Kategorie: Smartphone Fotografie

Das LG G8S ThinQ – ein persönlicher Kamera-Test

Kameratest, LG G8s Test, Smartphone-Fotografie

Hinweis: Das ist ein persönlicher, nicht gesponserter Erfahrungsbericht

Seit über einem Jahr war ich auf der Suche nach einem neuen Smartphone. Mein 6 Jahre altes LG G3 war nun in die Jahre gekommen, hatte Akku- und Hitze-Probleme (trotz mehrfachen Tausches) und da das Android-Betriebssystem schon seit 3 Jahren nicht mehr gewartet wurde, kam es immer wieder zu abstürzen, vor allem beim fotografieren. Doch da ich aufgrund meiner Workshops die Vor- und Nachteile anderer Smartphone-Hersteller kannte, konnte ich mich lange nicht für ein neues Modell entscheiden. Denn, das mag blöd klingen, ich habe das Smartphone wohl kaum gekauft, weil ich damit telefonieren möchte sondern weil es meine „Immer-Dabei-Kamera“ ist. Ich schwankte zuerst zwischen dem Huawei P30 oder iPhone11 Pro, doch beide Marken sind nicht wirklich meine Welt und zudem sehr kostenintensiv.

Kameratest, LG G8s Test, Smartphone-Fotografie
Sonnenuntergang mit der Weitwinkelkamera –
Sogar der Mond hat noch seine Form, der früher nur ein Punkt gewesen wäre

Dann wollte ich ein nachhaltig produziertes Smartphone haben. In Deutschland gibt es das Fairphone oder das Shiftphone. Eigentlich hätte ich das gut gefunden, doch – auch nach Anfrage beim Hersteller – habe ich keine aussagekräftigen Informationen zur Kamera bekommen. Die, die frei auf der Herstellerwebseite stehen, sind mehr als dürftig. Da man sie auch nicht testen kann (Shiftphone war diesbezüglich auch gar nicht bereit dazu), habe ich mich dagegen entschieden. Schade.

So war ich weiter auf der Suche und dann fragte ich mich: Warum bleibe ich nicht bei LG?: Ich komme gut damit klar, ich mag die Nutzerführung und die Qualität der Fotos beim LG G3 war schon gut, das kann ja nur besser werden. So kam es, dass ich mich für das neue LG G8S ThinQ* mit 3 verschiedenen Objektiven entschieden habe. Bei der Triple-Kamera hat LG eine 12 Megapixel Hauptkamera, ein 13 Megapixel Superweitwinkel-Objektiv und eine 12 Megapixel Telelinse verbaut. Die Selfie-Kamera bekommt ein 8 Megapixel Objektiv und einen Time of Flight Sensor, außerdem gibt es an der Front einen Blitz für Aufnahmen im Dunkeln – den man aber nicht wirklich braucht.


Seit Anfang des Jahres bin ich nun am fotografieren und bin begeistert. Andere Testberichte haben die Qualität von Kamera und Fotos für nicht so gut befunden und raten teilweise sogar von dem Smartphone ab, doch dem kann ich bisher nicht zustimmen. Ich meine und das darf man bei seiner Erwartungshaltung nicht vergessen – das Smartphone ist keine Spiegelreflexkamera mit Highend-Objektiven. Ich habe auch nicht herausgefunden, worauf sich diese Testergebnisse beziehen. Die Bilder werden nicht nur schön scharf sondern man kann endlich (das hatte ich bei meinem LG G3 vermisst) mit einer digitalen Blende spielen. Ich habe eine paar Beispielaufnahmen gemacht, die zeigen, was alles geht.

Kameratest, LG G8s Test, Smartphone-Fotografie
„Nacht-Modus“

Natürlich haben mich Nachtaufnahmen interessiert. Die ersten Aufnahmen im Automatik-Modus waren wirklich nicht gut, teilweise sehr unscharf. Aber als ich auf das Spezialmenü „Nacht“ umgestellt hatte, sind der Ergebnisse sehr gut geworden.

Kameratest, LG G8s Test, Smartphone-Fotografie
Das Teleobjektiv mit Zoom bei künstlichen Licht und langer Belichtungszeit – ich war von der Qualität positiv überrascht.

Wie alle neuen Smartphones bietet LG auch RAW-Daten im DNG Format an. Doch leider nur im Manuellen Modus, den man gezielt einstellen muss. Das finde ich äußerst unglücklich, mir wäre es recht gewesen, dass in allen Menüs ein DNG-Format gespeichert wird. Das DNG-Format selber ist in Ordnung, die Bildbearbeitung mit der Lightroom App macht Spaß und mit dem Qualcomm Snapdragon 855 Prozessor ist die Bildbearbeitung auch sehr flüssig und die App stürzt nicht ab.

Kameratest, LG G8s Test, Smartphone-Fotografie
Schöne Bokehs im Gegenlicht

Glücklich war ich, dass man das Smartphone mit einer zweiten Micro SD Karte bis 2 TB (die leider mit über 500 Euro unbezahlbar sind) erweitern kann. Ich habe eine 128 GB Karte für 25 Euro gekauft, die völlig für Fotos im jpg/dng Format ausreichend ist.

Kameratest, LG G8s Test, Smartphone-Fotografie
Ich bin von den Farben begeistert. Samsung und Huawei haben oft zu übersättigte Farbfotos,
LG hält sich hier zurück

Fazit: Die negativen Kritiken bezüglich der LG Kamera kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil, meine Erwartungen wurden teilweise übertroffen. Es ist schon erstaunlich, was sich aus diesen kleinen Geräten herausholen lässt. Und – auch wenn ich mich an dieser Stelle schon hundertmal wiederholt habe – wir Menschen machen das Fotos. Wir müssen das Motiv sehen und die Stimmung erfassen. Was nutzt die beste Technik, wenn wir den Moment nicht wahrnehmen.

Für 350,- Eur (-> Preisvergleich) ist das LG G8S ThinQ gegenüber der Konkurrenz wirklich bezahlbar und braucht sich nicht hinter dem iPhone11 oder HuaweiP30 verstecken – im Gegenteil. Hier bekommt man ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Und mir macht Smartphone-Fotografie endlich wieder Spaß…


Die technischen Daten im Überblick

Kameratest, LG G8s Test, Smartphone-Fotografie
Die Mulde in der Abendsonne
  • Sim -Karte: Dualsim
  • Software: Android 9.0 Pie
  • Material: Aluminiumrahmen mit gehärtetem Glas-Körper (Gorilla Glass 6), Seitenverhältnis 18,9:9
  • Größe: 155.3 x 76.6 x 7.99 mm
  • Gewicht: 181g
  • Display: OLED
  • Displaygröße: 6,21″
  • Auflösung: FHD+ (2248 x 1080)

Kamera: Triple Kamera

  • Kamera 1: 12 MP Standard-Hauptkamera (F1.8 / 1.4μm / 78°)
  • Kamera 2: 13 MP Superweitwinkel-Hauptkamera (F2.4 / 1.0μm / 136°)
  • Kamera 3: 12MP Hauptkamera mit Tele-Zoom (F2.6 / 1.0μm / 48°, 2X Optischer Zoom)
  • Front-Kamera: 8MP (F1.9 / 1.12μm / 80°)
  • Front Kamera: ToF Sensor
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 855
  • Taktrate: Octa-Core 2.84GHz
  • Anzahl Kerne: 8
  • Bluetooth: 5.0 BLE
  • Anschlüsse: USB-C 3.1 kompatibel, 3,5 mm Klinkenanschluss, Hybrid microSD Speicher-Slot, USB OTG
  • NFC: Ja
  • Sensoren: 3D ToF Sensor, Fingerabdrucksensor, Beschleunigungssensor, Näherungssensor, Umgebungslichtsensor, Gyrosensor, Digitaler Kompass, Barometer
  • Audio: DTS-X 3D Surround, Stereo Lautsprecher
  • Akku: 3,550mAh, Kabellos laden, Quick Charge 3.0
  • Speicher: Interner Speicher 128GB
  • Speicher erweiterbar: microSD Speicher-Slot für bis zu 2 TB
  • Wasserdicht: IP68
  • MIL-STD 810G (14 Tests bestanden)

Besonderheiten:

  • Z-Kamera
  • Air Motion
  • Multi-ID : Hand ID und Face Unlock
  • Triple-Hauptkamera
  • Extra helles 6,21“ OLED FullVision Display

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Feuerwerk fotografieren leicht gemacht!

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Früher hätte ich mich gefragt, warum ich im Januar einen Artikel über Feuerwerk schreiben sollte. Silvester ist doch gerade mal ein paar Tage her. Aber die Zeiten sind vorbei, dass man nur einmal im Jahr ein Feuerwerk sehen konnte. In der Hochzeitssaison kann man mittlerweile fast jedes Wochenende kleinere private Feuerwerke erleben. Dann kommen weitere Events dazu, wie Rhein in Flammen mit fünf verschiedenen Höhenfeuerwerken oder als Höhepunkt auf verschiedenen Stadtfesten oder Konzerten.

Doch was braucht man überhaupt, um ein Feuerwerk zu fotografieren? Bestimmt hast du dich einmal darin versucht, ein Feuerwerk zu fotografieren. Vielleicht warst du enttäuscht, dass es nicht so geworden ist, wie du es dir vorgestellt hast. In meinem Tutorial verrate ich dir ein paar Tipps und Tricks für gelungene Feuerwerks-Fotografien. Es ist nicht schwer, aber ein paar Einstellungen solltest du beachten.

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Kamera & Objektive

Die Kamera

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild
Fotografiert mit LG G8s Smartphone* mit den Kamera Standardeinstellungen. Technisch nicht perfekt, aber manchmal reicht auch ein schöner Schnappschuss :-)

Die Kamera ist nicht das entscheidende Kriterium. Ein höherwertiges Smartphone wie LG G8s, Huawei P30 oder ein neueres iPhone-Modell schaffen es, Feuerwerke sehr schön einzufangen, sofern man nicht auf knackscharfe Pixel angewiesen ist, technische Mängel tolerieren bzw. auf kleinere Details wie Blendensterne verzichten kann. Manchmal kommt es nur darauf an, den besonderen Augenblick festzuhalten und weniger auf die technische Brillanz. Wenn du aber mehr lernen möchtest, dann lies weiter

Hinweis: Kennst du schon mein neues Buch: „Naturfotografie mit dem Smartphone„?

Ob die Kamera eine Bridge, DSLM oder DSLR ist, das spielt ersteinmal keine Rolle, wichtig ist grundsätzlich, dass du die Belichtungszeit und Blende manuell einstellen kannst. Und das können die einfachsten Kameras.

Solltest du Anfänger sein, dann fotografiere mit der Kamera, die du hast! Fang erst einmal an, bevor du dich in den technischen Details verlierst, den je mehr du fotografierst, um so mehr werden sich deine Ansprüche verändern…

Bist du aber beim nächsten Feuerwerk auf technische Perfektion angewiesen, ist eine höherwertige Kamera mit einem guten Sensor sehr wichtig. Micro Four Thirds Kameras wären nicht meine erste Wahl, APS-C oder Kleinbild (Vollformat) sind die besseren Alternativen. Die Unterschiede siehst du, wenn du in die Details hineinzoomst. Doch noch wichtiger ist neben dem Sensor das verwendete Objektiv…

Meine Bilder habe ich mit DSLR Nikon D750, eine Vollformatkamera gemacht.

Das Objektiv

Grundsätzlich hängt die Wahl das Objektives davon ab, wie und wo du das Feuerwerk fotografieren möchtest. Bist du weiter weg und möchtest du es optisch heranholen, ist ein Teleobjektiv die richtige Wahl.

Stehst du in der richtigen Entfernung zum Feuerwerk und möchtest du die Landschaft mit einfangen, ist ein Normal (50mm) oder Weitwinkelobjektiv (20/35mm) die bessere Wahl (bedenke bei APS-C Kameras den Cropfaktor, der aus einem 50mm ein 75mm Objektiv macht!).

Solltest für den Anfang ein Standard Zoomobjektiv 18-55mm besitzen, dann übe damit. Auch ich habe damit angefangen. Aber vielleicht solltest du versuchen, weniger zu zoomen und dich auf eine Brennweite fokussieren. Später, wenn du dich sicher mit der Fotografie fühlst, kannst du auf hochwertigere Festbrennweiten umsteigen.

Feuerwerk, Muldental, Sachsen, Schiffsmühle, Silvester
Ausschnitt 50mm Schärfe der Blendensterne

Ich persönlich würde nämlich aufgrund der Schärfe immer eine Festbrennweite favorisieren und statt zu zoomen, lieber meinen Standort wechseln.

Wer schon länger bei mir liest oder meine Artikel kennt, weiß, dass ich mein Nikkor 50mm 1.4 Objektiv* aufgrund der hervorragenden Abbildungsqualität über alles liebe. Aus diesem Grund habe ich mein letztes Feuerwerk auch mit diesem Objektiv aufgenommen. Nicht nur die Schärfe ist einmalig, sondern auch die Details der Blendensterne. Mit einer einfachen Kamera und einem preiswerten Zoomobjektiv ist diese Qualität leider nicht erreichbar. Wenn du keine Sterne in deinen Fotos abbilden kannst und sie nur als verschwommener Punkt dargestellt werden, wird es an deinem Objektiv im Zusammenspiel mit dem Kamerasensor liegen. Nicht alle Objektive sind dazu in der Lage. Daher ist die Wahl des Objektives für mich das wichtigste Kriterium.

Zubehör

Du brauchst: Wechselakku, Stativ, eventuell Fernauslöser, Handschuhe in kalten Nächten, Taschenlampe (bzw. Smartphone mit Taschenlampenfunktion)

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Kameraeinstellungen

Die Kameraeinstellungen sind ganz einfach. Du weißt, Feuerwerke sind nur in einer dunklen Nacht schön zu sehen. Eine dunkle Nacht bedeutet für die Kamera eine lange Belichtungszeit. Da die Feuerwerke in einiger Entfernung zu deiner Kamera zu sehen sind, brauchst du Tiefenschärfe, das heißt, du musst du Blende schließen. Schließt du die Blende, musst du auch die Belichtungszeit verlängern. Aus diesem Grund ist ein Stativ unerläßlich!

Ein weiterer Aspekt ist die Iso. Wenn du in der Nacht lange belichtest, verrauschen schnell die Bilder. Daher solltest du eine ganz geringe Iso einstellen. Ausgedrückt in Zahlen sieht das so:

  • Blende: f8
  • Belichtungszeit: zwischen 6-10 Sekunden (musst du ausprobieren!)
  • Iso: 100 (Iso-Automatik ausschalten!)
  • Programm: Manuell „M“
  • Autofokus: Aus

Stell deine Kamera am besten auf den Manuellen Modus (M) ein, sodass du Blende und Belichtungszeit selber korrigieren kannst.

Schalte ebenso den Autofokus an deinem Objektiv aus. In der Nacht hat es die Technik schwer, zu fokussieren – also scharf zu stellen. Optimale Ergebnisse erzielst du, wenn du den Fokus manuell an deinem Objektiv auf „Unendlich ∞ “ stellst.

Ganz wichtig ist, dass du bei Nachtaufnahmen, den Bildstabilisator ausschaltest, sofern dein Objektiv es zulässt. Den Weißabgleich stellst du auf Automatik und verwende kein Weißabgleichsprogramm. Wenn deine Kamerasoftware die Möglichkeit bietet, bei Langzeitbelichtungen die Rauschunterdrückung einzustellen, dann aktiviere diese bitte.

RAW oder jpg?

Wenn du mich fragst, ich würde immer das RAW-Format einstellen, schon alleine um im Nachgang das Bild besser bearbeiten zu können. Selbst an meinem Smartphone fotografiere ich immer öfter im RAW-Modus, damit ich das Bild in der Lightroom App auf dem Handy optimieren kann.

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Die Fotografie

Vor Ort

Bevor du ein Feuerwerk fotografieren kannst, musst du herausfinden, von welcher Stelle aus, du eine perfekte Sicht auf das Feuerwerk hast. Du solltest den Ort bei Tageslicht kennen, damit du weißt, wo du Parken kannst, wo du hingehen musst, welche Hindernisse dort auf dich warten könnten. Ungünstig wäre es, wenn du dein Feuerwerk unter einer Straßenlampe oder einer anderen künstlichen Lichtquelle fotografieren würdest. Oder die Sicht durch große Häuser oder Bäume behindert wird. Das heißt: Ortskenntnisse sind für ein gelungenes Feuerwerksfotos immens wichtig, denn im Dunkeln sieht alles ganz anders aus.

Sei schon eine halbe Stunde eher vor Ort, sodass du genügend Zeit hast, dein Stativ aufzubauen und Testfotos zu machen. Du hast während des Feuerwerkes, welches manchmal nur wenige Minuten geht, keine Zeit mehr dafür. Indem Moment, in dem das Feuerwerk startet, musst du dich auf die Aufnahmen konzentrieren und deine Einstellungen an der Kamera solltest du im Schlaf beherrschen. Übe also vorher im hellen, sodass die Handgriffe sitzen. Später, wenn die Kamera auf dem Stativ steht, hast du im Dunkeln auch die Möglichkeit, mit einer Taschenlampe zu leuchten und die Einstellungen vorzunehmen oder zu verändern.

Denke unbedingt vorher an einen vollen Akku und an einen Wechselakku. Nachtfotografie mit langen Belichtungszeiten verschlingt viel Energie.

Wann auf den Auslöser drücken?

Ein gutes Feuerwerksfoto hängt natürlich auch ein bisschen von Glück und Zufall ab, im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken. Ich persönlich habe bei meinem letzten Feuerwerk auf die zischenden Abschußgeräusche gehört und schon ausgelöst, als die Rakete abgeschossen wurde. Wenn du Glück hast, kannst während der Belichtungszeit von 8 Sekunden ein, zwei unterschiedliche Feuerwerksblumen fotografieren, während andere Bilder wenig oder gar nichts aufzeichnen. Das hängt davon ab, wie groß das Feuerwerk ist, wie viel abgeschossen wird. Ob es eine Choreographie hat oder ein kleineres privates Feuerwerk ist. Das sind Faktoren, die du nicht beeinflussen kannst.

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Die Bildgestaltung

Denke daran, den Ausschnitt in deiner Bildgestaltung etwas größer zu wählen. Es ist wirklich schwierig, vorab zu kalkulieren, wie hoch die einzelnen Feuerwerke steigen werden. Du würdest dich ärgern, wenn die wirklich schönen Lichtblumen außerhalb oder angeschnitten deines Bildes liegen würden.

Noch bildgestalterisch besser wäre es, wenn du das Feuerwerk über einem spiegelnden Gewässer zu fotografieren.

Möchtest du Personen einbinden, musst du dich entscheiden: Entweder sie bewegen sich und werden bei der langen Belichtungszeit unscharf bzw. erhalten eine Bewegungsunschärfe (mit der du bildgestalterisch auch schön spielen kannst) oder du verdonnerst deine Personen dazu, sich 6 oder 8 Sekunden langen auf keinen Fall zu bewegen. Wenn du dich für letzteres entscheidest, kannst du mit der Taschenlampe die Gesichter der Personen gezielt ausleuchten, sodass man später auch die Gesichter erkennt.

Achso, die Technik…

Bedenke ebenso, dass die Fotografie mehr Zeit benötigt, als eine normale Fotografie bei Tageslicht. Nicht nur, das die Belichtung 8 Sekunden oder länger dauert, auch wenn die Aufnahme beendet ist, braucht deine Kamera einige Zeit, um das Bild zu rechnen. An dieser Stelle werde ich immer ganz nervös, wenn die Rechenzeit gefühlt zu lange dauert, bis ich die nächste Aufnahme starten kann, während das Feuerwerk weitergeht. Versuche ruhig bleiben und deinen Flow zu finden.

Feuerwerk fotografieren: in wenigen Schritten zum perfekten Bild

Meine Bildbearbeitung

Für die Bearbeitung habe ich Adobe Lightroom und Photoshop verwendet.

In Lightroom

In Lightroom habe ich zuerst die Lichter reduziert, dafür die Tiefen erhöht. Zudem habe ich den Kontrast erhöht und nachgeschärft. Die Bearbeitung ist kein Hexenwerk, ich wollte nur die Farben etwas herausarbeiten.

In Photoshop

Mein letztes Feuerwerk war kein großes Event und die Raketen wurden überwiegend an einer Stelle in den Nachthimmel geschossen. Um das Feuerwerk in seiner ganzen Schönheit darzustellen, habe ich in der Bildbearbeitung zwei oder drei Bilder in Photoshop übereinander gelegt. So wird ein Feuerwerk von einer halben oder ganzen Minute sichtbar, die Einzelbilder hatten alle eine Belichtungszeit von 8 Sekunden. Da ich die Bilder nacheinander auf dem Stativ aufgenommen habe, war es einfach, sie in Photoshop in Ebenen zu überlagern. Bei der Bildgestaltung habe ich darauf geachtet, dass ich verschiedene Feuerwerkstypen bzw. Höhen miteinander kombiniert habe.

Wenn du mehr über meine Bearbeitung in Lightroom und Photoshop wissen möchtest, dann kannst du mich gerne für einen Workshop online per Skype und Teamviewer oder vor Ort in meinem Atelier buchen.


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Erste Buchrezension „Naturfotografie mit dem Smartphone ist erschienen

Dass das Smartphone als Kamera die Fotografenwelt spaltet, ist bereits ein alter Hut. Für die einen ist die Immer-dabei-Kamera das Mittel für kreative Fotografie schlechthin, für die anderen ist schon allein die erzielbare Qualität indiskutabel. Ich habe mich für die kreative Seite entschieden und zeige, wie du dein Smartphone für Natur- und Landschaftsfotografie einsetzen kannst. Die Frage ist, wie kannst du mit den Schwächen der Smartphone-Kamera kreativ umgehen? Trotz der Einschränkungen macht das Fotografieren mit dem Handy viel Spaß. Es ist fast immer zur Hand und dabei leicht und handlich zu bedienen. Das Buchbesteht aus 98 Kapiteln, die du quer lesen kannst. Anhand vieler Naturbilder gebe ich dir zahlreiche praktische Tipps und Tricks an die Hand.© Jana Mänz ISBN-13 978-3-00-061166-7

Ich freue mich, in der aktuellen Ausgabe 05/2019 der c’t digitale Fotografie ist die erste Rezension zu meinem Sachbuch „Naturfotografie mit dem Smartphone“ erschienen.

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Buchrezension Naturfotografie mit dem Smartphone

Von verschwommenen Wildblumen & meditativer Vergänglichkeit

Blumenfotografie mit dem Smartphone von Maja Zenz

Was macht deine Sommerferienplanung? Vielleicht hast du eine besondere Reise vor. Aktuell habe ich ein wunderbares Buch über den japanischen Jakobsweg gelesen. Lena Schnabl erzählt, dass sie am Anfang eine DSLR mit 50mm Objektiv dabei hatte und diese in einem Sandsturm am Strand kaputt ging. Im Laufe der über Tausend Kilometer langen Reise fotografierte sie auf dem buddhistischen Shikoku-Pilgerweg ausschließlich mit ihrem Smartphone.
Leider wurden in dem Buch nur wenige Bilder abgedruckt, aber ich möchte dir heute eine wunderbare Künstlerin vorstellen, die mit ihrem Smartphone einzigartige Blumenportraits fotografiert: Maja Zenz
Lass dich überraschen, wozu Folien in der Smartphone-Fotografie verwenden kann. Ohne zusätzliche Bearbeitung in diversen Apps, versprochen!

Liebe Maja, stell dich bitte kurz vor.

Ich heiße Maja, bin 44 Jahre alt, komme ursprünglich aus Ludwigshafen am Rhein und wohne nun seit fast zwei Jahren im wunderschönen Zürich. Beruflich bin ich als Biologin im Bereich Krebsforschung tätig. Meine freie Zeit verbringe ich am liebsten mit Fotografie, Kunst und Pferden.

Wie würdest du die Philosophie deiner Fotografie beschreiben? Was bedeutet Fotografie dich persönlich?

Ich fotografiere eigentlich immer und überall. Ausschließlich mit meiner Smartphone-Kamera, die ich meistens dabei habe und die praktisch zu handhaben ist.
Ich sehe fast überall spannende Motive und versuche diese im Moment einzufangen, so wie ich sie gerade sehe und wahrnehme.
Zudem ist die Fotografie auch nur der Ausgangspunkt für meine Kunst. Ich bearbeite die Fotos weiter, in dem ich sie auf Papier ausdrucke, falte und auf Leinwand collagiere und anschließend mit Acrylfarben, Ölkreiden und Graffiti überarbeite. Dadurch entfremden und verschwimmen die Motive und aus einer digitalen, realistischen Momentaufnahme entsteht etwas Haptisches und unwirkliches.

Ich habe das innere Bedürfnis meine Fotos weiter zu bearbeiten und auch zu verändern. Sie nur auf dem Bildschirm zu betrachten reicht mir nicht aus. Durch das Zuschneiden, Falten, Kleistern und Arbeiten mit Farben beschäftige ich mich nochmals auf einer ganz anderen Weise mit den Fotos. Zudem mag ich große Bildformate. Durch das collagieren auf ein bis zu zwei Meter große Leinwände, entfalten die Motive noch mal eine ganze andere Wirkung. Dieses künstlerische Werken mit meinen Händen entspannt mich und hilft mir meinen Kopf zu leeren.

Du hast eine wunderbare Blumenserie unter dem Titel “Blurred” veröffentlicht. Vor einiger Zeit habe ich sie bei Instagram entdeckt und mich sofort verliebt. Sie haben eine ganz wunderbare Ausstrahlung. Auch wenn ich von den Möglichkeiten der Smartphonekamera weiß, war ich überrascht, dass du ausschließlich mit dem Smartphone fotografierst.

Du schreibst, dass du sie unscharf fotografierst. Für mich haben sie eine einzigartige Magie, als wenn du sie durch eine verblichene alte Fensterglasscheibe hindurch fotografiert hast. Wie bist du darauf gekommen, was macht für dich den Reiz aus? Ist der Effekt fotografisch oder mithilfe von Bildbearbeitung entstanden?

Bei vielen meiner Motive stehen die Vergänglichkeit und das Augenblickliche im Vordergrund. So fasziniert mich zum Beispiel der allmähliche Zerfall vergessener Bauwerke (LOST PLACES). Hier hat es mir vor allem der abblätternde Putz von alten Wänden angetan. Das Farbenspiel und die Struktur der sich lösenden Farbschichten finde ich einfach wunderschön.

Auch bei meiner Blumenfotografie geht es viel um Vergänglichkeit und den Übergang von Perfektion zu Imperfektion.
Ich habe lange gebraucht, um Blüten und Blumen für mich ansprechend darzustellen. Die Schönheit der Blumen erscheint mir oft zu perfekt und dadurch irgendwie auch langweilig, wie ein Kunstdruck aus dem Kaufhaus. In meiner Serie TRANSIENCE habe ich dann einen Weg gefunden. Ich fotografiere hier verwelkte Blütenblätter auf Asphalt. Die zufälligen Muster der Blüten, z.B. nach einem Gewittersturm auf der Strasse, haben für mich etwas Malerisches. Oft sammele ich auch Blütenblätter und arrangiere diese zu „Blütenpuzzles“. Das hat dann fast etwas Meditatives für mich: die Blüten immer wieder aufzunehmen und fallen zu lassen, bis sich für mich eine schöne An- oder Unordnung ergibt.

Seitdem ich in der Schweiz – mit ihren wunderschönen Landschaften und traumhafter Natur – lebe, habe ich mich in Wildblumen verliebt. Ihre Grazilität ist einfach bezaubernd, lieblich und so leicht. Aber auch hier erscheint mir die bloße Fotografie dieser kleinen Naturkunstwerke zu langweilig. Zudem ist meine Smartphone-Kamera hier mit dem Detail einfach überfordert. Irgendwann habe ich dann – inspiriert durch den Bokeh-Effekt – angefangen durch Folien (manchmal in mehreren Schichten) zu fotografieren. Dadurch verschwimmen die Blumen im Hintergrund, während die Blumen ganz nah an der Folie sich fast aus dem Bild herauszulösen scheinen und schweben. Alles erscheint ganz weich und verschwommen, fast wie eine Blumenunterwasserwelt. Diese Fotoserie heißt daher auch BLURRED (englisch für verschwommen). Diese unscharfe und abstrahierte Darstellung finde ich faszinierend. Beim Betrachten der Fotos kann man sich in den verschiedenen Ebenen und Auflösungen fast ein bisschen verlieren. Anders als bei meinen anderen Motiven und Serien steht bei BLURRED für mich die Fotografie viel mehr im Vordergrund. Ich spiele hier lange mit den Folien, Blumen und Lichtverhältnissen. So entstehen manchmal Serien von 50-100 Bildern vom gleichen Motiv. 

Blumenfotografie mit dem Smartphone von Maja Zenz
© Maja Zenz www.instagram.com/majazenz/ | www.majazenz.com

Wie würdest du anderen beschreiben, wie du deine Motive siehst bzw. findest?

Seitdem ich fotografiere habe ich einen sehr starken Blick für das Detail entwickelt. So finde ich eigentlich überall Motive, die ich spannend finde: ein Blümchen am Wegrand, ein kleines Streetart-Motiv oder Spruch in der Stadt oder das Farbspiel von abblätterndem Putz einer alten Mauer. Manchmal muss ich mich fast darauf konzentrieren auch mal das ganze, große Bild einer Landschaft und meiner Umgebung wahrzunehmen. Momentan bin ich sehr inspiriert durch meine Blumenfotografie, so dass ich in meiner Umgebung fast nur noch Blumen sehe, wo ich gehe und stehe sozusagen- das ist doch irgendwie schön. Zum Glück ist Zürich eine wunderbar grüne Stadt und bietet viele Motive.

Blumenfotografie mit dem Smartphone von Maja Zenz
© Maja Zenz www.instagram.com/majazenz/ | www.majazenz.com

Was machst du, wenn du ein kreatives Loch hast?

Tatsächlich passiert mir dies recht selten. Außerdem ist es ja auch gut, wenn sich die Kreativität mal eine Pause nimmt. Dann gehe ich viel im Wald reiten, in den Garten oder wandern. Gerade kürzlich habe ich das Arbeiten mit Ton für mich entdeckt. Ich komme gerade aus einer Keramikwoche im Tessin zurück. Eine Woche in einem romantischen Bergdorf, abseits von allem, Vasen aus der Hand formen und nach der Raku Methode glasieren uns brennen, einmalig schön und kreativ.

Zudem entwickelt sich das Fotografieren von Pferden – ihrer Eleganz und Schönheit, der Kraft ihrer Bewegungen und ihrer anmutigen Ausstrahlung – sich gerade als eine neue Leidenschaft von mir. Hier kommt meine Smartphone-Kamera wirklich nicht mehr mit, so dass ich mich gerade nach einer Fotoausrüstung und Kursen umschaue. Und Siebdruck lernen will ich auch……(m)ein kreatives Loch ist also erst mal nicht zusehen.


Ich hoffe, dir hat der kleine Einblick in Majas Smartphone-Fotografie gefallen. Vielleicht magst du ihr bei Instagram folgen und dich von ihren Fotos inspirieren lassen.

10% Sommerspezial August 2019

Du möchtest bei mir – ob mit hochwertiger Fotoausrüstung oder Smartphone – einen individuellen Workshop zur Natur- und Landschaftsfotografie im Muldental buchen?

Für Coachings im August 2019 biete ich einen Sommerrabatt von 10 Prozent an und du bekommst mein neues Buch „Naturfotografie mit dem Smartphone“ geschenkt.

Möchtest du einen Fotofreund*in oder deine Partner*in mitbringen, erhalten sie ebenfalls eine 10-prozentige Ermäßigung.  Ruf mich an oder schreib mir für die Vereinbarung eines individuellen Termins im August. Ich freue mich auf dich. 

* Der 10% Rabatt Gutschein gilt nur für einen Workshop der vom 1.8. – 30.8.2019 stattfindet

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Ab sofort erhältlich: Taschenbuch Naturfotografie mit dem Smartphone

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Ich freue mich, dass mein Sachbuch „Naturfotografie mit dem Smartphone“ diese Woche als gedrucktes Taschenbuch (Softcover) erschienen ist.

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Innerhalb Deutschlands verschicke ich es versandkostenfrei. Nach Österreich kostet der Versand als Warensendung 7,-€. Möchtest du das Buch in die Schweiz geschickt bekommen, dann schreibe mir bitte eine E-Mail.

Lesermeinungen

Ich habe das Buch mit in den Urlaub nach Südengland genommen und dort auch direkt ein paar Anregungen umgesetzt. Das hat großen Spaß gemacht und nun sehe ich meine Handykamera mit anderen Augen.

Alexa Kampmann

Hallo Jana,
das Buch ist bei mir angekommen. Es gefällt mir. Ich habe es schon fast durch und Deine Tipps sind verständlich geschrieben. Solche Anleitungen müssten den Smartphones beiliegen. Du zeigst das machbare auf und welche Grenzen der kleine Sensor hat. Was mir besonders gefällt ist die Sprache, Du schreibst ansprechend, man befindet sich fast in einen Dialog mit Dir. Nur Antworten geht nicht, aber diese findet man dann in den weiterführenden Text. Also kurz: Dieses Buch gefällt mir genau so gut wie das Wabi Sabi, welches ich auch habe.
Danke dafür.

Reiner Tuzer

Ein tolles Buch, dass ganz stark meine kreative Seite angesprochen hat und mir wieder richtig Lust gemacht hat, neue Dinge auszuprobieren

Stephanie Mund

Neben einer knackigen technischen Einführung liefert das Buch im Kern 90 Fotoideen, die sich allesamt mit dem Smartphone umsetzen lassen. Es macht Lust, sofort loszuziehen. Danke mal wieder an Jana Mänz für diese Bereicherung!

Matthias Haltenhof
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Mit dem Smartphone unterwegs im Duvenstedter Brook

Duvenstedter Broock, Hamburg, Landschaft, Moor, Naturschutzgebiet, Schleswig-Holstein, Smartphonefotografie

Am Wochenende waren wir seit langem mal wieder in Hamburg. Die Familie meines Partners wohnt nördlich von Hamburg, direkt am Duvenstedter Brook. Für viele Hamburger ist das Naturschutzgebiet ein beliebtes Ausflugsziel. Dank Hafengeburtstag war aber nicht viel los im Brook, sodass wir ganz entspannt eine große Rundwanderung machen konnten. Das Wetter war perfekt: viel Sonne, blauer Himmel und ein erfrischender Seewind.

Duvenstedter Broock, Hamburg, Landschaft, Moor, Naturschutzgebiet, Schleswig-Holstein, Smartphonefotografie
Rundwanderweg im Duvenstedter Brook, Start Parkplatz Bültenkrug

Wir sind den großen Wanderweg von knapp 9km gelaufen. Der ist leicht zu gehen, doch da ich zum fotografieren und genießen immer mal wieder anhalte, ist daraus eine dreistündige Wanderung geworden. Vor allem habe ich mich gefreut, meine Schreihälse, die Kraniche sehen zu können. Mitten im Brook gibt es eine große Kranichgruppe, deren Rufe bis ins Haus zu hören sind. Wenn man Abends im Bett liegt eine wunderbare Einschlafmusik. Sie erinnert mich an meine Auszeit auf Rügen, als ich dort zum Einschlafen den Singschwänen im Winter lauschte. Fotos konnte ich leider nicht machen. Um die Kraniche gut fotografieren zu können, braucht man schon ein 600er Tele, am besten mit einer Cropkamera um noch mehr Brennweite zu haben.

Duvenstedter Broock, Hamburg, Landschaft, Moor, Naturschutzgebiet, Schleswig-Holstein, Smartphonefotografie
Einer der Aussichtspunkte im Brook

Ich hatte aber nur mein Smartphone dabei, weil ich zusammen mit meinem Partner die Wanderung genießen wollte. Es wird für mich – vor allem als Berufsfotografin – immer wichtiger, mir Auszeiten zu nehmen und ohne große Fotoausrüstung die Natur zu genießen. Zumal es am frühen Nachmittag im Frühling wenig bringt, im Moor Tiere oder eine mystische Landschaft fotografieren zu wollen. Ich komme dann lieber im Herbst wieder, wenn der Nebel aus den Wiesen stiegt und die Brunftzeit beginnt.

Duvenstedter Broock, Hamburg, Landschaft, Moor, Naturschutzgebiet, Schleswig-Holstein, Smartphonefotografie

Für meinen Partner ist es immer wieder etwas Besonderes, im Brook unterwegs zu sein. In seiner Kindheit hat er viele Sommerferien bei seinem Opa im Brook verlebt, der dort Revierförster gewesen ist und in der alten Försterei gelebt hat. So haben wir uns auf seine Spuren begeben, auch wenn heute vieles anders aussieht, als noch in den 1970er Jahren.

Im Brook gibt es an vielen Stellen Aussichtspunkte, für alle die gerne mit Fernglas oder Kamera die Natur beobachten möchten. Ich konnte aus der Ferne die Kraniche beobachten, aber auch auch echte Feldhasen und Eidechsen, die sich in der Sonne gesonnt haben. Im Moor leben auch Kreuzotter und Ringelnatter, doch zu meinem Glück haben sie sich dieses Mal nicht blicken lassen (hier im Muldental begegne ich ihnen leider öfter als mir lieb ist). Bald fangen auch die Orchideen an zu blühen, doch jetzt Anfang Mai blühen noch nicht so viele Pflanzen. Wunderschön ist das zarte Maigrün der Bäume, vor allem wenn man auf dem alten Grenzwall wandert.

Duvenstedter Broock, Hamburg, Landschaft, Moor, Naturschutzgebiet, Schleswig-Holstein, Smartphonefotografie

Vintage Objektiv meets Kreative Foto-App

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Endlich Wonnemonat Mai und alles steht in voller Blüte (den Schneefall von gestern vergessen wir mal schnell…). Für jeden Natur- insbesondere Blümchenfotografen das Eldorado des Jahres. Jetzt ist noch alles frisch und so lebendig und man spürt wie die Natur zum Leben erwacht. Ich denke, egal wie alt man im Leben wird – den Frühling im jeden Jahr neu erleben zu dürfen ist etwas ganz Besonderes.  Und es gibt Fotograf*innen, die dieses Erlebnis auf eine einzigartige Art und Weise in ihren Bildern festhalten können. Ich muss gestehen, dass ich – fotografisch gesehen – dank Internet schon fast alles gesehen habe. Vieles kann mich nicht mehr überraschen oder begeistern. Dabei weiß ich, wie viel Zeit und Mühe in vielen Bildern steckt und trotzdem berühren sie mich nicht mehr. Das war vor vielen Jahren noch ganz anders, doch jetzt hat mich die Bilderflut so sehr gesättigt, dass ich selber an meinen eigenen Bildern verzweifeln möchte bzw. immer öfter keine Lust mehr habe, fotografieren zu gehen. Dabei gibt es auch heute noch, die Möglichkeit, zu überraschen. Es anders zu machen.

Aus diesem Grund möchte ich dir eine Fotografin vorstellen, die ich schon vor einiger Zeit über den Hashtag Vintageobjektive kennen gelernt habe. Ihre Blumenfotografie hat mich begeistert, aber auch zum grübeln veranlasst: Sind sie so fotografiert? Kann das analoge Pentacon 50mm oder das Minolta Rokkor 50mm diese Art von Bilder machen? In einem war ich mir sicher: Mein Trioplan100 kann es leider nicht. Ich recherchierte weiter. Kam auf ähnliche Effekte, bei denen die hintere mit der vorderen Linse im Objektiv getauscht werden. Aber da technisches Basteln nicht zu meinen Vorlieben gehört, legte ich diese wunderbare Idee wieder zu meinen unrealisierbaren Akten.

 Wochenlang grübelte ich, schaute mir die Fotos genau an, versuchte herauszufinden, was diese Bilder so anders machen. Mein Neugierde war geweckt und ich weiß noch, vor ein paar Nächten kurz vorm Einschlafen passierte es: Bei einem Bild hatte ein Merkmal gesehen, dass ich von einem meiner „Little Planet“ Fotos kannte. Und das brachte mich auf die Idee, in Photoshop rumzuspielen und zu schauen, ob ich mit einem Filter einen ähnlichen Effekt erzeugen konnte. Aber ich war nicht zufrieden und löschte missmutig alle Ergebnisse.

Das ich der Wahrheit schon ganz nah dran war, erfuhr ich, als ich mit Katja Kontakt aufnahm: Eine einfache Smartphone-App.

Und ich dachte: „Wie genial ist das denn: analoges Vintageobjektiv trifft eine kreative Bildbearbeitungs-App“. Nun wollte ich wissen, wie Katja ihre Fotografie sieht, was ihre Philosophie ist, wie sie auf die Idee gekommen ist, diese App für ihre kreative Fotografie anderweitig zu verwenden und herausgekommen ist ein ganz persönliches Interview: 

© Katja Huchel https://fotografie-augenblick.jimdo.com/ | https://www.instagram.com/katjas.fotogalerie/ 

Liebe Katja, wie würdest du die Philosophie deiner Naturfotografie beschreiben?

Fotografie ist für mich absoluter Seelenbalsam. Es bringt Ruhe in meine Gedanken und in meinen Alltag und hinterlässt ein Gefühl der inneren Zufriedenheit in mir. Ich verschmelze mit meiner direkten Umgebung, gebe mich dem Augenblick des Tuns völlig hin und in mir entsteht fast automatisch ein Gefühl von Freiheit. Vermeintlich banale Momente/Motive/Situationen lerne ich als kleine Wunder der Natur schätzen und ich lerne Achtsamkeit mit mir und der Natur.

Was bedeutet Fotografie für dich persönlich?

Fotografie ist für mich ein kreatives Ausdrucksmittel, bei der ich versuche meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Vor allem dann, wenn ich Momente sehe, spüre und fühle, die ich nicht mit Worten ausdrücken kann und will. Ich entdecke Dinge, die andere nicht sehen und wahrnehmen und kann so auf sie aufmerksam machen, da sie in unserer Schnelllebigkeit und Hektik des Alltags viel zu oft unter gehen. Beim Fotografieren kann ich mich meinen Gedanken hingeben, ich erwarte nichts und möchte einfach nur in diesem Moment sein, um zu spüren, was meine Augen sehen und mein Herz fühlt.

© Katja Huchel https://fotografie-augenblick.jimdo.com/ | https://www.instagram.com/katjas.fotogalerie

Was fasziniert dich an der Fotografie mit den Vintage-Objektiven, was macht für dich den Reiz aus?

Jedes alte Objektiv hat seinen ganz eigenen speziellen Charakter. Es sind Objektive mit Charme, nicht perfekt und was früher als Abbildungsfehler galt, wird heute als Stilmittel und künstlerische Freiheit angesehen. Weit ab vom Mainstream heben sich alte Objektive vom Einheitsbrei moderner Objektive ab. Heute scheint die ganze Welt zu fotografieren und viele Fotos haben mehr oder weniger den gleichen Look. Das war mit ein Grund, warum ich unbedingt analoge Objektive an meiner digitalen Kamera ausprobieren wollte. Ich wollte zurück zur eigentlichen Fotografie, nicht mehr einfach nur drauf los knipsen, sondern ich wollte Zeit. Zeit die Situation zu erfassen, Zeit die richtigen Einstellungen an der Kamera und am Objektiv vorzunehmen, um bewusster und überlegter zu fotografieren. Ich hatte einfach das Bedürfnis mich mit meinen Fotos von der breiten Masse abzuheben.

Wie bist du darauf gekommen, Fotos die mit Vintage- Objektiven aufgenommen wurden mit einer Smartphone-App zu bearbeiten?

Ein Fotofreund zeigte in einer Werkschau Fotos die mit einer Smartphone-App bearbeitet wurden. Ein einziges Landschaftsfoto diente ihm als Basis. Von diesem Foto präsentierte er insgesamt sieben verschiedene Versionen seiner Bearbeitung mit der Smartphone-App „Little Planet“. Ich war von dieser Bearbeitungsidee sofort begeistert. Da ich aber in meinem Archiv nur sehr wenige Landschaftsfotos hatte, die sich dafür eigneten, dachte ich mir, warum nicht mit floralen Motiven ausprobieren? Meine ganz persönliche Idee war geboren. Denn ich liebe es Bilder zu kreieren, bei denen die Grenze zwischen Realität und Fantasie verschwimmt.

„In der Natur erschafft das Licht die Farben.
Auf Bildern erschaffen die Farben das Licht.“

Hans Hoffmann
© Katja Huchel https://fotografie-augenblick.jimdo.com/ | https://www.instagram.com/katjas.fotogalerie

Was machst du, wenn du ein kreatives Loch hast?

Die Antwort fällt mir mittlerweile leicht. Nicht viel! Ich versuche entspannt zu bleiben. Zumindest heute kann ich es so einfach beantworten. Früher hätte mich so ein „kreatives Loch“ schlicht nervös gemacht. Aber im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass so eine, nennen wir es mal „kreative Pause“, absolut notwendig ist. Für mich ist dies ein positiver und natürlicher Prozess, denn es ist gut und hilfreich seinen eigenen Gedanken, Wünschen und vor allem Erwartungen an sich selbst mal ruhen zu lassen. Wie alles in der Natur braucht es die Balance zwischen kreativem Hoch und absolutem Nichtstun. Da ich von der Fotografie nicht leben muss, sehe ich solche Pausen als reinen Luxus. In solchen Phasen versuche ich nicht an Fotografie zu denken, lasse den Alltag einfach geschehen,  gebe der „Langeweile“ Raum, hören Musik und lasse mich von meinem Mitmenschen und der Natur um mich herum inspirieren. Sich ohne Druck Zeit lassen im Denken und Handeln, ist im Nachhinein gesehen ein sehr kreativer Prozess und lässt auf wundersame Weise neue Ideen entstehen. 


Jetzt, wo ich weiß, mit welcher App die Bilder bearbeitet werden, bin ich unglücklich darüber, dass ich „Circular“ nicht auf meinem Android-Smartphone ausprobieren kann.
Eine ähnliche App habe ich für Android noch nicht gefunden, aber die Suche danach, hat mich viele andere wundervolle Apps finden lassen, die ich in einem aktuellen Artikel veröffentlicht habe (hier für Android und ios).
Aber vielleicht ist das auch gut so, denn so muss ich meinen Weg auf einer anderen Art und Weise weitergehen und werde weiterhin Katjas Bilder bewundern. Vielleicht magst du ihr bei Instagram folgen und dich von ihren Fotos inspirieren lassen.

Ich wünsche dir eine wunderbare, kreative Woche!

11 beliebte Kamera- und Bildbearbeitungs Apps für dein iPhone und iPad 2019

Ich habe meine Foto-Kolleginnen und Kollegen gefragt, welche Apps sie selber verwenden und mir empfehlen würden. Viele meiner Apps, die ich in meinem Artikel über Bildbearbeitungsapps für Android veröffentlicht habe, sind auch auf dem iPhone/iPad installierbar. Leider ist es genau umgekehrt, nämlich dass es mehr kreative Foto- und Bldbearbeitungs-Apps für Apple gibt. Ich würde mir wünschen, dass die Hersteller für alle Betriebssysteme ihre Apps entwickeln.

Ich habe vor allem die Apps genannt, die vor allem für die Natur- und Landschaftsfotografie am Besten geeignet sind.

Wenn in der Aufzählung deiner Meinung nach eine wichtige App für die Naturfotografie fehlt, dann schreib mir einen Kommentar.

Landschaftsfotografie, Smartphonefotografie, Handyfotografie, Smartphone, Naturfotografie, Kreativität, Bokehs, Intuition, Makrofotografie, Naturfotos, Instagram

Du interessierst dich für Tipps und Tricks zur Naturfotografie mit dem Smartphone?

Hier kannst du mein neues Buch bzw. E-Book bestellen.

35 coole Foto- und Bildbearbeitungs-Apps für dein Android Smartphone und Tablet

Fotografie, Naturfotografie, Sachbuch, Smartphone, Taschenbuch

In meinem neuen Buch „Naturfotografie mit dem Smartphone“ habe ich auf die Vorstellung von Kamera- und Bildbearbeitungs-Apps verzichtet. Das hatte mehrere Gründe, der wichtigste aber ist, dass Apps auch mal schnell veralten und vom Hersteller nicht mehr aktualisiert werden. Die Aktualisierung bzw. Vorstellung von Apps ist auf einer Webseite sehr viel einfacher und daher habe ich verschiedene Aps zum Thema Bildbearbeitung und Co zusammen gestellt.

Die meisten Apps habe ich selber ausprobiert und bin nach wie vor ein Fan von CameraMX, VSCO, Afterlight. Da ich selber ein Android Smartphone benutze, stelle ich in diesem Artikel Android Apps vor (für ios Apps schreibe ich einen gesonderten Artikel).

Viele meiner vorgestellten Apps sind kostenpflichtig, wenn auch oft nur für ein paar Euro. Ich persönlich habe schon verschiedene Apps gekauft, weil die nicht nur besser programmiert sind sondern auch keine nervige Werbung enthalten. Ich denke, die viele Arbeit der Programmierer sollte mit einem kleinen Obulus honoriert werden – wir alle Künstler*innen und Selbstständige möchten fair für unsere Arbeit bezahlt werden.

Kamera & Bildbearbeitung – Apps

Kunst, Texte und Collagen

Sonstiges – Exif, Karten usw.

Wenn in der Aufzählung deiner Meinung nach eine wichtige App für die Naturfotografie fehlt, dann schreib mir einen Kommentar.

Landschaftsfotografie, Smartphonefotografie, Handyfotografie, Smartphone, Naturfotografie, Kreativität, Bokehs, Intuition, Makrofotografie, Naturfotos, Instagram

Du interessierst dich für Tipps und Tricks zur Naturfotografie mit dem Smartphone?

Hier kannst du mein neues Buch bzw. E-Book bestellen.

Auf in den Endspurt

Dass das Smartphone als Kamera die Fotografenwelt spaltet, ist bereits ein alter Hut. Für die einen ist die Immer-dabei-Kamera das Mittel für kreative Fotografie schlechthin, für die anderen ist schon allein die erzielbare Qualität indiskutabel. Ich habe mich für die kreative Seite entschieden und zeige, wie du dein Smartphone für Natur- und Landschaftsfotografie einsetzen kannst. Die Frage ist, wie kannst du mit den Schwächen der Smartphone-Kamera kreativ umgehen? Trotz der Einschränkungen macht das Fotografieren mit dem Handy viel Spaß. Es ist fast immer zur Hand und dabei leicht und handlich zu bedienen. Das Buchbesteht aus 98 Kapiteln, die du quer lesen kannst. Anhand vieler Naturbilder gebe ich dir zahlreiche praktische Tipps und Tricks an die Hand.© Jana Mänz

einen wunderschönen Sonntagmorgen. Den 3.3.2019 habe ich seit Wochen herbeigesehnt und jetzt sind es nur noch wenige Stunden bis zum Ende meine Crowdfunding-Kampagne. Spannende Wochen liegen hinter mir und wenn mich jemand fragen würde, ob ich es noch mal machen würde, würde ich sicherlich antworten „Ja, aber bitte nicht im nächsten halben Jahr!“.

Jetzt möchte ich das Buchprojekt gut zu Ende bringen. Das Manuskript ist schon im Lektorat, aber das wird bis Ende März dauern, bis alle Korrekturen umgesetzt sind. Im April geht das Buch in die Druckerei und wenn alles reibungslos klappt, ist das Buch Anfang Mai erhältlich.

Ich bin vor allem auf die Korrekturvorschläge meiner Lektorin gespannt. Sie hatte vor ein paar Wochen ein Probelektorat übernommen und ich war begeistert, mit welchen Anregungen und Vorschlägen sie gekommen ist. Gerade an diesem Part wird oft in Verlagen gespart und es war einer der Punkte, die mir sehr wichtig sind. Glücklicherweise ist für diesen Part genügend Geld zusammen gekommen, sodass ich das Lektorat schon in Auftrag gegeben habe.

Die Papierfrage ist leider noch nicht endgültig geklärt. Meine Wünsche sind nicht wirklich preiswert und es hängt heute vom Endspurt ab, ob ich mein absolutes Lieblings-Wunschpapier realisieren kann.

Daher würde ich mich sehr freuen, wenn du mich heute in der letzten heißen Phase noch unterstützen würdest.

www.startnext.com/naturfotografie-smartphone

Die Kampagne ist heute am 3.3.2019 noch bis 23:59 Uhr geöffnet! 

Einen wunderbaren Sonntag und einen guten Start in die Woche!

Helau & Alaaf
Deine Jana