Schlagwort: Buchdruckerei

Podcast: Was hat Umami mit Naturfotografie zu tun?

Die Zeit vergeht so schnell, findest du nicht auch? In wenigen Wochen ist schon Weihnachten und das Jahr zu Ende. Wie für viele Menschen in diesem Land, auf dieser Welt, geht auch für mich ein hartes, komisches und sehr unkonventionelles Jahr zu Ende. Corona hat mir einerseits beruflich ziemlich viel genommen und andererseits mir Zeit für andere Dinge geschenkt.

 Was mein Buch betrifft, und auf Neuigkeiten bist du bestimmt gespannt, haben die Lockdowns meinen Zeitplan ziemlich durcheinander gewirbelt.

 Zeitgleich habe ich den Sommer und Herbst versucht, weitere Unterstützer zu finden: Intuitionen, Stiftungen, Medien etc. die mein Pilotprojekt eines plastikfreien Buches unterstützen würden – leider mit sehr mäßigem Erfolg. Dabei muss ich sehr viel Pionierarbeit leisten, denn fast niemanden ist die Kunststoffproblematik in der Buchbranche bewusst. Seit längerem versuche ich auszurechnen, wie viel Material eingespart werden könnte, wenn man zukünftig viele Bücher plastikfrei herstellen würde. 

 Ich wusste, dass dieses Projekt nicht einfach werden würde, umso mehr freue ich mich, dass es weitergeht. Im Moment, ich weiß ja nicht wie es mit Corona im Winter weiter geht, plane ich die Veröffentlichung des Buches im Frühjahr 2021.

Ich hatte den Mut im Spätsommer noch einmal die Buchbinderei wechseln, um eine 100%ige Kunststofffreie Buchproduktion zu verwirklichen. Wie sagte letztens jemand zu mir »Es ist unglaublich, wie konsequent du das plastikfreie Thema angehst« Aber ich meine es tatsächlich ernst und will mich nicht mit gekauften „Klimaneutral Sigeln“ der Buchbranche schmücken.

 Wie immer liegt der Teufel im Detail und ich war so glücklich, als die neue Buchbinderei mich freiwillig auf Kunststoffe im Verfahren hinwies, die es zu vermeiden galt und die mir überhaupt nicht bewusst waren, weil man sie am Ende auch nicht sieht. Bis dahin hatte ich das noch nicht erlebt, dass jemand auf der anderen Seite mich so unterstützt, sich Gedanken macht (denn ich bin ihre erste plastikfreie Kundin) und es genauso ernst nimmt. Sie haben extra für mein Buchprojekt eine Buchbindemaschine aus den 1950er Jahren reaktiviert, um eine Fadenheftung mit Baumwolle zu realisieren.

 Als das reine Musterbuch (unbedruckt, ohne Text und Bilder) vor ein paar Tagen aus Graspapier innen und Hanfpapier (statt Buchbinderleinen aus Kunststoff) außen kam, war ich völlig aus dem Häuschen. Es ist so schön geworden und noch einmal ganz anders, als das erste Musterbuch, welches du auf den Fotos siehst. Der Wechsel der Buchbinderei hat das Buch noch einmal um Hundertprozent aufgewertet. Durch die Fadenheftung mit Baumwolle und der passenden Laufrichtung des Graspapiers hat es so ein tolles Aufschlagverhalten, das es einfach nur Spaß macht, in dem Buch zu blättern. Ein Buch für alle Sinne: der Geruch des Graspapiers nach einer Heuwiese, die weiche Textur der Naturmaterialien. Und es ist zu 100% plastikfrei.

Das zweite Lektorat/Korrektorat ist ebenso fast durch und ich habe mich über die positiven Reaktionen und hilfreiche Kritiken meiner Testleser*innen gefreut.

 So langsam nimmt alles Form an und verbindet sich zu einem Ganzen: Die ökologische Herstellung, die Buchgestaltung, Texte und Fotografien. Wie sagte die Künstlerin Tanja Esche zu mir: »Jana, das ist ein Kunstbuch, sowohl in seiner äußeren als auch inhaltlichen Form.«

Tanja Esche, Sprecherin und Schauspielerin hat nicht nur das Manuskript begeistert gelesen, sondern spontan mit mir zusammen ein Podcast erstellt. Letzten Sonntag ist er online gegangen und ich würde mich sehr freuen, wenn du dir 15 Minuten Zeit dafür nimmst.

Tipp: https://www.instagram.com/tanja.esche/

 Der Podcast ist in zwei Teile geteilt: Im ersten Teil geht es um die plastikfreie Buchproduktion und warum mir das Thema so wichtig ist und im zweiten Teil liest Tanja aus dem 4. Teil Herbst Momjigari das Kapitel „Umami – die Essenz des Geschmacks“ vor.

 Vielleicht bist du jetzt neugierig geworden, was Umami mit Naturfotografie zu tun hat. „Gefühl und Verstand“ ist ja kein Kochbuch. Den Podcast kannst du auf allen gängigen Portalen, über Spotify bis Deezer und iTunes hören.

Bzw. hier direkt anhören: https://letscast.fm/sites/hoerbar-bunt-vielseitig-sonntagsgeschichten-a7fcb235/episode/gefuehl-und-verstand-naturfotografie-von-jana-maenz-und-a-brilliant-idea-von-terrasound-dag-reinbott

Ich wünsche dir nun viel Freude beim zuhören und ich würde mich so sehr über deine Unterstützung freuen.

 Leider fehlen mir immer noch Unterstützer*innen. Aber ich weiß, das ich es mit deiner Hilfe schaffen kann, das Buchprojekt im Frühjahr 2021 zu realisieren! 

Daher hätte ich einen Wunsch an dich:

 Bitte teile mein Projekt mit Fotofreunden, Familie, Arbeitskollegen – sodass mein Buchprojekt realisiert werden kann. Denn nur mit den Einnahmen aus der Vorbestellung kann ich das Projekt verwirklichen.

Dafür habe ich verschiedene Möglichkeiten:

Meine Webseite: https://naturfotografie.jana-maenz.de/
Instagram IGTV Channel: https://www.instagram.com/janamaenz/channel/
Mein Youtube-Video: https://youtu.be/CkYYD30_taE
Auch auf Facebook kannst du es teilen: https://www.facebook.com/faszination.naturfotografie

Text: ❤ Gefühl und Verstand – Naturfotografie. Möchtest du das neue ökol. Sachbuch vorbestellen und damit die kunststofffreie Buchherstellung mit Graspapier unterstützen? http://naturfotografie.jana-maenz.de/ ❤ 

Wenn du Fragen hast, dann schreib mir bitte.

Ein plastikfreies Buch? Eine scheinbar unlösbare Aufgabe…

Bitte unterstütze mein neues ökologisch u. nachhaltig produziertes Naturfotografie-Buch "Gefühl & Verstand" - Crowdfundingprojekt 2020

In den letzten Wochen des Lockdowns hatte ich Zeit, weiter an meinem neuen Buch „Gefühl und Verstand – Naturfotografie“ zu arbeiten. Es gab ja viele Phasen, wo ich nicht weiter kam und eine ausgewachsene Schreibblockade mich behinderte. Doch jetzt sind alle Texte überarbeitet, das letzte Kapitel geschrieben und alles ans inhaltliche Lektorat rausgeschickt.

Nachdem ein paar Lockerungen in Kraft getreten waren, konnte ich mich auch wieder der Umsetzung des Buches widmen, sprich Buchdruckerei und Buchbinderei. Meine Idee, ein kunststofffreies Buch mit Biofarben auf Graspapier gedruckt mit gut lesbaren Texten und vielen großformatigen Fotos zu realisieren, ist nicht so einfach wie man denken möchte. Ich leiste hier an vielen Stellen scheinbar Pionierarbeit, denn einen Workflow konnte ich nicht finden, wenn ich nicht zu viele Kompromisse machen wollte.

Das Problem daran ist, dass wir Menschen unserer Generation alles vergessen haben, was für unsere Vorfahren normal war. Bücher ohne Kunststoffanteile waren bis in die 1960er Jahre Standard und überhaupt nichts Außergewöhnliches. Heute habe ich das Gefühl, etwas Unmögliches zu verlangen. Scheinbar funktioniert nichts mehr ohne „Plaste und Elaste“.

Der Druck mit Biofarben auf Graspapier

Das fängt damit an, dass es so gut wie keine Erfahrungen gibt, Fotos auf Graspapier mit Biofarben zu drucken. Im Gegenteil, mir wurde sogar davon abgeraten.

Ich habe eine Druckerei gefunden, die sich auf Graspapier und Biofarben spezialisiert hat und ich weiß, wie schwierig es war, die Druckmaschinen auf das Graspapier einzustellen.

Um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Fotografien gedruckt aussehen werden, habe ich einen Probedigitaldruck auf dem gewünschten Graspapier machen lassen. Hier kommt die Schwierigkeit dazu, dass man die Bilddateien mit dem Druckprofil Fogra52 in Photoshop händisch anpassen muss. Glücklicherweise habe ich hier Hilfe von der Druckerei bekommen. Am Anfang war das echt schwer für mich, denn ich hatte das Gefühl, ich würde meine Fotografien verschandeln. Der Hintergrund ist, dass Graspapier nicht nur Farbe stark aufsaugt, sondern auch noch einen Grünstich hat.

Der Probedruck hat mich positiv überrascht und ich bin zuversichtlich, dass wir ein ähnliches Ergebnis im späteren Offsetdruck mit Biofarben erreichen werden. Allen Unkenrufen zum Trotz ist es am Ende doch möglich.

Plastikfreie Buchbinderei

Zudem habe ich eine Buchbinderei gesucht, mit der ich das Thema Kunststofffrei angehen kann. Ich bin in Leipzig in einer alten traditionsreichen Buchbinderei fündig geworden.

Doch der Teufel liegt bekanntlicherweise im Detail: Buchbinderleinen, Buchbinderzwirn, Lesebändchen – alles besteht heutzutage üblicherweise aus Kunststoff. Nur in alten Buchrestaurationsverfahren werden natürliche Materialien wie Leinen usw. verwendet.

Und so habe ich die letzten Wochen recherchiert, wo ich umweltfreundliche, plastikfreie Buchbindermaterialien bestellen kann. Ursprünglich dachte ich, dass ich bei den Restauratoren fündig werden könnte, doch ich habe erfahren, dass sie ihre Materialien (Stoffe, Farben etc.) in aufwändiger Handarbeit nach alten bekannten Verfahren selber herstellen.

Und so musste ich bei meiner Suche etwas um die Ecke denken, denn viele Dinge kann man in anderen Branchen der Textilindustrie finden. Meine Lesebändchen aus Biobaumwolle stammen nun aus einer kleinen Kurzwaren-Weberei und sollten eigentlich als Bänder Kleidungsstoffe zieren.

Braune Storchschnabel, Geranium phaeum, Kloster Altzella, Muldental

Schade, dass es immer noch kein Geruchs-Video gibt. Ich würde dir so gerne zeigen, wie gut dieses Papier nach einer frisch gemähten Heuwiese, die in der Sonne trocknet, riecht.

Für den Buchbinderleinen gibt es eine kunststofffreie Lösung, nur der Buchbinderzwirn bereitet mir noch großes Kopfzerbrechen. Die neuen Maschinenheftungen sind alle auf reißfeste Kunststofffäden getrimmt und nun müssen mir die wenigen Garnhersteller, die Leinen, Flachs oder Baumwolle weiterverarbeiten, weiterhelfen…

Im Moment befinden sich die Andrucke in der Buchbinderei um ein Musterstück anzufertigen. Wenn du aber schon gerne ein Blick auf die Graspapier-Andrucke werfen möchtest, ich habe die Tage ein Video veröffentlicht.

 Keine Fotoschule: Der Inhalt

Mittlerweile ist auch das Inhaltsverzeichnis fast fertig. Nach dem Lektorat können sich sicherlich noch Überschriften und die Reihenfolge ändern, aber der Inhalt steht nun fest, sodass du auf meiner Webseite die Themen einsehen kannst.

Wichtig ist mir an dieser Stelle zu sagen: Das Buch ist kein Fotoschule. Ich werde keine Technik erläutern, noch Bildgestaltung erklären. »Gefühl und Verstand« ist ein Sachbuch mit philosophischen, ästhetischen, gesellschaftlichen Themen, die vor allem von meiner Liebe zur japanischen Kunst inspiriert worden sind. 

»Wir brauchen vor allem Fantasie in der Fotografie. Es ist nicht alles Technik oder Logik, jedoch immer voller Schönheit und Poesie.«

Ich habe es sehr persönlich geschrieben, sodass ich statt einer üblichen Einleitung eine kurze Biographie geschrieben habe. Das ist etwas ungewöhnlich, ich weiß, aber wie soll ich meine Art der Fotografie, meine Philosophie erklären, wie soll man sie verstehen, wenn man mich nicht kennt?

Inspiriert zu diesem Schritt haben mich Künstler wie Sebastião Salgado, Emil Nolde oder Alanis Morissette, die ich erst verstand, als ich einen Teil ihrer Persönlichkeit kennen lernte. Zu fast allen Themen gibt es eine Kreativ- oder Fotoübung, die dich in deiner Fotografie weiterbringen soll. 

Mitmachen und vorbestellen!

Vielleicht konnte ich dich nun überzeugen, mit einer Vorbestellung mein Buchprojekt zu unterstützen. Dazu brauchst du dich nur in meine Liste der Vorbesteller eintragen. Momentan habe ich schon 220 Unterstützer*innen von 300 gewinnen können und ich würde mich freuen, wenn du mein Buchprojekt mit deinen Fotofreunden teilen würdest, sodass ich im Sommer Buchdruck und Binderei realisieren kann.

Anders als bei meinem letzten Buchprojekt „Naturfotografie mit dem Smartphone“ möchte ich aus Kostengründen gerne auf eine Crowdfunding-Kampagne verzichten und das Projekt direkt mit meinen Unterstützern umsetzen.

Bist du dabei?

Hier kannst du dich die
Liste der Vorbesteller eintragen…