Schlagwort: Rügen

Auf den Spuren der Genius Loci

Workshop Naturfotografie Sächsische Schweiz 2018

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, für die c’t digitale Fotografie einen neuen Artikel zum Thema Naturfotografie im Herbst zu schreiben (erscheint Ende Oktober 2018). In den Texten habe ich versucht, viele Facetten der Naturfotografie aufzugreifen. Ich mag die romantische Naturfotografie aber ich hinterfrage auch kritische Themen zum Umwelt- und Naturschutz. Wir übersehen oft, dass immer der Mensch und nicht die Technik im Vordergrund steht. Sie ist nur das Handwerkszeug, die Fotografie entsteht vor allem durch Wahrnehmung und Sehen. Auch dürfen wir in unserem Perfektionismus nicht vergessen, dass wir Menschen keine Maschinen sind. Wir werden durch Emotionen, Gedanken, Erlebnisse aber auch durch unsere Gesundheit geleitet, sodass die Ergebnisse der Fotografie, die Aufnahmen an keinem Tag gleich sind. Inspiration kommt nicht von alleine, Kreativität kann man nicht erzwingen und Motivation nicht durch eine neue Fototechnik erkaufen (zumindest nicht langfristig).
So geht es in einem Kapitel um das Thema Vorbilder in der Landschaftsfotografie. Es gibt viele Fotografen/innen, die ich sehr bewundere: Die isländisch/kanadische Fotografin Eydís S. Luna Einarsdóttir, der deutsche Landschaftsfotograf Bernd Ritschel oder dem brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado.

Doch wenn es um Vorbilder geht, komme ich nicht umhin, in die Malerei zu schauen. Es ist kein Geheimnis, dass ich die Gemälde von Caspar D. Friedrich liebe. Zumal er im Osten, in der Sächsischen Schweiz und auf Rügen, seine Spuren hinterlassen hat. In seinen Werken spricht mich immer wieder seine Melancholie und Romantik an, sodass ich versuche, diese auch in meinen Bildern darzustellen. Es geht mir aber nicht in erste Linie darum, ein Natur- und Landschaftsbild in seinem Duktus zu machen, sondern die geistige Atmosphäre eines Ortes, den Genios loci, zu erfühlen und in die Fotografie einzubinden. Die Liebe zur Heimat ist in seinen Werken bis heute spürbar und für mich fotografisch eine große Inspirationsquelle. Umso schöner ist es, sich auf seine Spuren auf Rügen oder in der Sächsischen Schweiz zu begeben und die Welt mit seinen Augen zu sehen. Auch wenn viele seiner Landschaftswerke aus zusammengesetzten als auch erfundenen Orten bestehen, so ist heute noch möglich, einzelne Plätze aufzusuchen.

Vielleicht möchtest du mit mir im goldenen Oktober auf eine einwöchige Fotoreise nach Rügen oder auf ein Wochenende in die Sächsische Schweiz mitkommen? Ruf mich doch einfach zu einem Kennenlernen-Gespräch an. Für beide Kurse gibt es jeweils noch zwei freie Plätze.

Landschaftsfotografie, Naturfotografie im Elbsandsteingebirge, Nationalpark Sächsische Schweiz

Was unterscheidet meine Workshops von anderen
und warum könnten genau die zu Dir passen?
Mein Geheimnis?

Ich schenke Dir und der Fotografie ganz viel Zeit und Aufmerksamkeit. Meine Art der Workshops und Fotospaziergänge bestehen NICHT darin, von Hotspot zu Hotspot zu hetzen, dir die Kamera einzustellen, dann Schuss und weiter zu stürmen. Ich möchte dir fotografieren vermitteln. Ich möchte, dass Du Fotografie erlebst, verstehst und woraus das „Gute Bild“ hervorgeht. Es geht nicht darum, als Erster im Ziel zu sein sondern glücklich ins Ziel zu kommen. Mit viel Muße und unter Wahrnehmung der Schönheit der Natur führe ich dich an wunderbare Orte in der Natur. Ich zeige dir, wie man genau hinschaut und die wunderbarsten Motive sehen lernt.

„Nichts Süßeres gibt es, als der Sonne Licht zu schauen“

Friedrich Schiller

Ich möchte mit Dir im Gespräch Motive mental erarbeiten. Dazu gehört es, auch mal eine Weile an einem Ort zu bleiben, ihn zu beobachten und zu genießen, die Sonne im Gesicht zu spüren, den Alltag hinter sich zu lassen und zu entschleunigen. Je nach Standort und Motiv werden in das Gespräch auch technische Tipps und Tricks fließen – je nach deinem Vorwissen –, doch sie werden nicht nach Stundenplan abgehandelt. Es gibt keine Aufgaben und keine theoretischen Abhandlungen, keine PowerPoint-Folien.

Workshop Fotokurs Naturfotografie Landschaftsfotografie Sächsische Schweiz 2018

Fragen wie „Und was machen wir jetzt, was ist der Plan…“ solltest Du dir und anderen nicht stellen, denn es gibt an jedem Ort eine Fülle an Motiven und Möglichkeiten. Du musst dich nur darauf einlassen können.

Mir ist es wichtig, dass wir eine entspannte Zeit miteinander verbringen. Das wir uns gemeinsam dem schönsten Hobby der Welt widmen, darüber Gespräche führen und uns kennen lernen. Erst dann wirst Du verstehen, warum ich wie fotografiere und wie ich meine Motive sehe. Stelle viele Fragen und hinterfrage deine Gewohnheiten. Versuche dich darauf einzulassen, neues auszuprobieren, zu spielen, kreativ zu werden. Warum fotografieren alle mit einer Sonnenblende? Muss das Motiv scharf sein? Sind Abbildungsfehler erlaubt?

Blicke aus neuer Perspektive auf Alltägliches. Lass dich vom Licht und Motiv inspirieren und probiere neue Techniken mit deiner Kamera aus. Ich bin dabei immer für dich da. Keine Frage ist zu dumm, um sie nicht zu stellen. Diskutiere mit mir und anderen, bleibe wach und offen. Finde die Balance zwischen der persönlichen Freiheit alleine zu fotografieren und dem gemeinsamen Austausch mit der Gruppe. Beides ist wichtig, wenn Du dich weiterentwickeln möchtest. Bleibe ebenso offen für eine Bildkritik, nimm das an, was dich weiterbringt. Versuche vor dem Kurs zu ergründen, was Du lernen möchtest, warum Du denkst, dass ich die Richtige für dich bin. Was ist Deine Erwartungshaltung von dir selber und zum Workshop?

Workshop Naturfotografie Sächsische Schweiz 2018

Ich biete nicht an:
– 10 Foto-Hotspots an einem Tag
– Stress, Hektik, Zeitdruck
– Schulunterricht und Hausaufgaben

Dafür bekommst Du:
– Viel Zeit geschenkt
– Entschleunigung
– Kreativität
– Tipps & Tricks zur Fotografie
– Intensive Gespräche, Austausch

Naturfotografie Workshop: Du hast Lust, mit mir im Oktober 2018 nach Rügen zu fahren, wenn die Buchenwälder sich in allen Farben präsentieren? Oder in die mystische Sächsische und Böhmische Schweiz?

Meine neue Liebe: Vintage Objektiv Trioplan100

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Wer mich kennen gelernt hat, weiß, dass ich wirklich nicht zu den Objektiv-Sammlerinnen und Objektiv-Pixelzählerinnen gehöre. Viele Jahre habe ich ausschließlich mit 50mm fotografiert und irgendwann kamen ein 20mm und ein 100mm hinzu, meistens dann wenn ich einen entsprechenden Fotoauftrag hatte und die Investition nötig war. Alle drei Objektive haben sich im Laufe der Zeit fest in mein Repertoire eingefügt und ich benutze sie jederzeit sehr gerne. Eigentlich hatte ich kein Bedürfnis nach einem weiteren Objektiv, bis ich für mein neues Fotoprojekt Anfang des Jahres auf das Vintage-Objektiv Trioplan100 von Meyer Optik Görlitz stieß. Vor ein paar Jahren wurde es mithilfe einer Crowdfunding neu aufgelegt. Ich hatte viele Fragen zu dem Objektiv, denn ganz besonders habe ich mich für die Bokehs interessiert. Ich bin ja ein Fan von besonders schönen und ausgefallenen Bokehs und kann mich dafür sehr begeistern. Von Seifenblasenbokehs hatte ich bis dahin noch nie etwas gehört und war vom ersten Moment an angetan. Gleichzeitig hatte ich auch ein wenig Angst vor dem Objektiv: Kein Autofokus. Ich hatte ja schon in einem früheren Artikel über das Problem von Unschärfen geschrieben und nun sollte ich als Brillenträgerin ganz ohne Autofokus arbeiten?

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Ich konnte mir das überhaupt nicht vorstellen. Kurz vor meiner Rügenreise hielt ich es zum ersten Mal in den Händen und ich beschloss, eine Woche lang auf meinem Workshop kein anderes Objektiv zu verwenden. Ich wollte mich der Aufgabe stellen, ganz analog wie früher zu fotografieren. Denn an der Kamera kann ich nur die Belichtungszeit einstellen, während Blende und Entfernung (Fokus) am Objektiv manuell eingestellt werden müssen. Das Objektiv kam mit einem Nikon-Anschluß, sodass ich an meiner Nikon D750 keinen Adapter brauche.

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Und da ich unbedingt Seifenblasenbokehs erzeugen wollte, fotografierte ich überwiegend mit einer geöffneten Blende von f2.8. Das Objektiv ist bei dieser Blendeneinstellung so lichtstark, dass meine minimalste Verschlußzeit von 1/4000s oft kaum ausreichte und ich mir wünschte, eine Kamera mit einer kürzeren Verschlußzeit zu haben (mit ein, zwei Augen schaue ich schon seit einigen Monaten auf die Nikon D850 mit 1/8000s und 153 Meßfeldern). Dank RAW und Lightroom konnte ich aber die Überbelichtung händeln, wobei es an einigen Stellen im Foto von mir auch gewünscht war. Überbelichtung heißt ja nicht, dass ein Foto kaputt oder nicht richtig ist. Über- als auch Unterbelichtung sind für mich Stilmittel um mich auszudrücken, die Welt so zu zeigen, wie ich sie gesehen habe.

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Was für mich anfänglich schwierig/anders war, war der Mindestabstand zum Motiv von über einem Meter. Normalerweise bin ich 30cm gewöhnt und nun mussten es mehr als ein Meter sein, um überhaupt scharf stellen zu können. Da die Kamera auch unter der Mindestentfernung auslöst, war es für mich nicht so einfach, ob die Schärfe wirklich an den Stellen saß, wo ich sie hin haben wollte. Hier musste ich komplett umdenken und anders agieren. Doch am Ende hat es meinen Blick verändert. Ich bin heute dem Objektiv dankbar, dass ich persönlich aus meiner festgefahrenen Blickrichtung herausgezwungen wurde.

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Zehn Jahre 50mm haben mich doch sehr geprägt und der innere Widerstand aus meiner Komfortzone herauszukommen war groß. Der Autofokus saß die letzten Jahre perfekt, ich wusste den Sucher/das Display zu beurteilen und alles war mir in Fleisch und Blut übergegangen.

An meinem ersten Workshoptag auf Rügen war alles anders. In der ersten Stunde fühlte ich mich in meine Anfängerjahre zurückversetzt, mit dem Unterschied, dass ich heute weiß, was ich einstellen muss. Aber das Gefühl mit dem Objektiv zu arbeiten, ist völlig anders. Die Bedienung, die Beurteilung der Schärfe im Sucher und anschließender Begutachtung im Display haben das Arbeiten völlig verändert.Ich wusste vom Hersteller, dass das Objektiv – und es heißt nicht umsonst Vintagelense – zu „spontaner Unschärfe“ neigt – im Laufe der Woche wurde dies zu unserem geflügelten Workshopslogan.

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Die Fotografien sind nicht perfekt scharf, aber sie haben etwas Besonderes. Etwas was man nicht in Photoshop simulieren kann. Und das macht das Arbeiten so intensiv, so spannend. Man weiß nicht, was wirklich dabei herauskommt. Man sieht ein Motiv, beurteilt das Licht und dann entstehen Fotos, die man vorher komplett anders eingeschätzt hat. Das macht das Objektiv so liebenswert, so andersartig. Am Ende waren die Seifenblasenbokehs zweitrangig. Es war für mich nicht mehr wichtig, ob ich sie einfangen kann oder nicht.

Hast Du Fragen zum Objektiv oder hast Du Lust zusammen bei mir einen Naturfotografie-Workshop zum Trioplan100 zu besuchen, dann schreib mir oder ruf mich an.

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Über meine Art der Workshops

Rügen, Ostsee, Naturfotografie, Workshop, Fotoreise, Insel, Naturfoto

Was unterscheidet meine Workshops von anderen und warum könnten genau die zu Dir passen? Mein Geheimnis?

Ich schenke Dir und der Fotografie ganz viel Zeit und Aufmerksamkeit. Meine Art der Workshops und Fotospaziergänge bestehen NICHT darin, von Hotspot zu Hotspot zu hetzen, dir die Kamera einzustellen, dann Schuss und weiter zu stürmen. Ich möchte dir fotografieren vermitteln. Ich möchte, dass Du Fotografie erlebst, verstehst und woraus das „Gute Bild“ hervorgeht. Es geht nicht darum, als Erster im Ziel zu sein sondern glücklich ins Ziel zu kommen. Mit viel Muße und unter Wahrnehmung der Schönheit der Natur führe ich dich an wunderbare Orte in der Natur. Ich zeige dir, wie man genau hinschaut und die wunderbarsten Motive sehen lernt.

„Nichts Süßeres gibt es, als der Sonne Licht zu schauen“

Friedrich Schiller

Rügen, Ostsee, Naturfotografie, Workshop, Fotoreise, Insel, Naturfoto

Ich möchte mit Dir im Gespräch Motive mental erarbeiten. Dazu gehört es, auch mal eine Weile an einem Ort zu bleiben, ihn zu beobachten und zu genießen, die Sonne im Gesicht zu spüren, den Alltag hinter sich zu lassen und zu entschleunigen. Je nach Standort und Motiv werden in das Gespräch auch technische Tipps und Tricks fließen – je nach deinem Vorwissen –, doch sie werden nicht nach Stundenplan abgehandelt. Es gibt keine Aufgaben und keine theoretischen Abhandlungen, keine PowerPoint-Folien.

Fragen wie „Und was machen wir jetzt, was ist der Plan…“ solltest Du dir und anderen nicht stellen, denn es gibt an jedem Ort eine Fülle an Motiven und Möglichkeiten. Du musst dich nur darauf einlassen können.

Rügen, Ostsee, Naturfotografie, Workshop, Fotoreise, Insel, Naturfoto

Mir ist es wichtig, dass wir eine entspannte Zeit miteinander verbringen. Das wir uns gemeinsam dem schönsten Hobby der Welt widmen, darüber Gespräche führen und uns kennen lernen. Erst dann wirst Du verstehen, warum ich wie fotografiere und wie ich meine Motive sehe. Stelle viele Fragen und hinterfrage deine Gewohnheiten. Versuche dich darauf einzulassen, neues auszuprobieren, zu spielen, kreativ zu werden. Warum fotografieren alle mit einer Sonnenblende? Muss das Motiv scharf sein? Sind Abbildungsfehler erlaubt?

Rügen, Ostsee, Naturfotografie, Workshop, Fotoreise, Insel, Naturfoto

Blicke aus neuer Perspektive auf Alltägliches. Lass dich vom Licht und Motiv inspirieren und probiere neue Techniken mit deiner Kamera aus. Ich bin dabei immer für dich da. Keine Frage ist zu dumm, um sie nicht zu stellen. Diskutiere mit mir und anderen, bleibe wach und offen. Finde die Balance zwischen der persönlichen Freiheit alleine zu fotografieren und dem gemeinsamen Austausch mit der Gruppe. Beides ist wichtig, wenn Du dich weiterentwickeln möchtest. Bleibe ebenso offen für eine Bildkritik, nimm das an, was dich weiterbringt. Versuche vor dem Kurs zu ergründen, was Du lernen möchtest, warum Du denkst, dass ich die Richtige für dich bin. Was ist Deine Erwartungshaltung von dir selber und zum Workshop?

Ich biete nicht an:
– 10 Foto-Hotspots an einem Tag
– Stress, Hektik, Zeitdruck
– Schulunterricht und Hausaufgaben

Dafür bekommst Du:
– Viel Zeit geschenkt
– Entschleunigung
– Kreativität
– Tipps & Tricks zur Fotografie
– Intensive Gespräche, Austausch

Naturfotografie Workshop: Du hast Lust, mit mir im Oktober 2018 nach Rügen zu fahren, wenn die Buchenwälder sich in allen Farben präsentieren? Dann ruf mich zu einem Kennenlernen-Gespräch an.

Erinnerungen: Ein Sommertag am Meer

Middelhagen, Mönchgut, Ostsee, Rügen

Sommerferien 2017 ade. Wie unglücklich waren wir am letzten Wochenende, als wir von Rügen durch einen kilometerlangen Stau nach Hause fuhren und wussten, dass die Sommerferien schon wieder vorbei sind und mein Sommertag am Meer nur noch Erinnerungen auf Papier sind.

Ich möchte dir gerne von Rügen erzählen. Anfangs hatte ich ein wenig Bedenken, mitten in der Hochsaison auf die Insel zu fahren. Zuletzt war ich in den 1990er Jahren im Sommer auf Rügen gewesen und die letzten Jahre kannte ich die Insel nur im Winter. Nun, was das Verkehrschaos im Sommer auf der Insel betrifft, hat es meine Vorstellungen noch übertroffen. Es ist unglaublich, welche Staus sich bilden. Wer noch nie auf Rügen war: Es gibt verkehrstechnisch so gut wie keine Ausweichmöglichkeiten, sodass sich alles auf wenigen Strassen bewegt.

An unserem Anreisetag war ich schon nachmittags auf der Insel und ich wurde mit einer grandiosen malerischen Gewitterlandschaft begrüßt. Die ersten Bilder sind entstanden und wie schrieb ich bei Instagram „Caspar David Friedrich hätte es nicht schöner malen können“. Die Farben haben mich einfach überwältigt. Ich fühlte mich sofort heimisch.

Wettertechnisch ging es die eine Woche durcheinander zu. Von reinstem Badewetter bis hin zum kalten Regentag war alles dabei.

Instagram
So war ich zufrieden, als am Tag meiner Ausstellungseröffnung es nicht besonders schön war und viele Besucher im Naturerbezentrum waren. Auch diesen Ort kenne ich nur im Winter und ich war geflasht, was dort im Sommer los ist. Nach vielen Stunden hingen meine Bilder und ich habe mich sehr über meine Besucher gefreut und das wir so tolle Gespräche vor Ort hatten.

Ostsee, Rügen, Sommer, Strand

In den Tagen zwischen Ausstellungseröffnung und Workshoptag verbrachten wir unsere Zeit am Strand, auf Wanderungen im Mönchgut und ich besuchte im Nationalpark Jasmund Sabine und Thomas, die im September die Sommerakademie ausrichten. Es war toll die beiden persönlich zu treffen und zu schauen, wie es vor Ort aussieht.

Die beiden wohnen direkt in der Nachbarschaft zum Nationalpark und haben einen ganz zauberhaften Ort mitten in der Natur geschaffen. Jetzt freue ich mich umso mehr, dass ich im September die Fotografiegruppe anleiten darf, schon alleine bei den beiden im Garten gibt es Millionen Fotomotive. Es gibt noch einen freien Platz in einer wunderbaren künstlerischen Gemeinschaft.

Wenn du dir spontan Urlaub nehmen kannst, dann komm mit. Informationen zum Rahmenprogramm findest du unter www.sommerakademie-ruegen.de

Leider ging die Woche schneller vorbei als ich schauen konnte und schon war der Workshoptag am Freitag angebrochen. Wir haben uns vormittags am ältesten Gasthofs Rügen getroffen und von dort ging zu Fuß in das Naturschutzgebiet Mönchgut. Das liegt ganz im Südosten Rügens, etwas abseits des Touristenstroms und einzigartig in seiner Flora und Fauna.

Als wir das Naturschutzgebiet betraten, stoppte ich die Gruppe und sagte „Ab hier beginnt das Paradies“. Tage zuvor hatte ich es schon bewandert und wusste, was uns erwartete: Alice im Wunderland hätte es nicht schön gedeihen lassen. Meterhoch wächst die wilde Möhre und bildet einen mystischen Miniwald. Über all blüht es: Blumenwiesen in allen Farben. Und alleine der Ausblick auf die wunderbare Ostsee, wenn sie in ihren blauen, grünen und türkisen Farben leuchtet.

Aufgrund des starken Windes konnten wir keine Seeadler beobachten. Ebenso waren die vielen Blumen und Blüten aufgrund des Windes schwierig zu fotografieren, sodass aus der Not eine Tugend gemacht wurde und verwischte Blumenwiesen aufgenommen wurden.

* Super Gadget Tipp für grelles Licht *
Dank Mirko, der als echter Insulaner meinen Workshop begleitete, hatten wir bei dem grellen Licht einen Viewfinder dabei. Ich kannte bisher dieses wirklich sinnvolle Gadget nicht. Wie oft habe ich meine Kamera unter meine Jacke gehalten, um bei grellem Licht etwas auf dem Display sehen zu können. Mit der Sucherlupe ist das nun Geschichte :-)

Die vielen Wassersportler auf dem Bodden waren begeistert. Es war eine Freude den Kitesurfern bei ihren meterhohen Sprüngen zuzuschauen und zum ersten Mal in meinem Leben dachte ich, dass ich das auch unbedingt mal machen möchte, so hoch über den Meer zu fliegen.
Nach der Wanderung im Mönchgut gab es die Gelegenheit für ein frisch gefangenes Fischbrötchen und einem richtig guten Kaffee und selbstgemachten Kuchen.

Middelhagen, Mönchgut, Ostsee, Rügen, Workshop

In der zweiten Hälfte des Workshops fuhren wir eine kurze Strecke nach „Klein Zicker“, das am südöstlichsten Ende Rügens liegt. Während der Vormittag sonnig und windig war (inkl. Sonnenbrand), zogen am späten Nachmittag Regenwolken auf, die sich mit Sonne und Wolken minütlich abwechselten. Eine grandiose Ostseekulisse erwartete uns bei diesen Lichtverhältnissen, sodass die Landschaftsfotografie nun richtig zum Einsatz kam. Wellengang, Gischt, Gegenlicht, dunkle Wolken – die Ostsee machte uns fotografisch glücklich.

Rot

Ich habe mich seit langem mal wieder glücklich und entspannt gefühlt, weil nicht nur das Wetter und die Landschaft meine Vorstellungen für den Workshoptag übertroffen waren, sondern auch weil ich so nette Workshopteilnehmer dabei hatte und wir viel Spaß zusammen hatten. Leider ging der Tag viel zu schnell vorbei und seitdem hat mich auch der Alltag wieder.

Geblieben sind viele, viele Fotos, die ich sichten und aussortieren muss. Um sehr mehr freue ich mich auf die Sommerakademie im September. Mein Programm für die 10 Tage steht und ich habe neue Fotoorte mit aufgenommen. Auch ich stelle immer wieder fest, dass ich nicht alles auf Rügen kenne und das immer wieder eine Überraschung auf mich wartet.

Bildergeschichte: Schwanstein

Der Schwanstein ist der fünftgrößte Findling auf Rügen und liegt vor der Küste in Lohme. Vor Ort steht am Strand eine Gedenktafel, die die geologische Geschichte des Findlings beschreibt. Gleichzeitig erzählt diese die tragische Geschichte von drei Jungs, die auf diesem Stein in diesem Monat vor 58 Jahren gestorben sind. Vor Ort ist mir beim lesen der Geschichte eine richtige Gänsehaut entstanden, zumal mein Sohn nur wenige Meter davor mit viel Spaß Steine ins Meer geworfen hat. Noch von der Geschichte beeindruckt, bin ich wenige Meter später  auf den nassen Steinen an der Küste ausgerutscht und habe die Steinstrandwanderung mit einem kaputten Knie aufgegeben. Auf dem Weg die Steilküste wieder hinauf, konnte ich von oben auf den Schwanstein schauen und dachte dabei an die traurige Geschichte der drei Jungen. Es ist kaum vorstellbar, liegt der Stein doch nur wenige Meter vom Strand entfernt im Wasser und heute schien die Sonne auf den Stein und das Meer war glatt wie ein Spiegel. Das es um dieses Jahreszeit auch anders aussehen kann und ich Fotowanderungen aufgrund von Schnee und Eis aufgeben musste, habe ich im letzten Winter auf Rügen erlebt. Und während ich auf den Schwanstein schaute, schwammen drei wunderschöne Salzwasserschwäne auf den Stein zu. Was für ein schönes Bild für die drei Jungs, die dort ihr Leben lassen mussten. Jetzt werden ihre Seelen von den Schwänen bewacht…

Die Tragödie um den Findling Schwanstein von Lohme
Am 13. Februar 1956 ereignete sich auf dem Schwanstein eine schreckliche Tragödie. 2 Kinder aus dem damaligen Lohmer Kinderheim und ein Junge aus dem Dorf gingen auf die leicht zugefrorene Ostsee.
Als plötzlich ein orkanartiger Sturm aufkam und das Eis brechen ließ, suchten die Kinder Schutz auf dem Schwanstein. Von Land aus beobachtete der Fischersohn Freese die Kinder auf dem Findling und alarmierte den Wachtmeister von Lohme, der umgehend Hilfe anforderte.
Der Stein ist bei ruhigem Meer etwa 20m vom Ufer entfernt. Einheimische Fischer, Grenzsoldaten aus Lohme, Sowjetische Soldaten aus Ranzow und weitere Hilfskräfte gelang es nicht sich gegen den starken Sturm und die hohe Brandung der Ostsee durchsetzen. Am frühen Morgen des 14. Februar 1956 herrschte dann Windstille und die Sonne schien. Erst jetzt gelang es die 3 zu einem Eisblock erstarrten Kinder zu bergen. Die Kinder wurden auf dem Friedhof von Nipmerow beerdigt. Auf Initiative von ehemaligen Kindern des Kinderheimes Lohme wurde nach 39 Jahren das Grab am 14.Februar 1995 mit einem Grabstein versehen.

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