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Reisebericht: Unterwegs in den Apuanischen Alpen

Italien

„Wenn Sie es nicht vermeiden können, im Sommer auf dem Flughafen von Pisa zu landen, werden Sie sich Ihren Weg aus dem Terminalgebäude wahrscheinlich durch hereinströmende Horden sonnenverbrannter Tommys bahnen müssen, die sich zum Rattern der Koffer gegenseitig beharken. Sie sind zwanzig Minuten zu spät für ihren Ryanair-Billigrückflug nach Stansted. Von derlei unangefochten können Sie, sobald Sie glücklich im Freien sind, in aller Ruhe auf dem Langzeitparkplatz in Ihren Wagon steigen und die Autobahn Richtung Norden nehmen, immer den Schildern »Genova« nach. Schon nach zwanzig Minuten fahren Sie an der Ausfahrt Viareggio wieder herunter. Keine Panik: Ihr Ziel ist nicht der Strand, dessen windschiefe Sonnenschirmfelder den langweiligen Küstenstrich meilenweit wie giftgrelle Pilzkolonien überziehen. Nein. Ihr Weg führt Sie schnurstracks landeinwärts durch das Städtchen Camaiore. Abrupt steigt die Straße in die Apuanischen Alpen an: mächtige Felsen, dicht mit Kastanien bewaldete Hänge und Gipfel im Farbton verwitterten Marmor — woraus sie zum größten Teil auch bestehen. Nach mehreren scharfen Haarnadelkurven kommen Sie in des Dorf Casoli, dessen griesgrämige Ausstrahlung wahrscheinlich daher rührt, dass es alle paar Jahre erleben muss, wie seine Randlagen von winterlichen Erdrutschen ins Tal gerissen werden. Fahren Sie durch und weiter hinauf. Abermals Wald, in den Haarnadelkurven durchbrochen von spektakulären Ausblicken. Renovierte Steinhäuser mit alpenländischem Firlefanz außen dran (Fensterläden mit herzförmigen Löchern), davor BMWs mit bayerischen Kennzeichen. Fahren sie zu: die Welt hängt Ihnen noch an den Fersen, aber Sie sind im Begriff, sie abzuschütteln. Immer weiter hinauf, bis selbst die blauen Busse mit ihren kollernden Hupen kapitulieren und auf einer eigens asphaltierten Fläche wenden…“

so fängt meine Sommerlektüre 2018 in den Apuanischen Alpen an. Ich habe sie in der kleinen Bibliothek unseres Toskanischen Ferienhauses gefunden und mit viel Freude gelesen. Ein sehr skurriles Buch mit einem bösartigen Humor. Aber die Ausführungen des englischen Autors James Hamilton Paterson beschreiben die toskanische Gegend des Camaiore so treffend, das ich beim Lesen Tränen in den Augen hatte. Würde ich das Buch weiter schreiben, würde ich fortführen:
„ … und das am liebsten mit quietschenden Bremsen in den frühen Morgenstunden, kurz nachdem die Sonne hinter den Apuanischen Alpen ihr erstes Morgenrot zeigt. Wenige Minuten später parken an derselben Fläche Müllautos, die versuchen, den täglichen wachsenden Müllberg zu bergen. Aber das ist, als wenn sie gegen Windmühlen kämpfen würden, denn jener wächst kontinuierlich und unaufhaltsam. Denn kaum sind die ersten Müllautos und Busse hupender Weise den Berg hinabgerollt, fahren weitere Fahrzeuge vor, um neuen Müll abzuwerfen und sich dabei lautstark mit weiteren Müllabladern auszutauschen.
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So langsam erscheint die Sonne hinter den Berggipfeln und ein heißer neuer Tag beginnt. Endlich kämpfen sich die ersten Radfahrer auf 1000 Meter Höhe und machen eine Rast an eben dieser Müllsammelstelle, weil genau gegenüber eine kühle Wasserquelle aus dem Berg entspringt. Während die ersten Katzen und Hunde den Müll nach Essbaren durchsuchen, treffen weitere Radfahrer ein. Ein lautstarkes Meeting zwischen den teuersten Rennrädern, Pulsmessern und Herzfrequenz-Apps beginnt.

Während dessen erscheint aus der Nebenstraße meine liebste Nachbarin auf ihrer Hunderunde. Da sie kein Kind von Traurigkeit ist, sucht sie sich die ersten Opfer, die sie laut lachend und palavernd beglücken kann. Wehe, wer nicht bei drei auf den Bäumen ist, der entkommt ihr nicht. Spätestens jetzt wird es Zeit für mich aufzustehen, denn mit der zunehmenden Helligkeit verabschiedet sich nicht nur das 10. Mückenbataillon und begrüßt ein Heer nervender Fliegen, sondern auch die Ruhe.

Es ist mittlerweile 6:30 Uhr in der Früh und am liebsten möchte ich der Nachbarin lautstark ein freundliches „Buongiorno“ zurufen. Doch sie ist mit ihrem Opfer anderweitig beschäftigt und ich versuche schlaftrunken die Bialetti auf den Herd zu stellen. Liebevoll decke ich den Tisch auf der Terrasse, während mein Sohn zum täglichen Dorfbäcker in das tiefer gelegene Pedona laufen darf….”
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Denn hier wartet die nächste tägliche Überraschung, die James nicht besser formulieren konnte:

„Irgendetwas am toskanischen Brot ist von Grund auf verkehrt. Ehrlich gesagt, es ist eine Schande: der einzige Makel, der eine ansonsten klassische Küche verhunzt. Selbst Italiener aus anderen Landesteilen zerreißen sich darüber das Maul, zum Beispiel mit der Bemerkung, es sei das einzige Brot der Welt, das bereits altbacken aus dem Ofen kommt. Das ist nur geringfügig übertrieben. Toskanisches Brot macht nicht dick. Sobald es mehr als drei Stunden alt ist, weil die Energie, die man braucht, um sich eine Scheibe abzuschneiden. gleich dem Brennwert der Scheibe ist. Diese Eigenschaft sollte die italienische Schlankheitsindustrie viel mehr herausstellen“.

Nachdem ich dieses Brot nun mühevoll in Scheiben geschnitten habe, bin ich dabei zum ersten Mal an diesem Morgen so richtig ins schwitzen zu geraten. Habe ich schon erwähnt, dass es hier heiß ist? Während ich die erste harte Scheibe in meinen heißen, superstarken Cafe getunkt habe, beginnt ein neuer Ferientag unter der toskanischen Sonne. Während das Mittelmeer aus der Ferne nur so flimmert, weht hier oben auf „meinem“ Berg glücklicherweise ein laues Lüftchen, sodass ich an manchen Tagen die Fahrt ins Tal lieber meide.
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Schon alleine die haarnadelscharfen Kurven ins Tal, bei denen man noch von hightech-bestückten pensionierten Fahrradfahrern im hautengen Dress aber ohne Helm überholt wird, um dann an der nächsten Kurve scharf zu bremsen, weil das entgegenkommende Auto lieber meine Fahrbahn benutzen möchte, geht es weiter ins Tal, wo sich der Verkehrshorror verdreifacht. Bis man dann endlich auf der Viareggio ist und feststellt, dass man in die falsche Richtung fährt. Einfach abfahren und wenden ist nicht möglich, also muss man weiter bis zum nächsten Telepass, dort seine Maut entrichten, in 5-fachen Wendeschleifen versuchen wieder in die richtige Richtung zu kommen um dann wieder ein Ticket in der Mautstelle zu ziehen. Wenn man soweit ist, möchte man am liebsten wieder auf dem Berg zurück und den Zikaden in den Zypressen abwechselnd mit den unendlichen Hup-Variationen italienischer kleiner Autos zu lauschen.

Habe ich schon erwähnt, dass ich Italien liebe? Urlaub kann so entspannend sein. Aber wenn man es endlich geschafft hat, über die Serpentinen und der Viareggio endlich an sein Ziel zu gelangen, erwarten einem unglaubliche Landschaften und wunderbare Eindrücke.

Heute habe ich den Ort San Pellegrino besucht. Ich kenne diesen Ort schon viele Jahre, schließlich bietet unser heimischer Dorfitaliener wunderbares Prickelwasser mit dem gleichnamigen Etikett an. Dabei habe ich mir beim Genuss nie Gedanken darüber gemacht, woher dieses Wasser entspringt, das unglaubliche 8 Euro pro Liter kostet.

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Nachdem ich heute auf 1500 Metern und ebenso viele apuanische Serpentinen überlebt habe, stand ich unverhofft über den Wolken in dem Örtchen San Pellegrino. Nach dieser Fahrt war mir klar, warum das Wasser teurer als Wein ist.
Der Ort selber besteht aus einer handvoll Häusern, davon sind drei Restaurants bzw. typische italienische Tabacchi und ein Andenkenladen, indem es getrocknete Pilze für 90,- Eur das Kilo zu kaufen gab. Den Wasserpreis kann man also noch toppen.

Doch wenn man diese Touristenläden standhaft ignoriert (ok, Sohnemann hat sich eine Tüte italienische Bonbons erschmeichelt) und nebenan im Tabacchi versucht ganz freundlich und eher radebrechend auf italienisch »due panini with brosciutto und due café« zu bestellen, wird man wahrhaft freundlich bedient und bekommt das leckerste Sandwich mit dem allerbesten Espresso der Welt gezaubert. Während mein kluger und hübscher Sohn schon mal die doppelt Menge Gelatto abstaubt, weil Italiener Kinder einfach lieben, vor allem wenn sie mit Augenaufschlag »Prego« schüchtern hauchen. Was sind schon Sprachbarrieren?

So geht wieder ein Tag zu Ende und ich kann behaupten, das leckerste Panini auf über 1500 Meter gegessen, das weltweit bekannte Örtchen San Pellegrino kennengelernt und eine wunderbare Wanderung zu einem der höchst gelegenen Seen, dem Lago Santo, der Apuanischen Alpen gemacht zu haben.

Während ich das schreibe, fressen mich auf der Terrasse nicht nur die Mücken auf, sondern es umfliegen mich die Junikäfer, die wiederum, wenn sie nicht aufpassen, von den umherschwirrenden Fledermäusen geschnappt werden. Dabei blinkt fröhlich ein Glühwürmchen im angrenzenden Oleander vor sich hin, während ein blütenschwerer Sommerjasmin zu mir herüberweht.

Kann ein Tag mit einem Gläschen Fernet Branca nicht schöner enden …
Ich wünsche Dir wunderbare Ferienwochen.


PS: Gerald Sampers berühmtes Knoblauch-Fernet-Branca-Eis:
15 große Knoblauchzehen
150 g Kristallzucker
4 EL kalte Schlagsahne
150 g Fernet-Branca

Geben Sie die Knoblauchzehen und den Zucker in einen Mixer, und gießen Sie den Rest einer Flasche Fernet-Branca darüber. Vermischen Sie dies mit steifgeschlagener Sahne. Ein ansprechender heller Braunton entsteht, und die Knoblauchnote treibt Ihnen Tränen in die Augen. Hervorragend. Ach ja, und ein oben eingedrücktes Fenchelzweiglein macht sich optisch gut.

Buchtipp:

Kochen mit Fernet-Branca: Roman von James Hamilton-Paterson
Gebundene Ausgabe: 363 Seiten
Verlag: Klett-Cotta (1. Dezember 2005)
ISBN-10: 3608937609

Eines Tages wird Sampers Einsamkeit von einer neuen Nachbarin gestört. Die stattliche Marta ist in seinen Augen eine vulgäre Person aus einer dieser ehemaligen Sowjetrepubliken, in denen es nur so von Gangstern wimmelt. Aber, so behauptet sie, sie ist Komponistin von Filmmusik. Gerald glaubt kein Wort. Die gespannten nachbarlichen Beziehungen, wechselweise aus Martas und Geralds Sicht kommentiert, gründen von Anfang an auf Missverständnissen, eskalieren und nehmen immer groteskere Formen an. Schwarze Helikopter in der Nacht, sentimentale Musik aus Martas obskurer Heimat, und immer Fernet-Branca. Mit entsprechenden Folgen. Geralds Versuche, seine Einsamkeit zurückzuerlangen, scheitern. Im Gegenteil. Eine Katastrophe ist unvermeidlich …
Mit diesem spritzigen Unterhaltungsroman in der Tradition der großen komischen Autoren ist Hamilton-Paterson ein Meisterstück gelungen, witzig, aber nie seicht, beißend, aber nie gemein, prallvoll mit Einfällen und mit Rezepten. Ein kulinarischer Genuss.

Eine Bilderreise durch die Bretagne

Die schönsten Orte zum Fotografieren in der Bretagne
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Im Sommer 2015 habe ich fotografisch die Bretagne bereist. Am ersten Tag rief ich erstaunt “Hier sieht es genauso aus wie in Cornwall”. Dabei ist es nicht unbekannt, dass die Bretonen ein eigenständiges Völkchen sind und eher mit den Kelten als mit den Hugenotten – salopp gesagt – verwandt sind. Das sieht man schon daran, das in der Bretagne alle Straßenschilder zweisprachig sind: französisch – bretonisch. Die Nähe zu England macht es für  nicht französisch-sprachige Urlauber in der Regel recht einfach: In der Bretagne kommt man überall mit Englisch weiter, was in Südfrankreich kaum möglich wäre.

14 Tage bin ich mit meiner Kamera und meinem Smartphone durch die Region gefahren. Leider war das Wetter auch sehr englisch bretonisch: Regen. Es gab eigentlich keinen Tag, an dem es nicht geregnet hat, aber es gab auch keinen Tag, an dem nicht am späten Nachmittag die Sonne durch die Wolken brach. Fotografisch war es eher schwierig, graue neblige Landschaften sind ebenso langweilig wie strahlend blaue. Interessant wird es erst, wenn das Wetter dramatisch wird. Aber davon zeigte sich bei meinem Aufenthalt leider nur sehr wenig.

Die 5 schönsten Orte in der Bretagne

Trotzdem habe ich fast alle Orte besuchen können, die ich mir vorher markiert hatte. Was sind meine 5 Lieblingsorte gewesen?

Am Atlantik Strand in der Bretagne

1. Der schönste Strand in der Bretagne

Es gibt wahnsinnig viele Strände und eigentlich sind alle schön. Doch hat es mich zwei mal an den Strand “Pointe de la Torche” gezogen. Obwohl ich fast 2 Stunden Fahrtzeit brauchte und das ist schon ein Argument.

Das Haus zwischen den Steinen, Atlantik, Le Gouffre

2. Die schönste Landschaft

Alle schwärmen von der Cote de Granit Rose, es ist auch schön dort, aber viel zu touristisch und zu überlaufen. Wer lieber alleine ist und gerne die Erika blühen sehen möchte ist an einem der Steilküsten am Pointe des Espagnols glücklicher. Hier kann man stundenlang entlang der felsigen Küste wandern, ohne viele Menschen sehen zu müssen.

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3. Der schönste Ort

In jedem Reiseführer wird Concarneau gepriesen. Eine Altstadt auf einer kleinen Insel im Hafen, die man nur über eine Brücke erreichen kann. Die Häuser sind wunderschön, eine urige Atmosphäre – doch wie immer viel zu viele Menschen. Problematisch wird es, wenn zu viele Menschen über die Brücke – die gleichzeitig Ein- und Ausgang ist – hinein und wieder hinaus wollen. Nichts für Menschen, die sich ungern in Menschenmassen aufhalten. Zumal es in den Gassen nur von Souvenirgeschäften mit allerlei Krimskrams wimmelt. Während man die in Reiseführern angepriesenen Galerien und Kunstgeschäfte explizit suchen muss.

Von unseren Gasteltern (Tipp: Bucht über AirBnB) haben wir den Tipp bekommen, in die Hafenstadt Port du Conquet zu fahren. Ein kleines Fischerstädten mit wunderschönen Häusern, Galerien und einem Hafen, indem man täglich mit der einlaufenden Flut frischen Fisch und Krebse direkt vom Fischerboot kaufen kann. Fotografisch ein ganz besonderer Ort, da um die Ecke noch ein alter Leuchtturm steht. Offiziell darf man den nicht besuchen. Also nicht wundern, wenn man bei Instagram viele Fotos sieht,  man selber aber vor geschlossenen Toren steht.

Ebenso ganz nett, die Hafenstadt Roscoff.

Sonnenuntergang am Pointe de Raz Bretagne Frankreich

4. Der schönste Aussichtspunkt

Hier streiten sich sicherlich die Geister zwischen Cap Frehel und Point du Raz. Beides unglaublich beliebte Touristenorte, die man tagsüber wirklich meiden sollte. Cap Frehel war bei Sonnenschein vor lauter Menschen nicht zu sehen. Während wir Pointe du Raz erst in den späten Abendstunden besucht haben, als das dazugehörige Museum und die Souvenirgeschäfte schon lange geschlossen hatten. Mit nur wenigen Menschen teilten wir uns einen wunderschönen Sonnenuntergang mit einer unglaublichen Küstenlandschaft.

Mein Tipp: In der Bretange wird es im Juli erst um 23:30 Uhr dunkel. Das liegt daran, das sich die Bretagne in der selben Zeitzone wie Deutschland befindet, aber 1500km weiter westlich liegt. Dementsprechend wird es erst 6:30 Uhr hell. Für mich als Abendfotografin wunderbar. Die Familien liegen dann schon lange im Bett, während ich alleine den Sonnenuntergang genießen und fotografieren durfte.

Hortensien Blüte in der Bretagne, Frankreich

5. Ein inspirierender Ort

Was hat mich am meisten inspiriert? Erst einmal die unbeschreibliche Fülle von Blumen, allen voran die Hortensie, die in allen Farben und gewaltigen Büschen überall blüht. Zudem ist alles liebevoll bepflanzt, es gibt so gut wie keinen Ort, in dem nicht tausende von Blumen blühen, selbst auf so langweiligen Orten wie die Inseln im Kreisverkehr. Die Einheimischen, die wirklich sehr nett und hilfsbereit sind. Hier hatte ich zwei wunderbare Begegnungen. Am Strand von La Greve habe ich von einem französischen Ehepaar gelernt, wie ich bei Ebbe im Strand nach Herzmuscheln harken kann. Eine wunderbare Beschäftigung, vor allem wenn es regnet und das Abendessen noch nicht verplant ist. Ein ähnliches Erlebnis hatte ich ein paar Tage später am Strand von Landévennec. Ursprünglich wollte ich den Ort besuchen, weil es dort einen Kräutergarten und eine Ausgrabungsstätte in der Abteikirche gibt. Aber beides war für mich nicht so sehenswert, sodass es mich Richtung Hafen weiter zog. Vom weiten dachte ich, dass der Hafen einen angrenzenden Steinstrand hat. Bei näherer Betrachtung stellen sich die Steine als von Austern bevölkerte Kolonien heraus. Ebenfalls ein französisches Paar zeigt mir, welche ich sammeln und kann und wie man sie mit dem Messer öffnet. Vor Ort habe ich dann zum ersten Mal in meinem Leben eine frische Auster geschlürft. Es war wider Erwarten sogar lecker :-)  Die Frau erkläre mir dann noch ihr Lieblingsrezept für die Austern: Einfach die Austern aus den Muscheln befreien, in eine Auflaufform geben, mit Weißwein übergießen, würzen mit Pfeffer und Parmesan drüber streuen. Das ganze für 20 Minuten in den Ofen und überbacken. Voilà, Fast Food für MuschelliebhaberInnen. Da wir beide nicht perfekt Englisch sprechen, haben wir uns wunderbar verstanden….

Essen und Trinken in der Bretagne, Fisch, Krebse, Muscheln

Kulinarisch gesehen, haben mich noch die vielen Gemüsefelder begeistert. Ob Zucchini-, Kürbis- und Möhrenfelder bis hin zu den beliebten Artischocken. Diese wachsen auf Feldern und werden vor der Blüte geerntet. Das schöne ist aber, dass die Artischokenfelder nach der Ernte stehen bleiben und blühen dürfen. Das sieht wunderschön aus, eine Mischung aus riesigen Disteln, Ananaspflanzen und Protheablüten.

Am Ende waren es die kleinen Orte, die nicht einmal einen Namen auf der Karte haben, die mich inspiriert haben. Die großen bekannten Orte sind nichts für mich gewesen und sind vergleichbar mit den Niagara Fällen, der Amalfiküste oder dem Hexentanzplatz am Brocken. Aus einer wunderschönen Landschaft wird ein kommerzieller, verbauter Ort, indem es nur darum geht, möglichst viele zahlungskräftige Touristen anzulocken. All das schöne und besondere geht dann verloren…

Und nun ist die Reise beendet. Jetzt muss ich meine Fotos sichten und für meine Kunden aufbereiten. Alle bisher gezeigten Fotos habe ich mit dem Smartphone LG G3 gemacht und mit Instagram bearbeitet.

Mehr Fotos in meinem Instagram-Profil