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Feuerwerk fotografieren leicht gemacht!

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Früher hätte ich mich gefragt, warum ich im Januar einen Artikel über Feuerwerk schreiben sollte. Silvester ist doch gerade mal ein paar Tage her. Aber die Zeiten sind vorbei, dass man nur einmal im Jahr ein Feuerwerk sehen konnte. In der Hochzeitssaison kann man mittlerweile fast jedes Wochenende kleinere private Feuerwerke erleben. Dann kommen weitere Events dazu, wie Rhein in Flammen mit fünf verschiedenen Höhenfeuerwerken oder als Höhepunkt auf verschiedenen Stadtfesten oder Konzerten.

Doch was braucht man überhaupt, um ein Feuerwerk zu fotografieren? Bestimmt hast du dich einmal darin versucht, ein Feuerwerk zu fotografieren. Vielleicht warst du enttäuscht, dass es nicht so geworden ist, wie du es dir vorgestellt hast. In meinem Tutorial verrate ich dir ein paar Tipps und Tricks für gelungene Feuerwerks-Fotografien. Es ist nicht schwer, aber ein paar Einstellungen solltest du beachten.

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Kamera & Objektive

Die Kamera

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild
Fotografiert mit LG G8s Smartphone* mit den Kamera Standardeinstellungen. Technisch nicht perfekt, aber manchmal reicht auch ein schöner Schnappschuss :-)

Die Kamera ist nicht das entscheidende Kriterium. Ein höherwertiges Smartphone wie LG G8s, Huawei P30 oder ein neueres iPhone-Modell schaffen es, Feuerwerke sehr schön einzufangen, sofern man nicht auf knackscharfe Pixel angewiesen ist, technische Mängel tolerieren bzw. auf kleinere Details wie Blendensterne verzichten kann. Manchmal kommt es nur darauf an, den besonderen Augenblick festzuhalten und weniger auf die technische Brillanz. Wenn du aber mehr lernen möchtest, dann lies weiter

Hinweis: Kennst du schon mein neues Buch: „Naturfotografie mit dem Smartphone„?

Ob die Kamera eine Bridge, DSLM oder DSLR ist, das spielt ersteinmal keine Rolle, wichtig ist grundsätzlich, dass du die Belichtungszeit und Blende manuell einstellen kannst. Und das können die einfachsten Kameras.

Solltest du Anfänger sein, dann fotografiere mit der Kamera, die du hast! Fang erst einmal an, bevor du dich in den technischen Details verlierst, den je mehr du fotografierst, um so mehr werden sich deine Ansprüche verändern…

Bist du aber beim nächsten Feuerwerk auf technische Perfektion angewiesen, ist eine höherwertige Kamera mit einem guten Sensor sehr wichtig. Micro Four Thirds Kameras wären nicht meine erste Wahl, APS-C oder Kleinbild (Vollformat) sind die besseren Alternativen. Die Unterschiede siehst du, wenn du in die Details hineinzoomst. Doch noch wichtiger ist neben dem Sensor das verwendete Objektiv…

Meine Bilder habe ich mit DSLR Nikon D750, eine Vollformatkamera gemacht.

Das Objektiv

Grundsätzlich hängt die Wahl das Objektives davon ab, wie und wo du das Feuerwerk fotografieren möchtest. Bist du weiter weg und möchtest du es optisch heranholen, ist ein Teleobjektiv die richtige Wahl.

Stehst du in der richtigen Entfernung zum Feuerwerk und möchtest du die Landschaft mit einfangen, ist ein Normal (50mm) oder Weitwinkelobjektiv (20/35mm) die bessere Wahl (bedenke bei APS-C Kameras den Cropfaktor, der aus einem 50mm ein 75mm Objektiv macht!).

Solltest für den Anfang ein Standard Zoomobjektiv 18-55mm besitzen, dann übe damit. Auch ich habe damit angefangen. Aber vielleicht solltest du versuchen, weniger zu zoomen und dich auf eine Brennweite fokussieren. Später, wenn du dich sicher mit der Fotografie fühlst, kannst du auf hochwertigere Festbrennweiten umsteigen.

Feuerwerk, Muldental, Sachsen, Schiffsmühle, Silvester
Ausschnitt 50mm Schärfe der Blendensterne

Ich persönlich würde nämlich aufgrund der Schärfe immer eine Festbrennweite favorisieren und statt zu zoomen, lieber meinen Standort wechseln.

Wer schon länger bei mir liest oder meine Artikel kennt, weiß, dass ich mein Nikkor 50mm 1.4 Objektiv* aufgrund der hervorragenden Abbildungsqualität über alles liebe. Aus diesem Grund habe ich mein letztes Feuerwerk auch mit diesem Objektiv aufgenommen. Nicht nur die Schärfe ist einmalig, sondern auch die Details der Blendensterne. Mit einer einfachen Kamera und einem preiswerten Zoomobjektiv ist diese Qualität leider nicht erreichbar. Wenn du keine Sterne in deinen Fotos abbilden kannst und sie nur als verschwommener Punkt dargestellt werden, wird es an deinem Objektiv im Zusammenspiel mit dem Kamerasensor liegen. Nicht alle Objektive sind dazu in der Lage. Daher ist die Wahl des Objektives für mich das wichtigste Kriterium.

Zubehör

Du brauchst: Wechselakku, Stativ, eventuell Fernauslöser, Handschuhe in kalten Nächten, Taschenlampe (bzw. Smartphone mit Taschenlampenfunktion)

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Kameraeinstellungen

Die Kameraeinstellungen sind ganz einfach. Du weißt, Feuerwerke sind nur in einer dunklen Nacht schön zu sehen. Eine dunkle Nacht bedeutet für die Kamera eine lange Belichtungszeit. Da die Feuerwerke in einiger Entfernung zu deiner Kamera zu sehen sind, brauchst du Tiefenschärfe, das heißt, du musst du Blende schließen. Schließt du die Blende, musst du auch die Belichtungszeit verlängern. Aus diesem Grund ist ein Stativ unerläßlich!

Ein weiterer Aspekt ist die Iso. Wenn du in der Nacht lange belichtest, verrauschen schnell die Bilder. Daher solltest du eine ganz geringe Iso einstellen. Ausgedrückt in Zahlen sieht das so:

  • Blende: f8
  • Belichtungszeit: zwischen 6-10 Sekunden (musst du ausprobieren!)
  • Iso: 100 (Iso-Automatik ausschalten!)
  • Programm: Manuell „M“
  • Autofokus: Aus

Stell deine Kamera am besten auf den Manuellen Modus (M) ein, sodass du Blende und Belichtungszeit selber korrigieren kannst.

Schalte ebenso den Autofokus an deinem Objektiv aus. In der Nacht hat es die Technik schwer, zu fokussieren – also scharf zu stellen. Optimale Ergebnisse erzielst du, wenn du den Fokus manuell an deinem Objektiv auf „Unendlich ∞ “ stellst.

Ganz wichtig ist, dass du bei Nachtaufnahmen, den Bildstabilisator ausschaltest, sofern dein Objektiv es zulässt. Den Weißabgleich stellst du auf Automatik und verwende kein Weißabgleichsprogramm. Wenn deine Kamerasoftware die Möglichkeit bietet, bei Langzeitbelichtungen die Rauschunterdrückung einzustellen, dann aktiviere diese bitte.

RAW oder jpg?

Wenn du mich fragst, ich würde immer das RAW-Format einstellen, schon alleine um im Nachgang das Bild besser bearbeiten zu können. Selbst an meinem Smartphone fotografiere ich immer öfter im RAW-Modus, damit ich das Bild in der Lightroom App auf dem Handy optimieren kann.

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Die Fotografie

Vor Ort

Bevor du ein Feuerwerk fotografieren kannst, musst du herausfinden, von welcher Stelle aus, du eine perfekte Sicht auf das Feuerwerk hast. Du solltest den Ort bei Tageslicht kennen, damit du weißt, wo du Parken kannst, wo du hingehen musst, welche Hindernisse dort auf dich warten könnten. Ungünstig wäre es, wenn du dein Feuerwerk unter einer Straßenlampe oder einer anderen künstlichen Lichtquelle fotografieren würdest. Oder die Sicht durch große Häuser oder Bäume behindert wird. Das heißt: Ortskenntnisse sind für ein gelungenes Feuerwerksfotos immens wichtig, denn im Dunkeln sieht alles ganz anders aus.

Sei schon eine halbe Stunde eher vor Ort, sodass du genügend Zeit hast, dein Stativ aufzubauen und Testfotos zu machen. Du hast während des Feuerwerkes, welches manchmal nur wenige Minuten geht, keine Zeit mehr dafür. Indem Moment, in dem das Feuerwerk startet, musst du dich auf die Aufnahmen konzentrieren und deine Einstellungen an der Kamera solltest du im Schlaf beherrschen. Übe also vorher im hellen, sodass die Handgriffe sitzen. Später, wenn die Kamera auf dem Stativ steht, hast du im Dunkeln auch die Möglichkeit, mit einer Taschenlampe zu leuchten und die Einstellungen vorzunehmen oder zu verändern.

Denke unbedingt vorher an einen vollen Akku und an einen Wechselakku. Nachtfotografie mit langen Belichtungszeiten verschlingt viel Energie.

Wann auf den Auslöser drücken?

Ein gutes Feuerwerksfoto hängt natürlich auch ein bisschen von Glück und Zufall ab, im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken. Ich persönlich habe bei meinem letzten Feuerwerk auf die zischenden Abschußgeräusche gehört und schon ausgelöst, als die Rakete abgeschossen wurde. Wenn du Glück hast, kannst während der Belichtungszeit von 8 Sekunden ein, zwei unterschiedliche Feuerwerksblumen fotografieren, während andere Bilder wenig oder gar nichts aufzeichnen. Das hängt davon ab, wie groß das Feuerwerk ist, wie viel abgeschossen wird. Ob es eine Choreographie hat oder ein kleineres privates Feuerwerk ist. Das sind Faktoren, die du nicht beeinflussen kannst.

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Die Bildgestaltung

Denke daran, den Ausschnitt in deiner Bildgestaltung etwas größer zu wählen. Es ist wirklich schwierig, vorab zu kalkulieren, wie hoch die einzelnen Feuerwerke steigen werden. Du würdest dich ärgern, wenn die wirklich schönen Lichtblumen außerhalb oder angeschnitten deines Bildes liegen würden.

Noch bildgestalterisch besser wäre es, wenn du das Feuerwerk über einem spiegelnden Gewässer zu fotografieren.

Möchtest du Personen einbinden, musst du dich entscheiden: Entweder sie bewegen sich und werden bei der langen Belichtungszeit unscharf bzw. erhalten eine Bewegungsunschärfe (mit der du bildgestalterisch auch schön spielen kannst) oder du verdonnerst deine Personen dazu, sich 6 oder 8 Sekunden langen auf keinen Fall zu bewegen. Wenn du dich für letzteres entscheidest, kannst du mit der Taschenlampe die Gesichter der Personen gezielt ausleuchten, sodass man später auch die Gesichter erkennt.

Achso, die Technik…

Bedenke ebenso, dass die Fotografie mehr Zeit benötigt, als eine normale Fotografie bei Tageslicht. Nicht nur, das die Belichtung 8 Sekunden oder länger dauert, auch wenn die Aufnahme beendet ist, braucht deine Kamera einige Zeit, um das Bild zu rechnen. An dieser Stelle werde ich immer ganz nervös, wenn die Rechenzeit gefühlt zu lange dauert, bis ich die nächste Aufnahme starten kann, während das Feuerwerk weitergeht. Versuche ruhig bleiben und deinen Flow zu finden.

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Meine Bildbearbeitung

Für die Bearbeitung habe ich Adobe Lightroom und Photoshop verwendet.

In Lightroom

In Lightroom habe ich zuerst die Lichter reduziert, dafür die Tiefen erhöht. Zudem habe ich den Kontrast erhöht und nachgeschärft. Die Bearbeitung ist kein Hexenwerk, ich wollte nur die Farben etwas herausarbeiten.

In Photoshop

Mein letztes Feuerwerk war kein großes Event und die Raketen wurden überwiegend an einer Stelle in den Nachthimmel geschossen. Um das Feuerwerk in seiner ganzen Schönheit darzustellen, habe ich in der Bildbearbeitung zwei oder drei Bilder in Photoshop übereinander gelegt. So wird ein Feuerwerk von einer halben oder ganzen Minute sichtbar, die Einzelbilder hatten alle eine Belichtungszeit von 8 Sekunden. Da ich die Bilder nacheinander auf dem Stativ aufgenommen habe, war es einfach, sie in Photoshop in Ebenen zu überlagern. Bei der Bildgestaltung habe ich darauf geachtet, dass ich verschiedene Feuerwerkstypen bzw. Höhen miteinander kombiniert habe.

Wenn du mehr über meine Bearbeitung in Lightroom und Photoshop wissen möchtest, dann kannst du mich gerne für einen Workshop online per Skype und Teamviewer oder vor Ort in meinem Atelier buchen.


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Lightroom 6: Die neue Pinselfunktion innerhalb des Verlaufsfilters

Vor einiger Zeit schrieb ich über die Neuerungen in Lightroom 6. Leider waren im Enwickeln Modul nur wenige Funktionen neu.

  1. Die Tier-Rote-Augen-Funktion
  2. HDR- und Panorama-Funktion
  3. und der Pinsel innerhalb des Verlaufsfilters.

Auf letzteres möchte ich eingehen, da diese Funktion durchaus ihre Vorteile hat. Bisher war es so, wenn ich den Verlaufsfilter verwendet habe, dann wurde die komplette Breite des Filters im Bild angepasst. Zum Beispiel wenn man einen blauen Himmel etwas kräftiger oder dunkle Seitenbereiche aufhellen wollte. Doch nicht immer sollte der Filter über die komplette Seite gehen. Ich habe mir in der LR5 Version so geholfen, indem ich anschließend mit dem Korrekturpinsel bestimmte Bereiche im Verlaufsfilter wieder aufgehellt oder abgedunkelt habe. Das muss ich seit LR6 nicht mehr tun. Ich habe nun innerhalb des Filters die Möglichkeit, mit einem Pinsel, Teile hinzuzufügen oder zu entfernen.

Ich zeige dir ein Beispiel. Ein Leuchtturm mit einem schönen Himmel. Ich möchte nun den Himmel abdunkeln. Das bedeutet aber auch, so war es bisher, das auch der Leuchtturm in der Mitte abgedunkelt wurde.

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Dieses Problem kann ich nun beheben, indem ich im Verlaufsfilter auf die Funktion „Pinsel“ klicke und dann mit der Taste „Alt“ und der Maus, den Bereich des Leuchtturmes wieder wegradiere.

Individuelle Lightroom Schulungen

Wie immer ist es wichtig, ganz sauber zu arbeiten. Am besten zoomt man in den Leuchtturm hinein und verkleinert den Pinsel und malt ganz ordentlich die Ränder aus, sodass man später keine Übergänge sieht.

Ein kleines, aber hilfreiches Tool. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

Probier es mal aus… und wenn du mehr über Lightroom wissen möchtest, dann buche einfach meine Lightroom-Schulungen. Ich helfe dir gerne weiter!

 

 

Suchanfrage: Mit welcher Belichtungszeit kann ich Palmen im Sonnenuntergang fotografieren?

Ich dachte, ich mache eine neue Rubrik auf, indem ich auf die Fragen antworte, mit denen Leser auf meine Seite kommen, aber sicherlich keine Antwort gefunden haben.

sonnenblumen-im-sonnenuntergang-2

Sonnenblumen im Sonnenuntergang 100er Makro f36 1/60s Iso 200 – belichtet auf die Blüte

In dieser Woche wurde gefragt, mit welcher Belichtungszeit Palmen im Sonnenuntergang fotografiert werden können. Die Frage ich nicht so einfach zu beantworten, da ich nicht weiß, welches Endergebnis derjenige sehen möchte. Möchte er schwarze Palmen wie eine Art Scherenschnitt vor orange-roten Himmel fotografieren oder soll das Bild so aussehen, das die Palmen bzw. der Vordergrund belichtet sind?  Von entscheidender Bedeutung ist, worauf fokussiert und gleichzeitig die Belichtungszeit ermittelt  und welche Blende genommen wird.

sonnenblumen-im-sonnenuntergang

Sonnenblumen im Sonnenuntergang 100er Makro f3.5 1/8000s Iso 200

Soll das Bild mit einer kleineren Blende und Tiefenschärfe aufgenommen werden, ist ein Stativ nötig, denn die Belichtungszeit wird sich so verlängern, dass es Freihand sicherlich verwackelt. Dieses Sonnenuntergangsbild mit Palmen wurde mit einer Blende 8 und 1/25 sek belichtet, während dieses Silhouettenfoto „Strand mit Palmen“ mit einer 11er Blende und 1/200sek. belichtet wurde. Die gleiche Belichtungszeit aber eine größere Blende von 5 (ISO 200) belichtet dafür das Bild in allen Details. Hat man dagegen kein Stativ zur Hand und muss Freihand belichten, dann kann es helfen, die Iso von 200 auf 800 oder höher zu stellen. Die Belichtungszeit verringert sich dadurch deutlich, aber Achtung, je nach Kameratyp und Rauschverhalten kann man sich das Bild mit höheren Iso-Werten mit einem unschönen Rauschen versauen. Da hilft u.U. auch kein Bildbearbeitungsprogramm mehr, um das Rauschen so zu entfernen, sodass das Bild nicht zermatscht. Ebenso ist es wichtig zu beachten, welches Objektiv du benutzt. Die Lichtempfindlichkeit spielt dabei ein wichtige Rolle.

Mein Fazit: Eine Belichtungszeit auf die Komastelle genau anzugeben, ist schier unmöglich. Aber man kann in den Fotocommunitys sich die Exifdateien anschauen und  die Werte aufschreiben. Vor Ort kann man dann experimentieren und die Werte den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen. Und wer sich unsicher ist, sollte sich den internen Belichtungsmesser in der Kamera anschauen. Je nach Geschmack, kann man sich daran orientieren und ggf. die Werte nach oben oder nach unten anpassen.

An dieser Stelle keine Palmen im Sonnenuntergang sondern Sonnenblumen. Aber das Prinzip bleibt das gleiche :-)

sonnenblumen-im-sonnenuntergang-1

Sonnenblumen mit Blendensternchen  100er Makro f36 1/100s Iso 200 

Du siehst an meinem Sonnenblumenbeispiel, wie ein und die selbe Blüte vom selben Standpunkt aus mit unterschiedlichem Fokus, Belichtungszeit und Blende ganz unterschiedlich aussehen. So macht doch das experimentieren Spaß und ich finde, es gibt kein richtig oder falsch, alle Fotos sind auf ihre Art gelungen bzw. welches dir besser gefällt ist Geschmackssache.

 

 

Quick & Easy: In drei Schritten Sensorflecken mit Lightroom entfernen

Erinnerst du dich an das letzte Tutorial zum Thema Sensorfleckentfernung mit Lightroom4? Hier mussten wir noch ein aufwändiges Preset herstellen, um diese Biester an Flecken überhaupt sehen zu können. Wenn wir damals schon geahnt hätten, wie einfach das nun in Lightroom5 geworden ist. Aber was solls, es muss ja schließlich neue Gründe geben, auf die neuste Version umzusteigen.
Dann will ich mal in wenigen Schritten erklären, wie einfach es nun ist, Sensorflecken zu finden und zu entfernen.

Das ist mein Ausgangsbild. Die Flecken sind nicht wirklich sichtbar, aber sie sind da, wetten?
Tutorial-Lightroom5-Sensorfleck-entfernung-vorher

1. Schritt: Öffne Lightroom und gehe zum Punkt „Entwickeln“. Klicke dort auf die Funktion „Bereichsreparatur“.
Tutorial-Lightroom5-Sensorfleck-entfernung-1

2. Schritt: Stelle unten in der Menüleiste die Werkzeugüberlagung „Auto“ ein. Klicke nun auf „Bereiche anzeigen“. So richtig sind die Flecken noch nicht zu sehen, nicht wahr?
Tutorial-Lightroom5-Sensorfleck-entfernung-2

3. Schritt: Jetzt kommt der Clou: Regle einfach den Regler auf 100%. Ist das nicht genial?
Tutorial-Lightroom5-Sensorfleck-entfernung-3

4. Schritt: Jetzt musst du sie nur alle entfernen. Kontrolliere ab und zu das Ergebnis, nicht das du aus versehen etwas anderes retuschierst. Deaktiviere einfach nur „Bereiche anzeigen“, Häkchen an, Häkchen aus…
Tutorial-Lightroom5-Sensorfleck-entfernung-4

Tutorial-Lightroom5-Sensorfleck-entfernung-5

Voila, fertig ist es. Dafür brauchst du keine 5 Minuten mehr. Einfach, schnell und unkompliziert. Dafür liebe ich Lightroom und die Upgradekosten habe ich schon alleine dafür gerne bezahlt.
Tutorial-Lightroom5-Sensorfleck-entfernung-nachher

Wie erstelle ich ein Foto wie aus Großmutters Zeiten?

Fotos-mit-Buettenschnitt

Im April 2013 haben wir ein  Tutorial im Commag zum Thema „Wie erstelle ich mithilfe von Lightroom und Photoshop Bilder, die aussehen wie vor 100 Jahren“ veröffentlicht. Die oben gezeigten Aufnahmen, einmal in schwarz-weiß und einmal Sepia stammen aus meinem Familien-Nachlass und sind schon richtig alt. Sie wurden beide um 1932 aufgenommen. Sie zeigen meine Ahnen, die ich nie kennen gelernt habe und trotzdem ein Teil meiner Familiengeschichte sind. Leider gibt es diese Art der Fotos heute nicht mehr und ich fand es schön, diesen alten Look digital nachzuempfinden. Das nächste mal drucke ich sie mir aus und nehme eine Büttenschnittschere (die gibt es in Bastelläden zu kaufen, mit denen schneidet man eigentlich Glückwunschkarten) und schneide mir einen alten Rand.

Schau doch mal ins Commag, dort erklären wir, wie man mithilfe von Lightroom Presets einen alten Farbton auf die Bilder anwenden kann und wie man einen virtuellen Büttenschnitt erstellt. Das dort angewendete Preset im Magazin kannst du bei uns kostenlos herunterladen.

Hier eine kleine Vorschau, was dich im Commag Magazin erwartet:

Buettenschnitt-Bilder-aus-Grossmutters-zeiten

 

Grunge Textur mit Photoshop & Lightroom

Ich möchte euch heute zeigen, wie man mit einer einfachen Textur mit Lightroom und Photoshop einen Grunge-Look in seine Bilder zaubert.  Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, Lithografiewerkzeuge zu fotografieren. Wer diese Werkzeuge schon einmal gesehen hat, weiß, das diese von schwarzer chinesischer Tusche eine wunderschöne alte Patina bekommen. Diese Mischung aus altem Handwerk und schwarzer Tusche wollte ich in den Fotos verdeutlichen.

Alle Fotos habe ich an diesem Tag mit einer großen Blende (2.5) fotografiert, da ich eine sehr große Unschärfe im Hintergrund mit schönen Bokehs erzielen wollte. Vorab habe ich das Foto in Lightroom bearbeitet.

screen-lightroom-grunge-texture

Wie man am Vorher-Nachher Screen sehr schön sehen kann, habe ich vor allem die dunklen Töne erhöht und die Sättigung verringert. Je nach Ausgangsbasis muss man hier ein wenig die Regler hin und her schieben, bis ein ähnlich gewünschtes Ergebnis erzielt wird.

Dieselbe Bearbeitung habe ich auch mit der Texturen-Datei ausgeführt. Ich hatte nämlich im selben Raum die alten Tischoberflächen als Textur fotografiert, die ich jetzt in den Bildern weiterverarbeiten konnte.

Daher mein Tipp: Wenn es sich ergibt, dann fotografiert am besten direkt an Ort und Stelle eures Motivs die passende Textur gleich mit, sodass das Ergebnis am Ende sehr stimmig ist.

Hinweis: Diese Art der Lightroom Bearbeitung haben wir als Preset gespeichert und gehört zum kostenlosen Download unseres Texturen-eBooks.

Im zweiten Schritt habe ich das Bild und die Textur exportiert. Das geht aus Lightroom heraus ganz einfach, indem man beide Dateien per Maus markiert und dann die rechte Maustaste drückt und den Befehl „Bearbeiten in“ ->“In Photoshop als Ebenen öffnen“ anklickt. Jetzt öffnen sich beide Fotografien in einer Ebenen-Datei in Photoshop.

screen-lightroom-grunge-texture1

In Photoshop sind nur noch wenige Bearbeitungsschritte nötig. Zum einen muss die Textur-Datei über der Bilddatei liegen. Jetzt stellt man die Füllmethode der Texturen-Datei ein. Bei meiner Textur habe ich „weiches Licht“ gewählt; hauptsächlich deswegen, weil mir „Ineinanderkopieren“ als zu hart erschien und die Bilddatei mit zu kräftigen Strukturen eher zerstört hat.  In einem weiteren Schritt habe ich noch das Bildformat geändert, da ich eine quadratische Bildreihe aus den Lithografienbildern erstellen wollte.

screen-photoshop-grunge-texture

Fertig ist die Bearbeitung. Ihr seht, mit ganz wenigen Schritten kann man einen wundervollen Grunge-Effekt in seinen Bildern erzielen.

Viel Spaß beim nachvollziehen.

 

Wie fotografiere ich?

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Bei dem Wort “Fotoschule” denkt jeder sofort an die technischen Grundelemente, wie Blende, Belichtungs etc. pp, die es zu lernen und zu verinnerlichen gilt. Als ich vor zwei Jahren meine erste Fotoschule im Internet veröffentlichte, folgte ich diesem ausgetretenen Pfad, schien er doch von allen Lehrmeistern der Fotografie als der richtige gepriesen zu sein. Und richtig, die Kenntnisse über die Technik sind zentrale Bestandteile und der sachverständige Umgang mit dieser sind – neben Komposition und einer Portion Kreativität – der Schlüssel zum Erfolg.

Doch wie kommt es, dass sehr häufig, obwohl der sichere Umgang mit der Technik vorhanden ist, die Fotografie nicht so wird, wie wir es uns wünschen? Was passiert, wenn ich mein Motiv gefunden habe? Wie verhalte ich mich? Diese Frage stand in unserem letzten virtuellen Meet and Greet im Raum und ich merkte, so einfach wie die Frage war, umso wichtiger empfand ich sie.

Habt ihr euch schon einmal die Frage gestellt, wie ihr euch beim Fotografieren verhaltet? Seid ihr eher der Typ, der von einem Motiv 10 minimal unterschiedliche Aufnahmen macht, möglichst schnell hintereinander, auf dem Sprung zum nächsten Motiv, das hinter der nächsten Ecke schon auf euch wartet? Seid ihr der Typ, der erst einmal nur schaut, die Umgebung wahrnimmt und dann erst fotografiert? Seid ihr der Typ, der über das Display der Kamera die Umgebung scannt oder eher jemand, der mit dem Sucher komponiert? Seid ihr der Typ, der am liebsten im Stehen fotografiert und sich dabei möglichst nicht bewegt oder seid ihr eher sportlich veranlagt und liegt auch schon mal mit der guten Hose im Dreck? Reflektiert an dieser Stelle eure Fotografier-Gewohnheiten und versucht beim nächsten Mal, etwas zu verändern. Fragt ihr euch an dieser Stelle, wieso ihr das machen solltet?

Häufig sind die Fotografiergewohnheiten am Anfang auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Leider ist es später sehr schwierig, schlechte Gewohnheiten wieder abzulegen, sobald sie sich eingefahren haben. Ob ihr einer schlechten Gewohnheit nachhängt, kannst du nur selber beurteilen: Machst du viele Fotos, die Ausschuss sind? Bist du unzufrieden mit deinen Fotos? Werden sie so, wie du dir das erhofft hast? Wenn nicht, kann es, trotz intensiven und langjährigen Fotografieren, daran liegen, dass du noch nicht deine Methode zum Fotografieren gefunden hast, sondern in eingefahrenen Wegen festhängt.

Wie oft habe ich in diversen Fotoschulen den kleinen Satz gelesen, dass man Kinder immer auf Augenhöhe fotografieren sollte. Das heißt im Normalfall, dass ich als Erwachsener in die Hocke gehe oder mich hinknie. Doch wie oft habe ich das schon gesehen? Selten. Die allermeisten knippsen von oben herab, bewegen sich keinen Schritt und drehen wie wild an ihrem Zoomobjektiv herum. Und an dieser Stelle muss ich gestehen, dass ich mich am Anfang meiner Fotografie ähnlich verhalten habe. Teilweise habe ich 100 Bilder von ein und dem selben Motiv in 100 minimalen Varianten geknipst. War es nur Faulheit oder weil ich es nicht besser wusste? Was waren die Gründe für mein Verhalten? Und warum sehe ich mein damaliges Verhalten auf meinen Fotoexkursionen wie einen Spiegel immer wieder bei anderen, meist gepaart mit den teuersten Kameramodellen und größten Zoomobjektiven?

Und warum muss jeder dieses andere Verhalten erst erlernen bzw. reflektieren? Aus eigener Erfahrung kann ich heute sagen, dass ich damals viel bessere Fotos hätte machen können, wenn ich mich bewegt hätte. Wenn ich so neugierig gewesen wäre, um mich auch auf den Boden zu legen und einen anderen Blickwinkel gesucht hätte. Fotografie ist mehr, als nur auf Augenhöhe ein Motiv abzulichten. Fotografie bedeutet zu klettern, zu robben, nass und schmutzig zu werden, zu frieren – und leider nicht umgänglich – von anderen angegafft und blöd angesprochen zu werden.

Ich erinnere mich an das letzte Frühjahr, als ich im Schneematsch die ersten Schneeglöckchen liegend wie ein Käfer fotografiert habe und ich von einer älteren Dame sehr skeptisch beobachtet wurde. Es gehört auch dazu, auf Mauern zu klettern und den Mut zu haben, auch mal verbotene Dinge zu machen. Was ich in der Zeit, in der ich nun schon fotografiere, gelernt habe ist der Blick des Suchers. Das Kameraauge sieht anders als unser Auge. Und je mehr ich fotografiere, desto mehr lerne ich, wie die Kamera sieht, was mir hilft, schon vorher zu beurteilen, ob ein Motiv funktioniert oder nicht. Bevor ich heute fotografiere (außer es muss schnell gehen) betrachte ich ohne Kamera das Motiv, bewege mich und suche eine gute Stelle. Und erst wenn ich im Sucher genau das sehe, drücke ich den Auslöser. Während ich früher hektisch und unter selbstauferlegten Zeitdruck wie wild knippste, versuche ich heute zu entschleunigen, runter zu kommen und mir zu überlegen: Was sagt mir das Foto? Wie oft habe ich schon die Kamera wieder zurückgelegt, ohne ein Foto gemacht zu haben. Das was ich schreibe, war ein Prozess von Jahren und es gehört auch Mut dazu, das Foto nicht zu machen oder es, wenn es nichts geworden ist, auch gleich wieder zu löschen.

Es passiert heute immer noch oft, dass mir das Motiv hinterher nicht mehr gefällt oder die Komposition nicht ganz sitzt, doch sind heute nur noch wenige Fotos für den Papierkorb, weil sie technische Fehler aufweisen, weil sie unscharf oder verwackelt oder über-/unterbelichtet sind. Es war ein Prozeß, der in meinen Augen – auch wenn manche das nicht hören mögen – viel mit der Beherrschung der Technik zusammenhängt. Ich fotografiere zu 98% im manuellen Modus und weiß inzwischen einigermaßen, was herauskommt, wenn ich diese oder jene Einstellung wähle. Ich brauche nicht großartig darüber nachzudenken, sondern kann mehr Zeit für die Gestaltung aufwenden. Ich habe mir die Fotografie im manuellen Modus angewöhnt, weil ich es nicht mag, Kontrolle über mein Bild an die Maschine abzugeben, doch das ist eine rein persönliche Entscheidung, mit der ich mich wohl fühle und die für mich die richtige ist.

Die Überbewertung der Technik und die Reduzierung der Fotografie auf die Technik ist, meiner Meinung nach, der Fehler, der häufig hinter den vielen Fotoschulen, die auf dem Markt sind, steckt. Dabei wird übersehen, dass die Technik lediglich das Mittel zum Zweck ist: Sie ist nicht mehr als die Beherrschung eines Werkzeugs. Wir machen Fotos nicht, um eine bestimmte Blende zu verwenden, sondern wir verwenden eine bestimmte Blende, um genau das Foto zu gestalten, das wir im Sinn haben. Ob die Technik sitzt, hängt nicht davon ab, ob ich die Blendenreihe fehlerfrei aufsagen kann oder ob ich weiß, wie ein Objektiv konstruiert ist, sondern allein davon, dass ich weiß, was passiert, wenn ich auf diesen oder jenen Knopf, an diesem oder jenem Rädchen drehe. Das Schwierige an der Fotografie ist nicht die Technik in der Kamera… daher wollen wir heute damit anfangen, dass wir unser Fotoverhalten reflektieren und überdenken, bevor wir weiter in die Materie “Fotoschule” eintauchen. Denn alles fängt damit an, dass wir uns bewußt werden, was wir eigentlich tun.

Hausaufgabe

Ich möchte dir eine  “Hausaufgabe” mit auf den Weg geben. Wenn du genug Zeit hast, dann lass zwischen den beiden Teilen der Aufgabe einen Tag vergehen und vergleiche am Ende die Fotos:

Geh in die Stadt und fotografiere ein Wahrzeichen. Fotografiere es einmal so, wie du es von Postkarten her kennst und wie du sonst auch fotografiert. Denkt gar nicht weiter nach, wie du das anders machen könntest, sondern fotografier so wie immer.

Wenn du fertig bist, dann geht einen anderen Weg und schau dir das Wahrzeichen noch einmal an: Gibt es interessante Details an dem Wahrzeichen? Wie sieht es von unten aus? Versuche andere Perspektiven zu finden. Bewege dich um das Motiv. Probiere dabei verschiedene Blenden aus, bleibe aber bei einem Objektiv. Mach dir bewußt, was du da eigentlich tust. Überlege dir vorher, was genau du zeigen wolltest.

Wichtig: Du darfst nur 10 Fotos mit nach Hause bringen. Vergleiche zu Hause, was hinterher anders ist.

 

Kreativübung : Vacuité – die große Leere des Winters

Fotospaziergang im Zauberwald am Hintersee Natur- und Landschaftsfotografie Workshop Inhalt: Natur- und Landschaftsfotografie ist keine Frage der teuersten Fotoausrüstung und einer aufwendigen Fernreise. Viel wichtiger ist das Sehen und Wahrnehmen eines ganz besonderen Motivs. Das kann direkt vor Ihrer Haustür liegen und noch so klein und unscheinbar sein. Mit ein wenig Kreativität und der Anwendung von Komposition, Licht und Blende machst du aus einem langweiligen Bild ein ganz besonderes Foto. Ich möchte dir meine Herangehensweise zur Naturfotografie gerne vermitteln. Dabei gehe ich ganz individuell auf deine fotografischen Vorkenntnisse ein und verrate bei einem gemeinsamen Fotospaziergang Übungen, kreative Bildgestaltung und persönliche Tipps. Dabei geht es nicht nur um die Kameratechnik, sondern auch um das Sehen, Wahrnehmen und die Inspiration, die Sie in der Natur in jeder Jahreszeit finden können. Ich werde dich nicht mit grauer Theorie langweilen, sondern vielmehr vor Ort auf deine Fragen eingehen. Individuell und persönlich. Komm mit mir auf einen Naturfotografie Spaziergang an einem der schönsten Orte im Berchtesgadener Land: Der Zauberwald am Hintersee (Ramsau), laden zu jeder Jahreszeit zu einem Naturfotografie-Workshop ein.

Ich genieße die Winter-Zeit, vor allem die, die ich draußen mit der Kamera verbringe. Natürlich friere ich in den ersten Momenten, ich will rein, meine Finger und Füße sind eiskalt, doch ist das schnell vergessen, sobald ich die Kamera in die Hand nehme. Es ist wie Magie, in der die Außenwelt plötzlich weniger wichtig ist, in der ich die Kälte nicht mehr wahrnehme und nur noch der Apparat in meinen Händen Bedeutung hat. Die Melancholie des Winters liegt mir näher als das aufgeregte Wachstum des Sommers. Das Licht im Winter kann wundervoll sein, es ist weich und schmeichelnd, kann entweder extreme Klarheit zeigen oder aber Konturen verschwimmen lassen. Auch trübes Grau und Schneefall kann seine Reize haben, da sie für mich den Kern der Landschaft herausarbeiten. Was ich damit meine? Die puren Konturen und Linien, reine Schwarz-Weiß-Kontraste ohne Ablenkung durch Farbe.

Gestern war es wieder einmal so weit. Ich brauchte frische Luft und bin in die Landschaft gefahren und habe Fotos gemacht. Es war verschneit, trübe, grau. Und dabei ist mir eine kreative Übung eingefallen, für die die verschneite Landschaft sich ideal eignet. Normalerweise versuchen wir ja, Landschaften in ihrer ganzen Pracht einzufangen. Wir suchen Motive, die wir in Szene setzen. Daher ist die Fotografie im Schnee auch für viele eher reizlos, da die Landschaft trübe und leblos wirkt. Es sind keine Farben vorhanden, die werden von dem alles umhüllenden Schnee aufgesaugt. Aber genau das ist es, was so ideal ist für unsere Übung:

Die Leere in der Landschaft

Versucht einmal, nicht Motive zu suchen, sondern den euch umgebenden Raum in Szene zu setzen. Gerade im Schnee gibt es wenig Ablenkung von den puren Formen der Landschaft, Landschaft erscheint im Winter ungemein reduziert. Nun reduziert ihr sie noch mehr, versucht einfach, so wenig wie möglich auf dem Foto einzufangen und dafür den Raum zu zeigen, den sogenannten Negativen Raum, wie er in der Fachsprache genannt wird. Das ist schwieriger als ihr vielleicht denkt, denn viel leerer Raum im Foto kann unglaublich langweilig wirken. Er kann aber auch ungemein spannend wirken, sofern es euch gelingt, ihn in Szene zu setzen. Natürlich könnt ihr die Übung auch ganz ohne Schnee machen, doch erleichtert der Schnee euch die Arbeit.

Wichtig bei dieser Art der Fotografie ist es, eine große Blendenzahl zu verwenden, sodass die Bilder mit ihrer Struktur eine Tiefe bekommen. Im Schnee verwende ich gerne Blenden zwischen 10 und 14. Um den Weißabgleich kümmere ich mich erst bei der RAW-Bearbeitung. Ich verwende dazu Lightroom und die Funktion “Weißabgleich”. Mit einem Klick der “Weißabgleichs-Pipette” suche ich mir einen grauen Ton (meistens ein Baum).
Ist es sehr nebelig, verwende ich auch eine höhere ISO, die dann zwischen 400 und 1000 liegt, je nachdem wie sich die Lichtverhältnisse gestalten. Damit die wenigen Konturen wirklich scharf werden, arbeite ich am liebsten mit meiner 50mm Festbrennweite.

 

Mein Webtipp!

Wenn ihr Inspiration braucht: Schaut euch mal bei dem Fotografen Nadav Kander um, gerade die Landschaftsfotos (God’s Country, Colour Fields) zeigen einen zum Teil extremen Minimalismus, der jedoch ebenso faszinierend sein kann wie ein üppig gefülltes Foto.

 

Fotografie Tutorial: Worauf muss ich bei der Fotografie von Wald- und Wiesenpilzen achten?

Fotografin, Buchautorin & Mentorin aus Leidenschaft

Herbstzeit ist Pilzzeit, sagt man. Das ist zwar richtig, aber Pilze gibt es eigentlich das ganze Jahr über. Auch Essbare. Erst letztens habe ich gelernt, das es Pilze gibt, die ein eingebautes Frostschutzmittel besitzen und daher auch in der kalten Jahreszeit bei Frost und Schnee standhaft ihren Pilz stehen. Sie wachsen erst wieder, wenn der Schnee geschmolzen ist bzw. es wärmer geworden ist. Diese Pilze werden mit Vorliebe an den Weihnachtsfeiertagen gesammelt.  Ich schweife aber vom Thema ab. Ich persönlich kann gerade mal einen Champignon von einem Fliegenpilz und einem Pfifferling unterscheiden und ich würde meine gesammelten Pilze eher nicht essen wollen. Stattdessen sammle ich sie mit meiner Kamera, denn Pilze sind wunderschöne Motive, zumal sie nicht weglaufen. Aber im letzteren liegt auch das fotografische Problem, warum die meisten Pilzbilder misslingen.

   Fotografie-Tutorial Wie fotografiere ich Pilze im Wald richtig (3)

Worauf sollte man achten, wenn man Pilze fotografiert?

Pilze solltest du nicht von oben fotografieren. Das ist wie bei kleinen Kindern und der Portraitfotografie. Der Fotograf sollte sich auf Augenhöhe mit den Pilzen begeben, auch wenn das heißt, auf feuchten Waldböden zu liegen und vom Mücken oder Zecken geplagt zu werden.

Pilze blitzt man nicht. Sorry, aber das sieht unmöglich aus. Der Pilzhut bekommt hässliche weiße ausgerissene Flecken und im Hintergrund haben wir harte Schatten. Hier hilft nur eine höhere Iso, eine große Blende oder ein Stativ. Letzteres habe ich beim wandern nie dabei, ich gebe es zu, aber dann suche ich mir einen Ast, Stein oder nehme meinen Rucksack / Waldboden als stabile Unterlage.

Viele machen den Fehler und verwenden eine geschlossene Blende, sodass viel zu viel vom Hintergrund zu sehen ist. Eine Offenblende ist für Pilze viel schmeichelhafter, zumal du hier mit Unschärfen und Bokehs im Hintergrund spielen kannst.

Fotografie-Tutorial Wie fotografiere ich Pilze im Wald richtig (4)Rück ihm auf den Hut! Pilze solltest du so nah wie möglich fotografieren. Ich benutze am liebsten mein 50mm Objektiv oder mein 60mm Makro. Solltest du aus den verschiedensten Gründen wie Brennnesseln, unwegbares Gelände, Schlamm etc. nicht so nah ran kommen, dann hilft ein Zoom-Objektiv. Doch hier wirst du unter Umständen wieder ein Stativ benötigen, ohne verwackeln die Bilder garantiert.

Achte auf die Beleuchtung. Oftmals fotografiere ich im dunklen Rotkäppchenwald die Pilze erst gar nicht, weil es viel zu dunkel ist. Ich suche mir am liebsten die Pilze am Waldesrand oder auf offenen Gelände. Pilze wie Fliegenpilze mögen auch die Sonne, diese findest du entlang der Wanderwege. Wenn die Sonne direkt auf den Hut scheint, achte auf Schatten. Vielleicht nimmst du einen faltbaren Reflektor mit auf Wanderschaft, um diese Schatten zu vermeiden bzw. den Pilz von der anderen Seite aufzuhellen?

Konzentriere dich beim Fotografieren auf die Umgebung. Hängen vielleicht Gräser ins Bild, ist der Hut richtig zu sehen? Stören Blätter oder Äste? Ich befreie an dieser Stelle ganz vorsichtig die Pilze von den störenden Bildelementen. Aber vorsichtig, nicht das der Pilz zu Schaden kommt. Ein bisschen schummeln ist hier erlaubt, schließlich wollen wir den Pilz so richtig in Szene setzten.

Wichtig: Der Bildschnitt. Pilze niemals mittig fotografieren (ok, Ausnahmen bestätigen die Regel).

Absolutes No-Go: Pilze mit dem Fuß umkippen, Pilze mit Myzel herausreißen (wenn dann schneidet man Pilze über den Boden ab) und achtlos wegschmeißen, nicht einmal für ein Foto! Pilze sind die Polizei des Waldes und es gibt viele Arten, die vom Aussterben bedroht sind. Wenn du sie fotografierst, dann lass sie stehen wo sie sind. Nutze die Gegebenheiten vor Ort und wenn es nicht klappt, dann muss du auch kein Foto machen.

Fotografie-Tutorial Wie fotografiere ich Pilze im Wald richtig (1)
Das waren meine Hinweise zur Pilzfotografie. Vielleicht gehst du in den nächsten Tagen ein wenig in den Wald und versuchst, ein paar schöne Exemplare vor die Kamera zu bekommen. Ich würde mich freuen, wenn du ein paar deiner Aufnahmen mit mir teilen würdest.

Wasserbokehs & Glitzer

Fotografie Tutorial Wie entstehen Blendensterne

Wie es scheint, hat sich der Sommer nun endgültig dem Ende zugeneigt. Von Tag zu Tag geht es immer mehr auf den Herbst zu.  Auf der einen Seite bedaure ich das Ende des Sommers. Auf der anderen Seite hingegen bietet der Herbst fotografisch mehr Möglichkeiten als der Sommer. Das Licht wird weicher und das Grün des Sommers weicht dem berauschenden Farbenfeuerwerk des Herbstes. Besonders das weichere Licht lockt fotografisch: Es lässt das Wasser verführerisch glitzern. Natürlich glitzert es im Sommer auch, doch ist das Licht irgendwie greller, härter. Ich konnte nicht wiederstehen und habe versucht, das Herbstglitzern des Wassers auf meine Speicherkarte zu bannen.

Was ist das Geheimnis, glitzernde Wasserflächen fotografisch festzuhalten?
Die Schwierigkeit liegt darin,  gegen die Sonne zu fotografieren und trotzdem keine weißen, ausgebrannten Flecken auf dem Bild zu haben. Weniger eine Schwierigkeit, aber unbedingt nötig ist die Verwendung des richtigen Objektivs. Mit einem Standard 24-50mm Zoom-Objektiv habe ich Schwierigkeiten, die Bildqualität zu erreichen, die ich mir wünsche. Ich verwende daher für diese Art auf der Aufnahmen ausschließlich mein 50mm 1.4D Festbrennweite.

Mit einer kleinen Blende, in diesem Beispiel Blende 8, kann ich das Glitzern der Wasseroberfläche sehr schön einfangen. Jeder kleine Lichtbrechung auf dem Wasser wird als kleines Sternchen dargestellt.
Fotografie Tutorial Wie entstehen Blendensterne

Diese Sternchen haben sogar einen Fachbegriff: Man nennt sie Blendensterne. Sie entstehen durch eine ungleichmäßige Brechung des Lichts im Objektiv bei relativ geschlossener Blende. Die Anzahl der Strahlen hängt wiederum von der Anzahl der Lamellen in dem verwendeten Objektiv ab. Das hier verwendete 50mm Objektiv besitzt 7 Lamellen. Da das eine ungerade Zahl, werden sie doppelt dargestellt, sprich 14 Strahlen (Objektive mit einer geraden Anzahl an Lamellen z.B. 8, zeigen auch nur 8-armige Sterne) Damit die Sterne schön gleichmäßig dargestellt werden bedarf es einer punktförmigen Lichtquelle. Leider kann man nicht mit jedem Objektiv diese Art der Sterne erzielen. Die Ursache hierfür ist, dass neuere Objektive zugunsten weicherer und runderer Bokehs abgerundete Lamellen haben. Erst wenn die Lamellen spitz sind, entstehen auch schöne spitze Strahlen.  Natürlich kann man diesen Effekt auch mit Sternenfiltern erzielen, aber ich persönlich finde die überflüssig.

Kleiner Tipp: Auch wenn es lästig ist, ist es in diesem Falle nützlich, ein Stativ zu verwenden, da sich durch die kleine Blende die Belichtungszeiten verlängern und die Gefahr des Verwackelns immer größer wird.

Ich wollte mit dem Glitzerlicht ein wenig spielen und dachte, dass es sich sicherlich auch wunderbar als Bokeh eignen würde. Dafür musste ich mir einen Vordergrund suchen, den ich in den Gräsern am Ufer fand.
Um das Bild so einzufangen, wie ich es mir gewünscht habe, musste ich mich ins Gras legen und mit der Blende spielen. Ich habe dabei die Blende immer weiter geöffnet.

Mit Blende 3.5 habe ich diese Wasserbokehs erzielt:
Fotografie Tutorial Wie entstehen Blendensterne

Mit einer weiteren Öffnung der Blende verändern sich die Bokehs noch einmal. Hier Blende 2.5
Fotografie Tutorial Wie entstehen Blendensterne

Jetzt verschwimmen die Bokehs regelrecht ineinander.
Eine ganz einfach Übung zum nachmachen. Vielleicht magst du uns deine Fotos zu dem Thema schicken? Welche Erfahrungen hast du gemacht, auf welche Schwierigkeiten bist du gestoßen?