodass die Bokehs sich nicht von einer Überbelichtung ausfressen lassen und sich gleichmäßig ausprägen.

#4 Versuche dich auf eine Blüte zu konzentrieren, vor allem wenn man einen ganzen Rasen voller Krokusse und Co hat. Gibt es eine Blüte, die dir besonders auffällt? Die Aufgrund ihrer Farbe oder Wuchsform positiv heraus sticht. Wenn du mit dem 100mm Trioplan arbeitest, besitzt es die Eigenschaft eines Teleobjektives, mit dem du bei einer geöffneten Blende von f2.8 die Blüte optisch freistellen kannst. Achte darauf, dass es im Hintergrund keine dunkle Horizontlinie gibt, die dein Foto optisch durchtrennt. Das macht dein Bild unruhig.

Blumen, Botanischer Garten, Frühjahrsblüher, Frühling, Krokus, Leipzig, Trioplan 100 f2.8, Vintage-Objektiv, Vintagelense, meyer-optik-goerlitz#5 Der Fokus ist bei dem Trioplan100 nicht einfach zu finden. Für mich hat sich bewährt, die Blende und die niedrigste Entfernung fest einzustellen und durch den Sucher die richtige Schärfe zu finden. Dabei bewege ich mich leicht nach vorn oder zurück. Anschließend kontrolliere ich im Display, ob die Schärfe dort sitzt, wo ich sie hinhaben möchte. Oft mache ich zur Sicherheit ein zweites Foto, um hinterher am großen Bildschirm die Schärfe neu bewerten zu können. Wenn du lieber mit Stativ arbeitest, kannst du die Schärfe auch direkt über Liveview einstellen.


Probier es mal aus, bei deiner nächsten Fototour. Wenn du direkt von mir lernen möchtest, dann freue ich mich auf deinen Anruf. Gerne biete ich dir einen individuellen Fotokurs in der Natur an.

Das Spiel mit der Wassersprühflasche

Als ich im letzten Herbst mein Buch zur Naturfotografie schrieb und recherchierte, fand ich die schönen Naturbilder von Olivia. Umso mehr freute ich mich, dass Sie einen kleinen Gastbeitrag „Das Spiel mit der Wassersprühflasche“ für mein Buch schrieb.

Bisher kam ich gar nicht auf die Idee, diesen kleinen Trick in der Natur auszuprobieren. Damit kann man wunderschöne Lichtspiegelungen, Wasserreflexe und Bokehs erzeugen und als besonderen Effekt in die Bildgestaltung einbinden. Ich habe heute den Wassersprühflascheneffekt einfach mal im Garten ausprobiert. Dafür habe ich eine Fensterreinigungsflasche zweckentfremdet und Wasser eingefüllt. Ich musste eine ganze Weile sprühen, bis der Wassertropfeneffekt auf den Bildern sichtbar wurde. Aber es hat so viel Spaß gemacht und ich konnte gleich meinen Sohn gewinnen, mir zu assistieren. Fotografiert habe ich mit meinem Tokina 100mm Makroobjektiv, ein sehr schönes Objektiv für die Makrofotografie.

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Mit der Sprühflasche kann man zusätzlich auch Regen und Regentropfen erzeugen. Gegen die Sonne fotografiert ergibt das einen wunderschönen Effekt.

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