Schlagwort: Naturfotografie

Mein Vorstellungsvideo ist online: Gefühl und Verstand – Naturfotografie

Bitte unterstütze mein neues ökologisch u. nachhaltig produziertes Naturfotografie-Buch "Gefühl & Verstand" mit deiner Vorbestellung © Jana Mänz

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Vielleicht konnte ich dich nun überzeugen, mit deiner Vorbestellung mein Buchprojekt zu unterstützen. Dazu brauchst du dich nur in meine Liste der Vorbesteller eintragen. Momentan habe ich schon 236 Unterstützer*innen von 300 gewinnen können und ich würde mich freuen, wenn du mein Buchprojekt mit deinen Fotofreunden teilen würdest, sodass ich im Sommer Buchdruck und Binderei realisieren kann.

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Ein plastikfreies Buch? Eine scheinbar unlösbare Aufgabe…

Bitte unterstütze mein neues ökologisch u. nachhaltig produziertes Naturfotografie-Buch "Gefühl & Verstand" - Crowdfundingprojekt 2020

In den letzten Wochen des Lockdowns hatte ich Zeit, weiter an meinem neuen Buch „Gefühl und Verstand – Naturfotografie“ zu arbeiten. Es gab ja viele Phasen, wo ich nicht weiter kam und eine ausgewachsene Schreibblockade mich behinderte. Doch jetzt sind alle Texte überarbeitet, das letzte Kapitel geschrieben und alles ans inhaltliche Lektorat rausgeschickt.

Nachdem ein paar Lockerungen in Kraft getreten waren, konnte ich mich auch wieder der Umsetzung des Buches widmen, sprich Buchdruckerei und Buchbinderei. Meine Idee, ein kunststofffreies Buch mit Biofarben auf Graspapier gedruckt mit gut lesbaren Texten und vielen großformatigen Fotos zu realisieren, ist nicht so einfach wie man denken möchte. Ich leiste hier an vielen Stellen scheinbar Pionierarbeit, denn einen Workflow konnte ich nicht finden, wenn ich nicht zu viele Kompromisse machen wollte.

Das Problem daran ist, dass wir Menschen unserer Generation alles vergessen haben, was für unsere Vorfahren normal war. Bücher ohne Kunststoffanteile waren bis in die 1960er Jahre Standard und überhaupt nichts Außergewöhnliches. Heute habe ich das Gefühl, etwas Unmögliches zu verlangen. Scheinbar funktioniert nichts mehr ohne „Plaste und Elaste“.

Der Druck mit Biofarben auf Graspapier

Das fängt damit an, dass es so gut wie keine Erfahrungen gibt, Fotos auf Graspapier mit Biofarben zu drucken. Im Gegenteil, mir wurde sogar davon abgeraten.

Ich habe eine Druckerei gefunden, die sich auf Graspapier und Biofarben spezialisiert hat und ich weiß, wie schwierig es war, die Druckmaschinen auf das Graspapier einzustellen.

Um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Fotografien gedruckt aussehen werden, habe ich einen Probedigitaldruck auf dem gewünschten Graspapier machen lassen. Hier kommt die Schwierigkeit dazu, dass man die Bilddateien mit dem Druckprofil Fogra52 in Photoshop händisch anpassen muss. Glücklicherweise habe ich hier Hilfe von der Druckerei bekommen. Am Anfang war das echt schwer für mich, denn ich hatte das Gefühl, ich würde meine Fotografien verschandeln. Der Hintergrund ist, dass Graspapier nicht nur Farbe stark aufsaugt, sondern auch noch einen Grünstich hat.

Der Probedruck hat mich positiv überrascht und ich bin zuversichtlich, dass wir ein ähnliches Ergebnis im späteren Offsetdruck mit Biofarben erreichen werden. Allen Unkenrufen zum Trotz ist es am Ende doch möglich.

Plastikfreie Buchbinderei

Zudem habe ich eine Buchbinderei gesucht, mit der ich das Thema Kunststofffrei angehen kann. Ich bin in Leipzig in einer alten traditionsreichen Buchbinderei fündig geworden.

Doch der Teufel liegt bekanntlicherweise im Detail: Buchbinderleinen, Buchbinderzwirn, Lesebändchen – alles besteht heutzutage üblicherweise aus Kunststoff. Nur in alten Buchrestaurationsverfahren werden natürliche Materialien wie Leinen usw. verwendet.

Und so habe ich die letzten Wochen recherchiert, wo ich umweltfreundliche, plastikfreie Buchbindermaterialien bestellen kann. Ursprünglich dachte ich, dass ich bei den Restauratoren fündig werden könnte, doch ich habe erfahren, dass sie ihre Materialien (Stoffe, Farben etc.) in aufwändiger Handarbeit nach alten bekannten Verfahren selber herstellen.

Und so musste ich bei meiner Suche etwas um die Ecke denken, denn viele Dinge kann man in anderen Branchen der Textilindustrie finden. Meine Lesebändchen aus Biobaumwolle stammen nun aus einer kleinen Kurzwaren-Weberei und sollten eigentlich als Bänder Kleidungsstoffe zieren.

Braune Storchschnabel, Geranium phaeum, Kloster Altzella, Muldental

Schade, dass es immer noch kein Geruchs-Video gibt. Ich würde dir so gerne zeigen, wie gut dieses Papier nach einer frisch gemähten Heuwiese, die in der Sonne trocknet, riecht.

Für den Buchbinderleinen gibt es eine kunststofffreie Lösung, nur der Buchbinderzwirn bereitet mir noch großes Kopfzerbrechen. Die neuen Maschinenheftungen sind alle auf reißfeste Kunststofffäden getrimmt und nun müssen mir die wenigen Garnhersteller, die Leinen, Flachs oder Baumwolle weiterverarbeiten, weiterhelfen…

Im Moment befinden sich die Andrucke in der Buchbinderei um ein Musterstück anzufertigen. Wenn du aber schon gerne ein Blick auf die Graspapier-Andrucke werfen möchtest, ich habe die Tage ein Video veröffentlicht.

 Keine Fotoschule: Der Inhalt

Mittlerweile ist auch das Inhaltsverzeichnis fast fertig. Nach dem Lektorat können sich sicherlich noch Überschriften und die Reihenfolge ändern, aber der Inhalt steht nun fest, sodass du auf meiner Webseite die Themen einsehen kannst.

Wichtig ist mir an dieser Stelle zu sagen: Das Buch ist kein Fotoschule. Ich werde keine Technik erläutern, noch Bildgestaltung erklären. »Gefühl und Verstand« ist ein Sachbuch mit philosophischen, ästhetischen, gesellschaftlichen Themen, die vor allem von meiner Liebe zur japanischen Kunst inspiriert worden sind. 

»Wir brauchen vor allem Fantasie in der Fotografie. Es ist nicht alles Technik oder Logik, jedoch immer voller Schönheit und Poesie.«

Ich habe es sehr persönlich geschrieben, sodass ich statt einer üblichen Einleitung eine kurze Biographie geschrieben habe. Das ist etwas ungewöhnlich, ich weiß, aber wie soll ich meine Art der Fotografie, meine Philosophie erklären, wie soll man sie verstehen, wenn man mich nicht kennt?

Inspiriert zu diesem Schritt haben mich Künstler wie Sebastião Salgado, Emil Nolde oder Alanis Morissette, die ich erst verstand, als ich einen Teil ihrer Persönlichkeit kennen lernte. Zu fast allen Themen gibt es eine Kreativ- oder Fotoübung, die dich in deiner Fotografie weiterbringen soll. 

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Anders als bei meinem letzten Buchprojekt „Naturfotografie mit dem Smartphone“ möchte ich aus Kostengründen gerne auf eine Crowdfunding-Kampagne verzichten und das Projekt direkt mit meinen Unterstützern umsetzen.

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Wilde Orchideen – die wahren Königinnen unter den Blumen

Grünliche Waldhyazinthe

Als junge Jenaer Studentin der Geographie gehörte es zum guten Ton, während der Studienzeit mindestens einmal eine Orchideenwanderung in den Muschelkalkhängen im Leutratal besucht zu haben. Das ist nun weit über 20 Jahre her und was mir am deutlichsten in Erinnerung geblieben ist, ist folgende Geschichte:

Vor vielen Jahren habe ich im Frühling eine geführte Orchideenwanderung im Leutratal bei Jena besucht. Die zum Teil sehr seltenen Orchideen wachsen an den Muschelkalkhängen innerhalb des Naturschutzgebietes. Sie sind teilweise so klein und unscheinbar, dass man sie ohne fachkundliche Führung nicht finden würde. Wir waren in einer größeren Gruppe unterwegs, und sobald eine Orchidee gefunden war, wurde sie ausführlich erklärt. Alle hielten Abstand und bildeten einen Kreis um die Blüte. Und dann passierte das Unglaubliche: Nachdem die Erklärung zu Ende war und es weiterging, trampelten einige aus der Gruppe die Orchidee nieder. Sicherlich nicht aus Bösartigkeit, sondern eher aus Gedankenlosigkeit.“ Aus „Naturfotografie mal ganz anders“, S.13

Orchideenwiese NSG Leutratal mit Blick auf die Leuchtenburg
Orchideenwiese NSG Leutratal mit Blick auf die Leuchtenburg

Wann blühen Orchideen?

Nachdem ich Jena verlies, vergaß ich die Orchideen. Wieder entdeckt habe ich sie, als ich durch Zufall eine wilde Orchideenwiese auf der Insel Rügen fand. Hier fotografierte ich das Breitblättrige Knabenkraut auf einer Feuchtwiese. So erinnerte ich mich an die wilden Orchideen in Thüringen und seitdem lassen sie mich nicht mehr los. Denn das Naturschutzgebiet Leutratal bei Jena ist nicht der einzige Standort in meiner Region. Nur wenige Kilometer weiter, im Unstrut-Tal bei Naumburg (Sachsen-Anhalt) befindet sich das Naturschutzgebiet „Tote Täler“, in dem eine Vielzahl an wilden Orchideen wachsen.

Jetzt, Ende April blühen schon die ersten Orchideen. Aufgrund der warmen Temperaturen hat die Orchideenblüte zwei bis drei Wochen eher begonnen. Das wäre an sich nicht weiter tragisch, wenn nicht der Regen fehlen würde. So vertrocknen die Blüten und Blätter, bevor sie sich vollständig entwickelt haben. Die Hauptzeit der Orchideenblüte ist im Mai, Juni und es gibt vereinzelt Arten die Ende August, Anfang September blühen.

Wilde Orchideen – die wahren Königinnen unter den Blumen
Orchideenpfad NSG „Tote Täler“ mit Blick auf das Unstrut-Tal

Wo genau wachsen die Orchideen?

Ich kann verstehen, dass du an dieser Stelle wissen möchtest, wo genau die Orchideen zu finden sind. Doch ich möchte die Stellen nicht verraten. Obwohl viele Arten vom Aussterben bedroht sind, werden sie nach wie vor ausgegraben oder beim fotografieren zertrampelt. Dabei bringt das Ausgraben für den heimischen Garten gar nichts. Denn das Gedeihen der jeweiligen Flora hängt von der Bodenbeschaffenheit, den Temperatur- sowie Lichtverhältnissen sowie dem Wasserhaushalt ab. Daher wachsen einige Orchideenarten im schattigen, kühlen Wald, andere auf Trockenrasen in der direkten Sonne und andere auf Feuchtwiesen.

Zudem haben Orchideen eine Besonderheit: Sie gehen eine lebenswichtige Symbiose mit Pilzen (Mykorrhiza) ein. Diese ist für Orchideen deshalb lebenswichtig, da diese viele winzige Samen produzieren, die jedoch kein Nährgewebe enthalten. Daher sind Orchideen zur Keimung auf einem Wurzelpilz angewiesen.

Ich möchte dich darum bitten, eine offizielle Orchideenführung zu buchen (in diesem Jahr fallen sie leider wegen Corona aus, aber im nächsten Jahr bestimmt). In Jena möchte ich dir Dr. Matthias Müller, Orchideenführer ans Herz legen. Im Naturschutzgebiet „Tote Täler“ bei Freyburg führt Geo-Naturpark Gästeführerin Gisela Röder durch das Orchideengebiet.

Beiden Naturschutzgebieten (teilweise ehemalige Truppenübungsplätze) ist gemein, dass sie sehr groß sind und man unterwegs, vor allem an warmen Tagen, ganz viel zu Trinken mitnehmen sollte. Unterwegs gibt es keine Möglichkeit, Lebensmittel zu kaufen. Die Wege sind nicht beschwerlich und auch für ungeübte Wanderer zu laufen, aber man muss viele Kilometer gehen. Gute Wanderschuhe, Sonnenschutz und viel Wasser sind daher Pflicht!

Wilde Orchideen – die wahren Königinnen unter den Blumen
Purpur-Knabenkraut

Zur Fotografie von Orchideen

Orchideenblüten zu fotografieren ist – ich sag es mal so salopp – an sich keine Kunst. Was die fotografische Arbeit erschwert, sind die Standorte. Man kann nicht einfach zu den Pflanzen gehen. Man würde dabei weitere Orchideenpflanzen oder andere Wildblumen und Pflanzen zertrampeln. Auch, wenn du dir nichts dabei denkst und nichts Böses im Schilde führst – jegliches Betreten einer Wiese richtet unermesslichen Schaden an. Und Schutzgebiete werden einzig und allein zum Schutz, zur Erhaltung der Natur eingerichtet. Es ist daher gar nicht so einfach, Standorte zu finden, an denen man die Blüten ungehindert fotografieren kann. Viele Arten wachsen im Schatten anderer Pflanzen, sodass das optische Freistellen nicht so einfach ist.

Noch schwieriger wird es, wenn die Witterungsverhältnisse, als Licht, Wind usw. nicht passen. Aus diesem Grund habe ich es auch noch nicht geschafft, alle Orchideenarten, die in meiner Region wachsen, zu portraitieren. Zugern würde ich eine Bienen-Ragwurz sehen. Die Bedingungen und Standorte wechseln von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr wird die Trockenheit, die nun schon ins dritte Jahr geht, den Orchideen sehr zu schaffen machen.

Wilde Orchideen – die wahren Königinnen unter den Blumen
Fliegen-Ragwurz

Zudem sind Orchideen nicht immer in ihrer Blüte perfekt. Gerade bei den Knabenkräutern muss man suchen, bis man eine Pflanze in voller Blüte findet. Oft sind schon Teile verblüht. Einige Orchideenarten, wie die Vogel-Nestwurz sind nicht besonders fotogen. Andere wiederum so unauffällig, das man kaum vermuten würde, dass diese unscheinbare Pflanze eine Orchidee sein sollte.

Tipp: An dieser Stelle möchte ich auf Marco Klüber in der Rhön verweisen, der ein Buch zum gleichnamigen Thema veröffentlicht hat und auf seiner Webseite alle einheimischen Orchideen mit wunderschönen Orchideenfotos erklärt.

Da ich keine Botanikerin bin, war es mir auch nicht wichtig, die Orchideen in ihrer Gesamtheit darzustellen. Mir persönlich geht es nicht darum, dass man die Orchideen-Pflanzen anhand ihrer Blätter und Blüten in ihrer Ausprägung bestimmen kann (Hier findest du alle Orchideenarten in Deutschland im Überblick). Vielmehr war es mir ein Anliegen, die Orchideen in ihrer Schönheit, in ihrer einzigartigen Ästhetik darzustellen.

Fotografiert habe ich die Pflanzen mit einem 100mm Makroobjektiv 2.8 von Tokina*. Dabei liebe ich es, mit der geöffneten Blende und einem Wechselspiel zwischen Schärfe und Unschärfe zu experimentieren. Fotografieren tue ich immer ohne Blitz, Stativ und ohne optische Aufheller. Nur in der Bildbearbeitung habe ich Bereiche des Bildes aufgehellt oder abgedunkelt. Dabei stelle ich die Orchideen nicht farbgetreu dar, da ich die Farbstimmung eher meinem Bauchgefühl anpasse und weniger an die Botanische Exaktheit.

Frauenschuh
Frauenschuh

Wenn ich auf den Pfaden der Orchideen unterwegs bin, dann habe ich wenig Technik dabei. Ich mag es so puristisch wie möglich, zumal meine Fotoausrüstung in ihrer Gesamtheit sehr schwer ist. Die Naturfotografie ist nur ein Teil, viel wichtiger ist mir das Genießen der Natur. Das Abschalten. Ich setze mich unwahrscheinlich gerne einfach hin und schaue in die Landschaft. Genieße die Naturgeräusche, halte Ausschau nach Sing- und Greifvögeln, Wildtiere, Schmetterlinge und anderen Insekten. Es geht mir nicht darum, das Naturschutzgebiet in einem schnellen Tempo zu durchqueren, immer auf der Suche nach dem „Besten Schuss“.

Ich bin immer verwundert, wenn andere Besucher an mir vorbei rennen und sich vielmals dabei lautstark unterhalten. Wie will man dabei die Schönheit der Natur aufnehmen? Gerade weil manche Orchideen-Arten so klein und unscheinbar sind, laufen viele an ihnen vorbei. Die Spinnen-Ragwurz ist so klein, auch ich habe sie auf den Wiesen erst auf den dritten oder vierten Blick wahrgenommen. Das Bleiche Waldvöglein wächst im schattigen Wald, an Stellen, wo man keine Orchideen vermuten würde. Daher ist so wichtig auf den Wegen zu bleiben, denn aus Unwissenheit und Unachtsamkeit würde man schnell diese kleinen Orchideen niedertrampeln.

Daher nimm dir auf deinen ersten Orchideen-Wanderungen unbedingt einen kundigen Orchideenführer mit. Die Wanderungen sind lehrreich und kurzweilig und es bleibt – wenn man sich vorher mit den Orchideenführern abspricht – auch genügend Zeit Fotos zu machen. Viele Freude bei deiner nächsten Fotowanderung und wenn du Fragen hast, dann schreib mir.


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Makrofotografie mit dem LG G8s Thinq Smartphone

Makrofotografie mit dem LG G8s Thinq Smartphone

Makrofotografie mit dem Smartphone ist gar nicht so trivial, wie man annehmen möchte. Einfach nur draufhalten und die Kamera fokussiert automatisch – leider ist dem nicht so, vor allem wenn man im Makromodus arbeitet. Die größte Schwierigkeit ist vor allem das exakte Fokussieren. Häufig verschiebt sich der Fokus entweder auf den Hintergrund oder auf ein anderes Objekt im Motiv – und meistens dann, wenn man gerade auf den Auslöser drückt. Das heißt, das verschieben geht so schnell, dass man als Fotograf*in nicht mehr gegenwirken kann. Das einzige was hier hilft, ist Geduld und Spucke und das mehrfache wiederholen der Aufnahme. Auch wenn das Smartphone-Display groß ist, kann man oft bei Makroaufnahmen die Schärfe im Detail nicht wirklich beurteilen, sodass ich die Bilder am großen Bildschirm begutachte und dann die Fehlaufnahmen lösche.

Makrofotografie mit dem LG G8s Thinq Smartphone
Das Buschwindrösschen habe ich im Makromodus im Schatten fotografiert,
sodass die weißen Blüten nicht „ausgefressen“ dargestellt werden

Fotografische Probleme mit Wind und Wetter

Makrofotografie mit dem Handy unterliegt auch den selben Tücken der Makrofotografie mit einer DSLR und einem Makroobjektiv: Dem Wind. Auch hier werden die Fotos bei Windbewegungen ganz schnell unscharf. Daher muss man auch hier auf ruhige, windstille Momente warten und das Smartphone so ruhig wie möglich halten. Damit sich der Fokus nicht in diesem Moment noch verstellt, arbeite ich gerne mit Sprachauslöser.

Neben dem Wind spielt natürlich auch die Sonne bzw. die Lichtverhältnisse eine große Rolle. Gerade weiße Blüten werden schnell überstrahlt dargestellt, wenn sie direkt in der Sonne fotografiert werden. Während ich in RAW-Dateien meiner DSLR noch ein bisschen korrigieren könnte, ist das bei Smartphonefotos kaum noch möglich. Hier hat man das unschöne grelle, weiße Flecken, die das Bild zerstören.

Großes Windröschen, Leutratal

Die Makrofunktion im LG G8s Thinq

Neben dem Sprachauslöser hilft mir beim LG G8s Thinq auch die manuelle Makrofunktion. Diese versteckt sich ein bisschen. Gehe dazu in dein Kameramenü auf den Punkt „Automatisch“ oder auf „Kamera manuell“.

Drücke im Modus „Automatisch“ etwas länger auf den Bildschirm. Jetzt öffnet sich ein Regler, mit dem du die Helligkeit des Bildes bestimmen kannst. Links neben dem Regler befindet sich ein Icon „MF“ (Makrofokus). Aktiviere diesen und du kannst nunden Regler so verschieben, dass dein gewünschtes Detail scharf wird.

Im Modus „Kamera manuell“ findest du in der unteren Menüleiste den Punkt „Fokus“ und den kannst du von AF (Autofokus) auf MF (Manueller Fokus) umstellen.

Die Makrofunktion funktioniert aber auch nicht ganz kompromisslos, denn je nach Abstand zum Objekt stellt diese nicht scharf. So muss man mit dem Abstand immer ein bisschen spielen und herausfinden, wann der Fokus wieder greift und wo die Naheinstellungsgrenze liegt. In meinen persönlichen Tests mit dem LG G8s Thinq hat sich herausgestellt, das ich ungefähr einen Abstand von 5-6 Zentimeter zum Objekt einhalten muss, damit die Kamera scharf stellt.

Orchideen Knabenkraut Leutratal Jena
Makrofotografie Orchideen im Leutratal Jena

Bildgestaltung

Schau bei deiner Bildgestaltung vor allem auf einen ruhigen Hintergrund. Hier muss man eigentlich noch viel sorgfältiger arbeiten, da man nicht so gut die Blende öffnen und den Hintergrund verschwimmen lassen kann, wie bei einem Makroobjektiv mit großer Blendenöffnung. Wenn es geht, räume ein bisschen den Hintergrund auf und entferne störende Äste oder ähnliches. Zerstöre dabei aber keine Pflanzen!!!!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist: Achte auf deinen eigenen Schatten. Gerade wenn du die Sonne im Rücken hast, wirfst du ganz schnell einen dunklen Schatten auf dein Motiv. Das sieht vor allem dann unschön aus, wenn du damit das Bild in einen dunklen und hellen Bereich optisch unterteilst.

Fazit

Makrofotografie mit dem Smartphone funktioniert gut, aber man braucht auch hier viel Geduld. Die Qualität der Fotos, sprich die Schärfe, ist für ein Handyfoto ausgezeichnet und auch das Bokeh, die Unschärfe im Hintergrund hat eine schöne Ausprägung. Trotzdem ist das eigene Sehen das wichtigste Kriterium, auch wenn das Smartphone heute mit künstlicher Intelligenz fotografiert und die Hersteller suggerieren, dass die Kamera das Foto quasi von alleine macht . Und ganz wichtig…

… Das Smartphone und seine Makrofunktion ist kein wirklicher Ersatz für ein echtes Makroobjektiv. Das Handy setzte ich dann ein, wenn ich auf meiner täglichen Hunderunde bin und die große Kamera zu Hause bleibt und ich eher ein paar Fotos für mich alleine machen möchte. Wenn ich aber gezielt zum fotografieren in die Natur gehe, ist meine DSLR mit dem Makroobjektiv meine erste Wahl. Nicht nur wegen der Abbildungsleistung, sondern auch, weil ich künstlerisch ganz anders mit einem Makroobjektiv arbeiten kann.

Du möchtest mehr lernen über Naturfotografie mit dem Smartphone? Dann schau mal in mein neues Buch…

Siehe auch…

Warum Naturfotografie glücklich macht

Warum Naturfotografie so glücklich macht

Vielleicht geht es dir ähnlich wie mir: Draußen ist ein wunderschöner Frühlingsanfang. Jeden Morgen singen in der aufgehenden Sonne lautstark die Amseln ihr Balzlied und in wenigen Wochen werden sicherlich unterhalb meiner Terrasse kleine Amselbabys geschlüpft sein. In meinem Garten stehen die Tulpen in ihrer schönsten Blüte. Alles scheint wie immer und trotzdem liegt ein dunkler Moment über allem. Ich kann das so schlecht beschreiben und irgendwie erinnert mich die Situation an die 1980er Jahre, als Tschernobyl seine unheilvollen Schatten voraus warf. Ich mache mir viele Gedanken darüber, wie es „danach“ weitergehen soll. Einerseits empfinde ich diese Situation als einmalige Chance, viele gesellschaftliche Dinge besser zu machen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, das es „danach“ irgendwie noch schlimmer werden könnte, als es jetzt schon ist. Das wir weiterhin unsere Natur zerstören, das wir uns noch mehr in Arbeit und Konsum verstricken und vergessen, das wir ein Teil der Natur sind und die kleinen Dinge des Alltags uns glücklich machen.

Ostsee, Polen

Am Wochenende wurde ich von einem Kollegen gefragt, was in diesen Zeiten meine Glücksgeschichte sei. Ich wusste erst einmal keine Antwort darauf.

Was ist Glück?

Die Frage nach dem Glück ist eine der schwierigsten Fragen überhaupt. Was ist Glück und was macht uns glücklich? Heutzutage wird Glück oft mit Konsum gleichgesetzt: Viele Marketingstrategien sind so konzipiert, dass dem Käufer versprochen wird, mit der neuen Kamera, mit dem neuen Objektiv glücklich zu werden. Doch jeder weiß, dass das Glück nur von kurzer Dauer ist. Vielfach verschwinden die Gegenstände nach kurzer Zeit ungesehen in Schubladen und Schränken und oft wird vergessen, dass man sie überhaupt besitzt. Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung und wie oft bin ich beim aufräumen auf Dinge gestoßen, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie überhaupt besitze.

Ostsee, Polen

Die andere Frage ist: Können uns andere Menschen glücklich machen, brauchen wir andere Menschen zum Glücklich sein? Partner, Eltern, Kinder, Freunde? Ich würde die Frage mit janein beantworten. Es gibt viele Momente, wo uns andere Menschen glücklich machen können. Mit einer Umarmung, beim zuhören, bei gemeinsamen Erlebnissen. Wenn ich zurück schaue, sehe ich viele Situationen vor mir, in denen ich mit meiner Familie und Freunden viele glückliche Momente hatte.

Warum Naturfotografie glücklich macht

Aber was ich ganz genau weiß, ist, dass mich das Fotografieren, vor allem in der Natur, glücklich macht. Woran mache ich das fest? Es ist zum einen die Bewegung an der frischen Luft. Das Einatmen von Gerüchen. Ich liebe den Geruch von Wäldern, von dem Meer. Das würzige Harz, der Geruch von feuchten Waldböden oder einer warmen salzigen Seebriese. Ich liebe die Geräusche: Der Wind der durch die Bäume weht. Das Vogelgezwitscher, das Rufen der Eule oder dem Hirsch in der Dämmerung, das rauschen der Wellen. Jetzt im Frühsommer, wenn die Bienen summen und die Glühwürmchen in der Dunkelheit leuchten. All diese Dinge machen mich glücklich und dies mit der Kamera festzuhalten insbesondere.

Rot

Ich kann mit meiner Kamera meinen Gefühlen Ausdruck verleihen, ob freudige oder melancholische Momente und wenn ich bei der Fotografie und der Bildbearbeitung in einen Flow komme, fülle ich mich sehr erfüllt. Das Wechselspiel zwischen der Fotografie in der Natur und der Bearbeitung zu Hause am PC möchte ich nicht missen – beides gehört für mich zusammen. Vor allem, wenn ich meine positiven Gefühle aus der Natur in die Bildbearbeitung in Form von Farbe und Lichtstimmung darstellen kann. Zudem liebe ich es, in der Natur mit der Kamera kreativ zu spielen. Und es macht mich besonders glücklich, wenn ich auf meinen Fotos später am Bildschirm kleine Dinge sehe, die mir vor Ort verborgen geblieben sind.

Ja, Naturfotografie macht mich sehr glücklich, weil ich mich dann Eins mit der Natur fühle. Meine innere Mitte finde, meine Sorgen vergessen kann und genau im Jetzt bin. Es ist egal was gestern war und morgen kommt. Jetzt ist der Moment, ein Foto zu machen, das mich erfüllt. Sie mit allen Sinnen genießen und abschalten. Die Natur ist so wunderschön, zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter. In diesen Momenten brauche ich keinen Menschen um mich drumherum. Auch das Alleinsein macht mich glücklich. Ich muss mich niemanden beweisen, muss mich nicht verstellen, ich darf so sein wie ich bin. Die Natur nimmt mich so wie ich bin.

Ostsee, Polen

Einen der glücklichsten Momente hatte ich, als ich im Spätsommer ganz früh alleine, nur begleitet mit meiner Hündin, in der Sächsischen Schweiz den Gambrig bestieg, von dem ich in dem Moment nicht wusste, welche kulturgeschichtliche Bedeutung er verbirgt. Im Tal stieg der Nebel auf und die Landschaft war in einem ganz besonderen Glanz gehüllt. Ein unglaubliches Erlebnis, bei dem ich bis heute beim Anblick der Bilder eine Gänsehaut verspüre.

Die ausführliche Geschichte habe ich in meinem neuen Buch „Gefühl und Verstand – Naturfotografie“ niedergeschrieben.

Um zurück auf meinen Kollegen zu kommen, der nach einer Glücksgeschichte fragte. Was ist deine Glücksgeschichte? Magst du sie mit mir und anderen Teilen? Ich freue mich auf deine Antwort.

Eine wunderschöne Woche und bleib Gesund!

Vom Unheimlichen, Numinosen und Geheimnisvollen – Die Eibe

Naturfotografie Vom Unheimlichen, Numinösen und Geheimnisvollen – Die Eibe

In unserer Gesellschaft sind wir immer auf das Suche nach dem Besonderen, dem Neuen, dem Außergewöhnlichen. Das führt dazu, dass wir oft Traditionelles und Althergebrachtes als langweilig einstufen und es wenig oder gar nicht mehr beachten. Ich kann verstehen, dass gerade das Fremdartige einen unwiderstehlichen Reiz auf uns ausübt. Unser Auge nimmt dann Dinge war, die es zuvor noch nie gesehen hat. Neue Empfindungen in Formen von Gerüchen, Farben, Formen usw. strömen auf uns ein. Doch wie so soft langweilt uns das Neue auch sehr schnell wieder und man wendet sich anderen Dingen zu. So habe ich mir u.a. mit dem Besuch der Niagara Fälle in Canada oder den Pyramiden in Ägypten langgehegte Träume erfüllt.

Diese Reisen sind schon einige Jahre her, damals gab es noch kein Social Media und ich habe noch analog auf Film fotografiert. Ich kannte auch nur wenige Fotografien von diesen Orten, die eine unheimliche Sehnsucht in mir ausgelöst hatten. Doch schon damals holte mich vor Ort die Realität schneller ein als ich glauben wollte: Zäune, laute Menschenmassen, hässliche Bauten bzw. Slums, Müll & Gestank, usw. Die Liste der negativen Eindrücke ist lang. Und heute? Ich möchte nicht wissen, wie sehr sich diese Orte in Zeiten des Instagramtourismus weiter verändert haben.

Darum meide ich „berühmte“ Orte, auch in Deutschland. Die Ostsee, insbesondere Rügen, Darß und Usedom, die Sächsische Schweiz, der Harz – Orte meiner Kindheit, meiner Sehnsucht haben sich an vielen Stellen zum Nachteil entwickelt. Sie sind nicht nur außerhalb der Saison überlaufen, sondern sie haben sich auch durch Ausweitung von Infrastruktur und Ferienhaussiedlungen landschaftlich sehr zum negativen verändert.

Doch was beschwere ich mich? Ich gehöre auch zu denjenigen, die gerne „die Anderen“ als Massentouristen bezeichnen. Doch am Ende gehöre auch ich zu denjenigen, die ihren Beitrag zur Umweltzerstörung leisten. Auch wenn ich das bewusst nicht machen möchte. Aus diesem Grund versuche ich die wunderschöne Landschaft meiner Region neu wert zuschätzen und in der Nähe meines Wohnortes die Natur zu fotografieren. Viele Orte erreiche ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Oft sind es nur ganz kleine Flächen, die außergewöhnlich sind. Darum werden sie übersehen oder erst gar nicht wahrgenommen.

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Rotfrüchtige Säulenflechten

Ein alter verfaulter Baumstamm, auf dem winzige rotfrüchtige Säulenflechten wachsen. Man nimmt sie erst wahr, wenn man sich auf den Baumstamm setzt und die Natur im Kleinen betrachtet. Es gibt in meiner Umgebung alte Bauernfriedhöfe, wo im Frühjahr wilder Lerchensporn oder Pechnelken in dichten Blumenteppichen wachsen. Man muss nur die Augen offen halten, vor allem wenn man die Strassen und Orte kennt und denkt, hier ist doch nichts Besonderes.

In den vergangenen Wochen gab es im Muldental dichte Schneeglöckchenteppiche, die ich so in ihrer Fülle auch noch nie gesehen habe. Vielleicht liegt es an dem viel zu warmen Winter ohne Schnee, dass die Frühjahrsblüher in diesem Jahr so üppig geblüht haben. Doch mein Augenmerk liegt nicht nur auf Pflanzen und Blumen. Mir haben es besonders Bäume angetan.

Im Muldental gibt es viele alte Schlösser und Burgen mit sehr alten Parkanlagen. Bäume, die vor zweihundert, dreihundert Jahren gepflanzt wurden und eine außergewöhnliche Vielfalt besitzen. Wenn heute Flächen oder Alleen neu aufgeforstet werden, dann häufig nur mit einer Baumart, die scheinbar nur nach Kostensichtspunkten ausgesucht wurden. Es ist so traurig, wie sehr unsere Kulturlandschaft verarmt. Es ist ein Trauerspiel und umso glücklicher bin ich, wenn ich alte, intakte Baumbestände finde.

Naturfotografie Vom Unheimlichen, Numinösen und Geheimnisvollen – Die Eibe

»Die Eibe hat eine dunkle Aura, das kann uns unheimlich vorkommen. Sie durchbricht den Kreislauf des lichten Lebenskreises. Sie gewährt uns einen Blick in die dunkle Seite des Seins – bis hin zum Licht, das im Dunkelsten geboren wird. Hier tut sich die Ewigkeit auf. Das ist eine Ebene jenseits von Raum und Zeit, es ist die göttliche Gegenwart. Die Eibe hilft uns, das vollständige Sein in unserem Wesen zu erfahren. Sie ist der Schwellenbaum und zeigt uns den Schlüssel aus den endlosen Kreisläufen heraus. Wir gehören zum Sein, wir sind geborgen im Urgrund, wir sind Teil des Göttlichen. Wir sind das Göttliche. Die Eibe fördert diese heilende, erlösende Erfahrung von Ganzheit.«

Wolf-Dieter Storl

Ich liebe alte Eibenbäume. Wenn ich es erwähne, wird sofort ungnädig auf die Giftigkeit hingewiesen. Das stimmt, aber wie so alles in unserer Natur sind gerade diese Bäume wichtig und nützlich. An der Eibe ist bis auf das rote Fruchtfleisch alles giftig. Vor allem die Samen, Zweige bis hin zur Rinde. Sie enthalten das Gift Taxin. Wildtiere wie Eichhörnchen, Siebenschläfer, Hasen, Rehe und Rothirsche vertragen dieses, während schon eine geringe Menge des Giftes beim Menschen zu Atemlähmung und Herzversagen führt.

Naturfotografie Vom Unheimlichen, Numinösen und Geheimnisvollen – Die Eibe

Vielleicht war es der Respekt vor der Giftigkeit der Pflanze oder ihr etwas düsteres Erscheinungsbild, das sie schon in der Antike als Baum des Todes und der Unterwelt galt. Der Weg in den Hades, das Reich der Toten, ist in der griechischen Mythologie von Eiben gesäumt. Der griechische Arzt Dioscurides warnte angeblich davor, unter dem Schatten einer Eibe zu sitzen.

Die Kelten verehrten den Baum als heilig. Pfeile mit Eibengift wurden seit jeher verwendet und angeblich trug auch „Ötzi“, der vor 3000 Jahren in den Alpen verunglückte, einen Pfeil aus Eibenholz bei sich.

Den Germanen signalisierten Eiben Tod, ewiges Leben und Wiedergeburt. Auch heute noch sind die immergrünen Nadelbäume auf unseren Friedhöfen und Parkanlagen vertreten. Denn sie ist die älteste und schattenverträglichste Baumart Europas und erreicht selten Höhen über 20 m. Eiben wachsen sehr, sehr langsam und können weit über tausend Jahre alt werden. Die älteste Eibe Deutschlands steht im Allgäu. Sie wird auf ca. 2.000 Jahre geschätzt und hat einen Stammdurchmesser von etwa einem Meter.

Heute stehen Eiben aufgrund jahrhundertelanger Übernutzung auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. In meiner Region habe ich auf einem Spaziergang in einem alten Park, der vor ca. 300 Jahren angelegt wurde, alte verknöchterte Eibenbäume gefunden. Ihre mythologische Bedeutung habe ich wohl vor Ort erahnt, denn diese Bäume haben einen ganz besonderen Zauber.

Auf den ersten Blick sehen sie unspektakulär aus, doch sie sind ein schönes Beispiel dafür, dass man sich die Zeit nehmen sollte, sie näher zu betrachten. Die Nadelzweige sehen mit ihren roten kleinen weiblichen Samenfrüchten wie Miniatur-Weihnachtsbäume aus.

Naturfotografie Vom Unheimlichen, Numinösen und Geheimnisvollen – Die Eibe

Doch noch viel aufregender ist die giftige Rinde am Stamm. Die Natur hat es so eingerichtet, dass Farben eine Signalwirkung haben. Beim Eibenstamm hat sie sich besonders viel Mühe gegeben.  So eine Farbenpracht, die sich wohl im Laufe der Jahrhunderte erst bildet. Denn bei jungen Eibenpflanzen habe ich diese Farbvielfalt noch nicht gesehen und wie in Pflanzenlexikas beschrieben, haben sie eine bräunliche Farbe. Besonders deutlich bilden sich die Farben heraus, wenn es vorab geregnet hat.

 Eiben fotografisch in Szene zu setzen ist nicht ganz so einfach. Vor allem wenn man die Farben des Stammes und der Früchte optisch herausarbeiten möchte. Viel warmes Licht und die Konzentration auf die Details sind der Schlüssel zum Erfolg. Schau mal in den kommenden Wochen, ob du nicht auch in deiner Region alte Eibenbäume findest.

Dir eine wunderbare Woche

Buchprojekt Gefühl und Verstand: Satzspiegel mit goldenem Schnitt

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Den Goldenen Schnitt als Gestaltungsregel kennt in der Fotografie fast jeder. Ich bin eine Freundin dieser Gestaltungsregel, denn in den meisten Fällen gestaltet er das Foto sehr harmonisch (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Doch wusstest du, dass es den Goldenen Schnitt auch für die Gestaltung von Buchseiten gibt?

Als ich im letzten Jahr einen meiner Fotospaziergänge an der Mulde leitete, hatte ich eine sehr nette junge Frau dabei. Wir sind ins Gespräch gekommen und es stellte sich heraus, dass Christina Schriftsetzmeisterin ist. Ungewöhnlich, dass sich eine junge Frau für diesen Ausbildungsweg entschied. Ich dachte, dass dieser Beruf in der heutigen Zeit ausgestorben ist.

Wir fingen über mein Lieblingsthema „Schriften“ an zu fachsimpeln und konnten gar nicht wieder aufhören. Neben meiner Fotosammelleidenschaft sammle ich nämlich gerne viele Fonts auf meinem Rechner, um für jedes Thema – ob von einer romantischen Schreibschrift bis hin zu einer modernen Serifenlosen Schrift eine große Auswahl zu haben.

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Der Satzspiegel

Wir blieben im Kontakt und als ich im Frühjahr mit meinem neuen Buch anfing, habe ich sie in mein Atelier eingeladen. Zusammen haben wir für mein neues Naturfotografiebuch „Gefühl und Verstand“ einen klassischen Satzspiegel nach dem Goldenen Schnitt entworfen. Für mich war das Neuland, die Schnittlinien in InDesign anzulegen und danach den Satzspiegel auszurichten. Diese gemeinsame kreative Arbeit hat mir soviel Freude bereitet. Ich habe nicht nur unglaublich viel gelernt (trotz meiner Verlagsausbildung), sondern ich bin froh, dass es das Fachwissen noch gibt und ich damit mein Buchprojekt professionalisieren konnte.

Das Buchformat

Ich hatte mir lange im Vorfeld Gedanken über das Format des Buches gemacht und viele meiner Fotografie-Sachbücher miteinander verglichen. So habe ich mich für das Format 25H x 23B cm entschieden – ein sehr schönes Buchformat für große Bilder.

Wobei ich später auf eine Buchbindung mit Fadenheftung und einem geraden Rücken viel Wert lege, damit man das Buch schön aufklappen und kein Inhalt im Buchrücken schlecht lesbar verschwindet bzw. Bilder abgeschnitten werden. Viele Sachbücher mit Klebebindungen bzw. schlecht gemachte Fadenheftungen leiden darunter.

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Die Schriftenauswahl

Neben dem klassischen Satzspiegel haben wir ebenso die Schriften festgelegt. Glücklicherweise hat mich Christina dabei beraten, bei der riesigen Auswahl kann man schon den Überblick verlieren. Zumal an eine Schrift große Herausforderungen gestellt werden:

  • Besitzt sie verschiedene Schriftschnitte und stellt sie Umlaute und Sonderzeichen da (viele schöne Schriften können leider keine Umlaute darstellen)
  • Ist sie gut les- und druckbar?
  • Ist sie modern, passt sie zum Inhalt und zur Zielgruppe des Buches

Hier haben wir uns viele Gedanken gemacht und einige Entwürfe angefertigt. Am Ende haben wir uns für eine Serifenlose Überschrift und für eine Serifenschrift des Lesetextes entschieden.

Das Grundgerüst steht. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich weiter am Inhalt arbeiten. Wenn du dich für mein Buchprojekt interessierst und es unterstützen willst, dann schau mal hier

Buchprojekt: Naturfotografie Gefühl und Verstand

 

Erste Buchrezension „Naturfotografie mit dem Smartphone ist erschienen

Dass das Smartphone als Kamera die Fotografenwelt spaltet, ist bereits ein alter Hut. Für die einen ist die Immer-dabei-Kamera das Mittel für kreative Fotografie schlechthin, für die anderen ist schon allein die erzielbare Qualität indiskutabel. Ich habe mich für die kreative Seite entschieden und zeige, wie du dein Smartphone für Natur- und Landschaftsfotografie einsetzen kannst. Die Frage ist, wie kannst du mit den Schwächen der Smartphone-Kamera kreativ umgehen? Trotz der Einschränkungen macht das Fotografieren mit dem Handy viel Spaß. Es ist fast immer zur Hand und dabei leicht und handlich zu bedienen. Das Buchbesteht aus 98 Kapiteln, die du quer lesen kannst. Anhand vieler Naturbilder gebe ich dir zahlreiche praktische Tipps und Tricks an die Hand.© Jana Mänz ISBN-13 978-3-00-061166-7

Ich freue mich, in der aktuellen Ausgabe 05/2019 der c’t digitale Fotografie ist die erste Rezension zu meinem Sachbuch „Naturfotografie mit dem Smartphone“ erschienen.

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Buchrezension Naturfotografie mit dem Smartphone

Von verschwommenen Wildblumen & meditativer Vergänglichkeit

Blumenfotografie mit dem Smartphone von Maja Zenz

Was macht deine Sommerferienplanung? Vielleicht hast du eine besondere Reise vor. Aktuell habe ich ein wunderbares Buch über den japanischen Jakobsweg gelesen. Lena Schnabl erzählt, dass sie am Anfang eine DSLR mit 50mm Objektiv dabei hatte und diese in einem Sandsturm am Strand kaputt ging. Im Laufe der über Tausend Kilometer langen Reise fotografierte sie auf dem buddhistischen Shikoku-Pilgerweg ausschließlich mit ihrem Smartphone.
Leider wurden in dem Buch nur wenige Bilder abgedruckt, aber ich möchte dir heute eine wunderbare Künstlerin vorstellen, die mit ihrem Smartphone einzigartige Blumenportraits fotografiert: Maja Zenz
Lass dich überraschen, wozu Folien in der Smartphone-Fotografie verwenden kann. Ohne zusätzliche Bearbeitung in diversen Apps, versprochen!

Liebe Maja, stell dich bitte kurz vor.

Ich heiße Maja, bin 44 Jahre alt, komme ursprünglich aus Ludwigshafen am Rhein und wohne nun seit fast zwei Jahren im wunderschönen Zürich. Beruflich bin ich als Biologin im Bereich Krebsforschung tätig. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten mit Fotografie, Kunst und Pferden.

Wie würdest du die Philosophie deiner Fotografie beschreiben? Was bedeutet Fotografie dich persönlich?

Ich fotografiere eigentlich immer und überall. Ausschließlich mit meiner Smartphone-Kamera, die ich meistens dabei habe und die praktisch zu handhaben ist.
Ich sehe fast überall spannende Motive und versuche diese im Moment einzufangen, so wie ich sie gerade sehe und wahrnehme.
Zudem ist die Fotografie auch nur der Ausgangspunkt für meine Kunst. Ich bearbeite die Fotos weiter, in dem ich sie auf Papier ausdrucke, falte und auf Leinwand collagiere und anschließend mit Acrylfarben, Ölkreiden und Graffiti überarbeite. Dadurch entfremden und verschwimmen die Motive und aus einer digitalen, realistischen Momentaufnahme entsteht etwas Haptisches und unwirkliches.

Ich habe das innere Bedürfnis meine Fotos weiter zu bearbeiten und auch zu verändern. Sie nur auf dem Bildschirm zu betrachten reicht mir nicht aus. Durch das Zuschneiden, Falten, Kleistern und Arbeiten mit Farben beschäftige ich mich nochmals auf einer ganz anderen Weise mit den Fotos. Zudem mag ich große Bildformate. Durch das collagieren auf ein bis zu zwei Meter große Leinwände, entfalten die Motive noch mal eine ganze andere Wirkung. Dieses künstlerische Werken mit meinen Händen entspannt mich und hilft mir meinen Kopf zu leeren.

Du hast eine wunderbare Blumenserie unter dem Titel “Blurred” veröffentlicht. Vor einiger Zeit habe ich sie bei Instagram entdeckt und mich sofort verliebt. Sie haben eine ganz wunderbare Ausstrahlung. Auch wenn ich von den Möglichkeiten der Smartphonekamera weiß, war ich überrascht, dass du ausschließlich mit dem Smartphone fotografierst.

Du schreibst, dass du sie unscharf fotografierst. Für mich haben sie eine einzigartige Magie, als wenn du sie durch eine verblichene alte Fensterglasscheibe hindurch fotografiert hast. Wie bist du darauf gekommen, was macht für dich den Reiz aus? Ist der Effekt fotografisch oder mithilfe von Bildbearbeitung entstanden?

Bei vielen meiner Motive stehen die Vergänglichkeit und das Augenblickliche im Vordergrund. So fasziniert mich zum Beispiel der allmähliche Zerfall vergessener Bauwerke (LOST PLACES). Hier hat es mir vor allem der abblätternde Putz von alten Wänden angetan. Das Farbenspiel und die Struktur der sich lösenden Farbschichten finde ich einfach wunderschön.

Auch bei meiner Blumenfotografie geht es viel um Vergänglichkeit und den Übergang von Perfektion zu Imperfektion.
Ich habe lange gebraucht, um Blüten und Blumen für mich ansprechend darzustellen. Die Schönheit der Blumen erscheint mir oft zu perfekt und dadurch irgendwie auch langweilig, wie ein Kunstdruck aus dem Kaufhaus. In meiner Serie TRANSIENCE habe ich dann einen Weg gefunden. Ich fotografiere hier verwelkte Blütenblätter auf Asphalt. Die zufälligen Muster der Blüten, z.B. nach einem Gewittersturm auf der Strasse, haben für mich etwas Malerisches. Oft sammele ich auch Blütenblätter und arrangiere diese zu „Blütenpuzzles“. Das hat dann fast etwas Meditatives für mich: die Blüten immer wieder aufzunehmen und fallen zu lassen, bis sich für mich eine schöne An- oder Unordnung ergibt.

Seitdem ich in der Schweiz – mit ihren wunderschönen Landschaften und traumhafter Natur – lebe, habe ich mich in Wildblumen verliebt. Ihre Grazilität ist einfach bezaubernd, lieblich und so leicht. Aber auch hier erscheint mir die bloße Fotografie dieser kleinen Naturkunstwerke zu langweilig. Zudem ist meine Smartphone-Kamera hier mit dem Detail einfach überfordert. Irgendwann habe ich dann – inspiriert durch den Bokeh-Effekt – angefangen durch Folien (manchmal in mehreren Schichten) zu fotografieren. Dadurch verschwimmen die Blumen im Hintergrund, während die Blumen ganz nah an der Folie sich fast aus dem Bild herauszulösen scheinen und schweben. Alles erscheint ganz weich und verschwommen, fast wie eine Blumenunterwasserwelt. Diese Fotoserie heißt daher auch BLURRED (englisch für verschwommen). Diese unscharfe und abstrahierte Darstellung finde ich faszinierend. Beim Betrachten der Fotos kann man sich in den verschiedenen Ebenen und Auflösungen fast ein bisschen verlieren. Anders als bei meinen anderen Motiven und Serien steht bei BLURRED für mich die Fotografie viel mehr im Vordergrund. Ich spiele hier lange mit den Folien, Blumen und Lichtverhältnissen. So entstehen manchmal Serien von 50-100 Bildern vom gleichen Motiv. 

Blumenfotografie mit dem Smartphone von Maja Zenz
© Maja Zenz www.instagram.com/majazenz/ | www.majazenz.com

Wie würdest du anderen beschreiben, wie du deine Motive siehst bzw. findest?

Seitdem ich fotografiere habe ich einen sehr starken Blick für das Detail entwickelt. So finde ich eigentlich überall Motive, die ich spannend finde: ein Blümchen am Wegrand, ein kleines Streetart-Motiv oder Spruch in der Stadt oder das Farbspiel von abblätterndem Putz einer alten Mauer. Manchmal muss ich mich fast darauf konzentrieren auch mal das ganze, große Bild einer Landschaft und meiner Umgebung wahrzunehmen. Momentan bin ich sehr inspiriert durch meine Blumenfotografie, so dass ich in meiner Umgebung fast nur noch Blumen sehe, wo ich gehe und stehe sozusagen- das ist doch irgendwie schön. Zum Glück ist Zürich eine wunderbar grüne Stadt und bietet viele Motive.

Blumenfotografie mit dem Smartphone von Maja Zenz
© Maja Zenz www.instagram.com/majazenz/ | www.majazenz.com

Was machst du, wenn du ein kreatives Loch hast?

Tatsächlich passiert mir dies recht selten. Außerdem ist es ja auch gut, wenn sich die Kreativität mal eine Pause nimmt. Dann gehe ich viel im Wald reiten, in den Garten oder wandern. Gerade kürzlich habe ich das Arbeiten mit Ton für mich entdeckt. Ich komme gerade aus einer Keramikwoche im Tessin zurück. Eine Woche in einem romantischen Bergdorf, abseits von allem, Vasen aus der Hand formen und nach der Raku Methode glasieren uns brennen, einmalig schön und kreativ.

Zudem entwickelt sich das Fotografieren von Pferden – ihrer Eleganz und Schönheit, der Kraft ihrer Bewegungen und ihrer anmutigen Ausstrahlung – sich gerade als eine neue Leidenschaft von mir. Hier kommt meine Smartphone-Kamera wirklich nicht mehr mit, so dass ich mich gerade nach einer Fotoausrüstung und Kursen umschaue. Und Siebdruck lernen will ich auch……(m)ein kreatives Loch ist also erst mal nicht zusehen.


Ich hoffe, dir hat der kleine Einblick in Majas Smartphone-Fotografie gefallen. Vielleicht magst du ihr bei Instagram folgen und dich von ihren Fotos inspirieren lassen.

10% Sommerspezial August 2019

Du möchtest bei mir – ob mit hochwertiger Fotoausrüstung oder Smartphone – einen individuellen Workshop zur Natur- und Landschaftsfotografie im Muldental buchen?

Für Coachings im August 2019 biete ich einen Sommerrabatt von 10 Prozent an und du bekommst mein neues Buch „Naturfotografie mit dem Smartphone“ geschenkt.

Möchtest du einen Fotofreund*in oder deine Partner*in mitbringen, erhalten sie ebenfalls eine 10-prozentige Ermäßigung.  Ruf mich an oder schreib mir für die Vereinbarung eines individuellen Termins im August. Ich freue mich auf dich. 

* Der 10% Rabatt Gutschein gilt nur für einen Workshop der vom 1.8. – 30.8.2019 stattfindet

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Ein Sommernachtstraum – Mohnblütenfeld im Muldental

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In den letzten zwei Wochen habe ich im Muldental und im Leutratal verzweifelt nach Mohn- und Kornblumenfeldern gesucht. Aber es waren bis auf ein paar vereinzelte Blüten an den Feldrainen nichts zu sehen. Die Kulturlandschaft ist in vielen Teilen Sachsens und Thüringen einfach nur grün – bunte Ackerwildkräuter scheinen völlig ausgerottet. Vielerorts fehlen Feldraine oder Windschutzhecken.
Vor Pfingsten kam mein Partner von der Arbeit und erzählte er mir von einem riesigen Mohnblumenfeld. Ich machte mich noch darüber lustig und fragte ihn, wie viele Blüten er gezählt hätte.

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Nachdem ich in den letzten Jahren im Muldental nur winzige Mohnblumenflächen gesehen hatte, konnte ich ihm kaum glauben. Und so fuhren wir bei einem wunderschönen Mittsommernachts-Abendlicht los. Wenige Kilometer vorher konnte ich mich fotografisch schon kaum von einem blauen Kornblumenfeld lösen und mein Partner drängelte: „Komm, du musst es dir anschauen„. Und dann kam es, wie aus dem nichts leuchtete das rote Feld kilometerweit in der Abendsonne. Das größte Mohnblumenfeld, dass ich je in meinem Leben gesehen habe. Nicht einmal im Norden Deutschlands.

Dabei wunderte ich mich: Wieso ist die Umgebung grün, warum keine einzige Mohnblüte? Und dann entdeckte ich ein kleines Schild am Feldrain. Das Gerstenfeld ist eine Bioland-Ackerfläche.

Vor Ort habe ich fotografisch einen Fotoherzkasper bekommen. Das perfekte Abendlicht, die Farben des Mohns. Selten habe ich mich von der Schönheit so ergriffen gefühlt. Es war kaum Straßenverkehr zu hören, stattdessen zwitscherten hunderte von Vögeln im angrenzenden Wald. Ein kleines Weg führt mitten auf das Feld, sodass ich keine Blume zertreten musste. Und dann stand ich mittendrin: Überall summte und brummte es. Für einen kurzen Moment schloss ich die Augen und versuchte mir den Moment mit all meinen Sinnen aufzusaugen.

Fotografisch fühlte ich mich fast zerrissen: 20mm für ein Landschaftsfoto, das 50mm für den kleineren aber superscharfen Ausschnitt und das Makro für die Details. Und zu guter Letzt, mein Vintage-Objektiv Trioplan100. Selten habe ich alle vier Objektive eingesetzt, aber ich wollte die Schönheit des Mohnfeldes in all seinen Facetten festhalten.

Fotografisch habe ich wie immer so pur und schlicht wie möglich gearbeitet. Ich habe weder Stativ, noch Pol- oder Grauverlaufsfilter verwendet. Da die Belichtung im Gegenlicht schwierig ist, belichte ich generell gegen den Himmel und speichere den Wert mit der AEL/AFL Taste (* Taste Canon). Den unterbelichteten Vordergrund kann ich in Lightroom wieder hervorholen, während ein überbelichteter Himmel ohne Struktur auch im RAW-Format nicht heilbar ist.

Daher mein Tipp: Belichte immer auf den Himmel und belichte damit unter als wenn du den Himmel überbelichtest. Später in der Bildbearbeitung kannst du eine Unterbelichtung immer reparieren. Eine andere Variante ist ein HDR aus 3-5 Aufnahmen oder die Verwendung eines Grauverlaufsfilters mit Stativ.

Wenn du wissen möchtest, wie ich fotografieren oder wie ich meine Bilder bearbeite, dann kannst du mich für einen individuellen Workshop/Einzelcoaching jederzeit buchen. Ich freue mich auf deine Anfrage!