Schlagwort: Lana del Rey

Inspiration: Morbides

Obwohl ich persönlich gerne quitschbunte Fotos mache, fühle ich mich als Betrachterin eher von grauen, morbiden Fotos angezogen. Ich liebe surreale Bildwerke, die auch gerne ins abstrakte, fantasievolle abdriften dürfen. Ich liebe die Wörter „mortality“ und immortality“. Glücklicherweise bin ich mit meinen Gedanken nicht alleine, auch in der Musik und in der Literatur werden diese Themen gerne aufgegriffen.   Ich habe zur Inspiration das Buch „Stufen“ von Hermann Hesse gelesen und mich in einige Gedichte spontan verliebt.

 

Im Nebel
Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse

Nebel ist ein wunderbares gestalterisches Element in der Fotografie, morbides, vergängliches auszudrücken. Graue, monotone Nebelbilder sind sehr emotional. Jeder kennt das Gefühl, in einer nebligen Landschaft zu stehen, und ringsherum ist alles totenstill. Man hat das Gefühl, in Watte gepackt zu sein, als wenn für einen kurzen Moment die Zeit stehen bleibt. Ab und zu kräht ein Rabe im Hintergrund und ist nur Schemenhaft zu sehen. Diese inneren Bilder in Fotografien umzusetzen, ist meiner neuen Leidenschaft geworden. Inspirieren tun mich dabei unter anderem die Landschaftsbilder von Marta Orlowska. Fern der Realität, verwunschen und fantasievoll.

Flickr-Fotostream-von-marta-orlowska