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Konmari – Wie räume ich meine digitalen Fotos auf?

Arbeitszimmer, Laptop, PC

Kennst du das Szenario für deine Fotos: Sie liegen auf deinen Rechnern in verschiedenen Ordnern. Diese Ordner liegen auf verschiedenen Partitionen oder sogar auf verschiedenen Festplatten. Manchmal liegen auch Bilder in der Cloud und vielleicht sogar in verschiedenen Cloud-Systemen wie Dropbox, Adobe, Google Drive, Microsoft Onedrive, Amazon Drive, Strato, Magenta Cloud oder Web und GMX Cloud. Oder liegen Sie bei dir auf verschiedenen Speichermedien wie SD-Cards, USB-Festplatten, USB-Sticks, NAS oder deinem Smartphone usw.

Ich weiß aus meinen Schulungen, dass auch alles in Kombination möglich ist und hier den Überblick zu behalten, ist schier unmöglich. Doch wie macht man aus dem Wirrwarr ein einheitliches System, wo du auf Knopfdruck alle deine Fotos wiederfindest? Ich möchte dir eine Anleitung an die Hand geben. Doch bedenke, die technische Umsetzung ist nicht schwer, sie braucht aber viel Zeit und Muße.

1. Du brauchst erst einmal eine große Festplatte. Am besten eignet sich, vor allem wenn du mehrere Endgeräte benutzt, eine externe SSD Festplatte mit USB und Wlan/Netzwerk Anschluss. Z.B. von Western Digital 4TB/8TB SSD Festplatte Sie hat auch den Vorteil, das sie wie ein NAS deine Daten als Sicherung spiegelt.

2. Lege auf dieser Festplatte einen Ordner an, den du z.B. „Fotoarchiv“ nennst.

3. Hier speicherst du alle Fotos als Kopie, die du auf deinen diversen Speichermedien/Ordnern findest. Am einfachsten ist es, wenn du nicht weißt, wo deine Fotos überall liegen, dass du im Explorer/Finder nach den Bildern bzw. deren Dateiformat *.jpg/*.tif/*.png/*.raw/*.dng usw. in der Suche suchst. Das musst du pro Dateiformat machen, wenn du zum Beispiel Handyfotos im jpg-Format hast und RAW-Dateien von deiner DSLR/SLR Kamera.


Markiere alle Fotos und kopiere sie in den neuen Ordner.
Hast du deine Fotos in verschiedenen Ordnern abgelegt, kannst du natürlich auch die verschiedenen Ordner kopieren und in den neuen Ordner „Fotoarchiv“ als Kopie ablegen.

4. Im 4. Schritt wäre es wichtig, wenn du mit einer Bildverwaltungssoftware wie Lightroom arbeiten würdest. Natürlich kannst du auch mit dem Explorer/Finder arbeiten, aber bei vielen tausenden Fotos ist es kaum möglich, per Hand doppelt und dreifach abgelegte Fotos zu filtern und auszusortieren. Eine Fotobibliothek wie Lightroom hilft dir dabei, doppelte Bilddateien zu finden und zu löschen und die Dateien nach Datum in Jahres-Ordnern neu abzulegen.

Möchtest du dir ein Bildarchiv mit Lightroom aufbauen, dann biete ich dir meinen individuellen Workshop an.

Importiere nun den neuen Fotoarchiv-Ordner in deine Bildverwaltungssoftware.

5. Im nächsten Schritt solltest du kräftig aufräumen und Bilder löschen. Lösche alles was unscharf, verwackelt ist. Solltest du dich fotografisch und in deiner Bildsprache verändert haben, dann habe den Mut alte Bilder von z.B. Tulpenbilder von 2014 oder Zooaufnahmen aus dem Jahr 2009 gnadenlos zu löschen. Hebe nur die alten Bilder auf, die dir persönlich etwas bedeuten. Zoo- oder Tulpenbilder würdest du heute sicherlich ganz anders fotografieren als vor 5 oder 10 Jahren. Da in Lightroom die Bilder immer nach Jahren ablegt werden, kannst du dir die Jahresordner einzeln zum löschen vornehmen.

Alle Bilder die du behältst, solltest du verschlagworten und in thematisch sortieren Sammlungen ablegen. Das gute an einer Bildverwaltungssoftware ist, dass die Bilder nicht mehr physisch doppelt und dreifach abgelegt werden, sondern nur Referenzen. So kannst du ein Blumenbild, das du auf einer Reise fotografierst hast, in die Sammlung Reise als auch Blume ablegen und du musst es nicht wie früher physisch in zwei verschiedenen Ordnern abspeichern.


Für meine fünf Schritte wirst du je nach Umfang deiner Bildersammlung mehrere Tage oder Wochen brauchen. Das hängt davon ab, wie viel Zeit und Muße du hast. Vor zwei Jahren, als ich um diese Zeit krank war, habe ich innerhalb einer Woche aus meinem Bildarchiv, das mehr als 100.000 Fotos umfasst hat, eine Sammlung von 25.000 gemacht. Das war harte Arbeit, aber danach konnte ich wieder befreit fotografieren gehen.

Wenn ich heute von einem Fotoshooting, einer Fotoreise wieder komme und meine Fotos in mein Bildarchiv ablegen, dann lösche ich zeitnah. Sodass sich nicht wieder tausende von schlechten Fotos in meinem Archiv ansammeln. Jetzt fällt es mir auch viel leichter, gleich zu löschen.

Wenn du Panik vor deinem Archiv hast oder du dich scheust, das Thema alleine anzugehen, dann wäre es mir eine Freude dir zu helfen. Komm gerne zu mir (oder online per Skype und Teamviewer) und in 2-3 Tagen machen wir aus deiner Fotomessisammlung ein ansehnliches, gut sortiertes Archiv. Stelle dir vor, mit welcher Freude und Leichtigkeit du danach wieder fotografieren gehen magst. Dafür lohnt sich all die Mühe.

Und – ich weiß der Gedanke ist nicht so schön und tut weh – was soll mit deinen Fotos mal passieren, wenn du nicht mehr bist? Was wäre, wenn man seinen Lieblingsmenschen ein Archiv mit Fotos hinterlässt, das für die Familie wichtig ist? Wie schnell gehen Fotos unwiderruflich verloren und das wäre doch schade oder?

Ich freue mich auf dich!

Digitales Fotozeitalter: Welche Fotos sollten für die Nachwelt erhalten bleiben?

Arbeitszimmer, Laptop, PC

Weiß du, wie viele Bilder du auf deinem Rechner hast? Oder wo deine Fotodateien liegen? Auf der internen Festplatte, auf dem Kameraspeicherchip, in der Cloud, auf einer mobilen Festplatte, auf dem USB-Stick oder brennst du sogar noch CDs mit Bilddaten?

Bei den meisten von uns herrscht ein heilloses Durcheinander, wenn es darum geht, digitale Bilder zu speichern und zu sichern. Ich nehme mich davon nicht aus, besser gesagt, ich versuche täglich gegen den inneren Schweinehund zu kämpfen, die Bilder mal eben schnell irgendwo auf die Festplatte zu speichern.

Für meine RAW-Daten und für die Bilder vom Smartphone habe ich mir einen festgelegten Workflow und einen festen Speicherplatz erarbeitet. Und ich übe mich in Disziplin, mich immer daran zu halten. Bisher klappt das auch ganz gut und dank meiner Bilddatenbank-Verwaltungssoftware, bekomme ich das auch ganz gut hin. Letztens fragte mich jemand, ob ich denn genau wüsste, wie viele Bilder ich gespeichert habe und ich konnte recht genau sagen, dass es 97.400 Bilddateien sind. Doch das sind nur meine digitalen Bilder, die ich seit 2003 nach Aufnahmejahr ablege. Leider liegen in meinem Atelier noch ganz viele Fotos-CDs aus den 90er Jahren rum und es gibt einen großen Karton mit Negativen. Selbstverständlich alles unsortiert, Hauptsache gut in den Schränken und vor meinen Blicken versteckt. So nach dem Motto: Aus dem Auge aus dem Sinn.

Was ist an dem Thema eigentlich so schwer?
Warum schafft man es nicht so einfach aufzuräumen, wie einen Bücher- oder Schuhschrank. In den letzen Monaten, kurz vor unserem Umzug habe ich Tage investiert, um in meinem Haushalt aufzuräumen, wegzuschmeißen und auszusortieren. Es hat mir richtig Freude bereitet und als ich dreimal hintereinander zum Sperrmüll fuhr, fühlte ich mich wie befreit. Aber warum kann ich meine vielen Bilder nicht einfach zum Sperrmüll fahren?

Fotos aufräumen, löschen, sortieren-DIE BESTEN-BILDVERWALTUNGSPROGRAMME

Warum eine Bildverwaltungssoftware nützlich ist

Doch bei meinen Fotodateien sieht das anders aus. Manchmal sitze ich gedankenschwer vor meiner Bilderbibliothek und denke, mehr als die Hälfte von den 97.400 Bilddateien könnten weg. Dabei bin ich die letzen drei Jahre sehr fleißig gewesen. Nach jedem Fotoshooting habe ich kräftig gelöscht. Erst letztens habe ich aus einem Tausend-Bilder Familienfotoshooting die Einhundert Besten herausgesucht und alles andere von der Festplatte entfernt. Doch alles was älter ist, fällt mir unglaublich schwer. Dabei verwende ich schon seit vielen Jahren Lightroom als Bildverwaltungssoftware. Löschen, sortieren usw. geht so einfach darin, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, ohne eine Verwaltungssoftware zu arbeiten.

Mittlerweile gibt es viele Programme auf dem Markt und mir ist klar, dass die Nachfrage nach einer guten Bibliothekssoftware mit steigenden Bilddateien immens sein muss. Manchmal werde ich gefragt, welche die Beste davon ist, welche ich empfehlen würde. Nun, da ich nur mit Lightroom arbeite, kann ich das nicht beurteilen. Ich habe mich gut in Lightroom eingearbeitet und kann mir persönlich keine andere Software vorstellen. Glücklicherweise gibt es unabhängige Plattformen, die verschiedene Bildverwaltungsprogramme getestet haben. Wie man sieht, liegen die Bewertungsnoten alle sehr dicht bei einander, sodass man die Qual der Wahl nicht bei den Funktionen sondern beim Handling haben wird.

Fotos aufräumen, löschen, sortieren-DIE BESTEN-BILDVERWALTUNGSPROGRAMME

Unsere Psyche: Warum aufräumen mental schwierig ist

In meinen Lightroom-Schulungen steht überwiegend das Handling, das Erarbeiten des Workflows im Vordergrund. Die Funktionen an sich, sind schnell gelernt. Aber sich einen Workflow erarbeiten, wie man Bilder bewertet, aussortiert und löscht, das ist schwieriger. Löschen ist eine mental schwierige Aufgabe. Schnell ermüdet man dabei. Löschen schmerzt manchmal regelrecht, sodass man am liebsten alles in einem Ruck ohne hinzusehen entfernen möchte. Aber nicht nur das, man muss Entscheidungs- und Entschlussfreudig und ein gutes Bauchgefühl besitzen. Gerade wenn man ähnliche Bilder löschen muss. Oder Bilder, die einem viel bedeuten, aber fotografisch misslungen sind. Schnell verschiebt man das Löschen auf einen anderen Zeitpunkt und widmet sich anderen Dingen.

Wie du lesen kannst, ich schreibe aus eigenen Erfahrungen. Darum sind meine Bilder aus dem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts immer noch nicht gesichtet und gelöscht. Es sind vor allem die Babybilder meines Sohnes. Bilder, die ich täglich wie im Serienbildrausch von ihm gemacht habe. Wo wirklich kein Bild fotografisch gut ist, ich sie aber trotzdem sehr liebe.

Dabei mache ich mir auch Gedanken, was mal passiert, sollte wie im Frühjahr mein NAS durch eine rausgeflogene Sicherung kaputt gehen und ich keine zusätzliche Datensicherung mehr haben.

Im Moment habe ich keine weitere Sicherung, weil wir es durch den Umzug immer noch nicht geschafft haben, das NAS zu reparieren. Und ich erwische mich manchmal dabei, mir lieber nicht vorzustellen, alle meine Fotos und Texte wären verschwunden (meine Buchhaltung dann auch, doch das wäre weniger schmerzlich :-) )

Und ich denke darüber hinaus. Mache mir Gedanken über unser digitales Zeitalter, in dem wir unsere Gedächtnisse auf Festplatten, Server und digitale Clouds auslagern. Wenn Morgen auf der Welt der Strom komplett ausfällt, was bleibt von unseren Errungenschaften, unseren Erkenntnissen, unserem Wissen übrig – und was bleibt von meinen Daten, von meinem bisherigen Lebenswerk, übrig? Nicht viel, eine Handvoll ausgedruckter Fotos, die alle nicht auf dem aktuellen Stand sind.

Ich denke, wir sollten den Gedanken ums aufräumen und löschen von Fotos umfassender betrachten und uns die Frage stellen, welche Fotos sind es wert ausgedruckt werden. Welche Fotos möchte ich zur Erinnerung in den Händen halten, welche Fotos sollten wir für Nachkommende Generationen erhalten, wenn kein PC der Welt mehr funktioniert.

Wir müssen aber wohl mit dem Wissen leben, dass nichts für die Ewigkeit ist. Keine Festplatte, keine Cloud, aber auch kein Foto. Sie unterliegen alle der Vergänglichkeit und meine Hoffnung steigt, das sich das Aufräumen irgendwann von alleine löst…