Schlagwort: Makrofotografie

Makrofotografie mit dem LG G8s Thinq Smartphone

Makrofotografie mit dem LG G8s Thinq Smartphone

Makrofotografie mit dem Smartphone ist gar nicht so trivial, wie man annehmen möchte. Einfach nur draufhalten und die Kamera fokussiert automatisch – leider ist dem nicht so, vor allem wenn man im Makromodus arbeitet. Die größte Schwierigkeit ist vor allem das exakte Fokussieren. Häufig verschiebt sich der Fokus entweder auf den Hintergrund oder auf ein anderes Objekt im Motiv – und meistens dann, wenn man gerade auf den Auslöser drückt. Das heißt, das verschieben geht so schnell, dass man als Fotograf*in nicht mehr gegenwirken kann. Das einzige was hier hilft, ist Geduld und Spucke und das mehrfache wiederholen der Aufnahme. Auch wenn das Smartphone-Display groß ist, kann man oft bei Makroaufnahmen die Schärfe im Detail nicht wirklich beurteilen, sodass ich die Bilder am großen Bildschirm begutachte und dann die Fehlaufnahmen lösche.

Makrofotografie mit dem LG G8s Thinq Smartphone
Das Buschwindrösschen habe ich im Makromodus im Schatten fotografiert,
sodass die weißen Blüten nicht „ausgefressen“ dargestellt werden

Fotografische Probleme mit Wind und Wetter

Makrofotografie mit dem Handy unterliegt auch den selben Tücken der Makrofotografie mit einer DSLR und einem Makroobjektiv: Dem Wind. Auch hier werden die Fotos bei Windbewegungen ganz schnell unscharf. Daher muss man auch hier auf ruhige, windstille Momente warten und das Smartphone so ruhig wie möglich halten. Damit sich der Fokus nicht in diesem Moment noch verstellt, arbeite ich gerne mit Sprachauslöser.

Neben dem Wind spielt natürlich auch die Sonne bzw. die Lichtverhältnisse eine große Rolle. Gerade weiße Blüten werden schnell überstrahlt dargestellt, wenn sie direkt in der Sonne fotografiert werden. Während ich in RAW-Dateien meiner DSLR noch ein bisschen korrigieren könnte, ist das bei Smartphonefotos kaum noch möglich. Hier hat man das unschöne grelle, weiße Flecken, die das Bild zerstören.

Großes Windröschen, Leutratal

Die Makrofunktion im LG G8s Thinq

Neben dem Sprachauslöser hilft mir beim LG G8s Thinq auch die manuelle Makrofunktion. Diese versteckt sich ein bisschen. Gehe dazu in dein Kameramenü auf den Punkt „Automatisch“ oder auf „Kamera manuell“.

Drücke im Modus „Automatisch“ etwas länger auf den Bildschirm. Jetzt öffnet sich ein Regler, mit dem du die Helligkeit des Bildes bestimmen kannst. Links neben dem Regler befindet sich ein Icon „MF“ (Makrofokus). Aktiviere diesen und du kannst nunden Regler so verschieben, dass dein gewünschtes Detail scharf wird.

Im Modus „Kamera manuell“ findest du in der unteren Menüleiste den Punkt „Fokus“ und den kannst du von AF (Autofokus) auf MF (Manueller Fokus) umstellen.

Die Makrofunktion funktioniert aber auch nicht ganz kompromisslos, denn je nach Abstand zum Objekt stellt diese nicht scharf. So muss man mit dem Abstand immer ein bisschen spielen und herausfinden, wann der Fokus wieder greift und wo die Naheinstellungsgrenze liegt. In meinen persönlichen Tests mit dem LG G8s Thinq hat sich herausgestellt, das ich ungefähr einen Abstand von 5-6 Zentimeter zum Objekt einhalten muss, damit die Kamera scharf stellt.

Orchideen Knabenkraut Leutratal Jena
Makrofotografie Orchideen im Leutratal Jena

Bildgestaltung

Schau bei deiner Bildgestaltung vor allem auf einen ruhigen Hintergrund. Hier muss man eigentlich noch viel sorgfältiger arbeiten, da man nicht so gut die Blende öffnen und den Hintergrund verschwimmen lassen kann, wie bei einem Makroobjektiv mit großer Blendenöffnung. Wenn es geht, räume ein bisschen den Hintergrund auf und entferne störende Äste oder ähnliches. Zerstöre dabei aber keine Pflanzen!!!!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist: Achte auf deinen eigenen Schatten. Gerade wenn du die Sonne im Rücken hast, wirfst du ganz schnell einen dunklen Schatten auf dein Motiv. Das sieht vor allem dann unschön aus, wenn du damit das Bild in einen dunklen und hellen Bereich optisch unterteilst.

Fazit

Makrofotografie mit dem Smartphone funktioniert gut, aber man braucht auch hier viel Geduld. Die Qualität der Fotos, sprich die Schärfe, ist für ein Handyfoto ausgezeichnet und auch das Bokeh, die Unschärfe im Hintergrund hat eine schöne Ausprägung. Trotzdem ist das eigene Sehen das wichtigste Kriterium, auch wenn das Smartphone heute mit künstlicher Intelligenz fotografiert und die Hersteller suggerieren, dass die Kamera das Foto quasi von alleine macht . Und ganz wichtig…

… Das Smartphone und seine Makrofunktion ist kein wirklicher Ersatz für ein echtes Makroobjektiv. Das Handy setzte ich dann ein, wenn ich auf meiner täglichen Hunderunde bin und die große Kamera zu Hause bleibt und ich eher ein paar Fotos für mich alleine machen möchte. Wenn ich aber gezielt zum fotografieren in die Natur gehe, ist meine DSLR mit dem Makroobjektiv meine erste Wahl. Nicht nur wegen der Abbildungsleistung, sondern auch, weil ich künstlerisch ganz anders mit einem Makroobjektiv arbeiten kann.

Du möchtest mehr lernen über Naturfotografie mit dem Smartphone? Dann schau mal in mein neues Buch…

Siehe auch…

5 Tipps zur Fotografie von Frühjahrsblühern mit einem Vintageobjektiv

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Endlich, endlich scheint der Frühling Einzug zu halten. Dieses Jahr schien es länger zu dauern, als all die Jahre zuvor. Obwohl ich im Januar dachte, es kommt gar kein richtiger Winter mehr und dann erwischte es uns im Februar und März in voller Härte.
Doch wenn wir Glück haben, kommt jetzt richtig der Frühling, die nächsten tage soll es über 20° C warm werden und die Frühjahrsblüher werden über Nacht erblühen. Heute am Ostermontag habe ich den freien Tag genutzt, um im Südfriedhof in Leipzig und im Botanischen Garten fotografieren zu gehen. Seit einigen Monaten besitze ich das Vintage-Objektiv Trioplan100 von Meyer Optik Görlitz. Das ist keine Linse, mit der man mal eben schnell Fotos machen kann. Aus diesem Grund habe ich ein paar Tipps für dich zusammen gestellt, wie du mit diesem Objektiv wunderbare Fotos von Frühjahrsblühern und Blüten in der Natur machen kannst

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#1 Eine Besonderheit des Objektives ist, dass du einen Mindestabstand von über einem Meter zum Motiv einhalten muss, um das Objekt scharf zu bekommen. Das ist nicht immer einfach, gerade bei kleinen Frühjahrsblühern wie Krokus oder Sternhyazinthe. Bevor ich mich auf Augenhöhe mit der Blume begebe und mich auf den Boden legen, schätze ich ca einen Meter Abstand. Dann positioniere ich mich so, dass ich noch ein paar Zentimeter vor oder zurückweichen kann. Das Objektiv selber habe ich fest auf den Mindestabstand von ca 1 Meter eingestellt.

#2 Bevor ich das Motiv fotografiere beobachte ich die Umgebung. Gerade Frühjahrsblüher werden auf einem Rasen gerne von altem Laub und Ästen umgeben. Diese werden später auf dem Bild stören, sodass ich vor Ort aufräume und störende Gegenstände entferne.

Blumen, Botanischer Garten, Frühjahrsblüher, Frühling, Krokus, Leipzig, Trioplan 100 f2.8, Vintage-Objektiv, Vintagelense, meyer-optik-goerlitz#3 Jetzt ist es wieder etwas länger hell. Die schönste Zeit zu fotografieren ist am späten Nachmittag. Trotzdem stehen im Frühjahr viele Blumen im Schatten, auch wenn die Bäume und Büsche noch kein Laub haben. Achte auf den fallenden Schatten und woher die Sonne kommt. Möchtest du berühmten Bokehs – die den Objektiv so Eigen sind – im Bild festhalten, dann fotografiere gegen die Sonne und öffne die Blende auf f2.8. Achte auf einen homogenen Hintergrund (z.B. Licht das durch immergrüne Büsche wie Rhododendron fällt), sodass die Bokehs sich nicht von einer Überbelichtung ausfressen lassen und sich gleichmäßig ausprägen.

#4 Versuche dich auf eine Blüte zu konzentrieren, vor allem wenn man einen ganzen Rasen voller Krokusse und Co hat. Gibt es eine Blüte, die dir besonders auffällt? Die Aufgrund ihrer Farbe oder Wuchsform positiv heraus sticht. Wenn du mit dem 100mm Trioplan arbeitest, besitzt es die Eigenschaft eines Teleobjektives, mit dem du bei einer geöffneten Blende von f2.8 die Blüte optisch freistellen kannst. Achte darauf, dass es im Hintergrund keine dunkle Horizontlinie gibt, die dein Foto optisch durchtrennt. Das macht dein Bild unruhig.

Blumen, Botanischer Garten, Frühjahrsblüher, Frühling, Krokus, Leipzig, Trioplan 100 f2.8, Vintage-Objektiv, Vintagelense, meyer-optik-goerlitz#5 Der Fokus ist bei dem Trioplan100 nicht einfach zu finden. Für mich hat sich bewährt, die Blende und die niedrigste Entfernung fest einzustellen und durch den Sucher die richtige Schärfe zu finden. Dabei bewege ich mich leicht nach vorn oder zurück. Anschließend kontrolliere ich im Display, ob die Schärfe dort sitzt, wo ich sie hinhaben möchte. Oft mache ich zur Sicherheit ein zweites Foto, um hinterher am großen Bildschirm die Schärfe neu bewerten zu können. Wenn du lieber mit Stativ arbeitest, kannst du die Schärfe auch direkt über Liveview einstellen.


Probier es mal aus, bei deiner nächsten Fototour. Wenn du direkt von mir lernen möchtest, dann freue ich mich auf deinen Anruf. Gerne biete ich dir einen individuellen Fotokurs in der Natur an.

Zu Besuch bei Alice im Wunderland

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Heute möchte ich dich in ein ganz besonderes Land entführen, in das Reich von Alice. Auf dem ersten Blick sieht alles aus wie immer. Die Winter-Landschaft ist noch trist und grau, im Hintergrund rauschen die Autos auf der Autobahn vorbei. Doch wenn wir genau hinschauen, entdecken wir eine kleine Tür, die ins Wunderland von Alice führt. Ganz unscheinbar und man muss ganz nah herantreten, um die Geschöpfe des Wunderlandes überhaupt sehen zu können. Nimm eine Sehhilfe mit, wie die Makrofunktion vom Smartphone oder ein richtiges Makroobjektiv. Und dann setze dich und beobachte ganz still und leise. Verhalte dich unauffällig, genieße das Sonnenlicht und tauche immer weiter in die Landschaften von Alices Wunderlandes. Siehst du sie, die kleinen Geschöpfe. Wie sie ihre Häupter im Wind wiegen?Das sind Rotfrüchtige Säulenflechten (Cladonia) und tatsächlich ist der rote Kopf ein Fruchtkörper.

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Wie fotografiert man diese 3-5mm großen Flechten?

Vor Ort hatte ich mein 100mm Makro 2.8 von Tokina dabei. Da die Sonne schien, hatte ich auch mit Iso 100 eine kurze Belichtungszeit, sodass ich die Flechten alle Freihand fotografieren konnte. Die Blende habe ich auf 2.8-3.2 geöffnet, sodass ich eine geringe Tiefenschärfe habe. Dabei habe ich manuell fokussiert. Normalerweise nutze ich gerne den Autofokus, doch bei diesen kleinen Pflanzen hat er Probleme richtig zu fokussieren, zudem kann ich dann nicht richtig komponieren, da ich oft außerhalb des Fokusbereiches im Sucher scharf stellen möchte.

Ein anderer Grund war die Kälte: Der Akku verliert nicht nur schnell an Energie durch das Fokussieren am Makroobjektiv, sondern auch durch die niedrigen Temperaturen. Darum habe ich ihn deaktiviert. damit die Flechten auch scharf werden, muss man bei einer DSLR und dem Makro mindestens 30cm Abstand zum Motiv gewährleisten. Geht man zu nah ran, kann es passieren, das die Kamera trotz Unschärfe auslöst.

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Nachdem die Kamera technisch eingestellt war, ging ich auf die Suche nach Details. Der Baumstamm war groß und an vielen Stellen mit den unterschiedlichsten Flechten überwuchert, sodass ich ihn mehrfach mit der Kamera umrundete. Dabei habe ich auch immer auf die Sonne geachtet, die manchmal von Wolken verdeckt wurde und das Licht sich minütlich änderte. Glücklicherweise war es in Bodennähe windstill, sodass ich hier nicht mit Verwacklungen rechnen musste.Dabei konzentriere ich mich zusätzlich bei der Bildkomposition auf den Hintergrund. Harte Horizontlinien versuche ich zu vermeiden und arbeite lieber mit weichen Verläufen. Dabei muss man oft die Kamera in der Perspektive ein wenig verändern, um ungewünschte Artefakte im Hintergrund zu vermeiden. Einmal hatte ich im Hintergrund meine Kameratasche als dunklen Fleck eingefangen, sodass ich sie erst einmal wegräumen musste.

Wenn ich fotografiere, verfliegt die Zeit wie im Flug. Vor Ort habe ich über eine Stunde fotografiert. Dabei habe ich mich immer wieder hingesetzt und den Baumstamm in all seinen Details beobachtet. Am Ende war ich vom nassen, eisigen Boden völlig durchgefroren, aber glücklich.

 

Das Spiel mit der Wassersprühflasche

Als ich im letzten Herbst mein Buch zur Naturfotografie schrieb und recherchierte, fand ich die schönen Naturbilder von Olivia. Umso mehr freute ich mich, dass Sie einen kleinen Gastbeitrag „Das Spiel mit der Wassersprühflasche“ für mein Buch schrieb.

Bisher kam ich gar nicht auf die Idee, diesen kleinen Trick in der Natur auszuprobieren. Damit kann man wunderschöne Lichtspiegelungen, Wasserreflexe und Bokehs erzeugen und als besonderen Effekt in die Bildgestaltung einbinden. Ich habe heute den Wassersprühflascheneffekt einfach mal im Garten ausprobiert. Dafür habe ich eine Fensterreinigungsflasche zweckentfremdet und Wasser eingefüllt. Ich musste eine ganze Weile sprühen, bis der Wassertropfeneffekt auf den Bildern sichtbar wurde. Aber es hat so viel Spaß gemacht und ich konnte gleich meinen Sohn gewinnen, mir zu assistieren. Fotografiert habe ich mit meinem Tokina 100mm Makroobjektiv, ein sehr schönes Objektiv für die Makrofotografie.

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Mit der Sprühflasche kann man zusätzlich auch Regen und Regentropfen erzeugen. Gegen die Sonne fotografiert ergibt das einen wunderschönen Effekt.

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