Kategorie: Fotografie

Weihnachtsaktion: Naturfotografie mit dem Smartphone

Weihnachtsaktion: Buch + E-Book Naturfotografie mit dem Smartphone

Taschenbuch + E-Book im Bundle

Suchst du nach einem Weihnachtsgeschenk? Wenn du bis zum 7.12.2020 mein Taschenbuch „Naturfotografie mit dem Smartphone“ bestellst, erhälst du das gleichnamige E-Book (PDF) kostenlos dazu.

Diese Aktion gilt nur bis zum 7.12.2020 (Nikolaus)

Mein Vorstellungsvideo ist online: Gefühl und Verstand – Naturfotografie

Bitte unterstütze mein neues ökologisch u. nachhaltig produziertes Naturfotografie-Buch "Gefühl & Verstand" mit deiner Vorbestellung © Jana Mänz

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Vielleicht konnte ich dich nun überzeugen, mit deiner Vorbestellung mein Buchprojekt zu unterstützen. Dazu brauchst du dich nur in meine Liste der Vorbesteller eintragen. Momentan habe ich schon 236 Unterstützer*innen von 300 gewinnen können und ich würde mich freuen, wenn du mein Buchprojekt mit deinen Fotofreunden teilen würdest, sodass ich im Sommer Buchdruck und Binderei realisieren kann.

Bitte teile meinen Youtubelink [https://youtu.be/CkYYD30_taE] in deinen Netzwerken. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich das Buch realisieren könnte.

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Hier kannst du dich die
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Wilde Orchideen – die wahren Königinnen unter den Blumen

Grünliche Waldhyazinthe

Als junge Jenaer Studentin der Geographie gehörte es zum guten Ton, während der Studienzeit mindestens einmal eine Orchideenwanderung in den Muschelkalkhängen im Leutratal besucht zu haben. Das ist nun weit über 20 Jahre her und was mir am deutlichsten in Erinnerung geblieben ist, ist folgende Geschichte:

Vor vielen Jahren habe ich im Frühling eine geführte Orchideenwanderung im Leutratal bei Jena besucht. Die zum Teil sehr seltenen Orchideen wachsen an den Muschelkalkhängen innerhalb des Naturschutzgebietes. Sie sind teilweise so klein und unscheinbar, dass man sie ohne fachkundliche Führung nicht finden würde. Wir waren in einer größeren Gruppe unterwegs, und sobald eine Orchidee gefunden war, wurde sie ausführlich erklärt. Alle hielten Abstand und bildeten einen Kreis um die Blüte. Und dann passierte das Unglaubliche: Nachdem die Erklärung zu Ende war und es weiterging, trampelten einige aus der Gruppe die Orchidee nieder. Sicherlich nicht aus Bösartigkeit, sondern eher aus Gedankenlosigkeit.“ Aus „Naturfotografie mal ganz anders“, S.13

Orchideenwiese NSG Leutratal mit Blick auf die Leuchtenburg
Orchideenwiese NSG Leutratal mit Blick auf die Leuchtenburg

Wann blühen Orchideen?

Nachdem ich Jena verlies, vergaß ich die Orchideen. Wieder entdeckt habe ich sie, als ich durch Zufall eine wilde Orchideenwiese auf der Insel Rügen fand. Hier fotografierte ich das Breitblättrige Knabenkraut auf einer Feuchtwiese. So erinnerte ich mich an die wilden Orchideen in Thüringen und seitdem lassen sie mich nicht mehr los. Denn das Naturschutzgebiet Leutratal bei Jena ist nicht der einzige Standort in meiner Region. Nur wenige Kilometer weiter, im Unstrut-Tal bei Naumburg (Sachsen-Anhalt) befindet sich das Naturschutzgebiet „Tote Täler“, in dem eine Vielzahl an wilden Orchideen wachsen.

Jetzt, Ende April blühen schon die ersten Orchideen. Aufgrund der warmen Temperaturen hat die Orchideenblüte zwei bis drei Wochen eher begonnen. Das wäre an sich nicht weiter tragisch, wenn nicht der Regen fehlen würde. So vertrocknen die Blüten und Blätter, bevor sie sich vollständig entwickelt haben. Die Hauptzeit der Orchideenblüte ist im Mai, Juni und es gibt vereinzelt Arten die Ende August, Anfang September blühen.

Wilde Orchideen – die wahren Königinnen unter den Blumen
Orchideenpfad NSG „Tote Täler“ mit Blick auf das Unstrut-Tal

Wo genau wachsen die Orchideen?

Ich kann verstehen, dass du an dieser Stelle wissen möchtest, wo genau die Orchideen zu finden sind. Doch ich möchte die Stellen nicht verraten. Obwohl viele Arten vom Aussterben bedroht sind, werden sie nach wie vor ausgegraben oder beim fotografieren zertrampelt. Dabei bringt das Ausgraben für den heimischen Garten gar nichts. Denn das Gedeihen der jeweiligen Flora hängt von der Bodenbeschaffenheit, den Temperatur- sowie Lichtverhältnissen sowie dem Wasserhaushalt ab. Daher wachsen einige Orchideenarten im schattigen, kühlen Wald, andere auf Trockenrasen in der direkten Sonne und andere auf Feuchtwiesen.

Zudem haben Orchideen eine Besonderheit: Sie gehen eine lebenswichtige Symbiose mit Pilzen (Mykorrhiza) ein. Diese ist für Orchideen deshalb lebenswichtig, da diese viele winzige Samen produzieren, die jedoch kein Nährgewebe enthalten. Daher sind Orchideen zur Keimung auf einem Wurzelpilz angewiesen.

Ich möchte dich darum bitten, eine offizielle Orchideenführung zu buchen (in diesem Jahr fallen sie leider wegen Corona aus, aber im nächsten Jahr bestimmt). In Jena möchte ich dir Dr. Matthias Müller, Orchideenführer ans Herz legen. Im Naturschutzgebiet „Tote Täler“ bei Freyburg führt Geo-Naturpark Gästeführerin Gisela Röder durch das Orchideengebiet.

Beiden Naturschutzgebieten (teilweise ehemalige Truppenübungsplätze) ist gemein, dass sie sehr groß sind und man unterwegs, vor allem an warmen Tagen, ganz viel zu Trinken mitnehmen sollte. Unterwegs gibt es keine Möglichkeit, Lebensmittel zu kaufen. Die Wege sind nicht beschwerlich und auch für ungeübte Wanderer zu laufen, aber man muss viele Kilometer gehen. Gute Wanderschuhe, Sonnenschutz und viel Wasser sind daher Pflicht!

Wilde Orchideen – die wahren Königinnen unter den Blumen
Purpur-Knabenkraut

Zur Fotografie von Orchideen

Orchideenblüten zu fotografieren ist – ich sag es mal so salopp – an sich keine Kunst. Was die fotografische Arbeit erschwert, sind die Standorte. Man kann nicht einfach zu den Pflanzen gehen. Man würde dabei weitere Orchideenpflanzen oder andere Wildblumen und Pflanzen zertrampeln. Auch, wenn du dir nichts dabei denkst und nichts Böses im Schilde führst – jegliches Betreten einer Wiese richtet unermesslichen Schaden an. Und Schutzgebiete werden einzig und allein zum Schutz, zur Erhaltung der Natur eingerichtet. Es ist daher gar nicht so einfach, Standorte zu finden, an denen man die Blüten ungehindert fotografieren kann. Viele Arten wachsen im Schatten anderer Pflanzen, sodass das optische Freistellen nicht so einfach ist.

Noch schwieriger wird es, wenn die Witterungsverhältnisse, als Licht, Wind usw. nicht passen. Aus diesem Grund habe ich es auch noch nicht geschafft, alle Orchideenarten, die in meiner Region wachsen, zu portraitieren. Zugern würde ich eine Bienen-Ragwurz sehen. Die Bedingungen und Standorte wechseln von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr wird die Trockenheit, die nun schon ins dritte Jahr geht, den Orchideen sehr zu schaffen machen.

Wilde Orchideen – die wahren Königinnen unter den Blumen
Fliegen-Ragwurz

Zudem sind Orchideen nicht immer in ihrer Blüte perfekt. Gerade bei den Knabenkräutern muss man suchen, bis man eine Pflanze in voller Blüte findet. Oft sind schon Teile verblüht. Einige Orchideenarten, wie die Vogel-Nestwurz sind nicht besonders fotogen. Andere wiederum so unauffällig, das man kaum vermuten würde, dass diese unscheinbare Pflanze eine Orchidee sein sollte.

Tipp: An dieser Stelle möchte ich auf Marco Klüber in der Rhön verweisen, der ein Buch zum gleichnamigen Thema veröffentlicht hat und auf seiner Webseite alle einheimischen Orchideen mit wunderschönen Orchideenfotos erklärt.

Da ich keine Botanikerin bin, war es mir auch nicht wichtig, die Orchideen in ihrer Gesamtheit darzustellen. Mir persönlich geht es nicht darum, dass man die Orchideen-Pflanzen anhand ihrer Blätter und Blüten in ihrer Ausprägung bestimmen kann (Hier findest du alle Orchideenarten in Deutschland im Überblick). Vielmehr war es mir ein Anliegen, die Orchideen in ihrer Schönheit, in ihrer einzigartigen Ästhetik darzustellen.

Fotografiert habe ich die Pflanzen mit einem 100mm Makroobjektiv 2.8 von Tokina*. Dabei liebe ich es, mit der geöffneten Blende und einem Wechselspiel zwischen Schärfe und Unschärfe zu experimentieren. Fotografieren tue ich immer ohne Blitz, Stativ und ohne optische Aufheller. Nur in der Bildbearbeitung habe ich Bereiche des Bildes aufgehellt oder abgedunkelt. Dabei stelle ich die Orchideen nicht farbgetreu dar, da ich die Farbstimmung eher meinem Bauchgefühl anpasse und weniger an die Botanische Exaktheit.

Frauenschuh
Frauenschuh

Wenn ich auf den Pfaden der Orchideen unterwegs bin, dann habe ich wenig Technik dabei. Ich mag es so puristisch wie möglich, zumal meine Fotoausrüstung in ihrer Gesamtheit sehr schwer ist. Die Naturfotografie ist nur ein Teil, viel wichtiger ist mir das Genießen der Natur. Das Abschalten. Ich setze mich unwahrscheinlich gerne einfach hin und schaue in die Landschaft. Genieße die Naturgeräusche, halte Ausschau nach Sing- und Greifvögeln, Wildtiere, Schmetterlinge und anderen Insekten. Es geht mir nicht darum, das Naturschutzgebiet in einem schnellen Tempo zu durchqueren, immer auf der Suche nach dem „Besten Schuss“.

Ich bin immer verwundert, wenn andere Besucher an mir vorbei rennen und sich vielmals dabei lautstark unterhalten. Wie will man dabei die Schönheit der Natur aufnehmen? Gerade weil manche Orchideen-Arten so klein und unscheinbar sind, laufen viele an ihnen vorbei. Die Spinnen-Ragwurz ist so klein, auch ich habe sie auf den Wiesen erst auf den dritten oder vierten Blick wahrgenommen. Das Bleiche Waldvöglein wächst im schattigen Wald, an Stellen, wo man keine Orchideen vermuten würde. Daher ist so wichtig auf den Wegen zu bleiben, denn aus Unwissenheit und Unachtsamkeit würde man schnell diese kleinen Orchideen niedertrampeln.

Daher nimm dir auf deinen ersten Orchideen-Wanderungen unbedingt einen kundigen Orchideenführer mit. Die Wanderungen sind lehrreich und kurzweilig und es bleibt – wenn man sich vorher mit den Orchideenführern abspricht – auch genügend Zeit Fotos zu machen. Viele Freude bei deiner nächsten Fotowanderung und wenn du Fragen hast, dann schreib mir.


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Warum Naturfotografie glücklich macht

Warum Naturfotografie so glücklich macht

Vielleicht geht es dir ähnlich wie mir: Draußen ist ein wunderschöner Frühlingsanfang. Jeden Morgen singen in der aufgehenden Sonne lautstark die Amseln ihr Balzlied und in wenigen Wochen werden sicherlich unterhalb meiner Terrasse kleine Amselbabys geschlüpft sein. In meinem Garten stehen die Tulpen in ihrer schönsten Blüte. Alles scheint wie immer und trotzdem liegt ein dunkler Moment über allem. Ich kann das so schlecht beschreiben und irgendwie erinnert mich die Situation an die 1980er Jahre, als Tschernobyl seine unheilvollen Schatten voraus warf. Ich mache mir viele Gedanken darüber, wie es „danach“ weitergehen soll. Einerseits empfinde ich diese Situation als einmalige Chance, viele gesellschaftliche Dinge besser zu machen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, das es „danach“ irgendwie noch schlimmer werden könnte, als es jetzt schon ist. Das wir weiterhin unsere Natur zerstören, das wir uns noch mehr in Arbeit und Konsum verstricken und vergessen, das wir ein Teil der Natur sind und die kleinen Dinge des Alltags uns glücklich machen.

Ostsee, Polen

Am Wochenende wurde ich von einem Kollegen gefragt, was in diesen Zeiten meine Glücksgeschichte sei. Ich wusste erst einmal keine Antwort darauf.

Was ist Glück?

Die Frage nach dem Glück ist eine der schwierigsten Fragen überhaupt. Was ist Glück und was macht uns glücklich? Heutzutage wird Glück oft mit Konsum gleichgesetzt: Viele Marketingstrategien sind so konzipiert, dass dem Käufer versprochen wird, mit der neuen Kamera, mit dem neuen Objektiv glücklich zu werden. Doch jeder weiß, dass das Glück nur von kurzer Dauer ist. Vielfach verschwinden die Gegenstände nach kurzer Zeit ungesehen in Schubladen und Schränken und oft wird vergessen, dass man sie überhaupt besitzt. Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung und wie oft bin ich beim aufräumen auf Dinge gestoßen, von denen ich nicht mehr wusste, dass ich sie überhaupt besitze.

Ostsee, Polen

Die andere Frage ist: Können uns andere Menschen glücklich machen, brauchen wir andere Menschen zum Glücklich sein? Partner, Eltern, Kinder, Freunde? Ich würde die Frage mit janein beantworten. Es gibt viele Momente, wo uns andere Menschen glücklich machen können. Mit einer Umarmung, beim zuhören, bei gemeinsamen Erlebnissen. Wenn ich zurück schaue, sehe ich viele Situationen vor mir, in denen ich mit meiner Familie und Freunden viele glückliche Momente hatte.

Warum Naturfotografie glücklich macht

Aber was ich ganz genau weiß, ist, dass mich das Fotografieren, vor allem in der Natur, glücklich macht. Woran mache ich das fest? Es ist zum einen die Bewegung an der frischen Luft. Das Einatmen von Gerüchen. Ich liebe den Geruch von Wäldern, von dem Meer. Das würzige Harz, der Geruch von feuchten Waldböden oder einer warmen salzigen Seebriese. Ich liebe die Geräusche: Der Wind der durch die Bäume weht. Das Vogelgezwitscher, das Rufen der Eule oder dem Hirsch in der Dämmerung, das rauschen der Wellen. Jetzt im Frühsommer, wenn die Bienen summen und die Glühwürmchen in der Dunkelheit leuchten. All diese Dinge machen mich glücklich und dies mit der Kamera festzuhalten insbesondere.

Rot

Ich kann mit meiner Kamera meinen Gefühlen Ausdruck verleihen, ob freudige oder melancholische Momente und wenn ich bei der Fotografie und der Bildbearbeitung in einen Flow komme, fülle ich mich sehr erfüllt. Das Wechselspiel zwischen der Fotografie in der Natur und der Bearbeitung zu Hause am PC möchte ich nicht missen – beides gehört für mich zusammen. Vor allem, wenn ich meine positiven Gefühle aus der Natur in die Bildbearbeitung in Form von Farbe und Lichtstimmung darstellen kann. Zudem liebe ich es, in der Natur mit der Kamera kreativ zu spielen. Und es macht mich besonders glücklich, wenn ich auf meinen Fotos später am Bildschirm kleine Dinge sehe, die mir vor Ort verborgen geblieben sind.

Ja, Naturfotografie macht mich sehr glücklich, weil ich mich dann Eins mit der Natur fühle. Meine innere Mitte finde, meine Sorgen vergessen kann und genau im Jetzt bin. Es ist egal was gestern war und morgen kommt. Jetzt ist der Moment, ein Foto zu machen, das mich erfüllt. Sie mit allen Sinnen genießen und abschalten. Die Natur ist so wunderschön, zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter. In diesen Momenten brauche ich keinen Menschen um mich drumherum. Auch das Alleinsein macht mich glücklich. Ich muss mich niemanden beweisen, muss mich nicht verstellen, ich darf so sein wie ich bin. Die Natur nimmt mich so wie ich bin.

Ostsee, Polen

Einen der glücklichsten Momente hatte ich, als ich im Spätsommer ganz früh alleine, nur begleitet mit meiner Hündin, in der Sächsischen Schweiz den Gambrig bestieg, von dem ich in dem Moment nicht wusste, welche kulturgeschichtliche Bedeutung er verbirgt. Im Tal stieg der Nebel auf und die Landschaft war in einem ganz besonderen Glanz gehüllt. Ein unglaubliches Erlebnis, bei dem ich bis heute beim Anblick der Bilder eine Gänsehaut verspüre.

Die ausführliche Geschichte habe ich in meinem neuen Buch „Gefühl und Verstand – Naturfotografie“ niedergeschrieben.

Um zurück auf meinen Kollegen zu kommen, der nach einer Glücksgeschichte fragte. Was ist deine Glücksgeschichte? Magst du sie mit mir und anderen Teilen? Ich freue mich auf deine Antwort.

Eine wunderschöne Woche und bleib Gesund!

Vom Unheimlichen, Numinosen und Geheimnisvollen – Die Eibe

Naturfotografie Vom Unheimlichen, Numinösen und Geheimnisvollen – Die Eibe

In unserer Gesellschaft sind wir immer auf das Suche nach dem Besonderen, dem Neuen, dem Außergewöhnlichen. Das führt dazu, dass wir oft Traditionelles und Althergebrachtes als langweilig einstufen und es wenig oder gar nicht mehr beachten. Ich kann verstehen, dass gerade das Fremdartige einen unwiderstehlichen Reiz auf uns ausübt. Unser Auge nimmt dann Dinge war, die es zuvor noch nie gesehen hat. Neue Empfindungen in Formen von Gerüchen, Farben, Formen usw. strömen auf uns ein. Doch wie so soft langweilt uns das Neue auch sehr schnell wieder und man wendet sich anderen Dingen zu. So habe ich mir u.a. mit dem Besuch der Niagara Fälle in Canada oder den Pyramiden in Ägypten langgehegte Träume erfüllt.

Diese Reisen sind schon einige Jahre her, damals gab es noch kein Social Media und ich habe noch analog auf Film fotografiert. Ich kannte auch nur wenige Fotografien von diesen Orten, die eine unheimliche Sehnsucht in mir ausgelöst hatten. Doch schon damals holte mich vor Ort die Realität schneller ein als ich glauben wollte: Zäune, laute Menschenmassen, hässliche Bauten bzw. Slums, Müll & Gestank, usw. Die Liste der negativen Eindrücke ist lang. Und heute? Ich möchte nicht wissen, wie sehr sich diese Orte in Zeiten des Instagramtourismus weiter verändert haben.

Darum meide ich „berühmte“ Orte, auch in Deutschland. Die Ostsee, insbesondere Rügen, Darß und Usedom, die Sächsische Schweiz, der Harz – Orte meiner Kindheit, meiner Sehnsucht haben sich an vielen Stellen zum Nachteil entwickelt. Sie sind nicht nur außerhalb der Saison überlaufen, sondern sie haben sich auch durch Ausweitung von Infrastruktur und Ferienhaussiedlungen landschaftlich sehr zum negativen verändert.

Doch was beschwere ich mich? Ich gehöre auch zu denjenigen, die gerne „die Anderen“ als Massentouristen bezeichnen. Doch am Ende gehöre auch ich zu denjenigen, die ihren Beitrag zur Umweltzerstörung leisten. Auch wenn ich das bewusst nicht machen möchte. Aus diesem Grund versuche ich die wunderschöne Landschaft meiner Region neu wert zuschätzen und in der Nähe meines Wohnortes die Natur zu fotografieren. Viele Orte erreiche ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Oft sind es nur ganz kleine Flächen, die außergewöhnlich sind. Darum werden sie übersehen oder erst gar nicht wahrgenommen.

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Rotfrüchtige Säulenflechten

Ein alter verfaulter Baumstamm, auf dem winzige rotfrüchtige Säulenflechten wachsen. Man nimmt sie erst wahr, wenn man sich auf den Baumstamm setzt und die Natur im Kleinen betrachtet. Es gibt in meiner Umgebung alte Bauernfriedhöfe, wo im Frühjahr wilder Lerchensporn oder Pechnelken in dichten Blumenteppichen wachsen. Man muss nur die Augen offen halten, vor allem wenn man die Strassen und Orte kennt und denkt, hier ist doch nichts Besonderes.

In den vergangenen Wochen gab es im Muldental dichte Schneeglöckchenteppiche, die ich so in ihrer Fülle auch noch nie gesehen habe. Vielleicht liegt es an dem viel zu warmen Winter ohne Schnee, dass die Frühjahrsblüher in diesem Jahr so üppig geblüht haben. Doch mein Augenmerk liegt nicht nur auf Pflanzen und Blumen. Mir haben es besonders Bäume angetan.

Im Muldental gibt es viele alte Schlösser und Burgen mit sehr alten Parkanlagen. Bäume, die vor zweihundert, dreihundert Jahren gepflanzt wurden und eine außergewöhnliche Vielfalt besitzen. Wenn heute Flächen oder Alleen neu aufgeforstet werden, dann häufig nur mit einer Baumart, die scheinbar nur nach Kostensichtspunkten ausgesucht wurden. Es ist so traurig, wie sehr unsere Kulturlandschaft verarmt. Es ist ein Trauerspiel und umso glücklicher bin ich, wenn ich alte, intakte Baumbestände finde.

Naturfotografie Vom Unheimlichen, Numinösen und Geheimnisvollen – Die Eibe

»Die Eibe hat eine dunkle Aura, das kann uns unheimlich vorkommen. Sie durchbricht den Kreislauf des lichten Lebenskreises. Sie gewährt uns einen Blick in die dunkle Seite des Seins – bis hin zum Licht, das im Dunkelsten geboren wird. Hier tut sich die Ewigkeit auf. Das ist eine Ebene jenseits von Raum und Zeit, es ist die göttliche Gegenwart. Die Eibe hilft uns, das vollständige Sein in unserem Wesen zu erfahren. Sie ist der Schwellenbaum und zeigt uns den Schlüssel aus den endlosen Kreisläufen heraus. Wir gehören zum Sein, wir sind geborgen im Urgrund, wir sind Teil des Göttlichen. Wir sind das Göttliche. Die Eibe fördert diese heilende, erlösende Erfahrung von Ganzheit.«

Wolf-Dieter Storl

Ich liebe alte Eibenbäume. Wenn ich es erwähne, wird sofort ungnädig auf die Giftigkeit hingewiesen. Das stimmt, aber wie so alles in unserer Natur sind gerade diese Bäume wichtig und nützlich. An der Eibe ist bis auf das rote Fruchtfleisch alles giftig. Vor allem die Samen, Zweige bis hin zur Rinde. Sie enthalten das Gift Taxin. Wildtiere wie Eichhörnchen, Siebenschläfer, Hasen, Rehe und Rothirsche vertragen dieses, während schon eine geringe Menge des Giftes beim Menschen zu Atemlähmung und Herzversagen führt.

Naturfotografie Vom Unheimlichen, Numinösen und Geheimnisvollen – Die Eibe

Vielleicht war es der Respekt vor der Giftigkeit der Pflanze oder ihr etwas düsteres Erscheinungsbild, das sie schon in der Antike als Baum des Todes und der Unterwelt galt. Der Weg in den Hades, das Reich der Toten, ist in der griechischen Mythologie von Eiben gesäumt. Der griechische Arzt Dioscurides warnte angeblich davor, unter dem Schatten einer Eibe zu sitzen.

Die Kelten verehrten den Baum als heilig. Pfeile mit Eibengift wurden seit jeher verwendet und angeblich trug auch „Ötzi“, der vor 3000 Jahren in den Alpen verunglückte, einen Pfeil aus Eibenholz bei sich.

Den Germanen signalisierten Eiben Tod, ewiges Leben und Wiedergeburt. Auch heute noch sind die immergrünen Nadelbäume auf unseren Friedhöfen und Parkanlagen vertreten. Denn sie ist die älteste und schattenverträglichste Baumart Europas und erreicht selten Höhen über 20 m. Eiben wachsen sehr, sehr langsam und können weit über tausend Jahre alt werden. Die älteste Eibe Deutschlands steht im Allgäu. Sie wird auf ca. 2.000 Jahre geschätzt und hat einen Stammdurchmesser von etwa einem Meter.

Heute stehen Eiben aufgrund jahrhundertelanger Übernutzung auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. In meiner Region habe ich auf einem Spaziergang in einem alten Park, der vor ca. 300 Jahren angelegt wurde, alte verknöchterte Eibenbäume gefunden. Ihre mythologische Bedeutung habe ich wohl vor Ort erahnt, denn diese Bäume haben einen ganz besonderen Zauber.

Auf den ersten Blick sehen sie unspektakulär aus, doch sie sind ein schönes Beispiel dafür, dass man sich die Zeit nehmen sollte, sie näher zu betrachten. Die Nadelzweige sehen mit ihren roten kleinen weiblichen Samenfrüchten wie Miniatur-Weihnachtsbäume aus.

Naturfotografie Vom Unheimlichen, Numinösen und Geheimnisvollen – Die Eibe

Doch noch viel aufregender ist die giftige Rinde am Stamm. Die Natur hat es so eingerichtet, dass Farben eine Signalwirkung haben. Beim Eibenstamm hat sie sich besonders viel Mühe gegeben.  So eine Farbenpracht, die sich wohl im Laufe der Jahrhunderte erst bildet. Denn bei jungen Eibenpflanzen habe ich diese Farbvielfalt noch nicht gesehen und wie in Pflanzenlexikas beschrieben, haben sie eine bräunliche Farbe. Besonders deutlich bilden sich die Farben heraus, wenn es vorab geregnet hat.

 Eiben fotografisch in Szene zu setzen ist nicht ganz so einfach. Vor allem wenn man die Farben des Stammes und der Früchte optisch herausarbeiten möchte. Viel warmes Licht und die Konzentration auf die Details sind der Schlüssel zum Erfolg. Schau mal in den kommenden Wochen, ob du nicht auch in deiner Region alte Eibenbäume findest.

Dir eine wunderbare Woche

Neu in der Bilddatenbank: Homeschooling

Deutschland, Homeschooling, Sachsen, Schule, e-Learning, lernen

Ich habe in den letzten Tagen eine Fotostrecke zum Thema „homeschooling“ zusammengestellt, bei Interesse schreibt mir eine Nachricht. Die Bilder kann man direkt bei mir beziehen oder in den nächsten Tagen bei meiner Bildagentur Westend61 (inkl. Model-Release und Property-Release).

Wie geht es dir, gerade jetzt wo wir  zu Hause bleiben müssen? Wie hat sich dein Alltag verändert? Da ich schon seit fast 10 Jahren mit Beginn meiner Freiberuflichkeit von zu Hause arbeite hat sich – bis auf meine Auftragslage – für mich diesbezüglich nicht viel verändert, nur das ich jetzt tagtäglich meine Lieben um mich habe und mich mit so schönen Themen wie „Homeschooling“ befassen darf.

Jetzt habe ich unfreiwillig Zeit dafür, aber andererseits, wann hatte ich schon mal die Chance meinem Kind so nah zu sein, zu verstehen, was die Kinder da eigentlich in der Schule so alles machen? Das ist ein spannender Nebeneffekt einer verrückten Zeit. In diesem Moment begreife ich es als Chance, meinem Sohn auf eine ganz andere Art und Weise zu helfen, auch wenn er das von seiner Mama manchmal ganz schön ätzend findet.

Seine Emotionen konnte ich ganz wunderbar in einem Fotoshooting zum Thema Homeschooling für meine Bildagentur einfangen. Ich musste ihn nur nach seinen Mathe-Aufgaben fragen und schon war das Bild im Kasten :-)

Homeschooling – Spaß oder Frust?

Filmdrehorte: Auf den Spuren großer Gefühle

Drehort Teufelsmauer im Harz

Corona ist das umfassende, tagesfüllende Thema, was mich natürlich auch sehr sehr beschäftigt. Als Künstlerin lebe ich in Sachsen, dem einzigen Bundesland in Deutschland, indem der Ministerpräsident sich bisher weigert, ein Corona-Sofortgeld ohne Bedingungen an Freiberufler, Künstler und Selbstständige auszuzahlen. Ich fühle mich gegen diese Ungleichbehandlung machtlos und versuche mit meinen bescheidenen Mitteln für den Gleichbehandlungsgrundsatz zu kämpfen. Neben all den Schwierigkeiten ist es umso wichtiger, sich gute, positive Gedanken zu machen.

Vielleicht geht es dir ähnlich, jemehr mehr ich zu Hause sind, umso mehr bekomme ich Fernweh und träume vom reisen. Wie gerne wäre ich jetzt an der See, mir den kühlen Meereswind um die Nase wehen zu lassen und zu überlegen wie es nach Corona weiter gehen soll. Ich glaube nicht daran, das es im April, Mai einfach so weitergehen wird. Viele Branchen, ich denke da vor allem an die Gastronomie, die kleinen regionalen Geschäfte (Initiative kaufnebenan.de) wie auch meine Künstlergemeinschaft – stehen vor großen Problemen.

Jetzt wo wir eingeschränkt sind, merken wir erstmalig, wie privilegiert wir all die Jahrzehnte gelebt haben, oder? Vielleicht lernen wir es jetzt auf eine andere Art neu wertzuschätzen. Ich würde mir wünschen, wenn wir aus der Krise heraus wieder mehr zusammen stehen würden, uns gegenseitig unterstützen. Könnten wir alle nicht viel einfacher und reduzierter Leben? Muss es immer schneller, weiter und vor allem mehr sein?

Das Gemeine an Corona ist, das wir jetzt viel mehr Zeit miteinander verbringen könnten. Das wir uns auf die Gemeinschaft, auf Freundschaften besinnen könnten – doch genau das könnte im Moment unter Umständen lebensgefährlich werden.

Lila

Bestimmt freust du dich wieder auf die Zeit, wenn wir wieder rausgehen können. In der letzten Woche habe ich mich mit der neuen Serie Carnival Row abgelenkt. Eine sehr sozialkritische Serie die im Zeitalter des „Neoviktorianischen Steampunk“ spielt. Ein Teil wurde in den Sandsteinfelsen der Böhmischen Schweiz gedreht, während die Stadtansichten  aus Prag stammen.

Filmdrehorte aufspüren und fotografieren
Viele Filme, ob Abenteuer, Fantasie, Krimi oder Märchen, wirken erst durch die Schauplätze, an denen sie gedreht wurden. Jana Mänz hat sich auf die Suche begeben und ist auf spannende Locations gestoßen, teils ganz in ihrer Nähe. . Ab Seite 142..

In der neuen Sonderausgabe der c’t Fotografie „Frische Fotoideen 2020“, die letzte Woche erschienen ist,  gehe ich auf das Thema „Filmdrehorte“ ein. Die sächsische und böhmische Schweiz wurden im letzten Jahrzehnt von Hollywood entdeckt und viele bekannte Filme (z.B. Grand Budapest Hotel, Cloud Atlas, Die Chroniken von Narnia) wurden hier gedreht.
Ich finde es immer wieder spannend, wie Filmszenen vor Ort immer ganz anders aussehen bzw. welche Blickwinkel Regisseure einfangen. Aus Filmen und Naturreportagen können wir ganz viel über Perspektiven und Blendenspielereien lernen. Schau mal rein ins neue Heft, meine Kollegen haben noch andere spannende Themen, vor allem für zu Hause, aufbereitet.

Einladung „Bilder für die Seele“

Einladung Fotograuppe "Bilder für die Seele" Naturfotografie

Ich war heute nach einer schönen frühlingshaften Wanderung im Wald auch kurz in der Stadt unterwegs, um ein bisschen frisches Gemüse zu kaufen. Der Wald mit all seinen Frühjahrsblühern, die über Nacht erblüht sind, haben mir richtig viel Kraft gegeben. Ich traue mich die Tage schon gar nicht den Fernseher anzuschalten, überall gibt es nur ein Thema.

Als ich dann in der Stadt bei meinem Gemüsehändler frisches Grün kaufte, kam ich ins Gespräch mit einer weiteren Kundin. Sie erzählte mir, dass sie seit drei Tagen alle Supermärkte in der Region nach Toilettenpapier aufgesucht hätte und alles – sogar Küchenpapier, Taschentücher, Hygiene-Artikel für Frauen komplett ausverkauft seien. Oh welche Hysterie. Ich habe das nicht mitbekommen, da ich möglichst Orte mit vielen Menschen meiden möchte und die Unvernunft vieler Menschen nicht verstehe. Auch wenn vieles bestimmt aus Unwissenheit oder Langeweile passiert. Gegen letzteres können wir etwas tun: Alleine in der Natur spazieren gehen, solange wir nicht in Quarantäne sein müssen oder eine Ausgangssperre kommen wird. Aus diesem Grund habe ich eine Online Fotogruppe gegründet. Ich habe die Tage gegrübelt und vieles ausprobiert (z.B. Teams von Microsoft), wie ich die technisch möglichst barrierefrei umsetzte, doch egal was ich ausprobiert habe: Die Facebook Gruppe ist die, die immer noch technisch am einfachsten für alle Teilnehmer ist. Und so habe ich mich nach jahrelanger Abstinenz spontan angemeldet und eine Fotogruppe unter dem Namen „Bilder für die Seele“ erstellt. Alle 3 bis 4 Tage werde ich dort zusätzlich eine kreative Fotoaufgabe posten. Mir geht es in der ersten Linie darum, auf andere, positive Gedanken zu kommen und das wir uns mit dem beschäftigen, was wir lieben: Die Fotografie und im besonderen die Naturfotografie. Wenn du magst, lade Fotofreunde ein. Poste dort deine Lieblingsbilder, schöne Gedanken und Gefühle – Kommentare zu Politik, Virus usw. sollten draußen bleiben, davon gibt es im Moment schon mehr als genug.

Alles weitere steht in den Gruppenregeln und in der Begrüßung. Meine liebe Kollegin Petra aus Berchtesgaden wird die Gruppe mit moderieren. Wenn du Fragen oder Probleme in der Gruppe hast, dann kannst du dich an Petra oder mich wenden.

Das erste kreative Thema habe ich heute schon gepostet, am Sonntag kommt ein neues Thema. Es wäre schön, wenn du für die Aufgaben neue Bilder machen würdest.

Dann freue ich mich auf dich und deine Fotos.

Sinnesrausch: Wenn man Gerüche hören und Klänge riechen kann

Synästhesie - Sinnesrausch Wenn man Gerüche hören und Klänge riechen kann

Die letzten Winterwochen habe ich dazu genutzt, weiter an meinem Manuskript „Gefühl und Verstand“ zu arbeiten. Mir hatten zuvor zwei Kollegen ein Feedback gegeben und ich habe mir ihre Kritiken sehr zu Herzen genommen, sodass ich dabei bin, einige Kapitel noch mal komplett zu überarbeiten. Je länger ich an den Themen arbeite, umso mehr finde ich weiterführende Artikel im Netz oder neue Bücher. Das fliegt mir teilweise von alleine zu und dann habe ich das Gefühl, dass meine Buchkapitel noch nicht vollständig sind und das noch dieser oder jener Aspekt aufgegriffen werden muss.

Synästhesie - Sinnesrausch Wenn man Gerüche hören und Klänge riechen kann

So bin ich bei meiner Recherche über den Begriff Synästhesie gestolpert. Irgendwie klang das zwar etwas esoterisch, aber ich wurde sehr neugierig als ich erfuhr, dass viele Künstler (Kandinsky, Goethe, List oder der Filmmusik-Komponist Hans Zimmer) mit ihrer eigenen Synästhesie künstlerisch arbeiten. Je mehr ich darüber las, umso mehr stellte ich fest, das ich auch zwei Formen der Synästhesie habe und meine synästhetischen Formen schon länger künstlerisch verarbeite.

 Ich dachte bzw. hatte mir nie Gedanken darüber gemacht, das nicht jeder so denkt – es wäre völlig normal, Zeiteinheiten wie z.B. Wochentage, Monate, das Jahr räumlich vor dem inneren Auge anzuordnen (Sequenz-Raum-Synästhesie). Doch als ich mit meinen Partner darüber sprach, stellte sich heraus, dass er das nicht tut bzw. es auch für mich schwierig war zu erklären, wie ich mir „Zeit“ vorstelle.

Synästhesie - Sinnesrausch Wenn man Gerüche hören und Klänge riechen kann

Andere typische Beispiele für synästhetische Wahrnehmungen sind das farbiges Hören, also das Visualisieren von Tönen in Farbe oder auch das Zuordnen von Farben zu bestimmten Zeichen wie Zahlen oder Buchstaben. Bei anderen Menschen können Wörter nach etwas schmecken oder ein Geruch kann eine Farbwahrnehmung hervorrufen usw. Du musst dir vorstellen, dass sämtliche Verknüpfungen zwischen den Sinnen denkbar sind. Vielleicht hörst du heute auch zum ersten Mal davon und spürst, dass du vielleicht auch eine Form der Synästhesie hast.  

Du kannst mir gerne dazu schreiben.

Linktipp: Spannender BR2 Radio Podcast
Synästhesie – Gerüche hören und Klänge riechen

Buchprojekt Gefühl und Verstand – Update Februar 2020

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Im Laufe des letzten Frühjahres 2019 habe ich beschlossen, den Druck aus meinem Buchprojekt rauszunehmen und mir die Zeit zu lassen, die das Buch einfach braucht. Die Inhalte sind nicht so einfach und ich muss sie vielfach überdenken, die Bildauswahl eine innere Qual für mich als Künstlerin, die ökologische Produktion des Buches nach meinen Vorstellungen trotz der großen Klima- und Umweltprobleme nicht so einfach zu realisieren. Aber ich bin weiter gekommen …

Hier ein kleiner Abriss:

  • Die Texte sind im inhaltlichen Lektorat und ich habe schon viele Ideen und Anregungen meines Lektors umgesetzt
  • Die Struktur des Buches steht, die Reihenfolge der Kapitel ist festgelegt
  • Ich habe einen Hersteller für plastikfreie Lesebändchen aus Bio-Baumwolle gefunden und die Muster sind wirklich schön
  • Mein ursprünglicher Graspapier-Hersteller ist insolvent, nun muss ich Probedrucke mit einem neuen Hersteller organisieren und habe neue Graspapiermuster bekommen
  • Führe Gespräche mit einer kleinen Buchbinderei Manufaktur in Leipzig, die meinen Ansatz einer plastikfreien Buchproduktion unterstützen würde.
  • Ich habe für eines meiner Lieblingskapitel, welches mit einem längeren Zitat aus einem der wichtigsten Bücher der letzten Jahre beginnt, die Abdruckgenehmigung des Verlages bekommen. Ich dachte, ich kann es mir nicht leisten, doch jetzt bin ich glücklich, das ich den Text verwenden darf.
  • Die Fotografien sind nach den neuen Druckprofilen Fogra52 in Photoshop bearbeitet. Da Graspapier ein ungestrichenes, leicht grünliches Papier mit hoher Saugkraft (Tonwertzunahme) ist, müssen die Farbsättigung und die Schärfe deutlich erhöht werden. Während schwarze Farbanteile reduziert werden müssen. Das sieht zwar am Bildschirm nicht schön aus (ich musste mich sehr überwinden, die Fotos anzupassen) aber es wird später einen Andruck geben, bei dem ich daneben stehen werden 🙂 Aber zwischen Bildschirm-Ansicht und Offsetdruck liegen Welten…

Vielfach werde ich nach einem Inhaltsverzeichnis gefragt. Auch wenn die Kapitel stehen brauche ich noch Überarbeitungszeit. Wenn alles steht, dann werde ich mich melden.

Ein wichtiger Hinweis: Es kommen schon direkte Bestellungen. Aber das Buch ist noch nicht fertig und ich werde wie bei meinem letzten Buchprojekt ein Crowdfunding Kampagne zur Finanzierung der Produktionskosten initiieren.

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Wenn du an meinem Buch interessiert bist und es vorbestellen möchtest, dann trage dich in meine Buchliste ein. Unter dem Link findest du auch weitere Informationen und das Anmeldeformular.

https://naturfotografie.jana-maenz.de/