Schlagwort: Naturfotografie

Was für ein Sommer!

Italien

Ich fange manchmal gerne mit dem Wetter an, um sozusagen warm zu werden mit dem, was ich eigentlich schreiben möchte. Nun, dieses Mal ist mir nicht nur warm sondern bin regelrecht überhitzt. Ist das nicht ein Jahrhundertsommer? Ich habe überlegt, wann ich so einen Sommer das letzte Mal erlebt habe. Aber da muss ich wohl ein Reinkarnationsseminar besuchen, um herauszufinden, in welchem Jahrhundert das gewesen sein soll. Wobei die Wetterfrösche meinen, 2003 wäre es noch heißer gewesen, doch daran kann ich mich nicht erinnern. Höchstens an einer meiner Reisen nach Thailand, Marokko oder ins Death Valley, doch irgendwie hatte ich es da „anders heiß“ in Erinnerung. Dabei will ich auch gar nicht maulen, normalerweise friere ich immer und das ich zum letzten Mal vor sechs Wochen – oder ist es schon länger her? -, diesen Zustand erlebt habe, daran kann ich mich gar nicht mehr so richtig erinnern. Nur meine Heizkostenrechnung aus dem März mit vier Wochen -10 bis -20°C erzählt mir eine andere frostige Geschichte.

Italien

Was soll’s, im letzten Jahr haben wir uns um dieselbe Zeit über zu viel Regen beklagt und jetzt haben wir genau das Gegenteil davon. Mein Garten ist am vertrocknen, vor allem die Hortensien sind dahin geschmolzen und lassen ihre braunen Blüten fallen. Ein trauriger Anblick, wobei ich hoffe, dass sie im nächsten Jahr wieder erblühen. Den Rosen macht das Wetter eher Vergnügen, stolz schieben sie eine Blüte nach der anderen und auch mein Salbei sonnt seine samtig silbrigen Blätter und denkt sich: „das könnte jeden Sommer so sein“, während meine Tomaten auch in diesem Jahr nichts werden. Letztes Jahr sind sie weggefault, in diesem Jahr vertragen sie die Hitze nicht. Im Moment bin ich ratlos, was Tomaten eigentlich mögen, wie im letzten Jahr wollen sie mir einfach nicht antworten.

Trotzdem ist das Sommerwetter eher ein Glücksfall, hatte ich doch die Befürchtung, dass ich nach der Sonne Italiens in das trübe graue Deutschland zurückkehren müsste. So war die Rückfahrt klimatisch übergangslos vonstatten gegangen und das übliche Italienweh hat mich nicht so überrollt wie sonst. Dabei war ich zutiefst unglücklich, als wir mitten in der Nacht in Salzburg die Grenze überquerten und mich ein Déjà-vu vom November 1989 einholte. Eine stark beleuchtete Grenzanlage mitten auf der Autobahn wie zu DDR-Zeiten mit bewaffneten Kontrollen – wir mittendrin – Autos und Busse die auseinander genommen wurden und ich fragte mich, wo unser freies Europa geblieben ist. Die beklemmenden Gefühle waren dieselben wie vor knapp 30 Jahren. Dabei hatte ich gehofft, dass wir das hinter uns gelassen hätten.

Italien

Heute beim anschauen der Bilder ist doch so heimlich die eine oder andere Italienträne geflossen, wie sehr würde ich dort gerne leben wollen. Schon alleine der wohlige Geruch nach Pinien und Jasmin. Die Fiesta und die langen Abende die deutlich meinen Biorhythmus unterstützen. Mal vom leckeren Essen, dem Cafe und Wein abgesehen.
Doch wenn das Wetter so bleibt, werde ich in meinen Garten einen Olivenbaum und eine Zypresse anpflanzen. Dann werden auch ein paar Eidechsen, Geckos und Zikaden heimisch werden und mich beglücken.

Habe ich schon von unserem Haustier in der Toscana erzählt? Mitten in der Nacht freute sich mein Partner, mir unseren Besuch vorzuführen. Im Bad hatte er einen wunderschönen Skorpion in ein Gespräch verwickelt und ihn nach oben gebeten und ihn später in den angrenzenden Olivenhain nach Hause gebracht. Ich hatte mich sehr über den Besuch gefreut, man sieht einen wildlebenden Skorpion ja nicht alle Tage. Nur habe ich vergessen, ein Erinnerungsfoto zu machen. Die darauffolgenden Nächte bin ich dann aber doch lieber mit Hausschlappen ins Bad gegangen, aber er hat sich nicht mehr blicken lassen (nicht mein Mann, sondern der Skorpion). Ich bin ja immer ganz vernarrt in die kleinen flinken Eidechsen, die sich leider so ungern porträtieren lassen. Und während ich mit weniger Geduld versucht habe, sie fotografisch einzufangen, habe ich über eine E-Mail zu meinem neuen Naturfotografiebuch nachgedacht. Vor meiner Reise hatte ich auf meinen Blog eine Umfrage erstellt und gefragt, was meine Leser gerne von mir lesen würden.

Italien

Martin schrieb mir eine lange Nachricht, unter anderem mit der Frage zum Thema Vordergrund und Hintergrund. Er schreibt mir: „Manchmal habe ich den Eindruck, du suchst den Hintergrund / das Bokeh und „packst“ das Motiv einfach so dazu“. Das hat mir viel zum Nachdenken gegeben und ich habe beim fotografieren darüber sinniert, wie ich das denn jetzt gerade mache. Das Problem ist nur, wenn man sich auf diese Fragestellung konzentriert, funktioniert der kreative, emotionale Moment nicht mehr. Der Prozess des Fotografierens ist ein anderer, technischer. Und so habe ich versucht, eine Antwort darauf zu finden, indem ich meine Bilder noch einmal genau angeschaut habe.

Aus meinen Fotoworkshops und der Besprechung am Display vor Ort weiß ich, dass ich oft den Hintergrund kritisiere und meinen Teilnehmer bitte, das Foto noch einmal anders zu machen. Meistens ist er mir zu unruhig, zu dominant. Ich kann im Hintergrund meistens keine Grenzlinien zwischen Hell und Dunkel leiden, die das Bild dann so unschön in zwei Hälften teilen, sodass ich beim fotografieren eine andere Perspektive suche. Ebenfalls reagiere ich auf optische Flecken, die vor allem dann entstehen, wenn die Blende weit geöffnet ist. Ich gebe zu, oft bin ich beim Hintergrund pingeliger als bei so manchem Motiv. Ich mag es entweder klar und schlicht oder je nach Thema auch gerne verspielt und romantisch.

Italien

Bokehs sind ja meine große Leidenschaft und seitdem ich mit dem Trioplan 100 fotografiere, hat der Hintergrund noch einmal einen anderen Stellenwert bekommen. Denn auch in Italien habe ich das Objektiv zum überwiegenden Teil benutzt. Das hatte den Hintergrund, dass die bergige Nordtoscana mit nicht so vielen spannenden Motiven aufwarten konnte und die üblichen Bilder à la „Zypressenalleen am einsamen Haus“ in der Südtoscana nicht das war, was ich gesucht habe. Also musste ich mal wieder umdenken und die Landschaft anders sehen lernen.

Auf den ersten Blick ist sie einfach nur grün und bergig. Soviel grün, manchmal mit dunstig graublauem Himmel, dazwischen ein paar rote Bergdörfer und sonst –neben unzähligen Strommasten, Funktürmen – nichts, s0dass ich froh war, wenn an so manchen Tagen die Apuanischen Alpen sich hinter riesigen Wolkentürmen versteckten und die Auffahrt in die wolkenverhangenden Berge wild romantisch wurde. Blauer Himmel und sonniges Wetter kann man in den Höhenlagen fotografisch nie gebrauchen, langweiliger geht es nicht mehr. Zwar haben diese Bilder einen wunderbaren blauen Landschaftshimmel und würden sich für Reiseprospekte wunderbar eignen, doch das ist nicht das, wofür mein Fotografenherz schneller schlägt.

Italien

Himmelblaue Hintergründe sind vor allem dann ausgezeichnet, wenn man ein Detail so abbilden will, das es leicht, fast transzendent wirkt. Dafür braucht es Leerräume und dann stören weiße oder graue Wolken nur. Grundsätzlich bin ich aber immer auf der Suche nach Gegen- oder Seitenlicht für den Hintergrund. Vor allem Seitenlicht hat es mir angetan, wodurch das Bild verspielt und leidenschaftlich wirkt oder mystisch, je nachdem ob das Seitenlicht von einer kräftigen Abendsonne oder von einem nebligen Morgenlicht stammt.

Ja ich denke, Martin hat nicht ganz unrecht, wenn er sagt, dass ich eher nach dem Hintergrund Ausschau halte. Oftmals ist das der Fall, vor allem wenn ich den Vordergrund bzw. die Bildaussage klar vor den Augen habe. Gerade bei Blumen oder anderen Pflanzenaufnahmen kann man so herrlich schummeln (selbstverständlich außerhalb von Naturschutzgebieten), dass ich das Motiv so lange mit mir herumtrage, bis ich den richtigen Hintergrund gefunden habe.

Daher war meine Orchideenwanderung im Naturschutzgebiet Leutratal fotografisch wenig erfolgreich, da die kleinen unscheinbaren Orchideenblüten oft im dunklen Unterholz wachsen und gerne von vielen anderen Pflanzen umgeben sind, sodass man kaum eine vernünftige Aufnahme machen kann ohne sie zu beschädigen. Hier kommen oft nur „Reportagefotos“ heraus, die zwar ganz nett sind, aber weit entfernt von dem sind, was ich mir vorstelle. Da aber Naturschutz vor Fotografenlust steht, muss man sich damit arrangieren und sich andere Motive suchen.

Italien

Wenn du das nächste Mal fotografieren gehst, dann schaue auch auf den Hintergrund. Versuche ihn so harmonisch wie möglich zu gestalten. Und wenn du magst, dann komme mit mir im Oktober eine Woche nach Rügen oder auf ein Wochenende in die Sächsische Schweiz und gemeinsam können wir dann über Vorder- und Hintergrund fachsimpeln.

Ich freue mich auf deine Teilnahme an meiner Umfrage und wünsche dir entspannte Ferien oder ein paar hitzefreie Tage.

Umfrage zum neuen Fotografiebuch „Gefühl und Verstand“

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Seid ein paar Tagen ist es öffentlich: Ich schreibe ein neues Naturfotografiebuch. Ich habe viele Ideen und etliche Texte sind auch schon fertig. Bei meinem letzten Buch „Naturfotografie mal ganz anders“ habe ich Kollegen gefragt, ob Sie mit ihren Themen, die ich fotografisch nicht mache, mein Buch bereichern möchten. Damals fand ich zehn ganz tolle und verschiedene Gastautoren.

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Das wird in meinem neuen Buch anders sein. Es wird 100% ich sein, mit all meinen Fotos und Themen, die mich ausmachen. Es ist mir aber wichtig, dass ich ein Buch schreibe, das die Themen, Fragen und Wünsche meiner Leser aufgreift. Jetzt hast du die Möglichkeit mir zu schreiben.

Mach mit bei meiner Umfrage!

Was bewegt dich? Was möchtest du im Buch inhaltlich haben?  Was berührt dich? Was möchtest du von mir lesen?

Du kannst mir auch Fragen zur Crowdfunding oder zur ökologischen Buchherstellung allgemein stellen. Vor allem wenn du mich im März 2019 bei Startnext unterstützen möchtest!

Startnext, Crowdfunding, Buchprojekt, Naturfotografie, Sachbuch, Sachbuch, Naturfoto, Landschaftsfotografie, Ökologisch, Umweltfreundlicher BuchdruckWichtig ist, mein neues Buch wird keine Fotoschule! Ich werde nicht auf Blende, Belichtungszeit und Hyperfokaldistanz eingehen – diese Themen werden sowohl in vielen Sachbüchern als auch im Internet viel besser erklärt, als ich es je könnte bzw. viele Themen sind in meinem ersten Buch von mir beschrieben. Meine Themen sind eher die weichen, die emotionalen: Es geht um Wahrnehmung, ums Sehen – aber auch Melancholie, Farben, Energie, Flow, Kreativität, Glück, Jahreszeiten, Sinne uvm.

Themen, die uns Mensch und (Hobby-)Fotograf ausmachen und die teilweise unbewusst in die Fotografie fließen. Vor allem dann, wenn wir die Technik beherrschen und nach Höherem streben.

Ich freue mich sehr auf deine Fragen, Wünsche und Vorschläge!

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Buchprojekt Gefühl und Verstand: Satzspiegel mit goldenem Schnitt

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Den Goldenen Schnitt als Gestaltungsregel kennt in der Fotografie fast jeder. Ich bin eine Freundin dieser Gestaltungsregel, denn in den meisten Fällen gestaltet er das Foto sehr harmonisch (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Doch wusstest du, dass es den Goldenen Schnitt auch für die Gestaltung von Buchseiten gibt?

Als ich im letzten Jahr einen meiner Fotospaziergänge an der Mulde leitete, hatte ich eine sehr nette junge Frau dabei. Wir sind ins Gespräch gekommen und es stellte sich heraus, dass Christina Schriftsetzmeisterin ist. Ungewöhnlich, dass sich eine junge Frau für diesen Ausbildungsweg entschied. Ich dachte, dass dieser Beruf in der heutigen Zeit ausgestorben ist.

Wir fingen über mein Lieblingsthema „Schriften“ an zu fachsimpeln und konnten gar nicht wieder aufhören. Neben meiner Fotosammelleidenschaft sammle ich nämlich gerne viele Fonts auf meinem Rechner, um für jedes Thema – ob von einer romantischen Schreibschrift bis hin zu einer modernen Serifenlosen Schrift eine große Auswahl zu haben.

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Der Satzspiegel

Wir blieben im Kontakt und als ich im Frühjahr mit meinem neuen Buch anfing, habe ich sie in mein Atelier eingeladen. Zusammen haben wir für mein neues Naturfotografiebuch „Gefühl und Verstand“ einen klassischen Satzspiegel nach dem Goldenen Schnitt entworfen. Für mich war das Neuland, die Schnittlinien in InDesign anzulegen und danach den Satzspiegel auszurichten. Diese gemeinsame kreative Arbeit hat mir soviel Freude bereitet. Ich habe nicht nur unglaublich viel gelernt (trotz meiner Verlagsausbildung), sondern ich bin froh, dass es das Fachwissen noch gibt und ich damit mein Buchprojekt professionalisieren konnte.

Das Buchformat

Ich hatte mir lange im Vorfeld Gedanken über das Format des Buches gemacht und viele meiner Fotografie-Sachbücher miteinander verglichen. So habe ich mich für das Format 25H x 23B cm entschieden – ein sehr schönes Buchformat für große Bilder.

Wobei ich später auf eine Buchbindung mit Fadenheftung und einem geraden Rücken viel Wert lege, damit man das Buch schön aufklappen und kein Inhalt im Buchrücken schlecht lesbar verschwindet bzw. Bilder abgeschnitten werden. Viele Sachbücher mit Klebebindungen bzw. schlecht gemachte Fadenheftungen leiden darunter.

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Die Schriftenauswahl

Neben dem klassischen Satzspiegel haben wir ebenso die Schriften festgelegt. Glücklicherweise hat mich Christina dabei beraten, bei der riesigen Auswahl kann man schon den Überblick verlieren. Zumal an eine Schrift große Herausforderungen gestellt werden:

  • Besitzt sie verschiedene Schriftschnitte und stellt sie Umlaute und Sonderzeichen da (viele schöne Schriften können leider keine Umlaute darstellen)
  • Ist sie gut les- und druckbar?
  • Ist sie modern, passt sie zum Inhalt und zur Zielgruppe des Buches

Hier haben wir uns viele Gedanken gemacht und einige Entwürfe angefertigt. Am Ende haben wir uns für eine Serifenlose Überschrift und für eine Serifenschrift des Lesetextes entschieden.

Das Grundgerüst steht. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich weiter am Inhalt arbeiten. Wenn du dich für mein Buchprojekt interessierst und es unterstützen willst, dann schau mal hier

Buchprojekt: Naturfotografie Gefühl und Verstand

 

Unterstütze mein neues Naturfotografie-Buchprojekt!

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Gefühl und Verstand – Naturfotografie

UNTERSTÜTZE MEIN ÖKOLOGISCHES & NACHHALTIGES NATURFOTOGRAFIE-BUCH

 *  Das Buchcover ist ein Entwurf und wird nach erfolgreicher Finanzierung fertiggestellt.

Als ich 2014 mein Sachbuch „Naturfotografie mal ganz anders“ veröffentlichte, ahnte ich nichts von seinem Erfolg. Seitdem sind über dieses Buch viele Workshopteilnehmer zu mir gekommen und ich habe tolle Menschen kennen gelernt. Das ist nun über vier Jahre her und gerade in den letzten Monaten häuften sich die Anfragen, wann und ob ich einen 2. Teil veröffentlichen würde. Anfang des Jahres entschloss ich mich zu diesem Schritt. Doch ich wollte andere Wege gehen als bisher.

Das Thema Umweltschutz liegt mir sehr am Herzen. Doch während die meisten nur auf ökologische Kleidung und Nahrung achten, schaut niemand auf Bücher, Zeitschriften und andere Publikationen – die jeden Tag tonnenweise produziert und weggeworfen werden. Die wenigsten Bücher und Zeitschriften, die in der Papiertonne landen, können weder sortiert noch recycelt werden. Niemand schaut auf die unermessliche Papierproduktion, Abholzung der Wälder in Sibirien und deren Umweltfolgen. Niemand interessiert sich für giftige Buchveredlungen: Folienkaschierungen, Heißfolienprägungen, Sonderlackierungen. Lesebändchen aus Plastik usw. Gerade im Naturfotografiebereich muss alles Hochglanz sein.

Als ich im letzten Jahr ein Buchprojekt zum Thema Wildbienensterben bei Startnext unterstützte und sah, dass das Buch nicht ökologisch hergestellt wird und es als Dankeschöns hochgiftige Alu-Dibond-Bilder angeboten wurden, war ich nicht besonders begeistert. Wie kann man sich gegen das Wildbienensterben einsetzen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Umwelt weiter geschädigt wird? Warum verstehen die wenigsten Menschen die Zusammenhänge?

Zu diesem Zeitpunkt war mir klar: Wollte ich jemals ein neues Buch zum Thema Naturfotografie veröffentlichen, MUSS es ökologisch und nachhaltig produziert werden. Denn Naturfotografie bedeutet auch Umweltschutz!

Mir war aber auch bewusst, wollte ich diesen steinigen und unbequemen Weg gehen, wird das wohl kaum mit einem Verlag gehen. Wie viele Verlage gibt es in Deutschland, die ökologisch und nachhaltig  –  dass heißt plastikfreie, ungiftige – Bücher produzieren? Man kann sie an einer Hand abzählen. Und es ist traurig für die gesamte Buchbranche, dass das Thema keine Rolle spielt  – Hauptsache billig in China produziert mit hohem Gewinnmargen, koste es was wolle. Wobei diese kaum beim Buchhändler vor Ort oder beim Autor hängen bleiben. Aber das ist ein anderes Thema. Die Buchhandelskette Thalia hat sogar in einem Gespräch behauptet, dass ökologische Bücher vom Kunden nicht gewünscht seien. Als ich das hörte, war ich voller Unglauben und STINKSAUER über die Bevormundung.

Liebe Thalia: Ich würde gerne ökologisch hergestellte Bücher kaufen! Bücher, die gerne irgendwann rückstandslos verrotten dürfen. Bücher, die gerne unsere Kinder in den Mund nehmen dürfen, ohne sich zu vergiften.

Seitdem ich mich für mein Buchprojekt entschlossen habe, bin ich auf der Suche nach regionalen Partnern, die mir bei meiner Buchproduktion helfen. Ich möchte im März 2019 die ökologische und nachhaltige Buchproduktion über die Crowdfunding-Plattform, Startnext finanzieren lassen.  Dafür brauche ich deine Unterstützung. 

Un weil es bis März noch ein paar Monate hin ist (auch wenn die Zeit schneller vergeht, als wir denken), eine Zeit in der ich das Buch inhaltlich weiter schreiben möchte, habe ich eine Informationsseite erstellt, indem du dich in den Buch-Newsletter eintragen kannst.

In den nächsten Wochen werde ich weiter über mein Buchprojekt „Gefühl und Verstand“ berichten. Wenn du Fragen hast, melde dich bei mir.

Weitere Infos zum Buch findest du hier:

http://naturfotografie.jana-maenz.de/

5 Tipps zur Fotografie von Frühjahrsblühern mit einem Vintageobjektiv

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Endlich, endlich scheint der Frühling Einzug zu halten. Dieses Jahr schien es länger zu dauern, als all die Jahre zuvor. Obwohl ich im Januar dachte, es kommt gar kein richtiger Winter mehr und dann erwischte es uns im Februar und März in voller Härte.
Doch wenn wir Glück haben, kommt jetzt richtig der Frühling, die nächsten tage soll es über 20° C warm werden und die Frühjahrsblüher werden über Nacht erblühen. Heute am Ostermontag habe ich den freien Tag genutzt, um im Südfriedhof in Leipzig und im Botanischen Garten fotografieren zu gehen. Seit einigen Monaten besitze ich das Vintage-Objektiv Trioplan100 von Meyer Optik Görlitz. Das ist keine Linse, mit der man mal eben schnell Fotos machen kann. Aus diesem Grund habe ich ein paar Tipps für dich zusammen gestellt, wie du mit diesem Objektiv wunderbare Fotos von Frühjahrsblühern und Blüten in der Natur machen kannst

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#1 Eine Besonderheit des Objektives ist, dass du einen Mindestabstand von über einem Meter zum Motiv einhalten muss, um das Objekt scharf zu bekommen. Das ist nicht immer einfach, gerade bei kleinen Frühjahrsblühern wie Krokus oder Sternhyazinthe. Bevor ich mich auf Augenhöhe mit der Blume begebe und mich auf den Boden legen, schätze ich ca einen Meter Abstand. Dann positioniere ich mich so, dass ich noch ein paar Zentimeter vor oder zurückweichen kann. Das Objektiv selber habe ich fest auf den Mindestabstand von ca 1 Meter eingestellt.

#2 Bevor ich das Motiv fotografiere beobachte ich die Umgebung. Gerade Frühjahrsblüher werden auf einem Rasen gerne von altem Laub und Ästen umgeben. Diese werden später auf dem Bild stören, sodass ich vor Ort aufräume und störende Gegenstände entferne.

Blumen, Botanischer Garten, Frühjahrsblüher, Frühling, Krokus, Leipzig, Trioplan 100 f2.8, Vintage-Objektiv, Vintagelense, meyer-optik-goerlitz#3 Jetzt ist es wieder etwas länger hell. Die schönste Zeit zu fotografieren ist am späten Nachmittag. Trotzdem stehen im Frühjahr viele Blumen im Schatten, auch wenn die Bäume und Büsche noch kein Laub haben. Achte auf den fallenden Schatten und woher die Sonne kommt. Möchtest du berühmten Bokehs – die den Objektiv so Eigen sind – im Bild festhalten, dann fotografiere gegen die Sonne und öffne die Blende auf f2.8. Achte auf einen homogenen Hintergrund (z.B. Licht das durch immergrüne Büsche wie Rhododendron fällt), sodass die Bokehs sich nicht von einer Überbelichtung ausfressen lassen und sich gleichmäßig ausprägen.

#4 Versuche dich auf eine Blüte zu konzentrieren, vor allem wenn man einen ganzen Rasen voller Krokusse und Co hat. Gibt es eine Blüte, die dir besonders auffällt? Die Aufgrund ihrer Farbe oder Wuchsform positiv heraus sticht. Wenn du mit dem 100mm Trioplan arbeitest, besitzt es die Eigenschaft eines Teleobjektives, mit dem du bei einer geöffneten Blende von f2.8 die Blüte optisch freistellen kannst. Achte darauf, dass es im Hintergrund keine dunkle Horizontlinie gibt, die dein Foto optisch durchtrennt. Das macht dein Bild unruhig.

Blumen, Botanischer Garten, Frühjahrsblüher, Frühling, Krokus, Leipzig, Trioplan 100 f2.8, Vintage-Objektiv, Vintagelense, meyer-optik-goerlitz#5 Der Fokus ist bei dem Trioplan100 nicht einfach zu finden. Für mich hat sich bewährt, die Blende und die niedrigste Entfernung fest einzustellen und durch den Sucher die richtige Schärfe zu finden. Dabei bewege ich mich leicht nach vorn oder zurück. Anschließend kontrolliere ich im Display, ob die Schärfe dort sitzt, wo ich sie hinhaben möchte. Oft mache ich zur Sicherheit ein zweites Foto, um hinterher am großen Bildschirm die Schärfe neu bewerten zu können. Wenn du lieber mit Stativ arbeitest, kannst du die Schärfe auch direkt über Liveview einstellen.


Probier es mal aus, bei deiner nächsten Fototour. Wenn du direkt von mir lernen möchtest, dann freue ich mich auf deinen Anruf. Gerne biete ich dir einen individuellen Fotokurs in der Natur an.

Zu Besuch bei Alice im Wunderland

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Heute möchte ich dich in ein ganz besonderes Land entführen, in das Reich von Alice. Auf dem ersten Blick sieht alles aus wie immer. Die Winter-Landschaft ist noch trist und grau, im Hintergrund rauschen die Autos auf der Autobahn vorbei. Doch wenn wir genau hinschauen, entdecken wir eine kleine Tür, die ins Wunderland von Alice führt. Ganz unscheinbar und man muss ganz nah herantreten, um die Geschöpfe des Wunderlandes überhaupt sehen zu können. Nimm eine Sehhilfe mit, wie die Makrofunktion vom Smartphone oder ein richtiges Makroobjektiv. Und dann setze dich und beobachte ganz still und leise. Verhalte dich unauffällig, genieße das Sonnenlicht und tauche immer weiter in die Landschaften von Alices Wunderlandes. Siehst du sie, die kleinen Geschöpfe. Wie sie ihre Häupter im Wind wiegen?

Ursprünglich wollte ich das Video bei Instagram posten, doch ich kann mich nicht auf 15 Sekunden beschränken, sodass ich das Video hier in meinem Artikel eingebunden habe. Leider rauscht der Wind ins Mikrofon und als ich das Video drehte hatte ich noch keinen Namen für die Flechten. Das sind Rotfrüchtige Säulenflechten (Cladonia) und tatsächlich ist der rote Kopf ein Fruchtkörper.

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Wie fotografiert man diese 3-5mm großen Flechten?

Vor Ort hatte ich mein 100mm Makro 2.8 von Tokina dabei. Da die Sonne schien, hatte ich auch mit Iso 100 eine kurze Belichtungszeit, sodass ich die Flechten alle Freihand fotografieren konnte. Die Blende habe ich auf 2.8-3.2 geöffnet, sodass ich eine geringe Tiefenschärfe habe. Dabei habe ich manuell fokussiert. Normalerweise nutze ich gerne den Autofokus, doch bei diesen kleinen Pflanzen hat er Probleme richtig zu fokussieren, zudem kann ich dann nicht richtig komponieren, da ich oft außerhalb des Fokusbereiches im Sucher scharf stellen möchte.

Ein anderer Grund war die Kälte: Der Akku verliert nicht nur schnell an Energie durch das Fokussieren am Makroobjektiv, sondern auch durch die niedrigen Temperaturen. Darum habe ich ihn deaktiviert. damit die Flechten auch scharf werden, muss man bei einer DSLR und dem Makro mindestens 30cm Abstand zum Motiv gewährleisten. Geht man zu nah ran, kann es passieren, das die Kamera trotz Unschärfe auslöst.

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Nachdem die Kamera technisch eingestellt war, ging ich auf die Suche nach Details. Der Baumstamm war groß und an vielen Stellen mit den unterschiedlichsten Flechten überwuchert, sodass ich ihn mehrfach mit der Kamera umrundete. Dabei habe ich auch immer auf die Sonne geachtet, die manchmal von Wolken verdeckt wurde und das Licht sich minütlich änderte. Glücklicherweise war es in Bodennähe windstill, sodass ich hier nicht mit Verwacklungen rechnen musste.Dabei konzentriere ich mich zusätzlich bei der Bildkomposition auf den Hintergrund. Harte Horizontlinien versuche ich zu vermeiden und arbeite lieber mit weichen Verläufen. Dabei muss man oft die Kamera in der Perspektive ein wenig verändern, um ungewünschte Artefakte im Hintergrund zu vermeiden. Einmal hatte ich im Hintergrund meine Kameratasche als dunklen Fleck eingefangen, sodass ich sie erst einmal wegräumen musste.

Wenn ich fotografiere, verfliegt die Zeit wie im Flug. Vor Ort habe ich über eine Stunde fotografiert. Dabei habe ich mich immer wieder hingesetzt und den Baumstamm in all seinen Details beobachtet. Am Ende war ich vom nassen, eisigen Boden völlig durchgefroren, aber glücklich.

 

Über meine Art der Workshops

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Was unterscheidet meine Workshops von anderen und warum könnten genau die zu Dir passen? Mein Geheimnis?

Ich schenke Dir und der Fotografie ganz viel Zeit und Aufmerksamkeit. Meine Art der Workshops und Fotospaziergänge bestehen NICHT darin, von Hotspot zu Hotspot zu hetzen, dir die Kamera einzustellen, dann Schuss und weiter zu stürmen. Ich möchte dir fotografieren vermitteln. Ich möchte, dass Du Fotografie erlebst, verstehst und woraus das „Gute Bild“ hervorgeht. Es geht nicht darum, als Erster im Ziel zu sein sondern glücklich ins Ziel zu kommen. Mit viel Muße und unter Wahrnehmung der Schönheit der Natur führe ich dich an wunderbare Orte in der Natur. Ich zeige dir, wie man genau hinschaut und die wunderbarsten Motive sehen lernt.

„Nichts Süßeres gibt es, als der Sonne Licht zu schauen“

Friedrich Schiller

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Ich möchte mit Dir im Gespräch Motive mental erarbeiten. Dazu gehört es, auch mal eine Weile an einem Ort zu bleiben, ihn zu beobachten und zu genießen, die Sonne im Gesicht zu spüren, den Alltag hinter sich zu lassen und zu entschleunigen. Je nach Standort und Motiv werden in das Gespräch auch technische Tipps und Tricks fließen – je nach deinem Vorwissen –, doch sie werden nicht nach Stundenplan abgehandelt. Es gibt keine Aufgaben und keine theoretischen Abhandlungen, keine PowerPoint-Folien.

Fragen wie „Und was machen wir jetzt, was ist der Plan…“ solltest Du dir und anderen nicht stellen, denn es gibt an jedem Ort eine Fülle an Motiven und Möglichkeiten. Du musst dich nur darauf einlassen können.

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Mir ist es wichtig, dass wir eine entspannte Zeit miteinander verbringen. Das wir uns gemeinsam dem schönsten Hobby der Welt widmen, darüber Gespräche führen und uns kennen lernen. Erst dann wirst Du verstehen, warum ich wie fotografiere und wie ich meine Motive sehe. Stelle viele Fragen und hinterfrage deine Gewohnheiten. Versuche dich darauf einzulassen, neues auszuprobieren, zu spielen, kreativ zu werden. Warum fotografieren alle mit einer Sonnenblende? Muss das Motiv scharf sein? Sind Abbildungsfehler erlaubt?

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Blicke aus neuer Perspektive auf Alltägliches. Lass dich vom Licht und Motiv inspirieren und probiere neue Techniken mit deiner Kamera aus. Ich bin dabei immer für dich da. Keine Frage ist zu dumm, um sie nicht zu stellen. Diskutiere mit mir und anderen, bleibe wach und offen. Finde die Balance zwischen der persönlichen Freiheit alleine zu fotografieren und dem gemeinsamen Austausch mit der Gruppe. Beides ist wichtig, wenn Du dich weiterentwickeln möchtest. Bleibe ebenso offen für eine Bildkritik, nimm das an, was dich weiterbringt. Versuche vor dem Kurs zu ergründen, was Du lernen möchtest, warum Du denkst, dass ich die Richtige für dich bin. Was ist Deine Erwartungshaltung von dir selber und zum Workshop?

Ich biete nicht an:
– 10 Foto-Hotspots an einem Tag
– Stress, Hektik, Zeitdruck
– Schulunterricht und Hausaufgaben

Dafür bekommst Du:
– Viel Zeit geschenkt
– Entschleunigung
– Kreativität
– Tipps & Tricks zur Fotografie
– Intensive Gespräche, Austausch

Naturfotografie Workshop: Du hast Lust, mit mir im Oktober 2018 nach Rügen zu fahren, wenn die Buchenwälder sich in allen Farben präsentieren? Dann ruf mich zu einem Kennenlernen-Gespräch an.

Hinter den Kulissen – Wie Naturfotografen arbeiten

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Welche Vorstellung hast Du, wenn du Natur- und Landschaftsfotografien von Berufsfotografen siehst? Ich habe mir letztens Gedanken darüber gemacht, als ich in einem Tierfotografieblog die Frage las:

« Wildlife Fotos? Wo haben die schon wieder dieses Tier gefunden? Bei mir sind sie sofort weg, wenn ich mich nähere. Andere Fotografen knipsen auch nur mit der Linse. Ansitzhütten, Tiere angefüttert, Models selbst mitgebracht, Klangatrappen…. oder Glück? Oftmals stundenlanges wandern mit schwerem Equipment. Stundenlanges ausharren in einem Zelt…»

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Ich selber gehörte nicht zu den Naturfotografen, die sich ein Tarnzelt und ein Objektiv in Tarnfarbe zugelegt haben und damit tagelang in der Pampa sitzen und hoffen, dass sich irgendwann mal ein Tier blicken lässt.

Ich gehöre aber auch nicht zu den Fotografen, die sich Guides anmieten und mit denen auf geführte Fotosafaries gehen, wo die Tiere meistens angefüttert werden. Erst letztens habe ich einen Bericht über Naturfotografen an der Müritz gesehen, die einen Guide buchen, der mit ihnen auf den See und bekannte Brutplätze anfährt, um dort Fischadler & Co mit Aalen anzufüttern, sodass die Fotografen zu ihren „Schuß“ kommen. Ich war ehrlich gesagt ziemlich abgetörnt davon, schon alleine die Auslösegeräusche, die sich wie Gewehrfeuer anhörten. Gruselig. Mal davon angesehen, was man mit so vielen ähnlichen Bildern machen soll. Sie sind ja in der Menge und die auf die Art und Weise nichts Besonderes.

Ich muss aber an der Stelle auch sagen, das ich mich nicht auf Tierfotografie spezialisiert habe. Sie entstehen eher zufällig, wenn ich in der Natur unterwegs bin.

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Doch wie gehen berühmte Naturfotografen vor?

In der Netflix Serie „Bildschöne Welt“ werden bekannte National Geographic Fotografen auf ihren Fotoreisen begleitet. Das die Serie in Zusammenarbeit mit National Geographic und Canon entstanden ist, habe ich erst später erfahren. Im Nachhinein wurde mir auch bewusst, warum Canon immer so plakativ ins Bild gehalten wurde. Aber das nur am Rande, denn ohne Sponsoren würden diese Fotoreisen finanziell auch nicht machbar sein.

Das ein Naturfotograf heutzutage nicht mehr als einsamer Wolf durch die Landschaften zieht, ist mir seit Andreas Kieling und seinen Naturreportagen klar. Immer wenn er dramatisch mit hoher Stimme und aufgerissenen Augen in die Kamera die Angst vor dem Grizzly im Hintergrund schürte, hätte man schon fast im Hintergrund die Waffen von seiner Crew durchladen hören.

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Die Netflix Reportage hat mein Bild noch mal verändert. Als Richard l’Anson Schneeleoparden im Himalaya fotografieren wollte, wurde mir erstmals bewusst, was eigentlich dahinter steht. Vor Ort hatte er ein großes Team, die teilweise zu sechst mit einem Spektiv die Berge nach einem Schneeleoparden absuchten und dann dem Fotografen sagten, wohin er seine Kamera ausrichten sollte. „Leider“ war der Schneeleopard schlauer und zeigt sich nur kurz aus weiter Entfernung – so eine große Menschengruppe würde ich auch lieber meiden. Im weiteren Verlauf der Sendung ging es nach Indien zu den Tigern. Als er endlich auf die Großkatzen traf und seine Fotos machte, war ich enttäuscht. Da war fotografisch nichts Besonderes dabei, etwas was mich berührt hätte. Sicherlich ist es ein ganz tolles Erlebnis einen Tiger in der freien Natur zu sehen, welcher Naturfotograf träumt nicht davon? Doch die Fotografien die anschließend als Ergebnis gezeigt wurden, hätte man auch in einem Zoo machen können. Und ich frage mich, ob der Aufwand gerechtfertigt gewesen ist, mal davon abgesehen, dass man die Tiere in ihrem Lebensraum stört und die Flüge dorthin ebenso zur Umweltverschmutzung beitragen. Ich fühle mich gerade an diesem Beispiel zwiegespalten, wenn man als Naturfotograf und seinen Bildern etwas zum Umweltschutz tun will und gleichzeitig dazu beiträgt, dass die Natur zerstört wird.

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Island ist so ein trauriges Beispiel: Eine grandiose Landschaft die in vielen Gegenden durch den Tourismus und vor allem von Fotografen zerstört worden ist. Kerstin Langenberger (sie ist Gastautorin in meinem Buch „Naturfotografie mal ganz anders“) schreibt sehr eindrücklich über ihre Beobachtungen.

Als ich Kerstin damals anschrieb, ob sie nicht einen Gastartikel für mein Buch schreiben möchte, war ich von ihren Landschaftsfotografien aus dem hohen Norden begeistert. Tolle Fotos, die damals kaum einer kannte. Das fand ich immer sehr schade, sie hätten viel mehr Aufmerksamkeit erregen müssen. Die Medienpräsenz kam dann völlig überraschend, zu einem Foto das mir zeigt, wie kaputt unsere Welt ist: Ein fast verhungerter Eisbär. Al Gore wurde auf diese Bild aufmerksam und verwendete dieses Bild in einer Kampagne. Über Nacht wurde Kerstin berühmt: Aber nicht für ihre ursprünglich wahnsinnig guten Landschaftsbilder.

Um auf Netflix und die Fotografen-Serie zurück zu kommen: Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Wenn ich sehe, mit welchem Manpower und Aufwand die Kollegen arbeiten, das hätte ich nicht erwartet. Aus der Modeindustrie weiß ich seit längerem, dass am Set Belichter, Stylisten, Assistenten, Praktikanten etc rumspringen und dem berühmten Fotografen nur noch die voreingestellte Kamera im perfekt eingestellten Licht in die Hand gedrückt wird. Darüber mache ich mich schon des längerem lustig, weil hier das Ureigenste des Fotografen aus der Hand genommen wird. Das würde ich für mich niemals wollen, ich möchte das schon selber alles einstellen und würde mich ungerne auf andere verlassen wollen.

Echte Mehlbeere, Frost, Makro, Schnee, Sorbus aria, Winter, beeren, blauer Himmel, rote Beeren

Aber das mittlerweile auch Naturfotografen mit einer großen Mannschaft durch die Gegend reisen, war mir nicht bewusst. Während ich maximal mit meinem Partner fotografieren gehe, wobei er mich vor Ort meistens alleine lässt, damit ich in Ruhe arbeiten kann und er mich nur begleitet, wenn ich seine Hilfe brauche. So kann ich mich viel besser fokussieren, alles andere würde mich nur ablenken.

Die Netflix-Serie hat einen schalen Beigeschmack bei mir hinterlassen. Einerseits war ich von den Bildern begeistert, andererseits haben mich Aufwand und teilweise die Einstellung der Fotografen zwiegespalten zurückgelassen. Ich hätte mir auch mehr Transparenz zur Partnerschaft mit Canon gewünscht. Im Vorspann hätte diese erwähnt werden müssen. Denn teilweise wurden die Kameras über Gebühr gelobt, was ich als unangenehm empfand.

Kommen wir auf die Anfangsfrage zurück

Ja, die Tierfotos die wir sehen, werden mit einem immensen Aufwand produziert. Ob angefüttert, mit großer Manpower, mit einer aufwändigen Ausrüstung bis hin das die Insekten mit Kältespray angesprüht werden – hier wird alles gemacht, um an die Fotos zu kommen.

Wenn Du dich das nächste Mal fragst, wie andere es machen, dann schau mal in einige Internetseiten von den Naturfotografen die im Verband deutscher Tierfotografen sind oder schau dir gleich die Netflix-Serie an. Und dann musst Du dich entscheiden, wie weit Du gehen möchtest….

Jetzt planen: Fotospaziergänge, Workshops & Fotoreisen 2018

Über die Leichtigkeit in der Fotografie

Fotospaziergänge, Workshops & Fotoreisen

 

April 2018

28.4. 16:00 Uhr Fotospaziergang Muldental »Hier buchen«

Juni 2018

Sa 23.6. 17:00 Uhr Fotospaziergang Muldental »Hier buchen«

August 2018

Sa 18.8. 17:00 Uhr Fotospaziergang Muldental »Hier buchen«

Oktober 2018

Sa 13.10. 14:30 Uhr Fotospaziergang Muldental »Hier buchen«
So 14.10. – So 21.10. 7-tägige Fotoreise: Rügen, eine Herbstreise »Hier buchen«
Fr. 26.10. – So 28.10. Naturfotografie-Wochenende in der Sächsischen Schweiz »Hier buchen«

November 2018

Fr. 9.11. – So 11.11. Vom Foto zum Gemälde Wochenend-Workshop, Grimma »Hier buchen«

Jippi! Das neue Jahr startet mit einer Rügen-Fotoreise im Oktober 2018

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Ich hoffe, Du bist gut ins neue Jahr gekommen. Ich wünsche dir einen guten Start und ganz viel Gesundheit in 2018.

Silvester wird bei uns in der Familie eher ruhig und besinnlich gefeiert. Zumal ich meine Hündin Stella immer wieder beruhigen muss, wenn es draußen allzusehr knallt. Wie sehr müssen Tiere an diesem Tag leiden. Ich wünschte so manches Jahr, wir würden in einem feuerwerksfreien Ort wohnen würden.

Die Zeit zwischen den Jahren verwende ich dazu, beruflich und privat neue Pläne zu schmieden. Da meine Winter-Rügenreise schon seit einiger Zeit ausgebucht ist und es immer wieder Nachfragen zu einer weiteren Fotoreise gibt, habe ich beschlossen, einen weiteren Naturfotografieworkshop  im Goldenen Herbst 2018 auf Rügen anzubieten.

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Der einwöchige Workshop findet vom So 14.10. – 21.10.2018 statt. Er kostet inkl. Übernachtung, Frühstück und Workshop 1190,- Eur (inkl. 19% Mwst). Zur Buchung musst Du nur 100 Eur anzahlen, die restliche Summe bis max 14 Tage vor Beginn der Reise. Du übernachtest in einer wunderbaren modernen Ferienwohung in einem Einzelzimmer. Möchtest du mit deinem Partner teilnehmen, steht auch eine separate kleine Ferienwohnung zur Verfügung. Mir ist es wichtig, das wir alle – Teilnehmer/in und Workshopleiterin – an einem Ort wohnen und zusammen den Tag mit einem guten Frühstück beginnen. Hier können wir gemeinsam den Tag besprechen und individuell nach Wetter entscheiden. Zusammen mit den Ferienwohnungs-Inhaber kann ich individuelle Wünsche von dir, soweit es möglich ist, umsetzen. Wichtig ist nur, dass Du mich jetzt im Frühjahr kontaktierst, da die Ferienwohnungen im Herbst schnell ausgebucht sind. Ruf mich an, wenn Du Fragen hast.

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Fotografisch möchte ich mit Dir die ganze Insel erkunden. Dabei bilden wir Fahrgemeinschaften, sodass wir nur mit 2-3 Autos unterwegs sind. Ich kenne wunderbare Orte, die zu jeder Jahreszeit ein Highlight sind. Von bekannten Motiven wie den Wissower Klinken, an denen Caspar David Friedrich eines seiner bekannten Gemälde gemalt hat – bis hin zu unscheinbaren Orten in den Naturschutzgebieten Rügens. Wir werden im Oktober, sofern uns das Wetter hold ist, einen wunderbaren goldenen Herbst erleben. Dabei werden wir alle Genres der Naturfotografie umsetzten: Makrofotografie, Weitwinkelfotografie, Tieraufnahmen, Nachtaufnahmen, Sonnenaufgang- und Untergang. Bringe max drei deiner Lieblingsobjektive mit. Ich persönlich arbeite am liebsten mit einem 20mm, 50mm und 100mm (Makro) Objektiv. Mehr ist nicht nötig – Du brauchst nur noch ein Stativ und wenn Du magst, Grauverlaufsfilter für Langzeitbelichtungen. Wir werden ebenso kreative Techniken üben und über Bildgestaltungen sprechen.

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Da es im Herbst schon früher Dunkel wird, haben wir ausreichend Zeit für die Bildbearbeitung. Bringe daher deinen Laptop und dein Bildbearbeitungsprogramm wie Lightroom oder Photoshop Elements mit, sodass wir die Bilder gemeinsam besprechen und bearbeiten können. Am Ende werden die besten drei Fotos ausgedruckt und auf Holz aufgezogen. So kannst Du eine wunderbare Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Du hast Lust auf den Workshop bekommen und bist ebenso gerade dabei, deinen Urlaub für 2018 zu planen? Dann schreib mir oder ruf mich an.